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Allgemeine Psychologie II (Fach) / Lernen (Lektion)

Lernpsychologie

Diese Lektion wurde von agarmann erstellt.

Lektion lernen

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  • Wodurch äußert sich gelernte Hilflosigkeit (Defizite und physiologische Korrelate)? 1) Assoziatives/ kognitives Defizit: nach der Erfahrung der Unkontrollierbarkeit liegt eine verminderte Fähigkeit vor, aus den eigenen Erfahrungen zu lernen (damit ist auch das Erlernen einer Verhalten-Verstärker-Kontingenz in der Transferphase erschwert) ; beispiel: beeinträchtigtes Lösen von Anagrammen bei Studenten, nachdem sie unkontrollierbare aversive Reize erfahren hatten 2) Motivationales Defizit: Verlust der Motivation, die Umgebung zu kontrollieren. Es wird kein Verhalten mehr initiiert und es liegt kein Anreiz vor Ereignisse zu beeinflussen  3) emotionales Defizit: Probanden, die Unkontrollierbarkeit erfahren hatten, zeigten eher depressive und Angstreaktionen, als aggressive und defensive Reaktionen 4) Physiologische Korrelate: biochemisch geht mit der erlernten Hilflosigkeit eine Entleerung zentraler Noradrenalinvorräte einher; außerdem: stärkere Magengeschwüre, häufigere Tumorentstehung, Unterdrückung von Immunfunktionen; Stärkere kardiovaskuläre Stressreaktionen
  • Nennen Sie gängige Therapiemethoden, die Depression und gelernte Hilflosigkeit gemeinsam haben. Gabe von Antidepressiva und Verhaltenstherapie
  • Was versteht man unter appetitive helplessness? Verhaltens-Verstärker-Inkontingenz hat sogar dann negative Folgen, wenn der inkontingent gegebene Verstärker appetitiver Natur ist (Bei Tieren: verhaltensinkontingente Gabe von Futter führt, ähnlich wie bei Menschen, die inkontingent Geld oder Punkte erhalten, zu Motivationsdefiziten (learned laziness)).
  • Nennen Sie wichtige Dimensionen erlernter Hilflosigkeit. Hilflosigkeitsgefühl ist global vs. situational Zurückführung der Hilflosigkeit auf externale vs. internale Faktoren Erleben der Hilflosigkeit als stabil und dauerhaft vs. variabel und vorübergehend
  • Kennzeichnen Sie die Methoden Nachträgliches Kontrollieren und Immunisieren als Therapieformen gelernter Hilflosigkeit Nachträgliches Kontrollieren: Individuum wird in eine Situation gebracht, in der es nicht versagen kann oder gezwungen in einer Situation eine Kontrollerfahrung zu machen (learned mastery) Immunisieren: Erfahrung von Kontrollierbarkeit (learned mastery) in einer Vorphase verhindert die Entstehung gelernter Hilflosigkeit
  • Was versteht man unter behavioral Economics? beschäftigt sich damit, wie Organismen ihre Zeit und Energie zwischen verschiedenen Alternativen verteilen
  • Wie wird eine Wahlsituation verstanden, um das Wahlverhalten untersuchen zu können? - Wahlsituation = simultan vorliegende, konkurrierende Verstärkerpläne - Mit der Wahl für eine bestimmte Verhaltensweise entscheidet sich das Individuum für einen der vorliegenden Verstärkerpläne
  • Was versteht man unter Bliss Point? Ziel des Organismus ist es in jeder Situation, die vorhandenen Verhaltensalternativen so auszuwählen bzw. die Ressourcen so aurf die verschiedenen Verhaltensalternativen zu verteilen, dass der maximale subjektive Wert (Bliss-Point) erreicht wird
  • Wie lernt der Organismus, wie er seine Zeit und Energie auf vorhandene Verhaltensalternativen verteilt? durch instrumentelle Konditionierung (Zeit- und Energiezuwendung wird durch instrumentelles Lernen gesteuert)
