Soziologie (Fach) / Übung (Lektion)
In dieser Lektion befinden sich 44 Karteikarten
Teil 2
Diese Lektion wurde von risbod erstellt.
- Untersuchungsgegenstand der Soziologie Ist weit gespannt und reicht von der Untersuchung flüchtiger Begegnung einzelne Personen auf der Straße bis hin zur Analyse globaler sozialer Prozesse, wie zum Beispiel dem Ausstieg des islamischen Fundamentalismus Untersucht werden also Kultur, gesellschaftliches Zusammenleben, menschliches Verhalten
- Die drei Angebote soziologischen Denkens für Pädagogen 1. Verstehensangebot: Die Soziologie stellt den Pädagogen Wissen zur Verfügung, das ihnen zu einem besseren Verständnisses der Bedinungen ihres beruflichen Handelns verhelfen soll. Wissen, das hilfreich bei der Analyse pädagogischer Theorien u.a. sein. 2.Entlastungsangebot: Soziologisch informierte Pädagogen kennen Argumente,, die es ihnen ermöglichen, nicht alles, was in ihrer beruflichen Praxis geschieht, als Folge ihres eigenen Handelns und gegebenenfalls als eigenen Fehler zu interpretieren. (zB kann das soziale Umfeld auch Grund dafür sein, dass meine Klasse eine schlechte Arbeit schreibt) 3.Reflexionsaufforderung: Aufforderung, soziale Zusammenhänge der beruflichen Praxis bewusst mit in den Blick zu nehmen und danach zu fragen, wie die Routinen, Probleme und Schwierigkeiten der eigenen Praxis mit sozialen Strukturen in Beziehung stehen.
- Inwiefern fragt die Wissenssoziologie bei der Betrachtung von Wissen nach ‚Wahrheit’? Sie fragt immer danach, wer welches Wissen für wahr hält. Wahrheit ist also Geltung und diese Geltung ist sozial bestimmt!
- Wie lauten die jeweiligen Extreme der drei Achsen, durch die die Wissenssoziologie bestimmt werden kann? Sozialität - Individualität => Wie und in welchem Maße ist Wissen sozial?Integration - Korrelation => Ist Sozialität ein Bestimmungsverhältnis oder ist Wissen immer sozial?Episteme - Doxa => In welchem Maße geht es um Wissen, nicht um Glauben?
- Hitzler'sche Schule Eher integrativ, eher doxa, eher sozial
- Ideelle bei Karl Marx Das in den Menschenköpfen übersetzte und umgesetzte Materielle. Das Materielle stellt dabei die Grundlage für die entsehenden Ideen dar.
- Definition Marx´ Begriff der Ideologie Eine Ideologie ist der Versuch einer gesellschaftlichen Gruppe die eigenen geistigen Vorstellungen und Ideen als die allgemeingültigen auszugeben. Dies gelingt derjenigen Gruppe am besten, welche über die meiste gesellschaftliche Macht verfügt
- Grundlegende wissenssoziologische Erkenntnis Marx´ Alles Wissen und alle Vorstellungen hängen von gesellschaftlichen Gruppen ab
- Drei Sozialebenen der Soziologie 1.Makroebene: Staat, Bundesländer 2.Mesoebene: Stadt, Gemeinden, Unternehmen 3.Mikroebene: Familien, Familienähnliche Gemeinschaften, Mensch
- Gilt neben Karl Mannheim als einer der deutschen Begründer und zentralen Autoren der Wissenssoziologie Max Scheler
- Vor welchen besonderen historischen Zuständen ist die deutsche Wissenssoziologie entstanden und was thematisiert sie? > Armut & Schwächung der Mittelstände durch Kriegswirtschaft (Bauern/Handwerker)> starke soziale Spannungen verknüpft mit unterschiedlichen Weltanschauungen => Aggressionen> Ausbreitung verschiedener kultureller Stile>> Die WS sollte die zerrissene politische Situation überwinden helfen > entstand nach dem 1. Weltkrieg (Weimarer Rep.)
- Mannheims radikale Kritik d. herkömmlichen individualistischen Erkenntnistheorie Die Wissenssoziologie ist eine eigenständige, kritische Theorie des Wissens, Erkennens und Denkens
- Drei Sinnschichten nach Mannheim Objektiver Sinn /das, was man sieht) intendierter Ausdruckssinn (Wissen über den Künstler etc.) dokumentarische Interpretation (Deutungen, wie zum Beispiel, das Einbeziehen des Hintergrundes)
- Seinsverbundenheit nach Mannheim Erkennen erfolgt nach nichtlogischen Prinzipien
- Denkweise, die von der Seinsverbundenheit ausgenommen ist: Naturwissenschaften und Mathematik, da ein objektiver Realitätsbezug gegeben ist.
