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BM3 (Fach) / Freihandel und Protektionismus (Lektion)

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Diese Lektion wurde von CaptainBalu erstellt.

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  • Was ist die Petition der Kerzenmacher? Eine Satire über protektionistische Tarife
  • Worum geht es in der Petition der Kerzenmacher? In vielerlei Hinsicht befürwortet die Petition einen freien Markt (Adam Smith). Bastiat prangert allerdings staatliche Tarife an, die erhoben wurden, um die heimische Industrie vor Konkurrenz zu schützen.  -> Appell der Menschen aus der französischen Beleuchtungsindustrie an den Staat. Sie fordern Schutz des Staates gegenüber der unfairen Konkurrenz der Sonne (Wenn das Sonnenlicht verbannt wird werden mehr Kerzen oder ähnliches gekauft. Das führt dazu, dass Rohstoffe, die in der Kerzenindustrie verarbeitet werden, bessere Verkaufszahlen aufweisen. Ohne die Sonne sei also jeder besser dran). Aufzeigung des Essays: Ressourcenverschwendung, wenn es doch eine kostenlose Alternative gibt. Die Verkaufszahlen in der Beleuchtungsindustrie steigen tatsächlich, allerdings kann das dafür aufgewendete Geld nicht mehr für andere Produkte ausgegeben werden. Statt einem Zuwachs an Reichtum würde die Einführung der Petition das generelle Einkommen schmälern indem unnötige Kosten erhoben werden. Dies gilt vor allem für Tarife, die erhoben wurden, um die Menschen zum Kauf heimischer Produkte zu zwingen, während günstigere Produkte zur Auswahl stehen. Zwar können so heimische Hersteller überleben doch das Gesamteinkommen leidet darunter. Es brächte mehr, das Geld in eine Industrie zu investieren, in der inländische Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil haben. 
  • Was ist Freihandel? Abbau von Handelshemmnissen Öffnung der Märkte auf gegenseitiger Basis 
  • Was ist Protektionismus? Schutz des heimischen Marktes durch Aufbau von Handelshemmnissen
  • Wie stehen Freihandel und Protektionismus zueinander? Freihandel und Protektionismus als diametrale Ordnungsprinzipien internationaler Wirtsschaftsbeziehungen Spannungsverhältnis existiert bis heute und nimmt Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung 
  • Geschichte des Welthandels in Bezug auf Freihandel und Protektionismus: 16. Jahrhundert Protektionismus und Streben nach Autarkie als wirtschaftspolitische Maßnahmen  Merkantilismus als Form der Wirtschaftspolitik  Stärkung der staatlichen Macht durch wirtschaftspolitische Maßnahmen  Außenhandel wird vom Staat kontrolliert kurz: Fördung des Exports und starke Begrenzung/Behinderung des Imports
  • Freihandel und Merkantilismus Mitte des 18. Jahrhunderts Ausweitun des Handels im Zuge der Industrialisierung  Internationale Arbeitsteilung als Mittel allgemeinen Wohlstands
  • Freihandel und Protektionismus 19.-20. Jahrhundert Handelsbeschränkungen in Europa werden vermehrt abgebaut -> Richard Cobden als einer der wichtigsten Vertreter des Freihandels in England (Cobden Vertrag mit Mitbegünstigungsklausel) 
  • Was ist unter der Mitbegünstigungsklausel im Cobden Vertrag zu verstehen? Der Staat/ seine Staatsangehörigen sollen im Gebiet des Vertragspartners alle Vorteile genießen, der der entsprechende Staat auch schon dritten Staaten eingeräumt oder einräumen wird. Gewährt Sicherheit und Gleichmäßigkeit im internationalen Handel. 
