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Schmerzmanagement (Fach) / Schmerz (Lektion)

Entstehung bis...

Diese Lektion wurde von Burgerin01 erstellt.

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  • Definition Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- oder Gefühlserlebnis, das mit tatsächlicher oder drohender Gewebsschädigung einhergeht oder von betroffenen Personen so beschrieben wird, als wäre eine solche Gewebsschädigung die Ursache.
  • Schmerzentstehung - unter anderem durch Reizung der Schmerzrezeptoren ( Nozizeptoren ) verursacht - diese reagieren auf schädliche Einflüsse (  z.B. Drogen ) des Körpers ⇒Bsp. mechanischer Reiz ( Druck ), thermischer Reiz ( Hitze/Kälte ), chemischer Reiz ( Säure ) - führen direkt oder indirekt zur Ausschüttung von Mediatoren ( Überträgerstoffe , von aussen zugeführt ) ⇒die wichtigsten Überträgerstoffe - Bradykinin, Histamin, Prostaglandin
  • Schmerzentstehung II - Schmerzrezeptoren übersetzen Reize in elektrische Impulse - Weiterleitung über aufsteigende Nervenfasern zum Hinterhorn des Rückenmarks → „Eingangstor” der Schmerzwahrnehmung ( erster Neuron ) - dort bereits erste eigenständige Schmerzverarbeitung durch Verstärkung / Abschwächung der Schmerzsignale sowie Schutzreflexe ( z.B. Handwegziehen beim berühren einer heißen Herdplatte ) - vom Hinterhorn des Rückenmarks → Kreuzung der Schmerzimpulse auf gegenüberliegende Seite zum Vorderhorn des Rückenmarks ( zweiter Neuron ) - Impulse weitergeleitet an das Gehirn → zum Thalamus ( drittes Neuron ) → „Schaltfläche” für alle eingehenden sensorischen Informationen → weiter zu den Rindenfeldern des Großhirns → hier erst bewusste Wahrnehmung
  • Arten von Schmerzen - Nozizeptiver Schmerz - Neurogener Schmerz - Gemischter Schmerz - Somatoformer Schmerz
  • Akuter Schmerz - ist sinnvoll und hat lebensrettende Funktion - dient als Warnzeichen - Schmerzwahrnehmung löst Reaktion aus - fördert die Heilung durch Ruhigstellung - ist psychisch relativ einfach zu verarbeiten - Therapie stellt normal kein Problem dar - erfährt Akzeptanz durch die Umwelt - z.B. Verletzung, postoperativer Schmerz - kurze Dauer, einige Sekunden bis einige Wochen - Ursache: erkennbare äußere, schädigende Reize oder innere Auslöser - Einschränkung im Alter: nur Vorrübergehend - Behandlungsziel: Symptom- und schmerzfreiheit
  • Chronischer Schmerz - Dauer: kontinuierlich anhaltend oder wiederkehrend - Ursache: vielschichtige, schädigende Faktoren nicht eindeutig identifizierbar oder nur schwer oder gar nicht zu beheben - Einschränkung im Alltag: dauerhafte erhebliche Einschränkungen im privaten, sozialen und beruflichen Alltag - Warnfunktion: Zunahme der Passivität, sozialer Rückzug, Probleme mit Behandlern, Umwelt - Verlaufseinschätzung: pessimistische Einschätzung - Subjektive empfundene Beeinträchtigung der persönlichen Integrität: hoch, möliche Folgen: lösen Angst, Depressionen aus - Bedeutung: eine ( teilweise ) eigenständig gewordene „Krankheit”→ mit medizinischen und psychologischen Methoden zu behandeln - Behandlungsziel: angemessener Umgang mit Krankheit und Schmerz
  • Folgen nicht therapierter akuter Schmerzen Aktivierung von Stresshormonen ( Adrenalin, Cortisol ) •schlechte Wundheilung, •erhöhte Infektanfälligkeit, •erhöhtes Risiko von Angina pectoris und Herzinfarkt Eingeschränkte Atemtiefe • erhötes Hypoxie- und Pneumonierisiko Immobilisation • erhöhtes Risiko von Thrombose und Lungenembolie • Muskelatrophie Psychologisch • Unwohlsein • Angst • Gefühl der Hilflosigkeit • Schlafstörungen • Faktoren verstärken wiederum Schmerz ( Teufelskreis ) ZNS • Risiko zur Entstehung chronischer Schmerzen durch Entwicklung eines Schmerzgedächtnis
