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Pädagogische Diagnostik (Fach) / Fragen 9 + 10 (Lektion)

Fokus Prozess, Leistungsdiagnostik

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  • 1. Wann sollten Sie eher befragen als beobachten, um an diagnostische Informationen zu kommen? Beobachtung:– wenn Verhalten erfasst werden soll– wenn kein Verfahren vorhanden ist, mit dem man direkter auf die inneren Zustände zugreifen kann Befragen: -wenn man subjektive innere Zustände erfassen will– wenn man objektive Fakten erfassen will, Ja-Nein-Antort lässt keinen Interpretationsspielraum– wenn man Informationen vermitteln will z.(B.(Beratungsgespräch)
  • 2. Stellen Sie sich folgende Interviewsituation vor. Wie würden Sie diese anhand der in der Vorlesung durchgenommenen Kategorien charakterisieren? Erhebungstechnik (mündlich/ schriftlich) Objekt der Befragung Häufigkeit ! Außmaß der Strukturierung  (Merkmal der Interviewsit.) Grad der Standardisierung (Merkmal d. Erhebungsinstrument) Offenheit (Merkmal der Frage, Antwortspielraum) !
  • 3. Welche Interviewsituation ist für die interviewende Person am anspruchsvollsten und warum? Orientieren Sie sich hierbei an den Merkmalen der Interviewsituation, des Erhebungsinstruments und der im Interview gestellten Fragen! wenig strukturierte Situation : da das Thema / die Fragestellung noch nicht genau ausgearbeitet ist und man ersteinmal herausfinden muss, was man genau fragen will und wie man daran herankommt, hypothesengenerierend nicht standardisierte Fragen: die Antoworten (noch) nicht kategorisiert sind und dadurch schwierig auszuwerten große Offentheit: Antworten müssen genau protokolliert werden
  • 4. Wann ist sind wenig strukturierte Interviews angemessen? zur ersten Erkundung und Präzisierung eines Problems , da sie eher hypothesengenerierend wirken
  • 5. Was ist der Unterschied zwischen standardisierten und nicht standardisierten Fragen? Antworten können in Kategorien zusammengefasst werden und sind so vergleichbar oder eben nicht
  • 6. Was sind Vor- und Nachteile eines standardisierten vs. unstandardisierten Interviews? Standardisiert: + liefern quantifizierbare Ergebnisse, ökonomisch, vergleichbar, objektiv und reliabel -individueller,(subjek+ver( Lebensraum(wird(ggf.( unzureichend(abgebildet–(dadurch(Validität(bedroht nicht standardisiert: + lebensnah, orientiert am Befragten, flexibel, adaptiv Antworten(schwer(oder(gar(nicht(vergleichbar–(wenig(objek+v– (evtl.(Nichterheben(wich+ger(Informa+onen
  • 7. Was müssen Sie in der Durchführungsphase des Interviews beachten? -Grundlagen der Gesprächsführung(und(nonverbale(Aspekte(berücksich+gen• Gesprächsverlauf(strukturieren(und(kontrollieren• Zeit(festlegen• Gesprächsbeendigung((Gegenüber(nicht(“in(der(Luft hängen(lassen”)• keine(Gespräche(zwischen(Tür(und(Angel!
  • 8. Nennen Sie jeweils ein Beispiel für eine funktionale und für eine formale Frage! funktional: Eisbrecher, Überleitung, Kontrollfrage; "Haben Sie denn gut geschlafen?" formal: eigentliche Frage d. Interviews -> direkt ("Sind Sie mit dem Seminar zufrieden?" )oder indirekt ("Würden Sie das Seminar noch einmal besuchen?") Suggetivfrage: Fragen, die in eine bestimmte Richtung lenken -> Vermeiden!
  • 9. “Du hast doch sicher auch gesehen, wie Klara Susis Pausenbrot geklaut hat, oder?” Wie nennt man diese Art Frage, und wie könnte man die Frage optimieren? Suggestivfrage "Hast du gesehen, wer Susis Pausenbrot geklaut hat?"