- Verbindung aus der der Gegenstand der Wissenssoziologie besteht: Sozial konstruierte Wirklichkeit & Weltanschauung
-
- Betonung Mannheims in Abgrenzung zu Marx: Es kann zu immanenten Veränderungen des Denkens kommen. Die Gesellschaft ist nicht in nur zwei Klassen teilbar. Es gibt viele Geistesschichten. Denken folgt nicht allein ökonomischen Faktoren.
- Buchtitel Peter L. Berger & Thomas Luckmann Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit
- Ansatz Bergers & Luckmanns und dazugehörige Theorie: Sozialkonstruktivismus: Wirklichkeit ist sozial konstruiert – es ist die Aufgabe der Wissenssoziologie die Prozesse zu untersuchen, in denen dies geschieht.
- Trias der gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit: Externalisierung Objektivierung Internalisierung
- Bedeutsamkeit von Institutionen: Geben HandlungsorientierungGeben gesellschaftliche Relevanzen anInstitution: Wissenschaft / Organisation: TU Dortmund
- Prozess der Internalisierung objektiver Wirklichkeit: Fähigkeit des Erziehenden eigene Erfahrungen an die Zuerziehenden weiterzugeben. Dadurch werden Regeln ausgeweitet, Rollen anonymisiert und das Denken generalisiert. Die primäre Sozialisationsinstanz spielt hierbei eine gewichtigere Rolle als die sekundäre.
- Hirnforschung bis heute als Geschlechterdifferenzforschung bezeichnet: Trotz widersprüchlicher Studien, werden vermehrt solche Studien zitiert, die auf eine Differenz zwischen den Geschlechtern hinweisen.
- Erklärung der einseitigen Interpretation und deren recht unreflektierte Übernahme in der Gesellschaft: Die Vorstellung des Körpers als materielle Basis menschlichen Handelns ist nach wie vor sowohl in der Wissenschaft als auch in der Gesellschaft dominant.
- Negative Anthropologie: Die Konstruktion der Wirklichkeit vollzieht sich nicht in einem luftleeren Raum, sondern vor dem Hintergrund der negativen Anthroplogie. Das heißt, es werden nicht Triebe, Instinkte oder Bedürfnisse angegeben, sondern nur die negativen Bestimmungsmerkmale des menschlichen Wesens, die Instinktarmut und Weltoffenheit und damit auch die Loslösung vom organischem Geschehen.
- Vier Legitimationsebenen Bergers & Luckmanns: 1. sprachliche Objektivation: Semantik 2. rudimentäre theoretische Postulate: Sprichwörter 3. explizite Legitimationstheorien: besonderes Sonderwissen 4. symbolische Sinnwelten: Mythen Vier Ebenen der Legitimierung:1. Das, was jeder weiß: „Sammelsurium aus Maximen, Moral, Sprichwortweisheiten, Werten,Glauben, Mythen und so weiter.“2. Theoretische Postulate in rudimentärer Form: Lebensweisheiten, Legenden und Volksmärchen.3. Explizite Legitimationstheorien: Differenzierter Wissensbestand; Einem bestimmtenPersonenkreis anvertraut (Kirche; Schule)4. Symbolische Sinnwelten: „Matrix aller gesellschaftlichen objektivierten und subjektivwirklichen Sinnhaftigkeit.“ („real existierender Sozialismus“, „die christlich-abendländischeKultur“)
- Konstruktiver Wissensbegriff nach Karin Knorr Cetina: Produkte der Wissenschaft sind kontextspezifische Konstruktionen, die durch ihre Situationsspezifizität und Interessenbezogenheit gekennzeichnet sind. (S.251)
- Einfluss der Selektion der Wissenschaftler auf die Erkenntnis: Selektionen unterwerfen die Entscheidung ihrer Erkenntnislogik, welche sich im sozialen Umfeld des Labors ausbreitet.
- Wissenskulturen nach Karin Knorr Cetina: Prinzipien, Mechanismen und Prozesse, die angeben, was wir in welchen Wissensbeständen wissen und was nicht. Im Vordergrund stehen Forschungsgruppen und die von ihnen verwendeten Instrumente, epistemische Subjekte, die bestimmen, was als Wissen gilt und was nicht.
