23

Wertorientiertes Risikomanagement (Fach) / Kapitel 4: Risikoinventur (Lektion)

1. Grundlegendes zur Risikoinventur 2. Prozess der Risikoinventur 3. Quantifizierung operationeller Risiken 4. Exkurs: Das Wertkettenmodell von Porter 5. Methoden der Risikoidentifikation (Prozessketten, FMEA, Fehlerbaumanalyse, Abweichungsanalyse, Delphi Methode) 6. Klassifizierung von Risiken 7. Grenzen der Risikoidentifikation 8. Gesetzliche vs. Betriebswirtschaftliche Anforderungen

Diese Lektion wurde von bolle erstellt.

Lektion lernen

Anzeige
  • Was ist der Ansatz der Risikoinventur? Nutzen von Expertenwissen aus einzelnen Unternehmensbereichen oder externen Spezialisten.
  • Was ist das Ziel der Risikoinventur? Entwicklung eines bereichsübergreifenden Risikoverständnisses und bildung einer risikoorientierten Unternehmenskultur Zusätzliche Gewinnung von quantitativen und qualitativen Daten über Risikoausmaße und Gefährdungspotential
  • Was sind Einschränkungen der Risikoinventur? Da die Ergebnisse i.d.R. auf subjektiven Einschätzungen von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadensmaß beruhen, müssen Kalkulationen nicht der Realität entsprechen.
  • Welche 3 Schritte gibt es beim Prozess der Risikoinventur? Vorbereitung Durchführung und Auswertung Dokumentation
  • Wie muss die Risikoinventur vorbereitet werden? Personelle, organisatorische, finanzielle und zeitliche Planung der Inventur Welche Risiken sollen aus welchen Unternehmensbereichen untersucht werden? Welche Methoden sollen eingesetz werden? Müssen methoden vorher getestet oder angepasst werden? Welche Personen verfügen über das nötige Fachwissen um die Bereiche zu untersuchen?
  • Wie sieht die Durchführung und Auswertung der Risikoinventur aus? Strukturierte Self Assessments zur Identifizierung der kritischen faktoren und Modellierung von Szenarien durch Gruppenmitglieder Mitglieder können MA aus diversen Unternehmensbereichen und Ebenen sein, ebenso können auch externe Berater oder Mitarbeiter aus der internen Revision hinzugezogen werden. Risiken werden erhoben und Verständnisfragen geklärt um eine gemeinsame fachliche Grundlage für das weitere Vorgehen zu schaffen Unabhängige Analysen und anonyme Bewertung durch die Mitglieder anhand von definierten Kriterien Abschließend folgen Diskussionsrunden zur Analyse der Bewertung, einem Risiko-Ranking und zur Erarbeitung von bereichsübergreifenden Lösungsstrategien
  • Wie kann die Dokumentation der Risikoinventur genauer beschrieben werden? Die Ergebnisse der Untersuchung und die zu treffenden Maßnahmen werden dokumentiert Inventur in regelmäßigen Abständen wiederholen Damit Maßnahmen aus Vorperioden zu Risikobehandlung auf Erfolg geprüft werden können, sollten die Daten vergleichbar bleiben Ermüdungserscheinungen auf Grund von Wiederholungen können dazu führen, dass Risiken nicht kritisch genug bewertet werden
  • Wie kann die Quantifizierung operationeller Risiken erfolgen? Top-Down Bottom-Up
  • Wie kann die Top-Down-Quantifizierung operationeller Risiken genauer beschrieben werden? Risiken werden auf Gesamtunternehmensebene identifiziert --> Allokation auf Geschäftsbereiche
  • Wie kann die Bottom-Up-Quantifizierung operationeller Risiken genauer beschrieben werden? Untersucht Ursachen von Risiken auf Geschäftsbereichebene und Einzelprozessebene --> Aggregation auf Gesamtebene
  • Anzeige
  • Wie ist die Vorgehensweise beim Top-Down-Ansatz? Daten der Top-Down Ansätze basieren auf Gesamtunternehmensebene und Brachenebene Risiken werden auf der Gesamtunternehmensbene identifiziert und ihre Wirkungen auf kleinere Unternehmensienheiten untersucht Ermöglicht Überblick über die Gesamtrisiken des Unternehmens