  • Was besagt die Matching-Law zum Wahlverhalten? relative Verhaltens- oder Reaktionsrate eines Organismus wird nahezu mit der relativen Verstärkerrate übereinstimmen:  Verhaltensrate A  geteilt durch Verhaltensrate B = Verstärkerrate A geteilt durch Verstärkerrate B Prozedur: man stellt einem VT oder PBn in concurrent schedules Wahlalternativen zur Verfügung  Phänomen: VT oder PB verteilt sein Verhalten nach vielen Experimentalsitzungen relativ nach der Maßgabe der Verstärkerrate der Verstärkerpläne Beispiel Humanbereich: eine Person wird in einem Gespräch über Drogenmissbrauch von zwei Interaktionspartnern unterschiedlich oft verstärkt (verbal).Gemessen wurden Gesprächsanteile mit den jeweiligen Interaktionspartner: je mehr % des Gesprächs vom Interaktionspartner verstärkt wurden, desto größer die Zeit, die die VP mit dem Interaktionspartner verbringt
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  • Was versteht man unter Untermatching im Wahlverhalten? Anzahl der Reaktionen ist unterproportional zur Anzahl der Verstärker bzw. Präferenzen der VP gehen mehr in Richtung Indifferenz als es nach dem Matching-Gesetz der Fall wäre
  • Was versteht man unter Overmatching im Wahlverhalten? Anzahl der Reaktionen ist überproportional zur Anzahl der Verstärker (kommt seltener vor als Matching und Untermatching, wird aber vor allem beobachtet, wenn der Wechsel zwischen Verstärkerplänen hart bestraft wird (Tiere bleiben lieber beim besseren Plan, als die Strafe in Kauf zu nehmen))
  • Welchen Bias findet man als Abweichung von Matching? Organismus präferiert kontinuierlich eine der beiden Alternativen; VT reagiert also unabhängig von Verstärker häufiger auf eine der beiden Alternativen (kann durch viele unterschiedliche Faktoren entstehen)
  • Erläutern Sie das Matching als Erklärungstheorie für Wahlverhalten. nicht nur eine Beschreibung des Verhaltens in miteinander konkurrierenden Verstärkerplänen, sondern ein allgemeines Prinzip das erklärt, wie in allen möglichen Situationen Verhaltensalternativen ausgewählt werden (ein Tier kann also den Wert der Verstärkung einer Alternative schätzen und sein Verhalten an diesen Wert anpassen)
  • Erläutern Sie die Meliorationstheorie zum Wahlverhalten. Verfeinerung des Matching-Gesetzes; besagt, dass am Punkt des Matching die Kosten für jeden Verstärker bei beiden Alternativen dieselben sind - Individuuen investieren mehr Zeit in diejenige Alternative, die ihnen besser erscheint; wenn die Relationen nicht gleich sidn wird das Tier sein Verhalten zu derjenigen Alternative verlagern, die das höhere Verstärker-Reaktions-Verhältnis aufweist (Matching also nur bei gleichzeitigen VI-/VI-Plänen) - Alltagsrelevanz: Verstärkergabe sollte immer im Kontext beachtet werden: wir essen bei langeweile z.B. mehr als unter Ablenkung, weil der konkurrierende Verstärkerplan (Langeweile) keine Verhaltensalternativen beinhaltet und nicht, weil der Verstärkerwert des Essens sich erhöht hat
  • Erläutern Sie die Optimierungstheorie zum Wahlverhalten. Optimierung = Mechanismus der jedem Wahlverhalten zugrunde liegt; Matching tritt in manchen Situationen nur auf, weil es das optimale Verhalten ist - hier wichtig, sich nicht für einen besseren Verstärkungsplan zu entscheiden, sondern beide Verstärkungspläne so zu kombinieren, dass eine maximale Verstärkung resultiert (kann dem Matching entsprechen, das ist bei VI-VI-Plänen der Fall)
