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Allgemeinpsychologie (Wolfradt) MLU...befindet sich im Aufbau (Fach) / Wahrnehmung (Vorlesungsskripte und Altklausurfragen) (Lektion)

Was sind die biologische Grundlagen für die Wahrnehmung? Wie funktioniert die optische und die akustische Wahrnehmung? Wie ist die Wahrnehmung organisiert? Welche Wahrnehmungstäuschungen gibt es? Wie interpretieren wir Wahrnehmungsinhalte?

Diese Lektion wurde von runforpsycho erstellt.

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  • Warnehmung ist ein Prozess, bei dem... ...Sinnesrezeptoren und das Nervensystem Reizenergien aus der Umwelt empfangen und als sensorische Informationen dargestellt werden.
  • Was passiert mit den sensorischen Informationen bei der Wahrnehmung? Sie werden organisiert und interpretiert und ermöglichen es uns auf diese Weise bedeutungsvolle Gegenstände und Ereignisse zu erkennen.
  • Der Prozess der Wahrnehmung läuft grob wie folgt ab: 1. Sinnesrezeptoren und Nervensystem erhalten Reize aus der Umwelt 2. Stellen diese als sensorische Informationen dar 3. Diese Informationen werden organisiert und interpretiert 4. Erkennen von bedeutungsvollen Gegenständen und Ereignissen wird möglich
  • Wahrnehmung umfasst die Prozesse... ...die die Informationen die im Abblid enthalten sind strukturieren. Sie werden so interpretiert, als ob sie durch Objekte/ Eregnisse in der externen Welt hervorgerufen werden. Diese Prozesse liefern die zusätzlichen Ebenen der Interpretation. Als Folge können wir sicher durch unsere Umwelt navigieren
  • Der Wahrnehmungsprozess ist ein... ...Stufenprozess, der in zwei Richtungen ablaufen kann: 1. TOP-DOWN (konzeptgesteuert) 2. BOTTOM-UP (datengesteuert)
  • Was passiert bei dem TOP-DOWN- Prozess (Wahrnehmungsprozess)? KONZEPTGESTEUERT: 1. Mentale Prozesse (Erwartungen, Wissen, Gedächtnis, Sprache, Motivation) 2. Identifikation/ Wiedererkennen 3. Perzeptuelle Organisation (kohärentes Zusammenfügen von Informationen)
  • Was passiert bei dem BOTTOM-UP-Prozess (Wahrnehmung)? DATENGESTEUERT 1. Stimulation durch die Umwelt 2. Empfindung (durch sensorische Prozesse) 3. Perzeptuelle Organisation (Kohärentes Zusammenfügen von Informationen)         Organisation, Tiefe der Empfindung und Konstanz spielen wichtige Rolle 4. Identifikation/ Wiedererkennung         wird beeinflusst durch mentale Prozesse (Erwartungen, Vorwissen, Motivation)
  • Die Psychophysik fragt nach... ...welche Beziehungen zwischen physikalischen Reizen und dem Verhalten oder dem mentalen Erlebnis, das durch diese Reize hervorgerufen wird bestehen.
  • Die Reizmenge entscheidet darüber... ...ob ein Reiz wahrgenommen wird oder nicht. Um einen Reiz wahrzunehmen bedarf es einer Mindeststimulation.
  • Die Mindeststimulation... ...ist nötig, um einen Reiz überhaupt wahrzunehmen.
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  • Was sagt die Signaldeckungstheorie (SET) aus? Trifft Vorhersagen, wie und wann das Vorhandensein eines schwachen Reizes (Signal) unter Hintergrundstimulation wahrzunehmen ist. Die Signalwahrnehmung ist abhängig von der Erfahrung, den Erwartungen, der Motivation und dem Grad der Müdigkeit der jeweiligen Person.
  • Die Wahrnehmung ist abhängig von... ...der Erfahrung, den Erwartungen, der Motivation und dem Grad der Müdigkeit der jeweiligen Person.
  • Mit dem Begriff Unterschiedschwellen wird... ...der kleinste Unterschied zwischen zwei Reizen bezeichnet, den man gerade noch als solchen wahrnehmen kann.