  • Geschichte des Freihandels im 20. Jahrhundert bedingt durch den 1. Weltkrieg beinahe Erliegen des Freihandels  Welthandelt ging während der Kriege stark zurück und schrumpfte auf einen geringen Anteil des einstigen Handels zurück.  Protektionismus als herrschende Idee bis zum 2. Weltkrieg
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  • Geschichte des Welthandels: Freihandel und Protektionismus nach 1945 1944-1950: Versuch der Gründung einer internaionalen Handelsorganisation (Internal Trade Organization) 1947: General Agreement on Tarifs and Trade (Gatt) World Trade Organizisation (WTO)
  • Nenne zwei Vertreter des Freihandels Adam Smith (1723-1790) David Ricardo (1772-1823) 
  • Was sind ist die grundsätzliche Idee von Freihandel? Nicht eingeschränkter Wettbewerb von Gütern und Produktionsmethoden erzielt optimalen Ausgleich zwischen Interessen von Konsumenten und Produzenten (David Ricardo)  -> Angebot und Nachfrage führen zu freier Preisbildung  internationale Arbeitsteilung zur Steigerung des materiellen Wohlstandes durch Wirtschaftswachstum  Schaffung neuer Beschäftigungsmethoden  -> Vertreter des Freihandels sind v.a. Industrienationen  .
  • Was sagt David Ricardo zum Freihandel? Unter dem System von vollständig freiem Handel widmet natürlicherweise jedes Land sein Kapital und seine Arbeit solchen Verwendungen, die jedem am segensreichsten sind. Dieses Verfolgen individuellen Nutzens ist wunderbar mit der allgemeinen Wohlfahrt der Gesamtheit verbunden. 
  • Warum gibt es Handelsbeschränkungen? Vermeidung einseitiger Produktionsstrukturen Sicherstellung der Versorgung Sicherung von Arbeitsplätzen  Umwelt-/Verbraucherschutz Kurzfristige Zahlungsengpässe
  • Vermeidung einseitiger Produktionsstrukturen Arbeitsteilung kann die Chancen für wirtschaftliche Entwicklung einschränken Länder, die sich auf die Produktion eines bestimmten Gutes spezialisieren, sind stark von den Schwankungen des Weltmarkts abhängig 
  • Sicherstellung der Versorgung Vermeidung von Abhängigkeiten vzgl. essentieller Güter 
  • Sicherung von Arbeitsplätzen Gefährdung von Arbeitsplätzen durch Freihandel und internationaler Arbeitsteilung  Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber betroffen 
  • Umwelt-/Verbraucherschutz Ziele: Internationale Arbeitsteilung & Förderung der allgemeinen Wohlfahrt durch Standardisierung und Rationalisierung von Maßnahmen Umwelt-/Verbraucherschutz oft als Deckmantel für protektionistische Maßnahmen Beispiel: Durch Importverbot von mexikanischem Tunfisch hoffte die USA, dass Mexiko sich für Delfine weniger tödlichen Fangmethoden zuwendet
  • Kurzfristige Zahlungsengpässe Verminderung von Importen führt zu Verbesserung der Leistungsbilanz nur kurzfristige Lösung, langfristig währungs- und strukturpolitische Maßnahmen notwendig
  • Was ist das Hauptziel des Protektionismus? Schutz und Schützung der einheimischen Wirtschaft vor beispielsweise billigen Importen aus dem Ausland, die sich (kurzfristig) negativ auf den Absatz des selben Guts im eigenen Land auswirken können. 
  • Was sind tarifäre Handelshemmnisse? In Tarifen (öffentlichen Verzeichnissen) aufgelistete Abgaben oder Begrenzungen des Imports/Exports
  • Arten von tarifären Handelshemmnissen Schutz- und Finanzzölle Import-/Exportzölle Kontingente Ausfuhrverbote Einfuhrverbote
  • Schutz- und Finanzzölle Ziel Schutzzoll: Abschirmung vor ausländischer Konkurrenz Ziel Finanzzoll: Verschaffung von Einnahmen für den Staat (f.a. für Güter mit geringer Preiselastizität der Nachfrage) Häufig sind die Grenzen der beiden Formen fließend Prohibitionszoll: vollständiges Erliegen der Importe bestimmter Güter 
  • Was versteht man unter Preiselastizität? Die Preiselastizität ist ein Maß dafür, welche relative Änderung sich bei der Angebots- bzw. Nachfragemenge ergibt, wenn eine relative Preisänderung eintritt.[1] Je höher die Preiselastizität ist, desto stärker reagiert die Menge auf den geänderten Preis. Die Preiselastizität eines Gesamtmarktes tendiert dazu, geringer als die Elastizität eines einzelnen Gutes zu sein, das bei einer Preisänderung gegen ein anderes ausgetauscht (substituiert) werden kann
  • Import-/Exportzölle Abgaben auf den Export-/Import von Gütern Überwiegend sind Zölle auf den Import gerichtet!  Beispiel: EU schützt eigene Landwirte durch Abschöpfungen auf Agrareinfuhren. Hierbei wird ein Preis (Schwellenpreis) festgelegt, der in der Regel höher ist als der Weltmarktpreis, Importeur muss Differenz zwischen Schwellen- und Weltmarktpreis an die EU entrichten, um sein Produkt einführen zu können. 