  • Welche Theorie erklärt Wahlverhalten besser, Optimierung oder Matching? zur Überprüfung: Wahlsituation herstellen, in der Matching und Optimierungstheorie andere Vorhersagen treffen (Kombination von Verstärkerplänen in sogenannten successive choice Plänen, bei denen die einzelnen Pläne mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit auftreten) -> VT zeigen Wahlmuster, die das Prinzip des Matching belegen
  • Bei welcher Art von Entscheidungen spielt Selbstkontrolle eine wichtige Rolle? Entscheidungen, die einen Konflikt zwischen kurz- und langfristigen Interessen hervorrufen, z.B. Vorlesung um 8 vs. schlafen in dieser Situation konkurrieren unmittelbar verfügbare Verstärker (Schlaf) mit geringem Wert mit später erhältlichen Verstärkern (gute Noten) mit höherem Wert Bringt man Menschen oder VT in diese Konfliktwahlsituation, entscheiden sie sich oft für den kurzfristig verfügbaren Verstärker
  • Was besagt die Ainslie-Rachlin-Theorie? subjektiver Wert eines Verstärkers steigt mit zunehmender Verstärkernähe, d.h. je länger der Abstand zum Verstärker desto geringer ist sein subjektiver Wert (unmittelbare Verfügbarkeit eines Verstärkers kann also seinen Wert erhöhen) Das Individuum wählt oft den Verstärker, der zum Zeitpunkt der Wahl den höheren Wert hat (impulsives Verhalten) und seltener den mit dem tatsächlich höheren Wert (Selbstkontrolle) Versuch mit Tauben (2 Sekunden warten auf 2 Sekunden Futter oder 6 Sekunden warten auf 6 Sekunden Futter vs. 20 Sekunden warten für 2 Sekunden Futter vs. 24 Sekunden warten für 6 Sekunden Futter) zeigt, dass die Wahl umso optimaler wird, je weiter im Voraus sie getroffen wird
  • Was versteht man unter Precomittment (Vorausverpflichtung)? Entscheidung muss zu einem frühen Zeitpunkt unumkehrbar getroffen werden, sodass wenn sich die Perspektive ändert und der Verstärker umittelbar zur Verfügung steht keine Änderung mehr möglich bzw. nur schwierig ist.
  • Wie ist das Wahlverhalten bei aversiven Reizen gekennzeichnet? FIndet eine Wahl zwischen zwei Bestrafungen statt Verstärkunge statt, kehrt sich das Verhalten um: Präferenz gilt dem verzögerten Schock mit höherer Intensität statt dem unmittelbar verabreichten Schock mit geringer Intensität
  • Welche Faktoren beeinflussen die Selbstkontrolle bei Kindern? - Sichtbarkeit der unmittelbaren Verstärker - Nachdenken über die Verstärker - Beschäftigung während der Wartezeit - Individuelle Unterschiede: IQ, Alter, Anwesenheit des Vaters, einfühlsame, kognitiv stimulierende Eltern-kleinkind-Interaktion - Beobachtungslernen -Schrittweise Erhöhen der Wartezeit
  • Nennen Sie Techniken zur Erhöhung der Selbstkontrolle - Precomittment - Varianten: nicht hungrig einkaufen, damit kalorienarm gekauft wird/ nur so viel Geld wie nötig einstecken, um Spontankäufe zu verhindern - Fristen setzen -Selbstverstärkung (Achtung vor Mogeln) - Fremdverstärkung - Bestrafung - Unmittelbaren Verstärkern keine Beachtung schenken - aber: selektives denken an langfristige Verstärker: Bsp. Bikinifigur am Kühlschrank
  • Erläutern Sie die Präferenz für Abwechslung im Wahlverhalten. Bervorzugen der Situationen, die mehr Auswahl bieten: dabei wird variable Verzögerung (1-19sek) einer festen Verzögerung (immer 10 Sek) vorgezogen und variable Verstärkungspläne werden ggü. festen präferiert (VI statt FI und VR statt FR)  Bevorzugung bleibt sogar bestehen, wenn diese nachteilig ist Erklärung: nur in variablen Situationen kann ab und zu auch unmittelbare Verstärkung stattfinden