  • Altklausurfrage: Was besagt die Signaldeckungstheorie in der wahrnehmungspsychologie: A. ein schwacher Reiz muss mit Hintergrundstimulation entdeckt werden B. ein starker Reiz muss mit Hintergrundstimulation entdeckt werden C. ein schwacher Reiz muss ohne Hintergrundstimulation entdeckt werden D. keine der genannten Antworten A. ein schwacher Reiz muss mit Hintergrundstimulation entdeckt werden Signalentdeckungstheorie (SET): Vorhersage, wann ein schwacher Reiz unter Hintergrundstimulation wahrgenommen wird. Abhängig von Erfahrung, Erwartung, Motivation und Grad der Müdigkeit
  • Das Weber´sche Gesetz ist die Regel, nach... ...der sich zwei Reize (Standardreiz und Vergleichsreiz) um einen konstanten minimalen Prozentsatz unterscheiden müssen, damit der Unterschied wahrgenommen wird. ACHTUNG: Unterschiedschwelle nicht konstant; ist vom Ausgangsreiz abhängig; geht also um das Verhältnis zwischen Ausgangsreiz und Vergleichreiz!!! Bsp.: Stell Dir vor, Du kommst in einen Raum, der durch 10 Kerzen beleuchtet ist. Wenn Du nun eine 11. Kerze anzündest, dann kannst Du den Helligkeitsunterschied wahrscheinlich noch gut wahrnehmen. Sind es aber am Anfang 100 Kerzen und Du machst die 101. Kerze an, dann ergibt sich wahrscheinlich kein Helligkeitsunterschied (Beispiel von von Galanter, 1962). Ernst Heinrich Weber war der Erste, der entdeckte, dass die Unterschiedsschwelle nicht konstant ist, sondern vom Ausgangsreiz abhängig ist (1834).
  • Bei der subliminimalen Wahrnehmung liegt die Wahrnehmung... ...unter absoluten Wahrnehmungsschwelle Bsp: Unbekannte chinesische Schriftzeichen wirken bei Betrachtung freundlicher, wenn ihnen ein kurz eingeblendetes, aber nicht wahrgenommenes lächendelndes Gesicht vorausging anstatt eines mürrischen.
  • Unter sensorischer Adaption versteht man... ...die verminderte Empfindlichkeit gegenüber Reizen aufgrund konstanter Stimulation. (Anpassung) Bsp.: Im Schwimmbad erscheint einem die Wassertemperatur erst kalt; nach dem man sich adaptiert hat, kommt einem das Wasser deutlich wärmer vor.
  • Transduktion ist der Prozess... ...bei dem unsere Sinnsysteme Reizenergie in Nervenimpulse umwandelt. Dadurch werden neuronale Botschaften geschaffen, die unser Gehirn weiterverarbeiten kann.
  • Der Transduktionsprozess läuft folgendermaßen ab: 1. Reizsystem wandelt Reizenergie in Nervenimpulse um 2. Entsehen von neuronalen Botschaften 3. Weiterverarbeitung durch das Gehirn
  • 4 wichtige Bestandteile des Auges sind... ...die Iris ...die Pupille ...die Linse ...Retina (Netzhaut)
  • Die Iris... ...reguliert die Lichtmenge, die durch die Pupille einfällt.
  • Die Linse... ...bündelt die Lichtstrahlen zu einem scharfen Bild (Akkomodation) auf der Retina (Netzhaut)
  • Was passiert im Auge, wenn Licht einfällt? 1. Lichteinfall durch die Pupille 2. Iris reguliert die einfallende Lichtmenge 3.Linse bündelt die Lichtstrahlen zu einem scharfen Bild (Akkomodation/ Anpassung) 4. Auf der Retina (Netzhaut) entsteht ein scharfes Bild "Auf Schlau": Distaler Reiz ausgelöst durch ein physikalisches Objekt führt zu Proximalen Reiz. Es entsteht ein Retinales Abbild
  • Unter Konvergenz versteht man... ...die Drehung der Augäpfel auf einen Fixationspunkt. Möglichkeit Objekte durch drehen der Augen zu fixieren; Augen stehen dabei nicht parallel zu einander, sondern im Konvergenzwinkel.
  • Welche Ursachen können Fehlsichtigkeit des Auges haben? 1. Augapfel zu lang: Kurzsichtigkeit 2. Augapfel zu kurz: Weitsichtigkeit
  • Die Zapfen in der Netzhaut sind verantwortlich für... ...das Scharfsehen ...das Farbsehen
  • Die Stäbchen sind verantwortlich für... ...das Schwarz- Weiß- Sehen ...den Hell- Dunkel- Kontrast
  • Fotorezeptoren sind... ...die Stäbchen und Zapfen im Auge.