  • Kontingente Einfuhrbeschränkungen, die sich nach Wert und/ oder Menge richten Idee: Nur die Menge an Imprt wird zugelassen, die nationalem Markt nicht schadet 
  • Ausfuhrverbote Beispielsweise Kriegswaffen, die nicht in Länder mit weitreichenden Spannungssituationen (Kriegsgebiete) geliefert werden dürfen 
  • Einfuhrverbote Handel mit nicht erwünschten Produkten soll verhindert/unterbunden werden 
  • Welche Zölle unterscheidet man aufgrund ihrer Bemessungsgrundlage? spezifische Zölle: Zoll bezieht sich auf die importierte Mengeneinheit (z.B 1000 Euro pro Tonne Kaffee) -> konstante Abgabe pro Produkteinheit Wertzölle: Vom Preis der Güter wird ein fester Prozentsatz erhoben (z.B. 10 Prozent auf den Preis des Kaffees an der Grenze) -> Steigt der Preis, steigt der Zollsatz und umgekehrt
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  • Wie setzen sich die Zolleinnahmen zusammen? Zollsatz x Importmenge (staatliche Mehreinnahmen durch Zolleinführung)
  • Wie funktionieren Zölle grundsätzlich? Inlandspreis durch Angebot und Nachfrage bestimmt (bsp 15 Euro) Markt öffnet sich -> günstigere Ausführung des Produkts kann aus dem Ausland ohne Zoll verkauft werden (beispielsweise für 10 Euro) Dadurch sinkt die inländische Produktionsmenge, da weniger vom inländischen Produkt nachgefragt wird Jetzt wird ein Zollsatz auf den Welthandelspreis (10 Euro) eingeführt, dadurch steigt der Preis für das Gut im Inland auf z.B. 13 Euro. Die Konsumenten im Inland fragen dann natürlich weniger vom ausländischen Produkt nach und mehr vom inländischen Gut, dadurch steigt die inländische Produktionsmenge um den Schutzeffekt S. Die importierte Menge nimmt um den Konsumeffekt K ab da zum neuen Inlandspreis mehr im Inland gekauft, und weniger aus dem Ausland gebraucht wird.  Der Staat nimmt Zolleinnahmen in Höhe von Zollsatz x Importmenge ein. Effekt: Die Lage der inländischen Produzenten verbessert sich, die Lage der Konsumenten verschlechtert sich (Produkt kostet mit Zoll wieder mehr)
  • Was ist die grundsätzliche Idee des Erziehungszollarguments? Die Spezialisierung eines Landes auf ein bestimmtes Gute kann unter Umständen wenig zukunftsträchtige Wirtschaftszweige fördern  "Junge" Industrien, die gegenüber etablierten Unternehmen JETZT Produktionsnachteile haben, in Zukunft aber komparative Kostenvorteile haben (Gut kann dann im Inland bezogen werden und muss nicht importiert werden), sollen (für eine gewisse Zeit geschützt werden, bis diese gegenüber dem internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig geworden sind. 