- Fünf Dimensionen bei der Beschäftigung mit einem Medium: Technische BeschaffenheitForm der CodierungForm der ZirkulationÖkonomische FaktorenSoziostrukturelle Faktoren
- Vier Phasen, in die Marshall McLuhan die menschliche Geschichte einteilt: Periode der mündlichen StammeskulturLiterale ManuskriptkulturGutenberg-Galaxis des BuchdrucksElektronisches Zeitalter
- Die soziologische Herangehensweise an den Untersuchungsgegenstand keine Moralismen, sondern Werturteilsfreiheit gegenüber dem Untersuchungsgegenstand keine Handlungsanweisungen
-
- Wie kann der besondere soziohistorische Kontext zu Marx´ Leb- und Schaffenszeiten charakterisiert werden? Industrielle Revolution
- Die von Mannheim mitbegründete, moderne Wissenssoziologie, auch deutsche genannt Historischer HG Weimarer Republik 1918/19-33 Inflation Armut innerpolitische Kämpfe (Mord an Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht)
- Vier Kennzeichen der a) Mündlichkeit b) Schriftlichkeit c) des elektronischen Zeitalters a) mündliches Denken ist additiv (logisch in Abfolgen) Verwendung von Formeln und festen Epitheta Wiederholungen und Verdopplungen (Redundanzen) b) neigt zu Subordination und Klassifikationen neigt zum analytischen Denken distanzierter und abstrakter als Mündlichkeit Konservierung von Wissen c) Masse der Information pro Nutzer hat deutlich zugenommen mehr Visualisierung visuelle Literazität (eine sehende Person muss durch ausreichend Praxis die Konventionen der bildlichen Medien gelernt haben) jeder hat Zugang zu allem Wissen, sehr schnell
- Welche unterschiedlichen Aspekte umfasst der Marx´schen Begriff des Materiellen? 1.ökonomische Produktionskraft (Maschinen, Werkzeug)2.Die Befriedigung des Materiellen: zB Nahrung3.Soziale Prozesse im Allgemeinen: Herrschaftsverhältnisse
- Welche bedeutsame & grundlegende wissenssoziologische Erkenntnis enthält das wissenschaftliche Modell von Marx? Verhältnis von Basis &Überbau :Aus dem Wissen, das aus der Basis entsteht, entsteht der Überbau. Überdies spiegelt die Bais die Ideen des Überbaus wider. Demnach ist die Dialektik beider zu betonen.
- Nennen Sie den Vor- & Nachnamen des Gastredners mit dem Vortrag "Lebenslanges Lernen zwischen Muße & Zeitdruck"! Achim Brosziewski
- An welcher Hochschule arbeitet der Gastredner? PH Thurgau
- ... worauf Mannheim mit dem Begriff der Seinsverbundenheit hinweist und wodurch Wissen dementsprechend (auch) bestimmt ist Er weist daraufhin, dass sich Erkennen nicht von "immanenten Erfarhungsgesetzen" historisch entwickelt wird. Wissen ist viel mehr an entscheidenden Punkten von nicht-theoretischen Faktoren bestimmt, diese Faktoren nennt er "Seinsfaktoren".
- Was verstehen Berger & Luckmann unter Institutionen? Wiederkehrende, typische Handlungsmuster
- … In welchen vier Phasen sich der Prozess der individuellen Annahme des Opferstatus (seit Ende des 20. Jahrhunderts) typischerweise vollzieht 1.Verdacht2.Gewissheit3.Identifikation4.Bekenntnis
- Nennen Sie einen wesentlichen Grund für die Verschiedenheit von Lebenswelten! Menschen nehmen auf unterschiedliche Weise an gesellschaftlichen Wissensvorräten teil
- Welche zwei Vorstellungen lassen sich bezüglich des engen Zusammenspiels von Medien, Wissen und Gesellschaft unterscheiden? 1. Wissen ist von Medien abhängig, da es der Vermittlung bedarf, die medial erfolgt. Deswegen prägen Medien die Strukturen der Wissenverteilung2. Weil Medien kraft ihrer Codierung und ihres technischen Trägers eine eigene Form annehmen oder vorgeben, werden sie als prägend für Arten und Inhalte des Wissens angesehen. (Texte,Bilder...)
