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Pädagogische Diagnostik (Fach) / Fragen 7 + 8 (Lektion)
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- 1. Nennen Sie jeweils ein Beispiel für eine proximale, eine “mittlere” und eine distale Determinante von Schulleistungen gemäß dem Modell von Weinert (2001)! proximal: individuelle Lernvoraussetzung: Intelligenz, Emotionen, Vorwissen, Strategie mittel: Leistungen der Schule: Unterrichtsqualität- und quantität distal: Schulexterner und -interner Kontext: Elternhaus, klassenklima, Medien
- 2. Wie würden Sie im Zuge einer Schulleistungsdiagnostik als erstes untersuchen: von proximal zu distal oder umgekehrt? von proximal zu distal: von den individuellen Lernvoraussetzungen über den Unterrichtsrahmen bis zu den Rahmenbedingungen
- 3. Ist es möglich, dass jemand gleichzeitig hochbegabt ist und eine Teilleistungsschwäche hat? Ja, da eine Schwäche auch andere Ursachen (neben einer geringen Ausprägung) haben kann als eine Störung, z.B fehlende Beschulung
- 4. Was unterscheidet eine Teilleistungsschwäche von einer Teilleistungsstörung? Störungsbild nur in geringer Ausprägung und anderen Ursachen (z.B. Intelligenzminderung, fehlender Beschulung, Sehschwäche)
- 5. Kollegin Schmitz sagt: “Ich brauche keinen standardisierten Rechtschreibtest! Ich sehe doch aus der Diktatleistung, ob jemand Rechtschreibung beherrscht oder nicht!” Was würden Sie der Kollegin erwidern? Lehrerurteile sind subjektiv-> Verzerrungstendenzen Lehrkraft gestaltet und bewertet Aufgaben, Probleme könnten also auch eine Reaktion auf die Lehrkraft und/ oder ihre Art der Aufgabe sein Standardisierung: exaktere Einordnung der Probleme
- 6. Gibt es spezifische Fehler, die Kinder mit LRS machen? Nein, gibt es nicht. Kriterien sind die Häufigkeit und die Resistenz (Systematik gleicher Fehler) der Fehler
- 7. Was versteht man unter phonologischer Bewusstheit? Nennen Sie eine Teilfähigkeit, die darunter fällt. Lautanalyse und Lautsynthese, also die Fähigkeit Laute zu erkennen und Wörter aus Phonemen zu rekonstruieren z.B. Reime erkennen, Silben segmentieren, Laut zu Wort einordnen
- 8. Was ist “Kausalattribution”? Definieren Sie den Begriff in maximal drei Wörtern. Zuordnung der Gründe
- 9. Wie sieht ein günstiges Attributionsmuster bei (a) Erfolg, (b) Misserfolg aus? a) Begabung( stabil und internal) oder Anstrengung (variabel und internal) b) Anstrengung (variabel und internal) und Zufall (variabel und external)
- 9b. Wie sieht ein ungünstiges Attributionsmuster bei (a) Erfolg, (b) Misserfolg aus? a) Aufgabeschwierigkeit (stabil und external) und Zufall (external und variabel) b) Begabung (internal und stabil) und Aufgabenschwierigkeit (external und stabil)
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- 10. Welche motivationale(n) Zielorientierung(en) ist (sind) besonders günstig und warum? Lernzielorientierung -> individueller Bezug, besser zu werden, kein Vergleich zu anderen, also immer weitere Leisterungssteigerung Annäherungs-Leistungszielorientierung: kurzfristig unter bestimmten Bedingungen, wie Prüfung oder Wettkampf, besser sein wollen als andere
- 11. Welche Folgen hat es, wenn Sie im Unterricht die soziale Bezugsnorm verwenden? ist günstig für gute SuS und ungünstig für schlechte Schüler, da es gleich schwere Aufgaben für alle gibt und Lob und Tadel nur für über- und unterdurchschnittliche Leistungen im Klassenvergleich gibt, das hat Einfluss auf die Schülermotivation , Schulangst und Attributionsmuster
- 12. Was ist der Unterschied zwischen Angst und Ängstlichkeit? Angst ist Zustand, gegenwärtiges Verhalten und Erleben Ängstlichkeit: Disposition Angst zu haben, korreliert mit emotionaler Instabilität
- 13. Warum ist es sinnvoll, sich bei der Diagnostik von Angst in der Schule auch die Bewältigungsstrategien anzuschauen? (Denkfrage) um die Bewältigung zu verbessern, um Ressourcen für die Leistungserbringung frei zu machen.
- 14. Was ist der Unterschied zwischen Gruppenstrukturen und Gruppennormen? Einflussstrukturen, Kommunikationsstrukturen, Erwartungsstrukturen, Sympathiestrukturen Erfassung übder die Beobachtungen, Wahlverfahren, Soziogramme und andere soziometrische Verfahren -> Wie ist eine Gruppe aufgebaut? vs. Merkmale prototypisch beliebter und unbeliebter SuS -> Welche Regeln gelten in einer Gruppe?
- 15. Wie kann man Normen erfassen, und welche Probleme können dabei auftreten? Befragung (standardisierte Fragenbögen), Beobachtung (standardisierte Beobachtungs- oder Beurteilungsbögen) oder Erschließen aus Konsequenzen (Einsamkeit z.B.)
