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Theatergeschichte (Fach) / Das Theater der Antike (Lektion)
Teil 2
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- Tragödie als ursprüngliches Theaterstück der Antike -> nicht zum Lesen, sondern zum Anhören und Anschauen gedacht Unterschied zu anderen Literaturgattungen: visuelles Element (Joachim Latacz)
- Feste Tragödienform? (Aristoteles-Zitat) "Die Tragödie hielt inne, sobald sie ihre Natur erreicht hatte."
- Quellen des Antiken Theaters? - Archäologisches Material: Theaterbauten, Bildmaterial - Schriftliches Material: Historische Berichte, Poetik des Aristoteles, Didaskalien, Dramentexte: - Tragödie (Aisychlos, Sophokles, Euripides)- Komödie (Aristophanes, Menander)- Satyrspiel (Euripides) - Aristoteles Poetik: Tragödie + Komödie aus improvisatorischem Ursprung des Dithyrambos & der Phallus-Lieder entstanden
- Theater-Politik Ursprunglich Dionysus-Kult (Frauenkultdienst, Tanz, das Irrationale)-> entwickelt zur Festpolitik des Peisistratos (ab 546 v. Chr.)-> Kultreform (Kontrolle durch Institutionalisierung)-> Regierungsziel: Identifikation aller mit den Ideen der Polis -> Institutionalisierung der Großen Dionysien durch Peisistratos
- Was ist ein Agon? Wettkampf der Dichter/Regisseure, Chöre, später Schauspieler -> erster Tragödienagon 534 v. Chr. (Thespis führt erste Tragödie auf)- Archon wählt Dichter aus und ernennt Choregen (Kultursponsor, finanzielle Belastung aber Ehre)
- Was ist ein Choregen Kultursponsor der Dionysos-Feste
- Etymologie Drama dran = tundrama = Handlung TragödieKomödieSatyrspiel
- Merkmale der Tragödie - "gute und in sich geschlossene Handlung" "in anziehend geformter Sprache" "Nachahmung von Handelnden" -> Aristoteles- soll Jammer (eleos) und Schaudern (phobos) hervorrufen und hierdurch Reinigung (katharsis) von diesen Gemütszuständen hervorrufen Wirkungsziel: "tragödienspezifische Lust Wirkungsmittel: Sprache, Gesang, Tanz, Gestik, Äußerer und inner Aufbau der Tragödie
- Etymologie der Tragödie tragos = Bock ode = Gesang
- Was ist die älteste erhaltene Tragödie Die Perser von Aischylos von 472 v. Chr.
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- Wie ist die äußere Form der Tragödie? - Prologos: vor Einzug des Chors- Parodos: Einzug des Chores - Epeisodion: Teil zwischen Chorliedern (Schauspieler- und Schauspieler-Chor-Partien)- Stasimon: Standlied des ChorsExodos: Auszug des Chors
- Wie ist die inner Form der Tragödie? Inhalt: Mythos, Zeitgeschehen Ablaufdynamik:- Schürzung des Knoten (desis)Wende von einem Zustand zu einem anderen (metabasis)- Unglücksfall (Pathos)- Umschlag ins Gegenteil (Peripetie)- (Wieder-)Erkennung (Anagnorisis)- Lösung des Knotens (lysis)
- Was war die Funktion des Chors im antiken Drama? formal: strukturierendes Element inhaltlich:- Mitspieler (eigenständiger Charakter)- Sprachrohr des Dichters (Überzeugungen, Interpretationen)- reines Instrument (Reaktionen stellvertretend für Publikum, erzählt Vorgeschichte, etc.)
- Wie ist der Ablauf der Großen Städtischen Dionysien und wann finden diese statt? Zeitpunkt: März/April 2 Tage vor Festbeginn: Proagon Vorabend des Festes: Einholen der Dionysus-Statue 1. Festtag: Pompe (Prozession), Dithyramben-Konkurrenz, Politisches Selbstdarstellung Athens, Komos (Festtrubel) 2. Festtag (5 Komödien) 3.-5. Festtag: je eine Tetralogie (3 Tragödien + 1 Satyrspiel) 5. Festtag: Preisverleihung durch Jury zwei Tage nach Festende: Volksversammlung mit Rechenschaftslegung der Fest-Verantwortlichen
- Kostüme des griech. antiken Theaters Tragödie: farbiges, bis an die Knöchel reichendes Gewand, weitere Ärmel Komödie: Chiton, Somation (an Bauch und Gesäß, Phallus aufgepolsterter Anzug)für Chor aufwändige Kostüme wie Wolken/Tiere
- Masken des griech. antiken Theaters erst Schminkmasten aus Bleiweiß später abnehmbare Masken aus Leinen/Tierhäuten -> Unterschiede nach Stellung, Geschlecht, Alter etc.-> ermöglicht schnellen Rollenwechsel (max. 3 Schauspieler)
- Dionysosbauten #yo Lykurgischer Bau aus dem 4. jhd. vor Chr. (erstes Steintheater) Orchestra (Tanzplatz): enge räuml. Verbindung von Theater und kultischem Bereich zu Beginn: Aufführugen auf der Agora Zuschauertribüne aus Holz (ikria) Bestandteile: Parodoi, Prohedrie, Mechane, Ekklyma, Theologeion, Paraskenien, Logeien THAT'S WHERE THE ACTION TAKES PLACE
