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Diffenetielle Psychologie (Fach) / 2c. Psychodynamische Ansätze: Gustav Jung (Lektion)

1875-1961 Carl Gustav Jungs analytischer Ansatz:

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  • Beschreibe das Dynamische Modell von Jung Libido= unspezifische allgemeine psychische Energie (Lebensenergie)entstehe aus gegensätzlichen Kräften in der Psyche (Prinzip der Gegensätze) (z.B. ständiger Widerstreit zwischen dem Bewussten und dem Unbewussten) Libido in einem psychischen Teilsystem zu investieren, kann nur auf Kosten eines anderen (gegensätzlichen) geschehen (Prinzip der Gleichwertigkeit) Libido kann sich in alle Richtungen verteilen zur Energetisierungdes Verhaltens, das auf die Erreichung von Harmonie zwischen den Strukturen der Psyche (→Selbst) abzielt (Prinzip der Entropie)
  • Beschriebe das Strukturmodell von Jung: Psychische Instanzen Das Ich (bzw. Selbst): vereinigende Kraft im Zentrum des Bewusstseins, das die bewussten Gedanken und Gefühle in Bezug auf Verhalten, Erinnerungen und Erfahrungen enthält und die Libido entsprechend ausrichtet oder lenkt. Das Individuelle Unbewusste: Speicher aller persönlichen Erfahrungen (als Individuelle Komplexe gespeichert), die aus dem Bewusstsein gedrängt wurden oder nie bewusst waren (subliminaleErfahrungen). Das Kollektive Unbewusste: Alle angeborenen Erfahrungen (als Archetypen gespeichert), die die Menschheit im Laufe ihrer Evolution gesammelt hat, von allen Menschen geteilt wird und das stereotype Erleben, Denken und Verhalten des Menschen beeinflussen.
  • beschreibe das Strukturmodell von Jung: Individuelle Komplexe Induviduelle Komplexe = Gefühle, Gedanken, Wahrnehmungen um einen erlebten Sachverhalt oder Ideen verdrängte oder vergessene Komplexe können als „Affekt“ ins Bewusstsein treten und häufig unbewusst Gedanken, Motive und Handlungen beeinflussen Bsp.: „Adonis-Komplex“:Störung des Selbstbildes hinsichtlich der unzureichenden Ausprägung des eigenen Äußeren und der eigenen Muskulatur gemessen an der eigenen Idealvorstellung (durch die soziale Gemeinschaft geprägt), exzessiver Muskelaufbau, Essstörungen und Schönheitsoperationen Komplexe seien mit Hilfe des Wortassoziationstests aufzudecken
  • beschriebe das Strukturmodell nach Jung: die Arecheotypen und nenne 5 Archeotypen Die Arecheotypen = sind universelle Urbilder oder Symbole im kollektiven Unbewussten (treten in allen Kulturen überall auf der Welt in Erscheinung, lösen kulturübergreifend Grundassoziationen und geistige Ideen aus) Beispiele: „Held“, „Ungeheuer“, „Gott“, „Kreis“, "Persona: die Maske", "Schatten", "Anima", "Animus", "Selbst"
  • Welche Persönlichkeitspsychologieche Bedeutung hat das Strukturmodell? Allgemeinpsychologisch: Alles menschliche Denken, Fühlen und Verhalten werden durch psychische Instanzen beeinflusst und gesteuert Differentiell psychologisch: Interindividuelle Unterschiede in Auseinandersetzung mit den eigenen verborgenen Kräften (z.B. Archetypen) und innerpsychischen Komplexen → interindividuelle Unterschiede auf dem Weg zum „Selbst“
  • Welche Persönlichkeitspsychologieche Bedeutung hat das Strukturmodell? Allgemeinpsychologisch: Alles menschliche Denken, Fühlen und Verhalten werden durch psychische Instanzen beeinflusst und gesteuert Differentiell psychologisch: Interindividuelle Unterschiede in Auseinandersetzung mit den eigenen verborgenen Kräften (z.B. Archetypen) und innerpsychischen Komplexen → interindividuelle Unterschiede auf dem Weg zum „Selbst“
  • beschreibe den Prozess der Persönlichkeitsentwicklung nach Jung Persönlichkeitsentwicklung sei ein kontinuierlicher Prozess über die gesamte Lebensspanne zur Integration der gegensätzlichen psychischen Kräfte. Kindes-und Jugendalter: Entwicklung des „Ich“ und der eigenen Identität → Fokus auf die objektive Welt (Lernen, Karriere, Familiengründung) Mittleres Erwachsenenalter:nach Erfüllung von Lebensaufgaben → Gefühl der „Leere“ → Fokus auf die internalesubjektive Welt („Selbst“) → Individuation (Selbstverwirklichung): Integration aller bewussten und unbewussten Facetten unserer Persönlichkeit Alle Menschen gehen die Selbstverwirklichung auf unterschiedlichem Wege an, was sich in verschieden dominierenden Ich-Orientierungen und psychischen Grundfunktionen zeige.
