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Einführung in die Welternährungswirtschaft (Fach) / Philosophische Aspekte des Welternährungsproblem s (Lektion)
- Nahrung als Grundrecht‘ versus ‚Hilfe für Hungernde als ethische Verpflichtung‘ Recht auf Nahrung („right to food“): Hunger verletzt dieses Recht => gesellschaftliche Verpflichtung Hunger abzuschaffen Nahrung als Grundrecht: „Wir müssen Hungernden helfen, auch wenn wir das nicht als eine moralische Verpflichtung ansehen“ => gesellschaftliche Verpflichtung, Zwangscharakter Hilfe als moralisch-ethische Verpflichtung: „Ich muss Hungernden helfen, auch wenn es dazu keine gesetzliche Verpflichtung gibt“ => individuelle Verpflichtung, prinzipiell freiwillig Der Versuch, durch die Etablierung eines „Rechts auf Nahrung“ politische Abwägungen oder ökonomische Kosten-Nutzen-Analysen zu umgehen, kann gar nicht gelingen! Ökonomische Regel der Politikanalyse: Maximiere den Gesamtnutzen einer Maßnahme minus der Gesamtkosten Wichtige Fragen von Ökonomen in diesem Zusammenhang:=> Was ist die beste Politik für die Gesellschaft als Ganzes?=>Wie kann sich eine Regierung am besten den menschlichen Eigennutz zu Diensten machen, um ihre Ziele zu erreichen? Politikberatung durch Ökonomen: Appell ans „rationale Gewissen“ der Entscheidungsträger
- Gründe für die Proklamation eines ‚Right to Food‘, Probleme bei der Durchsetzung "Right to Food“ gehört zu den sog. „Ökonomischen Rechten“ Ziel: Anstrengungen zur Hungerbeseitigung dem politischen Verhandlungsprozess entziehen Hoffnung dadurch mehr Ressourcen zur Bekämpfung von Hunger & Armut zu mobilisieren Probleme: absolute Rechte (z.B. körperliche Unversehrtheit) erfordern nur wenig staatliches Handeln=> stehen wenig in Konflikt mit anderen Rechten aber das“Right to food“ ist ein Ökonomischen Recht, bei denen das anders ist, sie erfordern: umfangreiches staatliches Handeln Aufwendung begrenzter öffentlicher Ressourcen Prioritätensetzung bei der Ressourcenverwendung Verletzung konkurrierender Rechte Kosten-Nutzen-Analysen müssen beachtet werden; Gesamtnutzen einer Maßnahme soll maximiert werden Marktlösungen entsprechen nicht zwingend dem sozialen Optimum Probleme bei monetärer Bewertung von K&N (v.a. bei der Rettung von Leben) Allokationsproblem (reiche Konsumenten haben einen stärkeren Einfluss) Externalitäten Vorurteile von Ökonomen „governance is negotiable, rights are not“ Fazit: Staat müsste handeln (z.B. Maßnahmen gegen Hunger einleiten) =>unmöglich
- Entscheidungsregel der Kosten-Nutzen-Rechnung Kosten-Nutzen-Analyse = Überbegriff für versch. Analysen, die Nutzen und Kosten vergleichen Instrument um zu bestimmen, ob das Ergebnis (der Nutzen) einer Aktion deren Aufwand (die Kosten) rechtfertigt Ideale Entscheidung dort, wo Grenznutzen = Grenzkosten (Vgl. „Beeren-Pflücker“) unter bestimmten Bedingungen sind Marktlösungen „sozial optimal“ Nutzen & Kosten werden in Geldeinheiten gemessen, um sie vergleichbar zu machen Probleme entstehen dabei vor allem bei der Bewertung von nicht am Markt gehandelten Gütern (Menschenleben, Zeit, viele Umweltgüter etc.) sowie bei schwierig zu quantifizierenden qualitativen Nutzen (Image, Kundenzufriedenheit, Qualität, Mitarbeiterzufriedenheit, Klimaschutz etc.). Rechnung von Leathers: 1 Mrd. Menschen sind UE, 24 000 sterben täglich an HungerFrage: Was kostet die Rettung eines Lebens? Annahme: Kosten zur Beschaffung der benötigten 250Kcal/Kopf = 35ct/KopfVorschlag: 5000$ anlegen => ergeben 0,35$ Zinsen/Tag„Nutzen“: „Wert“ eines indischen Arbeiters = 150 000 -300 000 $ (geschätzt) Fair? Nein, wer ist UE, wer nicht? Wird es funktionieren? Nein, Geld für anderes ausgeben, nicht nachhaltig.
- Warum ist der Bewertungsmaßstab ‚gerettete Menschenleben‘ problematisch; generell und in Bezug auf Ernährungssicherung? Probleme bei der monetären Bewertung von Nutzen & Kosten, vor allem, wenn es um die Rettung von Menschenleben geht Außerdem geht es bei der Bekämpfung von Hunger nicht nur um dieVerhinderung von Todesfällen!
- Ernährungssicherheit (Food Security) Seit 1974 paradigmatische Veränderungen:(1) Fokus von der globalen zur regionalen, Haushalts- und individuellen Ebene(2)Erweiterung um Aspekte der gesamten Daseinssicherung(3)Einbeziehung subjektiver Aspekte (Sicherheitsempfinden) Populärste Definition (Weltbank 1986): Food security means “access by all people at all times to enough food for an active, healthy life”. 4 Aspekte der Ernährungssicherheit laut FAO: (1)Verfügbarkeit(availability)(2)Zugang(access)(3)Verwertbarkeit(utilisation)(4)Stabilitätvon 1-3 Ein Haushalt ist „food-insecure“, wenn das Einkommen niedriger ist, als nötig wäre, um Food Production Deficit(Differenz zwischen Lebensmittelbedarf und eigener Produktion) zu kompensieren Konzept der Food Security betont vier Elemente(1)Nährstoffbedarf(2)Preise(3)Einkommen(4)Eigenproduktion bzw. andere Quellen abseits des Marktes Messung: 5 Dimensionen von ‚Food Security‘ (1)Konsum (Energie-, Eiweiß-, Fettaufnahme)(2)Produktion (Wert der Nahrungsproduktion pro Kopf)(3)Potenzial für Importe (Wert der Exporte / Wert der Importe)(4)Verteilung (Grad der Urbanisierung)(5)Agrarpotenzial (Böden, Wachstumsperiode)Schlussfolgerung: Wirtschaftskraft(Potenzial für Importe, Pro-Kop-Einkommen) => entscheidend! Agrarpotenzial (Böden, Wachstumsperiode) => sekundär ..
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