  • Erklären Sie die Präferenz für riskante Alternativen. Menschen präferieren riskante Alternativen vor allem, wenn insgesamt wenig Verstärker vorhanden sind (Analog dazu gehen Menschen weniger Risiken ein, wenn sie einem Ziel nahe sind, das sie verlieren könnten)Glücksspielphänomen: keine langfristigen Gewinnchancen, trotzdem wird gespielt Erklärung: es besteht die potenzielle Möglichkeit unmittelbarer Verstärkung Tragödie der Allmende: eine Person trifft in einer Selbstkontrollsituation eine impulsive Wahl, die für die gesamte Gesellschaft schädlich ist
  • Nennen Sie einen klinischen Anwendungsbereich instrumentellen Lernens am Beispiel chronischer Schmerz. - wird beobachtbares Schmerzverhalten verstärkt, kann sich chronischer Schmerz entwickeln Mechanismen: medizinisches Personal als diskriminativer Stimulus, der Schmerzäußerungen auslöst; Medikamenteneinnahme als negative Verstärkung des Schmerzverhaltens Entgegenwirken: Medikamenteneinnahme erfolgt zeit- und nicht verhaltens-/schmerzkontingent; Medikamente nicht erst bei Schmerzmaximum einnehmen, konstantes Niveau an Schmerzmitteln ist besser als Schwankungen - Schmerzgeneralisierung: Reize (Sitzen, Stehen, Bücken, Gedanke daran), die mit Schmerz assoziiert waren oder werden, können zu konditionierten Stimuli werden, die bereits antizipatorisch Schmerz auslösen können (konditionierte Hyperalgesie)
  • Was versteht man unter sozialem Lernen? Beobachtungslernen, Handlungen anderer Menschen als Reize, die zu Verhaltesänderungen führen Vorhersage schwierig:- man kann nicht wissen, welche Situationsaspekte wahrngenommen werden- nur durch die Beobachtung kommt es noch nicht zur Verhaltenskopie- es gibt mehrere Möglichkeiten, ein Verhalten zu kopieren
  • Beschreiben Sie das Phänomen Imitation als Instinkt. Menschen haben angeborene Neigung, Verhalten zu imitieren (Säuglinge - Zungestrecken) Imitationsleistung fordert nur eine minimale Verarbeitung und erfolgt dementsprechend sehr schnell da allerdings nur geringe kognitive Ressourcen in Anspruch genommen werden, wird das Verhalten auch schlechter erinnert Common Coding: Wahrnehmung und Ausführung von Handlungen liegen dieselben Repräsentationen zugrunde, es gibt also eine direkte Verbindung zwischen Handlungs- und Wahrnehmungssystem
  • Beschreiben Sie die Imitation als operante Reaktion Dollard & Miller: Imitation bzw. Beobachtungslernen ist ein Spezialfall operanter Konditionierung - Verhalten der beobachteten Person fungiert als diskriminativer Hinweisreiz, Imitation bzw. Nicht-Imitation an den Tag zu legen, je nachdem, für welches Verhalten die Person bestärkt wird (Bei Dollard & Miller allerdings kein Erlernen neuer Verhaltensweisen)  - kognitive Erwartung des Verstärkers beeinflusst hier also das Verhalten - Imitationsverhalten = Dreifachkontingenz (nur, wenn alle 3 Bedingungen gegeben sind, was im Alltag häufig nicht der Fall ist): 1) Beobachtung des Verhaltens eines Individuums2) Kopieren der Reaktion3) Verstärkung des Verhaltens
  • Beschreiben Sie die Imitation als generalisierte operante Reaktion. -auch wenn nicht jede Situation im Alltag einer typischen Dreichfachkontingenz entspricht und das Lernen durch Imitation scheinbar auch ohne Verstärker stattfindet, kann das Generalisierungsprinzip helfen - Verstärkungsgeschichte (z.B. Verstärkung für richtiges Halten des Löffels) kann dazu führen, dass nicht nur die identische Reaktion, sondern auch dem ursprünglichen Verhalten ähnliche Verhaltensweisen imitiert werden (generalisierte Imitation)
