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Finanzierung und Investition (Fach) / Innenfinanzierung (Lektion)

Kapitel 3.2

Diese Lektion wurde von Sarah3105 erstellt.

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  • Was bedeutet Selbstfinanzierung  Selbstfinanzierung • Selbstfinanzierung = Finanzierung aus zurückbehaltenen Gewinnen • Gewinnthesaurierung: Erzielung von Gewinnen keine Ausschüttung derGewinne, sondern Einbehaltung im Unternehmen • Unterscheidung in offene und stille Selbstfinanzierung: offener Ausweis des Gewinns in der Bilanz oder Bildung stiller Reserven  Offene Selbstfinanzierung aus versteuertem Gewinn  Stille Selbstfinanzierung aus unversteuertem Gewinn • Offene Selbstfinanzierung je nach Gesellschaftsform unterschiedlich geregelt
  • Was ist eine stille Selbstfinanzierung  Stille Selbstfinanzierung • Gewinn dieser Periode verringert, Verschiebung auf Zukunft • Entsprechende Verschiebung der Steuerlast • Dauerhafte, lang-, mittel- und kurzfristige stille Reserven Unterbewertung der Aktiva  Überhöhte direkte bschreibungen  Nicht-Aktivierung ktivierungsfähiger ufwendungen  Zu niedrige Wertansätze es Umlaufvermögens Überbewertung der Passiva  Zu hohe Rückstellungen  Zu hohe Rechnungsabgrenzungsposten
  • Vor und Nachteile der Selbstfinanzierung Vorteile  Beschaffung/ Verwendung der Mittel ist kostengünstig Keine Zins- bzw. Rückzahlungsverpflichtungen  Liquidität Keine Sicherheiten notwendig. Kreditwürdigkeit wird erhöht Sofortige Verfügbarkeit Eigenkapitalbildung kann progressiv erfolgen Unabhängigkeit von EK/ FK-Gebern freie Verwendung Zinsgewinne durch Steuerstundung (stille SF) Geringe Krisenanfälligkeit Nachteile:  Fehlinvestitionen als Folge der Unabhängigkeit, da Entscheidungen subjektiv (Kontrolle) Gewinnmanipulationen möglich, dadurch ggf. Täuschung Dritter – insb. Der Kapitalgeber (nur bei stiller SF) Rentabilitätsverschleierung, da das ausgewiesene Eigenkapital Berechnungsgrundlage ist, für den Erfolg aber deutlich mehr Eigenmittel benötigt wurden Auswirkungen auf den Kapitalmarkt durch ineffiziente Mittelallokation
  • Was ist der Kapitalfreisetzungseffekt Kapitalfreisetzungseffekt 1. Ansatz bilanzieller Abschreibungen als Aufwand 2. Verringerung des ausgewiesenen Periodengewinnes, keine Ausschüttung und Besteuerung dieses Gewinnanteils 3. Zufluss liquider Mittel in Höhe des Abschreibungsaufwandes • Höhe der Abschreibungsgegenwerte ist abhängig von:  dem Wert der Anlagegüter, die vorhanden und abschreibungsfähig sind bzw. deren Nutzungsdauer  der Wahl des Abschreibungsverfahrens Zur Finanzierung aus Abschreibungsgegenwerten gehört nur der Teil der Abschreibungen, der dem tatsächlichen Werteverzehr entspricht.
