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Psychologie (Fach) / Psycho 9 (Lektion)
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- „Nachhaltigkeit“ und „nachhaltige Entwicklung“ „…nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält"
- Zwillingsforschung • Differenzierung zwischen eineiigen (EZ) und zweieiigen (ZZ) Zwillingen • EZ: 100% identische Gene • ZZ: 50% identische Gene • Umwelten von EZ und ZZ sind (weitgehend) identisch Der besondere Fall, dass die EZ getrennt aufwachsen, wird für die Forschung genutzt. Die Zwillinge verfügen über identische Anlagen, wachsen aber in unterschiedlichen Umwelten auf. Die Methode ist nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung, da es sehr wenige Fälle gibt.
- Adoptionsforschung Bei adoptierten Kindern liegt der Fall vor, dass keine genetische Übereinstimmung zu den Stiefgeschwistern oder Stiefeltern vorliegt, jedoch die Umwelten von Adoptivkindern und deren Stiefgeschwistern (weitgehend) gleich sind. Auch diese Methode ist nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. Der Begriff „gleiche Umwelt" ist vorsichtig zu benutzen, da Eltern ihre Kinder nicht gleich behandeln.
- Additives Modell 40% Umwelt - 60%Anlage
- multiplikatives Modell Interaktion zwischen Anlage- und Umweltfaktoren • Forschungsfrage: –nicht: wie groß ist der Einfluss der Anlage, wie groß ist der Einfluß der Umwelt? –sondern: auf welche Art und Weise wirken Anlage und Umwelt bei der Entwicklung zusammen? „Es gibt keine Entwicklung ohne Erbanlagen, […]. Erbanlagen brauchen für ihre Entwicklung eine geeignete Umwelt, […]."
- Zusammenfassung: Befunde aus der Anlage-Umwelt-Interaktionsforschung •substantieller genetischer Einfluss auf IQ, Einstellungen, Werthal-tungen, Big Five (Neurotizismus, Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, Offenheit für Erfahrung) •Erbe und Umwelt sind jedoch NICHT als prinzipiell voneinander unabhängige Einflussfaktoren zu verstehen: aktive, reaktive & passive Genom-Umwelt-Kovarianz
- Aufmerksamkeit •Ziele der Aufmerksamkeitszuwendung sind die Wahrnehmung der Umwelt, Gedanken und Gefühle sowie des eigenen Verhaltens •Aufmerksamkeit ist essentiell bei gezielten Lernprozessen; dabei gilt die Konzentration als Maß für die Intensität •wichtige menschliche Fähigkeit: Selektion relevanter Anteile aus der unendlichen Menge an einströmenden Informationen, um effektiv handeln zu können(selektive Aufmerksamkeit)
- selektive Aufmerksamkeit •„Selektive Aufmerksamkeit bezeichnet die kognitiven Fähigkeiten, die eine Teilmenge sensorischer Reize höheren Prozessen der Kontrolle von Denken und Handeln zugänglich machen." (Ansorge & Leder, 2011, S.15) •Prozesse, „mit denen wir Informationen, die für aktuelle Handlungen relevant sind, selektieren bzw. irrelevante Informationen deselektieren"
- Drei-Stufen-Modell des Gedächtnisses •verschiedene Erfahrungen und Informationen werden in unterschiedlichen Komponenten des Gedächtnisses gespeichert •das menschliche Gedächtnis besteht aus drei Komponenten: –Sensorisches Register (SR) –Kurzzeitgedächtnis/Arbeitsgedächtnis (KZG/AG) –Langzeitgedächtnis (LZG)
- sensorisches Register •Ultrakurzzeitgedächtnis •hält (alle!) einkommende Informationen für kurze Zeit fest präattentiv •sehr schneller Verfall (wenige Sekunden; differenziert nach Sinnesmodalitäten) •geringer Teil wird für die Weiterverarbeitung ausgewählt; „berlebenswichtige" Reize werden zuerst bearbeitet •Hauptfunktion: Ausrichten der Aufmerksamkeit
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- Arbeitsgedächtnis •aktive Verarbeitung: Informationen werden zeitweilig aufbewahrt, manipuliert, kombiniert, transformiert und weitergeleitet (Bezug zum LZG) •eng begrenzte Speicherdauer; eng begrenzte Speicherkapazität (Stichwort: Chunking) •Speicherform: sensorisch
- Langzeitgedächtnis •organisiertes Wissen •dauerhaftes Speichersystem; quasi unbegrenzte Speicherkapazität •Speicherform: semantisch •Formen des LZG, die unterschiedliche Arten von Informationen speichern –deklaratives Gedächtnis –non-deklaratives Gedächtnis
- deklaratives Gedächtnis (explizit) •Speicherung von Tatsachen und Ereignissen, die bewusst wiedergegeben werden können •beinhaltet das semantische Gedächtnis allgemeines Faktenwissen, Weltwissen •beinhaltet das episodische Gedächtnis Ereignisse und Tatsachen aus dem eigenen Leben
- non-deklaratives Gedächtnis wichtiger Teilbereich: prozedurales Gedächtnis (implizit) •Erinnerung daran, wie Dinge getan werden (Fertigkeiten, Handlungen) - durch Übung •schwer zu lernen und schwer zu vergessen •Inhalte können ohne Bewusstsein das Verhalten beeinflussen (Gehen, Radfahren, Tanzen usw.)