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  • Beschreiben Sie das Bobo-Doll-Experiment (Bandura). Kinder beobachteten Erwachsene, die aggressiv eine Puppe attackieren; im Anschluss wird der Erwachsenea) für aggressives Verhalten positiv verstärktb) für aggressives Verhalten bestraftc) ohne Konsequenzen behandelt ist das Kind alleine im Raum, zeigen Kinder der Gruppe A aggressives Verhalten, d.h. die Konsequenzen, die das Modell erfährt, sind relevant Ist ein VL im Raum, der aggressives Verhalten verstärkt, zeigen alle Kinder gleichermaßen aggressives Verhalten, d.h. hier sind die Konsequenzen maßgeblich, die das Individuum selbst erfährt -> für das Erlernen von Verhalten mittels Beobachtung ist Verstärkung nicht notwendig, allerdings ist die Erwartung der Verstärkung für Verhaltensausführung relevant -> Widerspruch zur Theorie der generalisierte Imitation
  • Nennen Sie Faktoren, die bestimmen, ob Imitation auftritt. 1) Aufmerksamkeitsprozesse: Modell erhöht die Aufmerksamkeit des Beobachters für die Situation, es müssen die wesentlichen Merkmale eines Verhaltens beobachtet werden, damit das Verhalten später auch in seinen wesentlichen Punkten imitiert werden kann 2) Gedächtnisprozesse: relevante Merkmale der Beobachtungssituation müssen gespeichert werden, damit sie bei Bedarf wieder zugänglich gemacht werden können 3) Motorische Reproduktionsprozesse: allgemeines Wissen, das aus der Beobachtungssituation gewonnen wird, muss in ein koordiniertes Muster von Muskelbewegungen umsetzbar sein, d.h. das motorische Verhalten muss im Verhaltensrepertoire vorliegen 4) Anreiz- und Motivationsprozesse: mit dnen ersten 3 Prozessen können die Verhaltensweisen zwar erworben / gelernt werden, aber ohne den entsprechenden Anreiz, wie einen Verstärker oder dessen Erwartung, werden sie sich nicht im Verhalten widerspiegeln. Unterscheidung:a) Lernen: eigene Verstärkung ist für das Erlernen von Verhaltensweisen durch Beobachtung nicht notwendigb) Performanz: Erwartung der Verstärkung ist für die Ausführung des Verhaltens relevant -> vieles, was durch Beobachtung gelernt wurde, ist ggf. latent und zeigt sich noch nciht (direkt) im Verhalten (fehlende Performanz)
  • Nennen Sie Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit von Imitation beeinflussen. 1) Belohnungsstatus des Modells: je mehr Belohnung der Beobachtende in seiner indivduellen Lerngeschichte durch die Modellperson erlebt hat, desto eher imitiert er diese Person 2) Macht & Dominanz des Modells: je mehr Macht bzw. Dominanz das Modell über den Beobachtenden hat, desto eher gilt es als zu imitierendes Modell 3) Ähnlichkeit zwischen Modell und Beobachtendem: in Bezug auf Alter oder Geschlecht, Je ähnlicher das Modell dem Beobachtendem ist, desto eher wird das Modell auch imitiert 4) Geschlecht: Jungen, die aggressive Modelle beobachten, imitieren dieses Verhalten eher als Mädchen. Für die Bobo-Doll-Studie zeigt sich außerdem das vorangegangene Frustrationserfahrungen die Wahrscheinlichkeit der Imitation aggressiven Verhaltens erhöhten
  • Was versteht man unter echter Imitation? erfordert, dass ein Verhalten durch Nachahmung ausgeübt wird, das noch nicht im Verhaltensrepertoire des Individuums war; es darf also nicht darauf zurückzuführen sein, dass es früher z.B. verstärkt wurde (um auszuschließen, dass es auf einfachere Lernprozesse zurückzuführen ist) Beispiel (Kawai, 1965): Affen picken Körner, die sich im Sand befanden, einzeln heraus, bis ein Affe Sand und Körner ins Wasser wirft, sodass die leichten Körner oben schwimmen -> Imitation der anderen Affen