  • In welche Persönlichkeitstypen unterschied Jung? 8 Persönlichkeitstypen: 2 Ich-Orientierungen (extravertierter, introvertierter Typ) x 4 Grundfunktionen (Rationale Funktionen: denken, fühlne, Irrationele Funktionen: empfinden, intuition) Extravertierte Typen:Denkender TypFühlender TypEmpfindender TypIntuitiver Typ Introvertierte Typen:Denkender TypFühlender TypEmpfindender TypIntuitiver Typ
  • Beschriebe die Ich-Orientierungen von Jung Extraversion: Orientierung der Aufmerksamkeit (bzw. der psychischen Energie) nach außen zur objektiven Welt und Erfahrung. → Der Extravertierte ist aktiv, abenteuerlustig, kontaktfreudig, offenherzig und gesellig, passt sich schnell an neue Begebenheiten an und knüpft rasch neue Bindungen. Introversion: Orientierung der Aufmerksamkeit (bzw. der psychischen Energie) nach innen zur subjektiven Welt und Erfahrung. → Der Introvertierte ist zögerlich, vorsichtig, nachdenklich und schüchtern, am liebsten allein und eher reserviert im Knüpfen neuer Bindungen.
  • Beschriebe die 4 psychischen Grundfunktionen Rationale Funktionen: Denken: Bewertung von Sinneseindrücken und Verstehen der Realität nach Vernunft und Logik (z.B. wahr vs. falsch). Fühlen: Bewertung von Sinneseindrücken nach der Valenz und Erfassen der Realität über Emotionen (z.B. angenehm vs. unangenehm). Irrationale Funktionen: Empfinden: bewusste Wahrnehmung und Erfassen der Realität über Erfahrungen (z.B. das Gras ist grün). Intuition: unbewussten und unterschwellige Wahrnehmung der Realität (z.B. über Bilder, Symbole und Ahnungen).
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  • Diagnostik: Beschriebe die Bestandteile der Traumanalyse von Jung Traumanalyse: Zur Aufdeckung individueller und kollektiver Komplexe. Traumserienmethode: Bezug auf eine Serie von Träumen (Traumtagebuch), um bestimmte sich wiederholende Traumthemen oder Traumbilder ausfindig zu machen, Vergleiche des Traumelements mit Symbolen aus Mythen, Geschichte, Völkerkunde und Religionswissenschaften (Archetypen) Amplifizierung: freie Assoziation zu einem Traumelement durch Testperson, Therapeut lässt bestimmte Archetypen einfließen Aktive Imagination: Konzentration auf ein Traumbild durch die Testperson und Beobachtung, was mit dem Bild passiert, dabei Rückmeldung
  • Diagnostik: Beschreibe den Wortassoziationstest Wortassoziationstest: zur Aufdeckung individueller Komplexe. Technikenzur Aufdeckung von Komplexen: Art der Reaktion: verlängerte Reaktionszeiten (> 2 sec.), kein Einfall, verstärkte Atmung, erhöhte Hautleitfähigkeit, Stottern, Reaktionen mit mehreren Wörtern Art des Inhaltes: Wiederholungen, Erinnerungsfehler Interpretation des Inhalts durch den Therapeuten
  • Welche "Verfahren" nutzte Jung für die Diagnostik? nenne die Bestandteile Traumanalyse: Zur Aufdeckung individueller und kollektiver Komplexe.TraumserienmethodeAmplifizierungAktive Imagination Wortassoziationstest: zur Aufdeckung individueller Komplexe. Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI): aus Jung‘sIch-Orientierungen und psychischen Basisfunktionen resultieren 3 Skalen + zusätzliche Skala (Rationalität) ergeben 16 Persönlichkeitstypen:
  • Fasse den analytischen Ansatz von Jung zusammen Jung unterschied veranlagte (kollektives Unbewusstes) und Umweltfaktoren (individuelle Erfahrungen) zur Erklärung von Persönlichkeitsunterschieden Libido als psychische Energie und das Ich als die psychische Kraft, die lenkt Individuelles Unbewusstes → Individuelle Komplexe Kollektives Unbewusstes → Archetypen Persönlichkeitsentwicklung (Selbstverwirklichung) ein Leben lang 2 Ich-Orientierungen und 4 psychische Grundfunktionen → 8 Persönlichkeitstypen Diagnostik: Traumanalyse, Wortassoziationstest, MBTI
  • bewerten den analytischen Ansatz von Jung Beschreibung: gut zur beschreiben von Persönlichkeitsunterschieden durch die Typen, zu undetalierte Persönlichkeitsentwicklung Erklärung: sehr komplexes Erklärungsmodell für Denken, Fühlen, Handeln das auf die Selbstverwirklichung abziehlt aber zu Unkonkret wie es zu den Orientierungen kommt Vollständigkeit u Sparsamkeit: sehr Großes Spektrum, nicht sparsam Prüfbarkeit: Viele Konzepte (Kollektives Unbewusstes und Archetypen) sind nicht präzise genug definiert und daher auch nicht operationalisierbar, Andere Konzepte (Grundeinstellungen von Persönlichkeitstypen) sind sehr erfolgreich operationalisiert worden Produktivität u Praxiswert: Fachübergreifender EInfluss, Konzept der Selbstverwirklichung → humanistische Theorien (z.B. Rogers), Persönliche Grundeinstellungen → Eigenschaftskonzeptionen (z.B. Eysenck), Entwicklung von Verfahren zur Diagnostik und Kurztherapien zur Behandlung von Komplexen