- Entwicklungsaufgaben vorgegebene Anpassungs- und Bewältigungsschritte in der Auseinandersetzung mit inneren und äußeren Anforderungen (physisch, psychisch, sozial) in bestimmten Lebensabschnitten
- körperliche Entwicklung •Pubertät = Zeit der beginnenden Geschlechtsreife –hat sich in den letzten 100 Jahren zeitlich deutlich nach vorne geschoben: Menarche (durchschnittlich 12,8 Jahre) und Spermache (13,4 Jahre) –Scherenentwicklung: körperliche und kognitive Reife von Jugendlichen: „Heute werden Jugendliche geschlechtsreif, lange bevor sie als Erwachsene angesehen werden." (Flammer & Alsaker, 2002, S. 76) •vorausgehender Hormonschub, der Stimmungsschwankungen verstärkt und eine 2-jährige Phase intensiven körperlichen Wachstums auslöst •Entwicklung primärer Geschlechtsorgane (Fortpflanzungsorgane und äußere Genitalien) •Entwicklung der sekundären Geschlechtsorgane (Brüste der Mädchen, Barthaare, tiefere Stimme, Scham- und Achselhöhlenbehaarung)
- kog. Entwicklung - Jugend •verstärkte kognitive Leistungsfähigkeit –Fähigkeit zum abstrakten Denken –Fähigkeit zu systematischem Denken nach formal-logischen Regeln –damit einhergehend: verstärktes Hinterfragen von Meinungen, Normen, Regeln
- soziale Entwicklung - ausgewählte Entwicklungsaufgaben im Lebenslauf •Identität entwickeln •Autonomie entwickeln; nicht Ablösung oder völlige Unabhängigkeit, doch höheres Maß an Selbstständigkeit •Umgang mit Konflikten (typischerweise mit den Eltern) •Aufbau von Beziehungen zu Gleichaltrigen; Entwicklung des Konzepts und der Qualität von Freundschaften •Akzeptanz der eigenen körperlichen Erscheinung •Genese eigener Werte- und Moralvorstellungen
- Erwachsenenalter •Altern als lebenslanger Prozess •Lebenserwartung steigt –1950 = 49 Jahre –2009 = Lebenserwartung für Jungen 77,4 und für Mädchen 82,6 Jahre •steigende Lebenserwartung in Verbindung mit sinkender Geburtenrate = zunehmender Altenquotient •Relevanz für Arbeitsleben und Altersvorsorge
- körperliche Entwicklung •verlangsamte Teilung der Körperzellen •Einschränkungen –Abnahme der Entfernungswahrnehmung und des Geruchssinns –Reduktion der Muskelkraft, der Reaktionszeit und der Ausdauer –Destabilisierung des Immunsystems (bspw. Anfälligkeit für lebensbedrohliche Krankheiten wie Krebs; RKI, 2005) –teilweise Verringerung neuronaler Prozesse •Hypothese: Selektionsdruck auf Gene reduziert sich nach der Fortpflanzungszeit
- kog. Entwicklung •Längsschnittstudien: Intelligenz ist bis zu einem sehr späten Zeitpunkt im Leben stabil •aktuelle Erkenntnislage –tendenzielle Abnahme der fluiden Intelligenz (Fähigkeit, schnell und abstrakt zu denken) im späteren Erwachsenenalter –tendenzieller Zuwachs der kristallinen Intelligenz (gesammeltes Wissen und Ausdrucksfähigkeit) im späteren Erwachsenenalter
- soz. Entwicklung •Lebenszufriedenheit –Wohlbefinden und Zufriedenheit über die Lebensspanne hinweg stabil –Abnahme der empfundenen emotionalen Intensität von Ereignissen •Sterben und Tod –Umgang mit der Endlichkeit als wichtige Entwicklungsaufgabe; Tod von Angehörigen als diesbezüglich relevantes Lebensereignis –gelingt es einem Individuum, vorherige psycho-soziale Krisen (Erikson, 1963) zu bewältigen, so bereitet dies „einen älteren Erwachsenen darauf vor, ohne Bedauern [auf sein Leben] zurückzublicken und eine Gefühl der Ganzheit zu genießen"