  • Beschreiben Sie den Zwei-Handlungen-Test zur Messung echter Imitation - Messung echter Imitation + Vergleich der Imitationsfähigkeit verschiedener Spezies - zwei VT werden entweder trainiert, einen Hebeldruck per Kopf auszuführen (VT1) oder ihn per Fuß auszuführen (VT2)- zwei naive VT A und B beobachten jeweils eins der beiden:- VTA beobachtet Tier 1 und zeigt eine Tendenz zu Hebeldrücken per KopfVT B beobachtet Tier 2 und zeigt eine Tendenz zu Hebeldrücken per Fuß - Vergleich Affen & Kinder: Kinder und Schimpansen beobachten einen Erwachsenen dabei, eine von 2 Techniken einzusetzen, um dien Plastikbehälter zu öffnen, der eine Belohnung enthielt: danach gebrauchen beide eher die Öffnungstechnik, die sie beobachtet hatten (Frequenz der Imitation ist allerdings bei Kindern höher als bei Schimpansen) -> Imitieren Kinder besser? - Schimpansen beobachten Menschen (können ggf. eher Artgenossen imitieren), Schimpansen wandeln Technik zwar ab, öffnen den Behälter aber schneller
  • Beschreiben Sie die Theorie der Perspektivübernahme der Imitation. im Humanbereich wird oft gefordert, dass höhere kognitive Fähigkeiten für die Imitation von Verhaltensweisen nötig sind Individuuen beschließen bewusst, ein Verhalten zu imitieren und stellen sich dann in der Position des Modells vor, um das Verhalten imitieren zu können Schwierigkeit dieser Theorie: auch Delfine und Affen zeien Imitationsverhalten, man kann aber nicht darauf schließen, dass eine Perspektivübernahme stattfindet
  • Was versteht man unter Emulation? Kopieren von Zielen oder auch Nacheifern - es wird ein Modell beobachtet, allerdings in der Testphase andere Wege eingeschlagen, um das Ziel zu erreochen (man lernt also etwas über die Welt und nicht das Modell) - in manchen Fällen: nicht zu entscheiden, ob wahre Imitation (also reine Kopie der Handlungen) vorliegt oder Emulation - wenn sich ein Individuum zwar nur das Ziel merkt, aber nur wenige Wege zum Erreichen des Ziels vorhanden sind, wird ein Individuum wahrscheinlich die gleiche Handlung einschlagen wie ein Modell, ohne diese direkt zu kopieren
  • Was versteht man unter Ansteckung (Contagion)? Beispiele für Ansteckung: Lachen, Gähnen, weinendes Baby im Flugzeug steckt andere Babys an - Verhaltensweisen werden aber nicht neu gelernt (Babys weinen schon im Uterus), sondern können stattdessen als unkonditionierte Reaktion angesehen werden
  • Was versteht man unter Beobachtungskonditionierung? - wird ein Gegenstand präsentiert, während ein Artgenosse dabei beobachtet wird, aggressive Verhaltensweisen zu zeigen, lernen die beobachtenden Vögel den harmlosen Gegenstand zu attackieren - auslösende Reize für das aggressive Verhalten sind also unterschiedlich - Erklärung: KK , wobei der Gegenstand als CS und das attackierende Verhalten des Modells als US miteinander gekoppelt werden, sodass das attackierende Verhalten des Beobachters von der UR eine CR wird
  • Was versteht man unter Reizverstärkung (stimulus enhancement)? -Modell lenkt die Aufmerksamkeit des Lernenden durch sein Verhalten auf ein bestimmtes Objekt oder eine Stelle in der Umgebung, sodass der Lernende ein neues Verhalten schneller lernt  - wenn diese Aufmerksamkeitssteuerung den Lernenden zu ähnlichen Handlungen bewegt, heißt das noch nicht, dass der Lernende das Modell imitiert (Personen handeln einfach deswegen gleich, weil ihre Aufmerksamkeit auf dieselben Dinge gerichtet ist) - Beispiel:Taube, die einen Sturzflug zum Futter macht, wird von anderen gefolgt, da diese durch den Sturzflug das Futter wahrnehmen (Reizverstärkung funktioniert speziesübergreifend)
