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Er un Ver (Fach) / Leitbilder (Lektion)
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- Definition „Verbraucherpolitische Konzeption“ & Einordnung des Begriffs Verbraucherleitbild in diesen Zusammenhang Gedankliches und längerfristig gültiges Leitblid einer anzustrebenden Wirtschaftsgestaltung in Hinblick auf verbraucherpolitische Fragestellungen Konsistentes System von Zielen, ordnungspolitischen Grundsätzen und Methoden, die den wirtschaftspolitischen Entscheidungsträgern als Orientierungsrahmen dienen und rationale Entscheidungen erleichtern Muss kompatibel mit gesamter wirtschaftspolitischer Konzeption sein Historische Entwicklungszusammenhänge als auch Rahmenbedingungen (internat. Verpflichtungen) berücksichtigenn Basis für politisches Handeln Ziel der Politik langfristige und kohärente Orientierung zu geben,aber zukunftsoffen für Weiterentwicklungen. Verbraucherleitbilder in diesem Zusammenhang: An der Marktmacht der Konsumenten/Produzenten orientierte Positionen Leitbild: Konsumentensouveränität- Ordoliberale Konzeption- (Liberales Wettbewerbs- und) Informationsmodell- Modell der Wettbewerbs- und Konsumfreiheit Leitbild: Konsumfreiheit- Das Gegenmachtmodell Leitbild: Produzentensouveränität- Partizipatorisch- emanzipatorischer Ansatz Nicht an der Marktmacht der Konsumenten/Produzenten orientierte Positionen Leitbild vom verantwortungsvollen Konsumenten
- Problematik und Grenzen der Verwendung von Verbraucherleitbildern im Rahmen der Verbraherpolitik Unterstellung eines absolut unmündigen, fast schon pathologisch dummen & fahrlässig unaufmerksamen Durchschnittsverbrauchers Problem: Definition des Durchschnittsverbrauchers; Was ist der Durchschnitt?
- Darstellung unterschiedlicher Konzeptionen der Verbraucherpolitik sowie deren Instrumente Ordoliberale Konzeption 1940er/ 1950er Jahre Leitbild: Konsumentensouveränität Verbraucher steuert durch sein Nachfrageverhalten die Produktion optimale Bedürfnisbefriedigung wird erreicht Menschenleitbild ist der ‚homo oeconomicus‘ =>vertraut auf die Leistungsfähigkeit des Marktes Ordnungsleitbild: vollständige Konkurrenz staatliche Maßnahmen nur im Hinblick auf die Sicherung des Wettbewerbs, weitere sind überflüssig oder schädlich=>Wettbewerbspolitik als einzige Verbraucherpolitik Kritik: Unrealistische Prämissen Annahme des homo oeconomicus Zunehmende Produktvielfalt und -differenzierung z.T. bedingt durch Globalisierung führen zu unüberschaubaren Märkten. Dies erschwert es Verbrauchern ausreichende Markttransparenz zu erlangen (notwendige (Bedingung für informierte Entscheidungen zwischen Wahlmöglichkeiten). Zunehmende Komplexität vieler Güter und Dienstleistungen (u.a. wachsender Technologiegehalt), erschwert die Beurteilung des Preis-/Leistungsverhältnisses und der anfallenden Gebrauchs-, Nutzungs-und Entsorgungskosten. Die Informationen der Anbieter sind häufig unvollständig und einseitig (economics of concealment).Annahme der vollkommenen Konkurrenz auf den Märkten Annahme der vollkommenen Konkurrenz auf den Märkten Zunehmende Konzentration auf der Anbieterseite (Fusionen,Globalisierungsstrategien). Hohe mit Exit verbundene Transaktionskosten
- Darstellung unterschiedlicher Konzeptionen der Verbraucherpolitik sowie deren Instrumente Liberales Wettbewerbs- und Informationsmodell 1960er JahreLeitbild: Konsumentensouveränität Auch hier Menschenleitbild:homo oeconomicus Marktversagen durch Kartelle und Monopole sowie Informationsdefizite (letztere auf Seiten der Verbraucher höher) Verbraucher in unterlegenen Position =>Verbraucherpolitik:Wettbewerbspolitik + Verbraucherinformationspolitik!Marktkontrolle sowie Informationsrechte der Verbraucher, beziehungsweise Informationspflichten der Anbieter
- Darstellung unterschiedlicher Konzeptionen der Verbraucherpolitik sowie deren Instrumente Modell der Wettbewerbs- und Konsumfreiheit Beginn der 1980er JahreLeitbild: Konsumentensouveränität Interventionsskeptisch und marktoptimistisch Wettbewerb im Vordergrund Unterschied zu anderen marktoptimistischen Ansätzen: Kritik am neoklassischen Gleichgewichtsmodell Wettbewerb evolutionärer Prozess, wo temporäre Ungleichgewichte erwünscht sind Verbraucherpolitik:Wettbewerbspolitik (Privatisierung, Abbau staatlicher Monopole), Informationspolitik (Ausdehnung von Warentests; privates Angebot von Informationen); Entbürokratisierung ...