  • Was bedeutet der Lohmann Ruchti Effekt Der Lohmann-Ruchti-Effekt beruht auf der Tatsache, dass in den Verkaufspreisen der hergestellten Erzeugnisse der Abschreibungswert für die Anlagennutzung i.d.R. früher vergütet wird, als er für die verschleißbedingte Erneuerung der Anlagegüter benötigt wird, von denen die Abschreibungsbeträge stammen, d.h., dass die Verflüssigung des im Anlagevermögen gebundenen Kapitals und das Ausscheiden verbrauchter Anlagegüter aus dem Produktionsprozess zeitlich auseinander fallen. Werden die in diesem Sinn vorweggenommenen Abschreibungsbeträge laufend investiert, so führt das zu einer Anlagenexpansion, ohne dass es (theoretisch) der Zuführung neuer Mittel (durch Aufnahme von Fremdkapital oder Erhöhung des Eigenkapitals) bedarf. Beispiel Lohmann-Ruchti-Effekt • Ein Unternehmen kauft in vier aufeinanderfolgenden Jahren (1-4) am Jahresanfang jeweils eine Maschine des gleichen Typs zum Preis 100.000 €. • Die Anschaffungskosten bleiben auch in den folgenden Jahren konstant. • Die Nutzungsdauer beträgt 4 Jahre; alle Maschinen werden linear abgeschrieben, so dass sich eine jährliche Abschreibung von 25.000 € je Maschine ergibt. Die Abschreibungen bilden den „tatsächlichen“ Güterverzehr der Anlagegüter ab und fließen dem Unternehmen über die Umsatzerlöse wieder zu. • Sobald die kumulierten Abschreibungsgegenwerte zum Kauf ausreichen, wird eine neue Maschine angeschafft. Aus dem Investitionsprogramm für vier Maschinen lassen sich sechs Maschinen finanzieren
  • Nennen Sie die Vor und Nachteile einer Innenfinanzierung Vorteile Insbesondere bei kleinen und mittelständischen Unternehmen oft die einzige Form der Kapitalbildung Keine Kapitalbeschaffungskosten Keine Sicherheiten notwendig Unabhängigkeit vom Kapitalmarkt Sofortige Verfügbarkeit des Kapitals Keine Bedienung des Kapitals Keine Abhängigkeit von Eigen- oder Fremdkapitalgebern Nachteile Gefahr der Kapitalfehlallokation, da keine Filterfunktionen Rentabilitätsverschleierung Möglichkeit zur Gewinnglättung Stille Reservenbildung erschwert Feststellung der Höhe der Eigenkapitalausstattung
  • Nennen Sie die wichtigsten Ziele der Finanzplanung 1. Ermittlung des kurz-, mittel- und langfristigen Bedarfs an Zahlungsmitteln 2. Sichtbarmachen potentieller Defizite und Überschüsse an Zahlungsmitteln sowie Vermeidung der Defizite bzw. gewinnbringende Anlage der Überschüsse. Beispiel: Vermeidung eines Defizits durch zusätzliche Kreditaufnahme 3. Sicherung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit des Unternehmens (Liquiditätssicherung). Zahlungsunfähigkeit ist ein Insolvenzgrund 4. Auswahl der optimalen Finanzierungsart 5. Ermittlung des Eigenkapital-Bedarfs. Das Eigenkapital hat auch die Funktion eines Verlustauffangpolsters im Fall einer Krise. Die Frage nach dem „richtigen“ Eigenkapital muss daher sorgfätig abgewogen werden
  • Was beinhaltet die Working Kapitel Rechnung • Das Working Capital ist der Überschuss des kurzfristig gebundenen Umlaufvermögens über die kurzfristigen Verbindlichkeiten: Working Capital = Umlaufvermögen - kurzfristige Verbindlichkeiten • Insbesondere im angloamerikanischen Bereich wird die Steuerung des Working Capital als eines der zentralen Probleme der Finanzplanung angesehen. • Je höher der Bestand an Working Capital ist, desto geringer ist das Liquiditätsrisiko, weil mit dem leicht liquidierbaren Umlaufvermögen unerwartete Verbindlichkeiten schnell gedeckt werden können. Je höher zudem das Verhältnis von Umlaufvermögen zu kurzfristigem Fremdkapital ist, desto eher lassen sich aus der kurzfristigen Verschuldung resultierende Zinsänderungs- und Prolongationsrisiken auffangen. Unter Risikoaspekten ist also ein möglichst hoher Bestand an Working-Capital anzustreben • Meistens sind an den Kapitalmärkten die Zinsen für kurzfristige Verbindlichkeiten geringer als die Zinsen für langfristige Verbindlichkeiten. Um die Zinskosten zu senken, wäre es also sinnvoll, die langfristige Verschuldung durch die kurzfristige Verschuldung zu ersetzen. Eine Erhöhung der kurzfristigen Verschuldung vermindert das Working-Capital. Unter Ertragsaspekten ist also ein möglichst niedriger Bestand an Working-Capital anzustreben. • Für eine Optimierung der Liquiditätsplanung unter Ertrags- und Risikoaspekten ist die Steuerung des Working-Capital also das zentrale Problem.