  • Was versteht man unter social transmission? soziale Weitergabe von Informationen, auch soziale Erleichterung genannt - Erwerb eines neuen Verhaltens durch Erfahrungen mit Anderen, oder die Beobachtung Anderer beim Ausüben des Verhaltens - Beispiel: Kaffeeautomat nimmt Geld und gibt keinen Kaffee, Nachfolger wirft kein Geld ein - soziale Transmission ist in allen Kulturen zu beobachten und es lassen sich verschiedene Formen unterscheiden
  • Beschreiben Sie die soziale Transmission von Nahrungspräferenzen und -aversionen. Prozedur: eine demonstrier-Ratte erhält nach einem Nahrungsentzug Futter mit Lachs- vs. Cola-Geschmack; Ratte trifft für 10 Minuten mit einer Beobachter-Ratte aufeinander, sodass diese dem Atem der Demonstrier-Ratte ausgesetzt ist Phänomen: Beobachterratte präferiert wenn sie die Wahl hat, das Futter mit dem Geschmack, den die Demo-Ratte in ihrem Atem hatte Phänomen lässt sich auch für die Entwicklung von Nahrungsaversionen beobachten, wenn Ratten die negativen Effekte vergifteter Nahrung beobachten konnten - aktive Instruktion: bei Menschen kann das Phänomen der Informationsweitergabe über den Atem abgewandelt werden (Über Sprache vermitteln Menschen aktiv und bewusst Informationen)
  • Was versteht man unter sozialer Konformität? Tendenz, das Verhalten der Gesamtgruppe anzunehmen - Kulturelle Unterschiede wie Sprache und Kleidung können durch diese Art des Lernens erklärt werden - soziale Konformität hat einerseits eine schützende Funktion, hindert allerdings gleichzeitig das Erlernen neuer Verhaltensweisen Beispiel: Fluchtwege bei Fischen: Nachdem sie darauf dressiert worden waren, einen bestimmten Flcuhtweg in einem Gitternetz zu wählen, benutzen sie keinen zusätzlich neu eröffneten Fluchtweg. Tiere, die die so handelnden Artgenossen beobachteten, wählten auch nur den ersten Fluchtweg (obwohl sie nicht darauf dressiert worden waren)
  • Beschreiben Sie Konsequenzen von Gewaltdarstellung in den Medien. - exzessive Darstellung von Gewalt in den Massenmedien ist ein öffentliches Gesundheitsrisiko (fördert gewalttätiges Verhalten), Studien wurden v.a. durch Bobo-Doll in Gang gesetzt - Korrelative Daten: Umfang von gewalthaltigen Fernsehsendungen die Grundschulkinder sehen, hängt mit deren Aggressivität im Jugendalter und ihrer Kriminalität als Erwachsene zusammen - Frage bleibt offen: verursachen Medien Gewalt oder beobachten und imitieren Medien die Gewalt in der Welt? - experimentelle Studie: Ansehen kurzer gewalthaltiger Filme ruft eher aggressives Verhalten in dafür "angemessenen" Situationen hervor als das Ansehen gewaltfreier Filme (dabei: bereits gereizte Kinder verhalten sich noch aggressiver als nicht gereizte -> Vermutung: Interaktion Persönlichkeitsvariablen und situativen Bedingungen) - andere Studie: männliche Studenten, die einen gewaltvollen Sexfilm gesehen hatten, zeigten eher die Bereitschaft einer provokativen Frau einen Schock zu verabreichen als männliche Studenten, die einen Gewalthaltigen Film ohne Sexszenen gesehen hatten Kritik: nur kurze Einwirkung des Filmes, ggf. erhöhen Filme das Aktionsniveau an sich; gewalthaltige Filme könnten auch positive Effekte haben (allerdings kaum untersucht: Wunsch Feuerwehrmann, Arzt oder Polizist zu werden); in gewalthaltigen Filmen gibt es gewaltfreie Helden, die ebenso als Vorbild dienen können; Vorsicht zur Wirkrichtung! (aggressionsbereite Personen könnten sich vor allem Medieninhalte aussuchen, die gewalthaltige Themen haben) - Ergebnisse des national Institute for mental health: Kinder, die viele gewalthaltige Sendungen sehen, sind.... weniger sensitiv für das Leiden anderer... ägnstlicher... schneller aggressiv