  • Was passiert, wenn Licht auf die Retina (Netzhaut) trifft? 1. Licht stimuliert die Fotorezeptoren (Stäbchen und Zapfen) 2.Diese leiten über chemische Veränderungen neuronale Impulse zum Sehnerv (auf blinden Fleck)
  • Visuelle Informationen werden verarbeitet, indem... ...Impulse über den Thalamus an den visuellen Kortex weitergeleitet werden.
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  • Bei der visuellen Informationsverarbeitung werden parallel... ...mehrere Aspekte eines Objektes/ Problems gleichzeitig verarbeitet. Bsp.: Ein Vogel wird gleichzeitig in Form, Farbe, Bewegung und Tiefe wahrgenommen.
  • Die Dreifarbentheorie ist von... ...Helmholtz und Young.
  • Die Gegenfarbentheorie ist von... ...Hering.
  • Altklausurfrage: Was besagt die Dreifarben- Theorie von Helmholtz und Young? A. Gegenfarben werden im Thalamus gehemmt B. Über die Zapfen der Retina werden farben kombiniert C. Über Stäbchen der Retina werden Farben gehemmt D. Keine der genannten Antworten ist richtig B. Über die Zapfen der Retina werden Farben kombiniert Dreifarbentheorie (Helmhotz/ Young): Auf der Retina (Netzhaut) befinden sich die Rezeptoren (Zapfen) für die drei Grundfarben. Die Stäbchen in der Retina steuern Schwarz- Weiß und Hell- Dunkel.
  • Altklausurfrage: Welche Theorie der visuellen Wahrnehmung erklärt die "Rotgrünblindheit? A. Gegenfarbentheorie B. Dreifarbentheorie C. Spektraltheorie D. Keine der genannten Antworten ist richtig B: Dreifarbentheorie Dreifarbentheorie (Helmholtz/ Young): Auf der Retina (Netzhaut) gibt es Rezeptoren (Zapfen) für die drei Grundfarben (Rot, Grün, Blau) Durch Kombination der Zapfen ergeben sich andere Farben (zBsp. Gelb).
  • Die Dreifarbentheorie von Helmholtz und Young besagt, dass.. ...es auf der Retina (Netzhaut) Rezeporen (Zapfen) für die Grundfarben (Blau, Rot, Grün) gibt. Durch die Kombination der Zapfen ergeben sich andere Farben (zBsp. Gelb) "Auf Schlau": Es handelt sich um subtraktives oder additives Farbmischen.
  • Altklausurfrage: Was versteht man unter retinaler Querdisparation? A. Reduzierung der Lichtmenge bei Eigenbewegung B. Umwandlung der Lichtenergie in Nervenimpulse C. Verminderte Reizempfindlichkeit aufgrund Konstanter Stimulation D. Keine der genannten Antworten ist richtig D.: Keine der genannten Antworten ist richtig Retinale Querdisparation: Tiefenwahrnehmung Da die Augen ca. 6cm auseinanderliegen entstehen leicht unterschiedliche Bilder auf beiden Netzhäuten. Dies lässt Rückschlüsse auf die relative Entfernung von Objekten zu. Die Versetzung der Bilder wird vom visuellen System als räumliche Tiefe in einer dreidimensionalen Welt interpretiert.
  • Die retinale Querdisparation ist verantwortlich für... ...die Tiefenwahrnehmung Da unsere Augen auseinanderliegen, sehen wir mit beiden Augen unterschiedliche Bilder. Der Unterschied wird vom visuellen System als räumliche Tiefe einer dreidimensionalen Welt interpretiert. Dadurch können wir Rückschlüsse auf die relative Entfernung von Objekten machen.