- Merkmale eines Satyrspiels? Satyrn: Mischwesen Mensch + Tier mit Bocksattributen 4. Teil der Tetralogien einzig erhaltenes Satyrspiel: Kyklops des Euripides Funktion: emotionale Entspannung (leichte Stoffe) spielt meist in freier Natur Chor: satyrgestaltige Tänzer -> derb-heitere Sprache Inhalt: unkomplizierter, optimistischer Blick auf menschliches Leben, nicht ironisch oder kritisch sondern einfach als Abwechslung von schweren Themen der Tragödie -> wechselseitige Vertiefung von Tragödie + Satyrspiel durch extreme Kontrast
- Merkmale einer Komödie? komos = ausgelassener Umzug Aufführung im Rahmen der Lenäen und Großen Dionysien oft derbe, skatologische Sprache
- Phasen verschiedener Komödien und deren Merkmale? - Altattische Komödie (ab 486 v. Chr.) Utopie, Parodie, Travestie Politische Satire Namentliches Verspotten führender Staatsmänner, Philosophen, Dichter und Götter oft derbe, skatologische Sprach - Mittlere Komödie (ab ca. 400 v. Chr.)- Neuattische Komödie (ca- 320-120 v. Chr.) Typenkomödie Säkularisierung und Entpolisierung Zentrum: bürgerliche Familie
- Wie ist die Äußere Form der Komödie? Prologos = vor Einzug des Chors Parodos = Einzug des Chores Agon: Rededuell Parabase: Selbstdarstellung des Chores Epeisodion: teil zwischen Chorliedern Stasimon: Standlied des Chores Exodus: Auszug des Chores
- Wie unterscheiden sich Komödie und Tragödie? durch Agon (Rededuell) und Parabase (Selbstdarstellung des Chores), die nur in der Komödie vorhanden sind
- Aischylos und sein Theater? 525-456 v. Chr. Formal: 2. Schauspieler eingeführt Schauspieler -> Handlungsträger Reduktion der Chorfunktion Inhaltlich: Verbundenheit mit Politik (Perser) Tragödie: pol. Dichtung + Reflexionsinstanz Tragödien: Die Perser Sieben gegen Theben Hiketiden Die Orestie (einzig erhaltene Trilogie) Die gefesselte Prometheus
- Sophokles und sein Theater? 496-406 v. Chr. Formal: Einführung des 3. Schauspielers Reduktion der Chorlieder Erhöhung der Choreuten von 12 auf 15 Einführung der Skenographie Inhaltlich: kaum Bezugnahme auf Politik geprägt vom Geist seiner Zeit (Selbstbestimmung tragischer Konflikt im Inneren des Helden -> Wille der Götter ist menschlich unbegreiflich Werke: Trögödien (Antigone, König Ödipus, Elektra, Philoktet, Ödipus auf Kolonos, Aias)
- Was ist Skenographie? Bühnen- oder Szenenmalerei (geht auf Sophokles zurück)
- Euripides und sein Theater? (285-406 v. Chr.) Formal: Entwertung der Orchestra Dramatische Ereignisse auf die Skene (Holzhütte am Rand) verlagert Inhaltlich: Chronist des pol. und geistigen Verfalls der Polis Geistiger hintergrund: Sophist (kein obj. Wahrheitsbegriff) Werke: Tragödien: Medea, die Bakchen, Hippolytos, Alkestis, Herakles, Elektra, Iphigenie in Aulis Satyrspiel: Kyklops
- Aristophanes und sein Theater? ca. 440er-385 v. Chr. Inhatlich: Kritik an Athener Kriegspolitik Namentliches Verspotten Satire, Utopie, Parodie Behandlung versch. Diskurse(pol. literar, philosoph.) Vielfach Tierchöre Abstrakta als Konkreta dargestellt Werke: Komödien: Acharner, Ritter, Wolken, Frieden, Vögel, Lylistrate, Frösche, Plutos (???)
- Was sind die Grundmerkmale des antiken Theaters? Ortsgebundenheit: geschlossene Struktur des theatron Innenstruktur zwingt zu bestimmter Rezeptionshaltung Anlassgebundenheit: Theateraufführungen finden während Dionysusfesten statt Bedingt durch Bewusstsein des Autors für Festspielhaftes der Aufführungenssituation & Einmalikgeit der Werkrealisation Wettbewerbsgebundenheit: Dionysosfeste unterliegen staatl. Verwaltung + Organisation Teilnahme für Dramatiker große Ehre + hohe Gewinnquelle Qualitätsanspruch (Stücke müssen Agon bestehen) Kriterien: künstlerische Perfektion, Unterhaltungswert, Bezug zur gesamtgesellschaftlichen Situation Mittelgebundenheit: sächliche Mittel: Theaterraum & Ausstattung (Instrumente, Kostüme, Maske, Requisite, Skenographie) personelle Mittel/Akteure: Choreuten, Einzelschauspieler, stumme Akteure, Musiker
- Warum fand das klassisch-antike Theaters en Ende? politischer Verfall der Polis Ende 5. Jhd. v. Chr: Kapitulation Athens im Peleponnesischen Krieg - >Tragödientheater verliert Basis Neuentwicklung: Schauspielkunst, Bühnenmusik, Skenographie -> Theater betont Unterhaltungscharakter und Schaueffekte Römische Antike: Zeit der Komödie (basiernd auf neuattischer Komödie)
- Was gibt es für Beispiele für Inszenierung von griech. antiken Theaterstücken in der Gegenwart? z.B. - Dimiter Gottscheff: Die Perser (2007) - Theatercombinat: Perser (2009