  • 10. In welcher Reihenfolge sollte man Interviewfragen stellen? - zuerst(“Eisbrecher” ->Beziehung(etablieren) - Intimes,(Schwieriges,(Belastendes(erst,(sobald(Vertrauen(etabliert(ist - posi+v(enden
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  • 11. Was sind die Vorteile von Fragebögen? Ökonomie Anonymität objektiver als Interview (ggf. als reliabler/ valider) gut in Gruppen durchführbar Nachteil: wenig Flexibilität
  • 12. Vor der Unterrichtseinheit “Geschlechtskrankheiten” will der Biolehrer die Vorkenntnisse seiner SuS wie folgt erfassen: “Wir werden uns ab der nächsten Woche mit venerologischen Themen befassen. Schreibe zunächst Deinen Namen oben auf diesen Bogen. Dann kreuze an, was auf dich zutrifft: Wie oft hattest du schon Syphilis, Gonorrhoe oder Condylomata acuminata? (a) nie, (b) manchmal, (c) oft.” Was macht der Biolehrer alles falsch? Er beachtet nicht den Wortschatz der SuS (zu viele Fremdwörter) Er benutzt mehr als einen Sachverhalt pro Frage keine “Trichtertechnik” (Vermeidung von Antworthemmungen) Fragt nicht nach Vorwissen sondern eher Erfahrung ------------------------------- Informationsniveau nicht überschreiten ok Fragen begründen (besonders heikle) ok vage und unbestimmte Begriffe vermeiden; klare Definitonen ok verschiedene “Polung” der Fragen verhindert “Durchkreuzen”
  • 13. Wo finden Sie Informationen über standardisierte Schultests? Testzentrale
  • 14. Welche Gefahren birgt eine unsachgemäße Anwendung von standardisierten Tests? Auslösen von Erwartungshaltungen Bestätigung von Vorurteilen Etikettieren
  • 15. Aufgabenbeispiel aus der Informatik: “Ein englischer Mathematiker entwickelte 1936 ein wichtiges Modell der theoretischen Informatik. Kreuzen Sie an, wie das Modell richtig heißt: (a) Touring-Maschiene, (b) Thüring-Maschiene, (c) Turing-Maschiene, (d) keine der Lösungen ist richtig.” a. Identifizieren Sie Informationsteil, Frageteil und Antwortteil! b. Identifizieren Sie Attraktor, Distraktoren und (aus letzteren) den Decoy! -> Aufgabenformen Informationsteil: Ein englischer Mathematiker entwickelte 1936 ein wichtiges Modell der theoretischen Informatik. Frageteil: Kreuzen Sie an, wie das Modell richtig heißt: Antwortteil: (a) Touring-Maschiene, (b) Thüring-Maschiene, (c) Turing-Maschiene, (d) keine der Lösungen ist richtig. Hier gebundene Kurzantwortform-> Antwort-Auswahlform: Attraktor ->  ,Distraktoren-> nicht korrekte Antwortmöglichkeit, Decoys-> falsche Fährte Kurzantwortformen: frei (Lückentext, Ergänzungaufgabe) und gebunden (Ordnungsaufgaben -> Zu- order Umordnung, Auswahlaufgaben -> Alternativform, Antwort-Auswahlform) Essayformen Performanzaufgaben
  • 16. Welche Aufgabentypen würden Sie anwenden, um den Lernerfolg Ihrer SuS in den folgenden Beispielen überprüfen, und warum? a. Französischvokabeln b. Kenntnis der “he, she, it – das ‘s’ muss mit”-Regel im Englischen c. Kenntnis von Fachbegriffen d. Beschreibung des Nervensystems eines Regenwurms e. Wissen, in welchem Jahr bestimmte historische Ereignisse stattgefunden haben f. Wissen um die Abfolge der Erdzeitalter g. Wissen um das Funktionieren eines elektrischen Schaltkreises a) Lückentext -> Wortschatz und Grammatik wird geprüft b) Umordnungsform odder auch ein Lückentext c) Ergänzungantworten-> Abfragen von Faktenwissen d) e) Multiple Choice f) Umordnungsform g)
  • A. Was ist der Unterschied zwischen Tendenz zur Akquieszenz und Tendenz zu sozialer Erwünschtheit? Tendenz in Ratingskalen  generell eher zuzustimmen und die Tendenz so zu antworten, dass es im Einklang mit sozialen Normen liegt
  • B. Wie kann man divergente Leistungen besser messbar machen? z.B. Gedichtsanalysen, durch die Definition klarer Kriterien und "kontrollierte Subjektivität"-> Bünderlung mehrer Sichtweisen konvergent, z.B. ja- oder nein-Antworten, sind besser messbar, sie sollte nur so professionell und exakt wie möglich erfolgen
  • C. Nennen Sie die Funktionen schulischer Leistungsmessung! (Ziegenspeck) Orientierungs- und Berichtsfunktion-> Mitteilung/Rückmeldung von Ergebnissen, auch für die lehrkraft selbst (wurde das Ziel erreicht?) pädagogische Funktion ->> positive Verstärkung / Strafe Selektions- und Allokationsfunktion (Auswählen und Zuordnen) -> Erteilung von Berechtigungen, Zuweisung, Verteilung von Chancen (Abitur), Problem: Reduktion sozialer Ungleichheiten -> widersprüchliche Anforderungen, je nach Zielsetzung unterschiedliche Verfahren notwendig
  • Was ist Schulleistung nach Furck? Forderung, die die Schule an die SuS stellt Tätigkeit der SuS Ergebnis der Tätigkeitdes einzelnen in verschiedenen Bereichen Beitrag der Schule für andere