  • Innenfinanzierung aus Rückstellungen Innen-Finanzierung aus Rückstellungen • Die Bildung von Rückstellungen erfolgt zur Begleichung späterer Verbindlichkeiten, die zum Bilanzstichtag noch nicht dem Grunde und/oder der Höhe und Fälligkeit nach feststehen. • Finanzielle Mittel stehen dem Unternehmen nur für den Zeitraum zwischen Bildung und Inanspruchnahme zur Verfügung. • Fällt der Grund für die Rückstellungsbildung weg, sind diese erfolgswirksam aufzulösen. • Für den Finanzierungseffekt ist die Fristigkeit der Rückstellungen entscheidend.
  • Was sind kurz. ,mittel oder langfristige Rückstellungen kurz: Steuern Kosten der JA-Prüfung Bürgschaftsverluste unterlasse Instandhaltung Provisionen, Grafikationen Gewinnbeteiligungen nicht genommener Urlaub/ Urlaubsgelder Boni, Rabatte mittel  Prozessrisiken, Garantieansprüche lang  Pensionsrückstellungen  Kurz. oder mittelfristige  Rückstellungen mit     längeren Zeithorizont
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  • Nenne Sie Finanzierungen aus sonstigen Kapitalfreisetzungen Rationalisierung Freisetzung bisher gebundenen Kapitals durch Verringerung des Kapitaleinsatzes bei gleichen Produktions-/ Umsatzvolumen z.B.: Verbesserung der Materialdisposition Verminderung der Lagerdauer von Fertigprodukten Verbesserung der Überwachung und Verkürzung von Zahlungszielen Vermögensumschichtung Überführung von Vermögenswerten in liquide Form (Substitutionsfinanzierung z.B.: nicht betrieblich genutzte Grundstücke Wertpapiere Factoring Forfaitierung Sale-and-lease-back
  • Vorteile und Nachteile der Innenfinanzierung Insbesondere bei kleinen und mittelständischen Unternehmen oft die einzige Form der Kapitalbildung Keine Kapitalbeschaffungskosten Keine Sicherheiten notwendig Unabhängigkeit vom Kapitalmarkt Sofortige Verfügbarkeit des Kapitals Keine Bedienung des Kapitals Keine Abhängigkeit von Eigen- oder Fremdkapitalgebern Nachteile Gefahr der Kapitalfehlallokation, da keine Filterfunktionen Rentabilitätsverschleierung  Möglichkeit zur Gewinnglättung Stille Reservenbildung erschwert Feststellung der Höhe der Eigenkapitalausstattung
  • Was bedeutet Finanzplanung • Gesamtheit von zukunftsorientierter Erfassung, späterer Kontrolle und anschließender Fortschreibung der finanziellen Vorgänge • Zielsetzung: Abstimmung von Kapitalbedarf und Kapitaldeckung, Erreichung der Unternehmensziele
  • Was sind die wichtigsten Aufgaben der Finanzplanung 1. Ermittlung des kurz-, mittel- und langfristigen Bedarfs an Zahlungsmitteln 2. Sichtbarmachen potentieller Defizite und Überschüsse an Zahlungsmitteln sowie Vermeidung der Defizite bzw. gewinnbringende Anlage der Überschüsse. Beispiel: Vermeidung eines Defizits durch zusätzliche Kreditaufnahme 3. Sicherung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit des Unternehmens (Liquiditätssicherung). Zahlungsunfähigkeit ist ein Insolvenzgrund 4. Auswahl der optimalen Finanzierungsart 5. Ermittlung des Eigenkapital-Bedarfs. Das Eigenkapital hat auch die Funktion eines Verlustauffangpolsters im Fall einer Krise. Die Frage nach dem „richtigen“ Eigenkapital muss daher sorgfätig abgewogen werden
