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Tag15 (Fach) / Prolaktinom (Lektion)

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Diese Lektion wurde von sari_0211 erstellt.

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  • Epidemiologie Geschlecht: ♀>♂ (etwa 5:1)Alter: Häufigkeitsgipfel im 30.-50. LebensjahrDas Prolaktinom ist der häufigste endokrin aktive Hypophysentumor (40%)! Hypophysentumoren machen 10% aller intrakraniellen Tumoren aus!
  • Klassifikation Mikroprolaktinom (ca. 70%) Tumorgröße <1 cm Ø in Kombination mit einem Prolaktinspiegel im Serum <200 ng/ml Makroprolaktinom (ca. 30%) Tumorgröße >1 cm Ø in Kombination mit einem Prolaktinspiegel im Serum >200 ng/ml
  • Pathophysiologie Prolaktin ist ein Hormon des Hypophysenvorderlappens und bedingt u.a. eine Laktation und ein Wachstum der weiblichen Brust während der Schwangerschaft. Bei einem Prolaktinom ist die Prolaktinausschüttung unphysiologisch erhöht, welches z.B. zu einer Galaktorrhoe führen kann. Des Weiteren führt Prolaktin zu einer Hemmung der pulsatilen Ausschüttung von LH und FSH mit nachfolgend verminderten Testosteron- und Östrogenspiegeln, wodurch es zu einem hypogonadotropen Hypogonadismus kommen kann. Bei progredientem Wachstum des Prolaktinoms sind auch tumorwachstumsbedingte Einschränkungen, wie z.B. Gesichtsfeldausfälle, zu verzeichnen.
  • Klassifikation Mikroprolaktinom (ca. 70%) Tumorgröße <1 cm Ø in Kombination mit einem Prolaktinspiegel im Serum <200 ng/ml Makroprolaktinom (ca. 30%) Tumorgröße >1 cm Ø in Kombination mit einem Prolaktinspiegel im Serum >200 ng/ml
  • Symptome/Klinik Durch verdrängendes Wachstum des Tumors Kopfschmerz durch meningeale ReizungDruck auf Chiasma opticum mit bitemporaler Hemianopsie (Scheuklappenphänomen) und Visusminderung Geschlechterspezifische Symptomatik ♀Galaktorrhö, Libidoverlust, erniedrigte Östrogenspiegel Sekundäre Amenorrhö durch Anovulation Atrophisches Endometrium und VaginalatrophieEvtl. Osteoporose ♂Libido- und PotenzverlustSeltener: Gynäkomastie, evtl. mit Galaktorrhö  Es kann in Folge eines Prolaktinoms zu einer Hypophysenvorderlappeninsuffizienz kommen!
  • Diagnostik Anamnese: Medikamentenanamnese (antipsychotika) Klinische Chemie:Repetitive Bestimmung des basalen Prolaktinwertes  (Bei permanenten Prolaktinwerten >200 ng/ml im Serum ist fest von einem Prolaktinom auszugehen. Sollten sich die Ergebnisse nicht reproduzieren lassen, muss eine intensivere Diagnostik betrieben werden.)Prolaktin-Stimulationstest (Nach Gabe von Metoclopramid (Aufhebung der Hemmung der Prolaktin-Sekretion) oder des physiologischen Stimulators TRH werden die Prolaktinkonzentrationen gemessen): Kommt es nicht zu einem Anstieg der Prolaktin-Spiegel, ist ein Prolaktinom sehr wahrscheinlich. Bildgebung: MRT (Lokalisationsdiagnostik: Kompression der A. carotis interna und von Nerven möglich(Z.B. des N. oculomotorius oder der oberen Trigeminusäste ), alternativ CT Weitere Diagnostik: Kontrolle anderer Hypophysenfunktionen, ophthalmologische Untersuchung, Ausschluss Niereninsuffizienzund Hypothyreose 
  • DD Andere Ursachen für eine Prolaktinämie Physiologisch: Schwangerschaft, taktile Stimulation der Mamillen (v.a. Stillen) Medikamente Dopamin-Antagonisten: Metoclopramid, Haloperidol (Antipsychotika) Supraselläre Tumoren: Bildung/Transport des Dopamins im tuberoinfundibulären System gestört("Entzügelungshyperprolaktinämie") Schwere primäre Hypothyreose: Senkung von T3/4↓ → TRH↑ (TRH bewirkt als Prolaktin Releasing Hormone → Prolaktin↑) Formen der fokalen Epilepsie: Unmittelbar nach Temporallappenanfall durch Nähe zum Hypothalamus. Der Prolaktinspiegel fällt eine Stunde nach dem Anfall wieder ab. Dopamin hemmt Prolaktin (Prolactin inhibiting factor, PIF) - TRH hingegen stimuliert u.a. Prolaktin (Prolactin Releasing Hormone)!!!!!!
  • Therapie-Medikamentös Dopamin-D2-Agonisten (Bromocriptin, Quinagolid, Cabergolin) Führt in 95% der Fälle zu einer Normalisierung des Serumprolaktins und einer Verkleinerung des Adenoms. Auch bei Gesichtsfeldausfällen zunächst medikamentöser Therapieversuch Rückbildung von Gesichtsfeldausfällen möglich - bei frustraner medikamentöser Therapie ist eine Operation indiziert.
  • operative Therapie Transsphenoidale oder transfrontale operative Entfernung des Prolaktinoms bei fehlendem Ansprechen oder Unverträglichkeit der DopaminagonistenBestrahlung bei aggressiven Tumoren, die auf eine maximale medikamentöse und/oder operative Therapie nicht ansprechen (wird nur noch selten durchgeführt)
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