- Darstellung unterschiedlicher Konzeptionen der Verbraucherpolitik sowie deren Instrumente Partizipatorisch-emanzipatorisher Ansatz 70er Jahre (Wuppertaler Gruppe)Leitbild: Produzentensouveranität Herrschaft des Anbieters Marktwirtschaftskritische Konzeption Umgestaltung des marktwirtschaftlichen Systems Dieser „ex- ante -Ansatz“ setzt auf Diskurs, Verbraucherräte in den Betrieben, bürgernahe Planung, Bedürfnisforschung, aber auch auf direkte Intervention, Investitionslenkungen und Verstaatlichung =>Verbraucherpolitik nach Umsetzung wird unnötig Gemeinsamkeit mit der entgegengesetzten Konzeption der reinen Wettbewerbspolitik Ursprünglich kaum politischer Einfluss Gewinnt in modifizierter Form an Bedeutung(Konsumentenbeiräte in Unternehmen; Ethikräte–Unternehmensdialoge mit Verbraucherorganisationen) Kritik: Verbrauchererziehung und-bildung Wissensvermittlung auch in Hinblick auf eigene Bedürfnisse beinhaltet auch die Gefahr der Manipulation Durchsetzung einer Bedürfnisskala bedingt die Gefahr der Freiheitseinschränkungen, da individuelle Bedürfnisse nicht von einer der Mehrheit dienenden Bedürfnisskala abgedeckt werden müssen. Widerspruch: Triebkraft für das Konzept ist die Abstellung der Manipulation der Bedürfnisse durch die marktwirtschaftliche Ordnung und die Herausarbeitung des "wahren" Verbraucher Interesses Gleichzeitig werden Menschen durch eine von Bedürfnisskalen gesteuerte Produktion bevormundet. Lösung der Koordinationsprobleme bleiben offen hohe Organisationskosten bei diesem basisdemokratischen Ansatz hohes Konfliktpotential ( u.a. Property Rights, Haftung, Risikobeteiligung )
- Darstellung unterschiedlicher Konzeptionen der Verbraucherpolitik sowie deren Instrumente Modell der Nachhaltigkeit Ende des Milleniums.nVorläufe Diskurse in den 80er Jahren zum ‚politischen‘, ‚qualitativen‘ bzw. ‚ethischen‘ Konsum Leitbild: Nachhaltiger Konsum (ethisch verantwortlicher Verbraucher lenkt die Wirtschaft über seineNachfrage auf ökologische Angebote hin) Intensive Diskussion um unterschiedliche Konzepte, insbes. Effizienz- Konzept: Beibehaltung des Ziels der Wohlstandsmaximierung und Erhöhung der Ressourceneffizienz Suffizienz-Konzept: Neben Erhöhung der Ressourceneffizienz auch Konsumverzicht =>Verbraucherpolitik: Gestaltung der Rahmenbedingungen, dass durch die Nachfrage neben individuellen auch gesamtwirtschaftliche Interessen gestützt werden Konsumenten beraten, informieren und motivieren (Effizienz und Suffizienz) Strukturwandel dahingehend beeinflussen, dass Konsumenten Optionen für suffizientes Handeln ermöglicht werden Nachhaltigkeit Zeitperspektiven Nachhaltigkeit Ausgleich zwischen den heute lebenden Menschen („intragenerativ“) Ausgleich zwischen der heute und zukünftig lebenden Menschen („intergenerativ“) Dimensionen der Nachhaltigkeit Ökologie \ Ökonomie -- > Ausgleich zwischen diesen drei Dimensionen Soziales /
- Leitbild: Konsumentensuveränität Der Konsument kann im Rahmen der ihm zur Verfügung stehenden Mittel, frei gemäß seiner Präferenzstruktur entscheiden, welche Güter er in welchen Mengen kauft =>Ziel = Nutzenmaximierung D.h. die Beurteilung der individuellen Nutzenniveaus obliegt den Individuen selbst Konsumentensouveränität bezeichnet somit die Freiheit von Konsumenten, allein zu entscheiden, wie sie ihre individuellen Bedürfnisse befriedigen wollen. Unsichtbare Hand bringt Eigennutz und Gemeinwohl in Übereinstimmung
