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Psychologie (Fach) / Diagnostik II (Lektion)
Psychologische Gutachten, Reliabilitätskonzept, Testmanuale, Messinvarianz
Diese Lektion wurde von klattjan erstellt.
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- 3 Schritte der Gutachtenerstellung und allgemeiner Ablauf Planungsphase, Durchführungsphase, Integration Der diagnostische Prozess muss sich im Gutachten widerspiegeln, Fragestellung nachvollziehbar darstellen, Entscheidungsregeln festlegen (terminale vs. investigatorische) während der Planungsphase.
- Gutachtenerstellung - Wer ist beteiligt, wie ist der Aufbau Klient, Auftraggeber, Gutachter Titelseite mit Gutachtenverfasser, Inhaltsverzeichnis, Untersuchungsanlass, Fragestellung, begründete psychologische Fragen, Untersuchungsmethoden inkl. Methodenwahl & Durchführungsbedingungen, Ergebnisse, Befund (was bedeutet das Ergebniss), Stellungnahme mit Beantworten der Fragestellung, Empfehlung (wenn gewünscht und untersucht wurde), Unterschrift, Literatur
- Titelseite Gutachten Absender, Adressat, Auftraggeber, Aktenzeichen des Auftraggebers, Überschrift, Begutachtete Person, Datum, Gutachter, Unterschrift
- Untersuchungsanlass Gutachten Hintergrund beschreiben, genauer Wortlaut des Auftraggebers, Ableitung konkreter Unterfragen, globale Fragestellung, wichtiges immer zuerst
- Frühförderung Sammelbezeichnung für therapeutische und pädagogische Maßnahmen für Kinder, die behindert / bedroht sind allgemeine vs. spezielle
- Fragestellung Gutachten 1) keine Unterfragen und Hypothesenableitung -> Gutachten beginnt mit den Ergebnissen 2) Unterfragen bilden: körperliche Faktoren -> körperliche Entwicklung, Motorik (z.B.: Ist die körperliche Entwicklung auf dem Niveau eines x Jährigen?) kognitive Faktoren -> Intelligenz, Konzentration, Sprache (z.B.: Bestehen Auffälligkeiten in Intelligenz/Konzentration/Sprache verglichen mit Gleichaltrigen?) situative Faktoren -> familiäres Umfeld (z.B.: Gibt es belastende Umstände im familiären Umfeld?) emotionale & motivationale Faktoren -> Anschlussmotiv, Machtmotiv, Interessen, Präferenzen Persönlichkeitsmerkmale -> Verträglichkeit, Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit
- Untersuchungsmethoden Gutachten Welches Verfahren wird eingesetzt bei Tests genaue Angaben zum Autor, Auflage, Jahr) Was soll erfasst werden? Hypothesenbezug beachten Verfahren kurz und verständlich beschreiben Durchführungsbedingungen erwähnen, wie Ort, Zeit, Untersucher, räumliche Bedingungen, etc
- Operationalisierung Gutachten Zur Beantwortung konkreter Unterfragen Fragenbezug Gütekriterien (daher nur gesamte Tests anwenden) Norm Alle diagnostischen Methoden als Instrumente nutzbar (state of the art = prüfen, ob der Test noch aktuell ist!) WET -> Test der Grob-/ Feinmotorik HAWIVA -> Auffälligkeiten der Intelligenz Verhaltensbeobachtung -> Auffälligkeiten der Konzentration Interview + SETK 3-5 -> Auffälligkeiten der Sprache California Q-Sort -> mit Eltern und Erziehern, Verhaltensbeobachtung, Abgleich der Verhaltensweisen (was trifft sehr gut zu / überhaupt nicht zu), Erzieher können Persönlichkeit im Alter von 20 Jahren gut vorhersagen
- Ergebnisse Gutachten Normbezug herstellen Konfidenzintervall berechnen + Einteilung in unter-/über-/durchschnittlich evtl. treffende Zitate o.ä. ins Gutachten aufnehmen Tabellarische Darstellung Darstellung der Beobachtungen, vorerst keine Schlussfolgerungen Standardwerte verbalisieren Quellen angeben Bei Bezug zur Fragestellung Verhaltensbeschreibung d. Probanden während d. Untersuchung Nur für die Fragestellung relevante Ereignisse beachten Selbstbeschreibung kein "IST" oder Ähnliches Dezimalstellen nicht runden
- Integration im Befund Gutachten Integration der einzelnen Ergebnisse zur Beantwortung der Unterfragen Befund den Unterfragen entsprechend gliedern Diskussion und Bewertung der Ergebnisse (am besten durch tabellarische Ansicht) nach den in Planungsphase festgelegten Entscheidungsstrategien (meist Mischform) Übereinstimmungen & Widersprüche darstellen und klären dabei beachten: Reliabilität (Konfidenzintervalle), Durchführungsbedingungen, Offenheit, Selbstdarstellungstendenz, unterschiedliche Validitäten der Verfahren, messebenen (Selbst- vs. Fremdbild konvergente Validität etwa 0.40) Gesamtwerte haben größere Befundgewicht als Einzeltestwerte Gesamttestwerte kritisch prüfen z.B. wegen polarisierten Profilverläufen wenn Einzeltestergebnisse diskrepant zu Gesamttestwerten sind, diese nur als Stärke / Schwäche interpretieren, wenn Ergebnisse mit inhaltsähnlichen Untertests übereinstimmen
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- Richtlinien Gutachten in inhaltsähnlichen Tests möglichst gleiche Testergebnisse (wenn nicht: mangelnde Durchführungsobjektivität, motivationale Gründe, Ermüdung, etc.) bei diskrepanten, gleichwertigen Einzelbefunden am besten "entscheidungsorientierte" Nachuntersuchung (-> inhaltsähnliche Verfahren sollten Befunddominanz hervorbringen, -> sodass die meisten Ergebnisse für einen Befund sprechen, -> wenn trotzdem Inkonsistenz erhalten bleibt: berücksichtigen!) unterschiedliche Normierung beachten Beachtung von Übungseffekten , z.B. auch bei Nachuntersuchungen
- Stellungnahme Gutachten Beantwortung der Fragestellung!!! Integration der Befunde und Beantwortung der globalen Fragestellung knappe, zusammenfassende Antwort (Diagnose, Prognose, Entscheidungsvorschläge) weitere Absätze zur Erläuterung und Begründung (interne und externe Validität nachweisen) evtl. weitere alternative Antworten nennen und widerlegen (Ausschlussgründe nennen) Fragen vollständig beantworten unentscheidbares als solches kenntlich machen nicht über die Fragestellung hinausgehen (keine Empfehlung, wenn nicht verlangt) Bildungsniveau des Empfängers beachten & eher kurze Sätze Fachbegriffe vermeiden Angaben der Person in indirekter Rede klare Gliederung & Zwischenüberschriften pro Absatz ein Gedanke - Kerngedanke am Absatzanfang Ergebnisse im Imperfekt, Befund im Präsens, Angaben fremder/eigener Persons im Konjunktiv