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BAM (Fach) / Immunsupprimierende Naturstoffe (Lektion)

Immunsupprimierende Naturstoffe

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  • Definition immunsupprimierende Naturstoffe Immunsuppressiva sind Stoffe, die Immunreaktionen abschwächen oder unterdrücken sollen hoher Stellenwert: Behandlung von Autoimmunerkrankungen und Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen biogene Arzneistoffe: chemische Verbindungen, die von lebenden Organismen gebildet werden oder werden können
  • T-Zellen Bildung im Knochenmark T-Lymphozyten Ausreifung im Thymus zur T-Helferzelle oder T-Killerzelle T-Zell-Rezeptor/TZR+CD-Proteine (Cluster of Differentiation) Erkennung von Antigenen von antigenpräsentierenden Zellen (Makrophagen, dendritische Zellen)
  • Aufgaben der T-Zellen T-Helferzelle: ständig aktiv, Überprüfung von präsentierten Antigenen bei Erkennung Ausschüttung von Zytokinen Stimulation (insbesondere durch IL-2) der Vermehrung und Ausdifferenzierung von T-Killerzellen T-Killerzelle: Zerstörung von Zellen mit dem Antigen auf der Membran
  • B-Zellen und Funktion Bildung im Knochenmark Kontakt mit Antigen Plasmazelle und Gedächtniszelle Plasmazelle: bei Kontakt mit Antigen Produktion von Ak
  • HLA-System Human Leucocyte Antigen Codierung auf Haupthistokompatibilitätskomplex/MHC (Chromosom 6) MHC-Proteine Erkennung von körpereigenem und körperfremdem Gewebe wichtig bei Organtransplantationen und mögliche Ursache bei Autoimmunerkrankungen
  • Organtransplantationen lebenslange immunsuppressive Therapie zunächst initiale Induktionstherapie höchstes Abstoßungsrisiko am Anfang Erhaltungstherapie (wirkungsvolle Therapie und Aufrechterhaltung der natürlichen Immunabwehr) bei akuter Abstoßung hochdosierte Medikamente
  • Ciclosporin A cyclisches Undecapeptid Stoffwechselprodukt des Schlauchpilzes Tolypocladium inflatum Indikation: Prophylaxe der Transplantatabstoßung von Herz, Lunge, Leber, Pankreas, Niere und Knochenmark Wirkmechanismus: Calcineurin-Inhibitor
  • Vor- und Nachteile von Ciclosporin A Vorteile kaum zytotoxisch kombinierbar mit anderen Immunsuppressiva Nachteile geringe therapeut. Breite > Drug monitoring nephrotoxisch neurotoxisch starker CYP3A4-Inhibitor großes Nebenwirkungsprofil
  • Tacrolimus Makrolid Stoffwechselprodukt des Bakteriums Streptomyces tsukubaenis ähnliches Wirkprinzip wie Ciclosporin: Tacrolimus bindet an FK-bindendes Protein 12/Makrophilin (ein Immunophilin) dieser Komplex hemmt auch Calcineurin-Calmodulin-Komplex
  • Zellteilungshemmer Hemmung der Vermehrung von Immunszellen schwächer wirksam als Calcineurinhemmer meist Kombi mit Calcineurinhemmer Wirkstoffe: mTORInhibitoren Antimetabolite (Mycophenolat aus Penicillium glaucum, Azathioprin)
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  • Sirolimus/Rapamycin Makrolid Stoffwechselprodukt aus dem Bakterium Streptomyces hygroscopius Indikation: Nierentransplantation Initialtherapie in Kimbi mit Ciclosporin oder Corticosteroiden Vorteil: keine Nephro- und Neurotoxizität Nachteil: Wundheilungsstörungen
  • Wirkmechanismus Sirolimus Bildung von FKBP12/Rapamycin-Komplex → Hemmung von mTOR mTOR: mammalian target of rapamycin Hemmung der Phosphorylierung von S6-Kinase durch mTOR Hemmung der Progression von T-Lymphozyten von G1-Phase und S-Phase
  • Corticosteroide immunsuppressiv und stark entzündungshemmend häufig in hohen Konzentrationen zur Induktionstherapie (dann langsam reduzieren) auch bei akuten Abstoßungsreaktionen Wirkstoffe: Cortison und Cortisol körpereigene Hormone der Nebenniere das inaktive Cortison wird durch das Enzym ß-Hydroxy-Steroid-Dehydrogenase in's aktive Cortisol umgewandelt
  • Corticosteroide Vor- und Nachteile antiphlogistisch und immunsuppressiv beachtliche Nebenwirkungen bei Langzeittherapie (z.B. Osteoporose möglich) immunsuppressiver Effekt eher gering
  • Antikörper Verwendung: kurzfristig zur initialen Induktionstherapie bei akuter Abstoßungsreaktion Wirkung: Blockade bestimmter Oberflächenrezeptoren der T-Zellen (es kann keine Bindung und Aktivierung der T-Zellen erfolgen) UAW: bei zu langer Behandlung schwere allergische Reaktionen Ak gegen die Ak
  • Herstellung Ak Möglichkeiten Hybridomtechnik: murine Antikörper Phagendisplay-Technik: humane Ak
  • Ak mit Ziel T-Zellen Basiliximab und Daclizumab Ziel: Alpha-Untereinheit/CD25 des IL-2-Rezeptors Muromonab-CD3 (1986 erster Ak) CD3-Protein am T-Zell-Rezeptor
  • Autoimmunerkrankungen rheumatoide Arthritis chron. entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) Multiple Sklerose Psoriasis/Schuppenflechte
  • rheumatoide Arthritis chron. Entzündung der Innenhaut von Gelenken, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln Immunsystem sieht körpereigenes Gewebe als fremd an gestörtes Gleichgewicht von Interleukin-1,6- und TNFalpha → erhöht Tocilizumab: IL-6-Rezeptorantikörper TNFalpha-Ak: Adalimumab Certolizumab (PEGyliert) Golimumab Etanercept (TNF-Rezeptor 2) Infliximab