  • Die Gegenfarbentheorie von Hering beagt, dass... ...auf der Retina nur die Impulse einer Farbe in den Thalamus geleitet werden, während gleichzeitig ihre Gegenfarbe gehemmt wird Bsp.: Sehtestbilder (die mit den vielen kleinen bunten Pünktchen) Ein grünliches Rot, ein gelbliches Blau oder ein weißliches Schwarz ist nicht möglich
  • Farbkonstanz meint die Fähigkeit des visuellen Systems... ...die Körperfarbe eines Gegenstandes unverändert wahrnehmen zu können, auch wenn sich die spektrale Zusammensetzung der Beleuchtung wechselt und damit auch die wahrgenommene Farbe des Gegenstandes verändert erscheint. Bsp.: Obwohl Erdbeeren unter einer sehr warmen- gelbstichigen Beleuchtung orange ausehen und bei einer kühlen-blaustichigen Beleuchtung eher lila, können wir sie weiterhin als Rot identifizieren.
  • Die Frequenztheorie besagt, dass bei tiefen Tönen... ...die Anzahl der übertragenen Nervenimpulse der Frequenz des Tones entspricht.
  • Die Ortstheorie besagt, dass... ...die Tonhöhe der Erregung eines bestimmten Ortes der Basilarmembran der Kochlea entspricht. Bedeutsam für hohe Töne
  • Die Ortstheorie ist bedeutsam... ...hohe Töne.
  • Die Frequenztheorie trifft Aussagen über... (Wahrnehmung) ...tiefe Töne.
  • Altklausurenfrage: Bei der akustischen Wahrnehmung von tiefen Tönen ist folgende Theorie einschlägig A. Ortstheorie B. Frequenztheorie C. Differenztheorie D. Keine der genannten Alternativen ist richtig B.: Frequenztheorie Frequenztheorie Die Anzahl der übertragenen Nervenimpulsen entspricht der Frequenz eines Tones.
  • Als Tiefenwahrnehmung bezeichnet die Fähigkeit... ...Gegenstände in drei Dimensionen sehen zu können, obwohl sie auf der Retina (Netzhaut) nur zweidimensional abgebildet werden. Ursache: Retinale Querdisparation; ermöglicht uns relative Entfernungen abzuschätzen.
  • Altklausurenfrage: Was besagt das Weber´sche Gesetz? A. zwei Reize müssen sich um eine feste konstante Größe unterscheiden B. zwei Reize müssen sich um einen konstanten minimalen Prozentsatz unterscheiden C. keine der genannten Altrnativen ist richtig B.: zwei Reize müssen sich um einen konstanten minimalen Prozentsatz unterscheiden Weber´sches Gesetz: Regel, nach der sich zwei Reize (Standardreiz und Vergleichsreiz) um einen konstanten minimalen Prozentsatz (Verhältnis nicht feste konstante Größe) unterscheiden müssen, damit der Unterschied zwischen beiden wahrgenommen werden kann.
  • Was versteht man in der Wahrnehmungspsychologie unter Bewegungsparallaxe oder relative Bewegung? A. je näher ein Objekt, um so langsamer scheint es sich zu bewegen B. je näher ein Objekt, um so schneller scheint es sich zu bewegen C. keine der genannten Antworten ist richtig B.: je näher ein Objekt, um so schneller scheint es sich zu bewegen Relative Bewegung (Bewegungsparallaxe): Bei Eigenbewegung scheinen sich unbewegliche Objekte der Umgebung ebenfalls zu bewegen. Je näher ein Objekt dem Betrachter ist, um so schneller scheint es sich zu bewegen. Bsp.: Zugfahrt. Die Häuser und Bäume außerhalb des Zuges scheinen sich ebenfalls zu bewegen. Am langsamsten "bewegen" sich die Häuser am Horizont; am schnellsten "bewegen" sich die Bäume, die direkt an den Gleisen wachsen.
  • Die Wahrnehmungskonstanz besagt, dass... ...Objekte unverändert (konstant) wahrgenomen werden, auch wenn sich die Beleuchtung und die retinalen Bilder verändern. Bsp.: Eine geschlossene und eine offene Tür sehen völlig verschieden aus, trotzdem können wir sie konstant als die selbe Tür erkennen.
  • Wenn man von Ponzo- Täuschung spricht, meint man, dass... ...entfernte Objekte mit dem gleichem Retinabild als größer empfunden werden. Bsp.: Auf einem Bild, dass eine Landschaftsflucht oder eine Tunnelflucht zeigt, wird die abgebildete Person als deutlich größer empfunden, die sich weiter oben und somit "weiter hinten" befindet, auch wenn beide Abbildungen exakt gleich groß sind.