- 16. Einmal Außenseiter, immer Außenseiter – ist diese Aussage empirisch belegbar? Ja nach Ingenkamp und Lissmann "bestürzend stabil", Eingreifen wichtig, um diese zu ändern
- 17. Warum sollte man sich bei der Untersuchung des Klassenklimas nicht nur am Mittelwert der Einschätzungen orientieren, sondern auch die Streuung berücksichtigen? Da einzelne besonders negative Empfindung Beachtung benötigen, damit es für alle ein gutes Klima ergibt
- A. Warum machen wir Fehler bei der Wahrnehmung, und wie können wir damit umgehen? Begrenzte Wahrnehmung (Können) und Neigung zu Aufwandsminimierung (Wollen) -> Expertise aneignen (chunking) um mehr Wahrnehmen zu können ->Reflexion (Aufwand), was will ich wahrnehmen und reicht das? -> techn. Hilfsmittel (Kamera)
- B. Nennen Sie einen Mechanismus, der unsere Wahrnehmung strukturiert, und erklären Sie in maximal einem Satz, was es damit auf sich hat! Selektion, ausgewählte Reize werden beobachtet Organisation, Konstruktion auf Grund von Vorwissen Akzentuierung, Konzentrieren auf einzelne Reize Fixierung, Einfluss auf Wahrnehmung auf Grund von Erwartungen
- C. Warum ist es sinnvoll, Beobachtung und Urteil zu trennen? Was wird wahrgenommen, Interpretation der Beurteilung: Formative Evaluation, Resultat aus vielen Beobachtungen : Summative Evaluation -> Eine Beobachtung kann zu falschen Urteilen führen
- D. Was für eine Art Beobachtung haben wir in folgender Situation? Unterstreichen Sie jeweils die richtige der zwei Optionen. Eine Forscherin bittet einen befreundeten Lehrer, eine alltägliche Unterrichtseinheit mit einer Videokamera aufzuzeichnen. Sie will schauen, wie oft positive und negative Lehrer-Schüler-Interaktionen in dieser Unterrichtsstunde vorkommen, und hat auf Grundlage der Forschungsliteratur eine Liste möglicher Verhaltensweisen erstellt. Die SuS sind darüber informiert. • Systematische oder unsystematische Beobachtung? • Selbst- oder Fremdbeobachtung? • Natürliches oder provoziertes Verhalten? • Offene oder verdeckte Beobachtung? • Teilnehmende oder nicht teilnehmende Beobachtung? • Indirekte oder direkte Beobachtung? • Feld- oder Laborbeobachtung? • Zeitlich gesteuerte oder ereignisgesteuerte Beobachtung? systematisch (Kriterien aufgestellt) Fremdbeobachtung ? natürliches Verhalten offene Beobachtung nicht teilnehmend indirekt-> mechanisch Feld zeitgesteuert außerdem gebunden oder frei? -> frei (unvoreingenommen)
- E. Ist ein Schlagwortverzeichnis, wie Sie es beispielsweise am Ende eines Lehrbuchs finden, ein Indexsystem oder ein Kategoriensystem? (als symbolische Beobachtung neben freier Beschreibung und Schätz- bzw. Ratingskalen/ Schülerbeobachtungsbögen) Indexsysteme: Annahme:!Bes;mmte!beobachtbare!Verhaltensweisen!sind!für!einen!ganzen!Verhaltensbereich!symptoma;sch/repräsenta;v Kategoriesysteme: Sachverhalt!wird!vollständig!abgedeckt• Kategorien!schließen!sich!gegensei;g!aus• Beispiel!Leistungsrückmeldung! ->????
- 6. Was für Ratingskalen sind das? Pädagogische Diagnostik ist … • … interessant – stimme nicht zu 1 2 3 4 5 6 stimme zu • … sehr interessant – interessant – weniger interessant – nicht interessant 1) numerische Skala 2) verbale Skala Außerdem gibt es die grafische Skala
- 7. Handelt es sich bei folgendem Beispiel um eine unipolare oder eine bipolare Skala? • Der Schüler ist: sehr anstrengend -2 -1 0 1 2 sehr umgänglich Bipolar
- G. Was spricht dafür, was dagegen, bei Ratingskalen eine Mittelkategorie zu verwenden? dafür: Möglichkeit für den Befragten sich nicht festlegen zu müssen dagegen: "zwingt" zu einer Entscheidung
- H. Warum sollten Sie möglichst verhaltensnah beobachten? weil dies zu objektiveren, reliableren und valideren Ergebnissen führt (man hat das Verhalten sachlich beschrieben und untersucht so, das was man untersuchen will und es bietet keinen Interpretationsspielraum -> Kategorien festlegen
- I. Sie wollen in Ihrem Fach wissenschaftlich beobachten. Finden Sie eine eigenständige Beispielfrage und definieren Sie sinnvolle Indikatoren, die Sie beobachten können! wissenschaftliches Beobachten: Beobachten!mit!bes;mmten!Fragestellungen/Zielsetzungendient!der!Beschreibung!bzw.!Rekonstruk;on!sozialer!Wirklichkeit!vor!dem!Hintergrund!einer!leitenden!Forschungsfrage Frage, Situationen (wann), Indikatoren (wie), welche Person (wer) in welchem Zeitraum (wann), Reflexion von Beobachtungsfehlern, Festhalten der Beobachtungen Welcher Schüler der 7. Klasse kann gut mit Farben umgehen? Indikatoren: Farben anmischen, Verhältnis Wasser und Farbe, Kontraste