  • Wie ist die Vorgehensweise beim Bottom-Up-Ansatz? Beschreibt die Beziehung zwischen ursachen und Wirkung auf Geschäftsbereichebene und Einzelprozessebene Es erfolgt eine präzise Analyse bestehender Prozesse und deren kausale Zusammenhänge Identifizierte Risiken werden daraufhin getrennt nach Geschäftsbereich und Risikokategorie bewertet Risikoaggregation dezentral auf Geschäftsbereichebene sowie zentral auf Gesamtebene
  • Was ist die Grundidee vom Wertkettenmodell von Porter? Aus wertschöpfungsbezogenen Tätigkeiten können Wettbewerbsvorteile entstehen.
  • Wie kann das Wertkettenmodell von Porter genauer beschrieben werden? Analytisches Instrument zur Untersuchung möglicher Wettbewerbsvorteile eines Unternehmens Grundidee ist, relevante Tätigkeiten zu identifizieren, in dem das Unternehmen Vorteile gegenüber der Konkurrenz besitzt Unterscheidung der Aktivitäten hinsichtlich des Endproduktes in primäre (z.B. Herstellung, Vertrieb etc.) und sekundäre Tätigkeiten (Prozesse die zur Aufrechterhaltung der primären Tätigkeiten dienen)
  • Wie kann das Wertkettenmodell auf die Risikoidentifikation übertragen werden? Aufsplitterung der primären und sekundären Tätigkeiten in Einzelaktivitäten zur Identifizierung von vorrangigen Prozessen Durch Aufsplitterung lässt sich erkennen, welche Organisationseinheiten am Teilprozess beteiligt sind und zwischen welchen Prozessen Koordinationsbedarf besteht und welche mit potentiellen Risiken behaftet sind.
  • Nenne die Methoden der Risikoinventur. Ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK) FMEA (Failur Mode and Effect Analysis) Fehlerbaumanalyse Abweichungsanalyse Delphi Methode Kennzahlen Risikochecklisten Szenario-Technik
  • Wie kann eine EPK genauer beschrieben werden? stellt Zusammenhänge, Abhängigkeiten und Kooperationsbedarf zwischen einzelnen Funktionen dar Kernprozesse und Ineffizienz, die Risiken bergen können, lassen sich besser aufdecken
  • Wie lassen sich Risiken mit EPK erkennen? Nach der Erstellung der EPK sollten Gespräche mit verantwortlichen Personen des Bereichs geführt werden, da diese fundiertes Wissen bezüglich störanfälliger Prozesse und möglicher interne und externer Risikoquellen haben. Anschließend können identifizierte Risiken in den Bewertungsprozess eingehen
  • Was sind Vorteile der EPK? Vollständiges, verständliches Bild der Unternehmensprozesse Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge sind schnell ersichtlich EPK nimmt selbst kleine oder für unwichtig eingestufte Prozesse mit auf, die bei anderen Untersuchungsmethoden nicht mit aufgenommen werden
  • Was ist das Prinzip der FMEA? Expertenteams setzen sich zusammen und suchen potentielle Fehlermechanismen Identifizierte potentielle Fehler werden bewertet hinsichtlich: Eintrittswahrscheinlichkeit, Schwere der Auswirkung, Entdeckungswahrscheinlichkeit vor dem Einsetzen der Auswirkung Multiplikation der einzelnen Werte zur Risikoprioritätszahl (RPZ)
  • Wie wird die RPZ berechnet? RPZ = Eintrittswahrscheinlichkeit * Auswirkung * Entdeckungswahrscheinlichkeit
  • Wie ist die Vorgehensweise bei der Fehlerbaumanalyse? Der auftretende Fehler wird duch mehrstufige Analysen zu seinen Ursprüngen zurückverfolgt.
  • Was ist das Ziel der Fehlerbaumanalyse? Fehlerentstehungsprozess auf elementare Ereignisse detaillieren, deren Eintrittswahrscheinlichkeiten aus Statistiken bekannt sind Anschließend kann die Gesamteintrittswahrscheinlichkeit des Ereignisses auf oberster Ebene bestimmt werden