  • Wer ist der Erfinder des Erziehungszolls-/Schutzzoll Arguments? Friedrich List (1789-1846)
  • Bedeutung von Schutzzöllen auf Deutschland des 19. Jahrhunderts List förderte den  Abbau von Zöllen zwischen deutschen Staaten, den Ausbau der Infrasstruktur (insbesondere der Eisenbahn) und setzte sich für einen moderaten Zollschutz gegenüber der englischen Industrie ein Schutzzoll begünstigte - in Verbindung mit Entstehung eines größeren Binnenmarktes - Mitte des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung 
  • Was bewirkte der Schutzzoll, der durch List im 19. Jahrhundert eingeführt wurde? Zusammenarbeit zwischen deutschen Kleinstaaten wurde verbessert (Infrastruktur, Abbau der Zölle...)  Aufbau Zollschutz gegenüber der englischen Industrie (bes. Maschinenbau und Textilindustrie)  So konnte sich in Deutschland die Industrialisierung vorangetrieben werden, da weniger bis keine Produkte aus England die deutschen Unternehmer verdrängten
  • Wie hat sich die Idee des Erziehungszollarguments entwickelt? Idee nach wie vor: Zukunftsträchtige Wirtschaftszweige sollen gefördert werden und der Eintritt in einen schon besetzten Markt soll erleichtert werden. Wirkung meist negativ, da Schutzzölle vor Notwendigkeit von Innovations- und Produktionssteigerung "schützen" Erst durch (internationale) Konkurrenz entsteht Druck zu Wettbewerbsfähigkeit 
  • Alternativ (Reader): Wie ist das Erziehungszollargument heute zu beurteilen? taucht in neuerer Form in der strategischen Handelspolitik auf empfiehlt, dass der Staat die Entwicklung zukunftsträchtiger Wirtschaftszweige fördern und sie beim Eintritt in einen bereits besetzten Markt unterstützen soll  Erfahrung allerdings negativ, da sich die geschützten Unternehmen/Zweige auch nach Jahrzehnten nicht als Konkurrenzfähig erweisen -> Innovationsdruck und Zwang zur Produktivitätssteigerung durch internationale Konkurrenz fehlt
  • Nenne zwei Beispiel für das Wirken von Schutzzöllen Lateinamerika forcierte Importsubstitute und schützte potenzielle Exportsektoren -> verlorene Dekade in den 80 er Jahren, Brasilien erhob Schutzzölle auf Computer, um die Branche im eigenen Land zu entwickeln. Hochinnovative Produkte entwickeln sich aber nur in internationaler Verbundenheit  Asiatische Länder mit bewusster Öffnung für Welthandel, noch heute hohe Wachstumsraten beobachtbar
  • Was sind nicht-tarifäre Handelshemmnisse ? Mögliche Maßnahmen Formalitäten bei der Grenzabfertigung Gesundheitsprüfungen  Vorgabe technischer Standards (Normen) Umweltschutzvorschriften Zumeist sachlich begründet Stets als diskriminierende Elemente nutzbar somit Missbrauchsgefahr als Instrument des Protektionismus
  • Nenne ein Beispiel für nicht-tarifäre Handelshemmnisse, in dem der Missbrauchscharakter deutlich wird Importverbot für Likör "Cassis de Dijon", Urteil des EuGh Deutschland erkannt Likör nicht als solchen an, da der angegeben Alkoholwert von festgelegten Standards abwich -> Urteil: Konsumenten sollen selbst entscheiden was sie konsumieren, Produkte sollen nur gekennzeichnet werden
  • Was ist unter Dumping zu verstehen? Produkt wird systematisch unter Produktionskosten  Entstehende Verluste werden durch Exportsubventionen oder Gewinne bei anderen Produkten gedeckt  Reimporte werden durch Einfuhrzölle verhindert Ziel ist die Schaffung einer merktbeherrschenden Stellung im Importland, so dass durch Monopolstellung Preise wieder angehoben werden können. 
  • Wozu führt Dumping? ruinöse Konkurrenz aus dem Ausland zielt darauf, den Markt des Importlandes zu beherrschen wurde eine marktbeherrschende Position erreicht, kann das Dumping Unternehmen seine Preise wieder anheben und vorherige Verluste durch Monopolgewinne ausgleichen
  • Nenne ein Beispiel für Dumping Eroberung des Schiffbaumarktes durch Südkorea, die nicht allein auf Standortvorteile (Lohnkosten) zurückzuführen ist sondern auch auf massive staatliche Subventionierung