  • Opioidwirkung ZNS - Analgesie - Sedierung Atemwege - Bronchokonstriktion - Hustendämpfung Verdauungstrakt - verzögerte Magenentleerung - Übelkeit / Erbrechen - Obstipation Herz- und Kreislauf - Bradykardie - Vasodilation Sonstige - Juckreiz - Harnverhalt
  • Phantomschmerzen - treten bei 95% aller Patienten auf in den ersten Tagen nach Amputation - bei 75% nehmen die Schmerzwahrnehmungen ab - im Einzelfall können sich die Schmerzen erst Jahre nach Amputation manifestieren - können nach jeder Amputation eines Körperteils auftreten (am häufigsten Extremitäten) - Schmerzcharakter sehr variabel → brennend, stechend, krampfartig, einschließend - meist am distalen Ende des Phantoms lokalisiert - treten meist intermittierend auf und attackenartig, aber auch andauernd - meist mehrmals täglich bis wöchentlich beschrieben - Wetterwechsel, Stress aber auch Entspannung ( abendliche Schmerzverstärkung ) begünstigen Auftreten
  • Chronische Schmerzen - Schmerzfreiheit steht nicht im Vordergrund → mehrdimensionaler Ansatz •Relevant für Entwicklung - Schmerzintensität - Wieviele Episoden treten auf ( wie stark ausgeprägt ) - Schmerzlokalisation - Ausmaß der Einschränkungen - Schlafstörungen → Fatigne ( chronische Müdigkeit ) - eingeschränkter Appetit - Stimmungsschwankungen
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  • Chronische Schmerzen II • Patientengruppe mit chronische Schmerzen - Menschen aller Altersgruppen - die, die Schmerz als solchen beschreiben - länger wie 3 Monate - Schmerz in verschiedensten Körperregionen - Schmerzen durch Tumore / Therapiefolgen - als Begleitsymptom einer körperlichen Störung ( z.B. rheumatischer Schmerz, Stumpf- und Phantomschmerz ) - z.T. körperlich erklärbar, aber psychische Komorbidität möglich - als Ausdruck einer psychischen Erkrankung → im Rahmen einer psychischen Störung ( z.B. Depression )
  • Unterscheidung stabiler und instabiler Schmerzsituation stabil ♦ subjektiv akzeptable Lebenssituation trotz Schmerz ♦ eine wirksame Behandlung liegt vor → kann dauerhaft aufrecht erhalten werden , ebenso Selbstmanagement ♦ Bedrohungen der Stabilität und destabilisierende Faktoren in fachlicher Beratung bearbeiten instabil ♦ Schmerzlinderung und Situation entspricht dauerhaft nicht einer akzeptablen Situation ♦ gesundheitsbezogene oder alltagsbezogene Krisen treten auf oder sind noch nicht wieder durch eine akzeptable Situation abgelöst ♦ Selbstmanagementkompetenz, familiäre o. professionelle Ressourcen reichen nicht aus um Schmerzprobleme zu kompensieren
  • Aufgaben der Pflege im Schmerzmanagement 1. gezieltes und strukturiertes Erfassen von Schmerzen ( Schmerzassessment ) 2. Erfassen schmerzbedingter Pflegeprobleme und Ressourcen, Planung gezielter Maßnahmen. 3. Interdisziplinäre Koordination und Planung schmerztherapeutischer Maßnahmen 4. Medikamentöse Behandlung - sachgerechte Applikation der Medikamente - Überwachung der Wirkung - Nebenwirkungsmanagement - Prophylaxe von schmerzmittelbedingter Nebenwirkungen - Überwachung von schmerzmittelbedingter nebenwirkungen 5. Durchführung der nicht-medikamentösen Maßnahmen ( Auflagen und Wickel ) 6. Information, Anleitung / Schulung von Pat./Bew. und Angehörigen 7. Evaluation der medikamentösen und nichtmedikamentösen Schmerztherapie
  • Schmerzspirale Chronische Schmerzen beeinflussen das psychische, physische und soziale Befinden und beeinträchtigen stark die Lebensqualität der Betroffenen. Kommt eine unangemessene Schmerzbewältigung hinzu, kann sich der Erkrankte auf diese Schmerzen fixieren. Eine Schmerzspirale entsteht. Bei länger anhaltenden Schmerzen besteht die Gefahr, dass sich das Schmerzgeschehen von der Schmerz auslösenden Ursache abgekoppelt und ein ,,Eigenleben'' führt, also zu einem eigenständigen Krankheitsbild wird.