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Jüdische Geschichte (Fach) / Frühes Judentum im mitteleurop. Raum (Lektion)

Frühe Spuren jüdischen Lebens in Mitteleuropa sollen aufgezeigt und beschrieben werden

Diese Lektion wurde von Judaist erstellt.

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  • Was war der vordergründige Hauptanlass für die Zerstreuung der Juden in die Diaspora? Die Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch die Römer.
  • Wann fand die Zerstörung des Jerusalemer Tempels durch die Römer statt? Im Jahre 70 n.d.Z.
  • Wann ist mit dem ersten Auftreten von Juden im rheinischen Raum zu rechnen? Es wird allgemein angenommen, dass spätestens um etwa 100 n.d.Z. im Gefolge der Römer Juden in den rheinischen Raum gekommen sind. Konkrete Beweise dafür gibt es bisher allerdings nicht.
  • Eines der frühesten archäologischen Zeugnisse für die Anwesenheit von Juden? Fragment einer römischen Öllampe mit der Darstellung einer Menora (siebenarmiger Leuchter), gefunden in Trier. Die Lampe soll aus dem dritten, vielleicht auch erst dem vierten Jahrhundert stammen.
  • Älteste urkundliche Belege über das Bestehen einer jüdischen Gemeinde im deutschen Sprachraum? Ein Erlass Kaiser Konstatins vom 18. Oktober 321 an die Dekurionen von Köln beweist das dortige Vorhandensein einer jüdischen Gemeinde. Weitere kaiserliche Urkunden bzw. Schreiben für die gleiche jüdische Gemeinde sind auf den 11. Dezember 321 und auf den 1. Dezember 331 datiert.
  • Wie war das Verhältnis des fränkischen Herrschergeschlechts der Karolinger (751 bis 987) zu den Juden? Das Verhältnis der Karolinger zu den Juden war überwiegend recht gut. Man wollte damit die wirtschaftliche Situation des Reiches verbessern. Die judenfreundliche Politik der  Karolinger musste aber oft gegen die Opposition  der Kirche durchgesetzt werden.
  • Die Karolinger Karl der Große und sein Sohn Ludwig der Fromme regelten den Rechts- status zu den Juden durch bestimmte Arten von Anordnungen. Wie werden diese genannt? Karl der Große und Ludwig der Fromme regelten die Rechtsverhältnisse der Juden in sogenannten Kapitularien (von lat.capitula = Königsgesetz). Ludwig der Fromme ordnete zusätzlich auch Privilegien zu Gunsten der Juden an.
  • Aus der Karolingerzeit gibt es die nette, historisch belegbare Geschichte von Isaak und dem weißen Elefant. Hier eine Kurzfassung: Karl der Große schickte den Juden Isaak und zwei Gefährten in einer diplomatischen Mission zu Harun al Raschid, dem Kalifen von Bagdad. Man erreichte den Kalifen, überbrachte ihm kostbare Geschenke des Karolingers und nahm für ihn kostbare Geschenke entgegen. Nach der insgesamt fünfjährigen Reise kehrte Isaak zurück und übergasb Karl dem Großen die wertvollen Geschenke des Kalifen, darunter einen "weißen Elefanten". Die beiden Gefährten waren auf der strapaziösen Reise verstorben. Wohl wegen des weißen Elefanten - so etwas hatte man in Europa bis dahin noch nicht gesehen - hat sich diese Begebenheit überliefert. Was bezeugt diese Geschichte? Diese Geschichte belegt das gute Verhältnis Karls des Großen zu den Juden seines Reiches und das Vertrauen, das er - und auch seine karolingischen Nachfolger - in sie setzte.
  • Waren die beruflichen Möglichkeiten für die mitteleuropäischen Juden im frühen Mittelalter schon eingeschränkt, so wie dies in späteren Zeiten der Fall war? Nein, in dieser Zeit konnten die Juden im Prinzip noch jeden Beruf ausüben. Sie konnten auch Grundbesitz erwerben und damit Landwirtschaft oder Weinbau betreiben. Sie durften sogar noch Waffen tragen.
  • Wie war die gesellschaftliche Stellung und die berufliche Situation der Juden im frühen Mittelalter? Welche Berufe wurden etwa bevorzugt ausgeübt? Die Juden galten als Freie und durften sogar Waffen tragen. Nicht zuletzt weil sie untereinander gut vernetzt waren, sich durch ihre gemeinsame hebräische Sprache mit ihren Glaubensgenossen auf der ganzen damals bekannten Welt mündlich und schriftlich verständigen konnten, sowie wegen ihrer großen geographischen Kenntnisse und ihren Reiseerfahrungen, waren besonders viele Juden in dieser Zeit als Fernhändler tätig.  Exotische Gewürze, Salz, Seide, andere werttvolle Stoffe, Teppiche, Edelsteine und Schmuck wurden durch sie z.B. aus China und aus Afrika eingeführt. Sogar Sklaven konnte man über sie beziehen.       Nicht zuletzt wegen dieser Fernhandelstätigkeiten erfreuten sie sich an vielen weltlichen und geistlichen Fürsten- und anderen Herrschaftshöfen sowie am Kaiserhof, großer Beliebtheit und galten oft als offizielle Hoflieferanten. Sie wurden manchmal wegen ihrer einschlägigen Kenntnisse und ihrem Verhandlungsgeschick, auch als Diplomaten eingesetzt.     Aber auch alle anderen Berufe, z.B. auch Landwirtschaft und Weinbau, standen ihnen offen.
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  • Wo befand sich die erste belegbare Niederlassung jüdischer Kaufleute im späteren Deutschland und wann wurde sie erstmals erwähnt? Die erste nachweisbare Niederlassung jüdischer Kaufleute im späteren Deutschland befand sich in Aachen, dem Sitz einer karolingischen Kaiserpfalz. Zum erstenmal erwähnt wurde diese Niederlassung im Jahre 820.
  • Lebten die Juden im frühen Mittelalter mehr in den Städten oder bevorzugten sie ländliche Bereiche? In dieser Zeit - bis hin zum 1. Kreuzzug - lebten die Juden fast ausschließlich in den größeren Städten, entlang der bedeutenderen, durch größere Flüsse markierten Verkehrsadern. Erst seit den mit den Kreuzzügen einsetzenden Vertreibungen und Abwanderungen begann man, sich mehr und mehr in ländlichen und kleinstädtischen Siedlungen niederzulassen.
  • In welchen Bereichen und welchen Städten lebten Juden vor dem 1. Kreuzzug 1096 vor allem? Zwichen Rhein und Maas: Geldern, Wevelinghofen, Aachen Am Rhein: Xanten, Moers, Köln, Bonn, Mainz, Worms, Speyer An der Mosel: Trier, Metz Am Main: Frankfurt, Bamberg An der Donau: Regensburg An der Elbe: Magdeburg   sowie in Merseburg