  • Was ist die Working Capital Rechnung  Working Capital Rechnung • Das Working Capital ist der Überschuss des kurzfristig gebundenen Umlaufvermögens über die kurzfristigen Verbindlichkeiten: Working Capital = Umlaufvermögen - kurzfristige Verbindlichkeiten • Insbesondere im angloamerikanischen Bereich wird die Steuerung des Working Capital als eines der zentralen Probleme der Finanzplanung angesehen. • Je höher der Bestand an Working Capital ist, desto geringer ist das Liquiditätsrisiko, weil mit dem leicht liquidierbaren Umlaufvermögen unerwartete Verbindlichkeiten schnell gedeckt werden können. Je höher zudem das Verhältnis von Umlaufvermögen zu kurzfristigem Fremdkapital ist, desto eher lassen sich aus der kurzfristigen Verschuldung resultierende Zinsänderungs- und Prolongationsrisiken auffangen. Unter Risikoaspekten ist also ein möglichst hoher Bestand an Working-Capital anzustreben. • Meistens sind an den Kapitalmärkten die Zinsen für kurzfristige Verbindlichkeiten geringer als die Zinsen für langfristige Verbindlichkeiten. Um die Zinskosten zu senken, wäre es also sinnvoll, die langfristige Verschuldung durch die kurzfristige Verschuldung zu ersetzen. Eine Erhöhung der kurzfristigen Verschuldung vermindert das Working-Capital. Unter Ertragsaspekten ist also ein möglichst niedriger Bestand an Working-Capital anzustreben. • Für eine Optimierung der Liquiditätsplanung unter Ertrags- und Risikoaspekten ist die Steuerung des Working-Capital also das zentrale Problem.
  • Welche finanzwirtschaftlichen Anpassungsmaßnahmen habe ich bei Unterdeckung bzw Überdeckung • Zielsetzung: bei Überdeckung vorübergehende Verwendungsmöglichkeiten aufzuzeigen, bei Unterdeckung Steuerungsalternativen zu benennen • Finanzwirtschaftliche Anpassungsmaßnahmen bei Unterdeckung: Kreditprolongation, Umstrukturierung des Kapitalfonds, Kreditneuaufnahme, Eigenkapitalerhöhung, Desinvestition von Finanzanlagen, Leasing, Factoring, Verzögerung von Auszahlungen für Investitionsmaß-nahmen • Finanzwirtschaftliche Anpassungsmaßnahmen bei Überdeckung: Kredittilgung, Eigenkapitalverminderung, Termineinlagen, Erwerb von Finanzanlagen, Gewährung von Krediten, Beschleunigung von Auszahlungen für Investitionen zur Rentabilitätserhöhung • Güterwirtschaftliche Anpassungsmaßnahmen bei Unterdeckung: Verzögerung/Verzicht von umsatzbedingten Auszahlungen, Rationalisierungsmaßnahmen, die sofort zu Kapitalfreisetzung führen, Verkürzung der Kapitalbindungsfristen (z.B. Reduzierung Lagerbestand, Verkürzung Zahlungsziel), Desinvestition von Sachanlagen (insb. zur Realisierung von stillen Reserven), Umsatzausweitung • Güterwirtschaftliche Anpassungsmaßnahmen bei Überdeckung: Beschleunigung von Auszahlungen (Skontoinanspruchnahme), Erhöhung Lagerbestand (Rabatte), Einräumung günstigerer Zahlungsziele zur Umsatzerhöhung, Durchführung von geplanten Investitionen