- Leitbild: Konsumfreiheit Das Leitbild der Konsumfreiheit umfasst zwei Freiheitsbegriffe: die Freiheit, aus mehreren angebotenen Alternativen im Rahmen derdurch das verfügbare Einkommen begrenzten finanziellen Mittel nach eigenem Entschluss auszuwählen. die Freiheit, von äußeren Zwängen weitgehend unabhängig das Recht auf Selbst- und Mitbestimmung auch im Konsumbereich zu verwirklichen. Die Wahlfreiheit der Verbraucher auf die der Markt reagiert setzt ebenfalls auf Wettbewerb, berücksichtigt aber Beschränkungen der Konsumfreiheit. Wechselspiel zwischen Verbraucherbedürfnissen und Herstellerinteressen, wobei letztere durch den Wunsch nach Gewinnmaximierung gelenkt werden Beschränkungen der Konsumfreiheit äußere Beschränkungen grenzen den Raum ab, in dem der Konsument seine Wahlfreiheit ausüben kann, u.a. durch Verbraucher ist den Anbietern aufgrund von Monopolen, Kartellenund Informationsasymmetrien unterlegen innere Beschränkungen liegen im Konsumenten selbst, d.h. erverfügt nur über begrenzte Fähigkeiten, um die eigenen Bedürfnisse zu erkennen, Informationen über Güter zur Bedürfnisbefriedigung zu gewinnen und diese zu Kaufentscheidungen verarbeiten zu können
- Leitbild: Produzentensouveränität Unterlegene Stellung der Konsumenten in der marktwirtschaftlichen Ordnung Angebote dienen den Interessen der Anbieter Anbieter initiieren ‚künstliche‘ Bedürfnisse z.B. durch Werbung es herrscht ungleiche Machtverteilung zugunsten der Anbieter Ökonomische Macht und finanzielle Potenz steht einer zersplitterten Verbraucherschaft gegenüber Konsumenten rein reaktive Rolle (keine Gegenmacht) Forderung: Beteiligung der Verbraucher an den Produktionsentscheidungen (Verbraucherräte); ex-ante Direktsteuerung der zukünftigen Investitionen durch Verbraucherräte Feststellung der „echten“ Verbraucherbedürfnisse; Orientierung der Produktion an den echten Verbraucherbedürfnissen. Verbrauchererziehung bzw. - bildung damit Verbraucher an politischen Entscheidungsprozessen teilnehmen kann; Wahrnehmung eigener Bedürfnisse
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- Leitbild: Traditionelles Verbraucherleitbild in deutschen Rechtsprechung Schutzbedürftiger Verbraucher??? Leitbild des flüchtigen, unkritischen Verbrauchers, der sich allenfalls oberflächlich und unreflektiert mit der Werbebotschaft der Anbieter auseinander setzte. Kritik: Leitbild unterstellt einen ‚absolut unmündigen, fast schon pathologisch dummen und fahrlässig unaufmerksamen Durchschnittsverbraucher‘.
- Leitbild: Europäisches Verbraucherleitbild: Mündiger Verbrauccher??? durchschnittlich informierte, verständige und situationsadäquat aufmerksame Verbraucher Zu berücksichtigen sind soziale, kulturelle und sprachliche Faktoren. Gruppenspezifische Beurteilung, wenn eine Geschäftspraktik an eine bestimmte Gruppe adressiert ist Durchschnittliches Mitglied dieser Gruppe (z.B. Kinder,Ältere Menschen) als Durchschnittsverbraucher Seit 2008: Grundlage auch des deutschen Rechts