  • Was sind neurobiologische Korrelate von Imitation? - Visuelle Hypothese: Erinnerung an wahrgenommene Handlung wird in kortikalen Arealen abgebildet - Korrespondenzhypothese oder "direct matching hypothese": Erinnerung an Bewegungsabfolgen werden in den kortikalen Arealen abgespeichert, die Bewegung kortikal repräsentieren; Beobachtung einer Bewegungsabfolge aktiviert automatisch die selben neuronalen Systeme, die zum Ausführen der Bewegung notwendig wären (Hypothese sinnvoll, weil Nachahmung beinhaltet, dass das Gehirn visuellen Input in korrespondierende motorische Muster umwandeln kann) - Spiegelneuronen: wurden erstmals im Cortex eines Affen identifiziert, bilden neuronale Verbindung zwischen sehen und tun, da sie sowohl bei der Ausführung von Handlungen als auch während der visuellen Beobachtung dieser Handlungen aktiv feuern - Basisprozedur im Humanexperiment: Messung der cerebralen Aktivität unter verschiedenen Bedingungen (a: Beobachtung einer Aktion, die jemand anders ausführt; b: Imitation einer Aktion, die jemand anders ausgeführt hat; c: Durchführung einer Bewegung, die angeordnet wurde (instruierte Handlung)) ; dabei: Spiegelneuronen schneinen das Basissystem für Imitation darzustellen; ABER: bei Ratten mit Läsionen m Kleinhirn: keine Imitation (neuronale Mechanismen der Imitation also nicht eindeutig)
  • Beschreiben Sie die hippocampale Encodierung sozial weitergegebener Nahrungsvorlieben. - bei Hippocampusläsionen zeigt sich, dass die AUsbildung von Nahrungsvorlieben durch soziale Transmission reduziert oder verhindert wird (insbesondere, wenn die Läsion unmittelbar nach der Beobachtung passiert) - außerdem hat die Schädigung cholinerger Neuronen des basalen Vorderhirns einen Einfluss auf die soziale Transmission
  • Beschreiben Sie klinische Perspektiven der Imitation am Beispiel Autismus. Symptome von Autismus: Unfähigkeit, normale soziale Beziehungen mit anderen Personen einzugehen; Störungen in der Entwicklung kommunikativer Fähigkeiten; stereotypes, sich wiederholendes motorisches Verhalten; kognitive Störungen; verzögerte Sprachentwicklung und auch sogenannte Echolalie: Wiederholen von Wörtern und Sätzen, die die autistischen Menschen bei anderen beobachtet und gehört haben - Imitationsdefizite bei Autisten: keine reliablle Imitation anderer (allerdings Erkennen, dass sie selbst imitiert werden), insb. erschwerte Imitation von Nonsense-Handlungen; keine Perspektivübernahme; Schwierigkeiten bei der Imitation von Handlungssequenzen - Asperger-Syndrom: Patienten zeigen langsamere Reaktionen beim Imitieren von Mimik und Gestik, d.h. sue beginnen erst später mit der Imitation und benötigen mehr Zeit, um sie abzuschließen (involvierte Strukturen sind der visuelle, audititve, frontale und motorische Cortex sowie das Broca-Zentrum) - Schädigung des Frontallappens: bei Patienten ist automatische Imitation zwar möglich, allerdings haben sie Schwierigkeiten Imitation auf Aufforderung durchzuführen -Studie (Brass, 2003): Patienten mit einer Frontallappenschädigung schneiden bei einer Fingerhebeaufgabe schlechter ab als Gesunde und posterior Geschädigte.