  • D. Entsprechen Noten den Gütekriterien der klassischen Testtheorie? Warum (nicht)? Nennen Sie mindestens vier Argumente! Nein: Objektivität ->gleich leistungsstarke SuS wurden unterschiedlich benotet (Pisa 2003), Einfluss der Lehrkraft auf die Beurteilung z.B. durch Altermilde Reliabilität /Messgenauigkeit: mündliche Noten sind nicht sehr messgenau, Retest-Reliabilität zeigt, dass wenn dieselbe Arbeit mehrmals durch die gleiche Lehrkraft korrigiert wird, unterschiedliche Benotungen gegeben werden Validität: Abhängigkeit von dem Niveau der Klasse ("grading on a curve"), Einfluss der äußeren Form, auch wenn nur Inhalten zählen, der Einfluss der Sprechgeschwindigkeit bei mündlichen Prüfungen
  • E1. Wie kann man die Validität von Noten verbessern? Machen Sie mindestens drei Vorschläge! Sprachliche Leistung nur mitbewerten, wenn dies auch angebracht ist Prüfungen geben, bei denen Gedächnisleistung und Geschwindigkeit nicht so wichtig sind Angstreduktion, z.B. durch Transparenzpapiere standardisierte Tests Verwendung vielfältiger Prüfungsmethoden
  • E2. Wie kann man die Objektivität von Noten verbessern? Machen Sie mindestens drei Vorschläge! Durchführung, Auswertung, Interpretation explizit machen Beurteilertrainings zur Vermittlung klarer Kriterien Trennung von Beschreibung (Messung) und Interpretation Reality check anhand von Orientierungs- und Vergleichsarbeiten
  • E3. Wie kann man die Reliabilität von Noten verbessern? Machen Sie mindestens drei Vorschläge! mehr Aufgaben Messfehler bei Interpretation berücksichtigen
  • F. Was unterscheidet die Taxonomien nach Bloom und Möller? Nennen Sie die Elemente der beiden Taxonomien in der richtigen Reihenfolge! Bloom-> nach kognitiven Leistungen 1) Wissen (Informationen abrufen) 2) Verstehen (Informationen in Kontexte setzen, Zusammenhänge erkennen, rekombinieren und vorhersagen) 3) Anwenden/ Transfer (Anwenden des Gelernten auf ein neues Problem) 4) Analyse (Zerlegung des Materials in Elemente, Beziehungen, Prinzipien) 5) Synthese (kreative Neukombination aus erlerntem und neuem Material) 6) Evaluation/ Bewertung (Schlussfolgern, urteilen Möller-> nach Genauigkeit 1) Leitziele (höchster Abstraktionsgrad, allg. Ziele) 2) Richtziele (allg. Fachlernziele z.B. Grundverständnis) 3) Grobziele (mittlere Eindeutigkeit, besondere Fachlernziele, Rahmenlehrpläne) 4) Feinziele (hohe Eindeutigkeit, tägl. Unterrichtsplanung, Stundenziele) Mager-> Hinweise zur Formulierung von Lernzielen
  • G. Was macht ein gut operationalisiertes Lernziel aus? -> Mager Es beschreibt das beabsichtigte Verhalten, dass der Lernende nach Abschluss des Lernprozesses zeigen soll -> Beobachtbare Verhaltensweisen -> spezifizierte Bedingungen unter denen das gelernte Verhalten geprüft werden soll ->Bewertungsmaßstab, anhand dessen man über die Zielerreichung urteilen kann
  • H. Was unterscheidet bezugsgruppenorientierte von kriteriumsorientierten Tests? soziale Bezugsnorm, Klassische Testtheorie, Zentrale Konstruktionsschritte-> Aufgabenanalyse (Schwierigkeit, Trennschärfe, Distraktorenanalyse) udn Eichung kriteriale Bezugsnorm, probabilistische Testtheorie, Zentraler Konstruktionsschritt-> curriculare Analyse (Inhalte, Aufgabenformen, Anforderungsebenen)
  • I. Warum sind informelle Tests für Sie als Lehrkraft ein nützliches Hilfsmittel? prüft das, was im Unterricht tatsächlich dran kam, orientiert sich an den Bedürfnissen der eignen SuS ist häufig anwendbar, dadurch geeignet zur Prozessdiagnostik -> Praxisnutzen Aufwand orientiert sich am Machbaren, langfristig massive Arbeitsersparnis
  • J. Was sind Aufgabenschwierigkeit und Trennschärfe, und warum ist es wichtig, diese heranzuziehen, wenn Sie die Qualität Ihrer Aufgaben beurteilen wollen? Lösungswahrscheinlichkeit -> Summe obere und untere Hälfte (in der Leistungsrangfolge) / erreichbare Punkte * 100 Trennschärfe: statistischer Zusammenhang der einzelnen Aufgabe mit dem Gesamtergebnis (soll möglichst hoch sein),  nach Ingenkamp & Lissmann: (Punkte OH - Punkte UH) / max. Punkte Aufgabe, besser als 15% erwünscht durch diese Kennzahlen kann überprüft werden, ob die Aufgabenschwierigkeit und die Bearbeitungszeit angemessen sind
  • K. Welche Indizien weisen darauf hin, dass a. die Bearbeitungszeit einer Klassenarbeit zu knapp bemessen war? b. bei einer Klassenarbeit Ermüdungseffekte auftraten? a) unvollständig oder gar nicht bearbeitete Aufgaben gegen Ende Flüchtigkeitsfehler eigentlich leichte Aufgabe (gemessen an den SuS, die sie gelöst haben) werden nicht angegangen b) Leistung fällt gegen Ende ab, trotz gleichbleibender Inangriffnahme spätere Aufgaben haben geringere Trennschärfe