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Pädagogische Diagnostik (Fach) / Fragen 5 + 6 (Lektion)
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- 1. Was ist der zentrale Unterschied zwischen psychometrischen und kognitiven Intelligenztheorien? psychometrsch: Messung der Fähigkeit anhand des Ergebnisses in einem IQ-Test kognitiv: Erfassung von Informationsverarbeitungsprozessen
- 2. Nennen Sie je ein Beispiel für ein einfaktorielles und ein mehrfaktorielles Intelligenzmodell! Einfaktor: Zweifaktorenmodell/ g-Faktor-Modell: Spearman 1904, 1927, verschiedene kognitive Teilleistungen hängen statistisch zusammen, es gibt eine generelle Fähigkeit, die alle Teilleistungen beeinflusst (g-Faktor) -> außerdem gibt eine spezielle Fähigkeit, die Unterschiede in den Teilleistungen erklären
- 3. Was versteht man unter dem g-Faktor der Intelligenz? der gemeinsame Faktor, der die Korrelation zwischen den verschiedenen Fähigkeiten/ Ebenen der Intelligenz bildet
- 4. Welche Anforderungen muss eine Person beim komplexen Problemlösen bewältigen? Mehrere zum Teil interagierende Parameter beeinflussen das Ergebnis, d.h. es werden mehrere Fähigkeiten zur Problemlösung benötigt -> korreliert nur moderat mit der "klassischen" Intelligenz, Prozess interessiert mehr als das Ergebnis Beispiel: Aufgabe in der Wissenerwerb und die Wissensanwendung zur Lösung benötigt werden
- 5. Erklären Sie den Unterschied zwischen fluider und kristalliner Intelligenz! fluide Intelligenz: genetisch bedingte Intelligenz, Situationsorientierung, Schlussfolgern, Problemlöösen, Verarbeitungsgeschwindigkeit; steigt bis zu einem Alter von etwa 25 Jahren, dann nimmt sie stetig ab kristalline Intelligenz: Erworbene Intelligenz, Wissen, Wortschatz, gesammelte Erfaahrung zu Problemlösungswegen = Weisheit; Steigt bis ins hohe Alter
- 6. Erklären Sie die “Investmenttheorie” in maximal drei Sätzen! Die fluide Intelligenz unterstützt die Wissensaneignung, also die Entwicklung der kristallinen Intelligenz, gemäß dem Matthäus-Effekt. Wer eine hohe angeborene Intelligenz hat, hat auch Vorteile in der Entwicklung des angeeigneten Wissens
- 7. Was besagt die Differenzierungshypothese? Dass sich die Intelligenz, ausgehend von einer allgemeinen Intelligenz, mit zunehmenden Alter in verschiedene intellektuelle Teilfähigkeiten entwickelt
- 8. Was besagt der “Matthäus-Effekt”? Wer bereits eine große fluiden Intelligenz hat, hat auch Vorteile in der Entwicklung der kristallinen Intelligenz. Die, die eine schlechtere fluide Intelligenz besitzen, haben auch eine geringere kristalline Intelligenz
- 9. Die ersten IQ-Tests stellten Aufgaben, die Kinder eines bestimmten Alters meistern sollten. Warum kam man davon ab und benutzt heute stattdessen fast ausschließlich den “Abweichungs-IQ”? Nicht für jede Altersgruppe gibt es typische Aufgaben, deren Lösung gekonnt werden muss, das Intelligenzalter, dass das das Ergebnis zeigt, besagt wenig Beim Abweichungs-IQ wird dageben ein individueller Wert abhängig von einer Vergleichgruppe ermittelt. Es gibt noch den klassischen IQ, der auch mithilfe des Intelligenzalters berechnet wird. Es gelten also die gleichen Nachteile
- Wozu müssen Lehrer etwas über Intelligenz wissen? beste variable um den Schulerfolg und späteren Erfolg im Leben hervorzusagen Korrelation: r=.05-.06 (1 ist das Optimum) Variable bei verschiedenen pädagogisch relevanten Auffälligkeiten Intelligenz= Potenzial zum Lernen -> Lernangebote/ -voraussetzungen schaffen
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- A. Welche Vorteile hat ein IQ-Test gegenüber der Lehrereinschätzung von Schülerintelligenz? Intelligenz = eine der wichtigsten Voraussetzungen zum Lernen Weil Lehrereinschätzung sehr fehleranfällig sind, im Mittelwert ganz gut, aber viele Unter- und Überschätzungen IQ-Test ist standardisiert -> objektiv, reliabel und valide
- B. Aus welchen Komponenten besteht Renzullis Drei-Ringe-Modell? 1) überdurchschnittliche kognitive Fähigkeit 2) Kreativität 3) Motivation Hochbegabung bei den Schnittpunkten
- C. Nennen Sie ein Modell, das Hochbegabung als entwicklungsfähiges Potenzial auffasst! Das Münchener Hochbegabungsmodell (Heller, Perleth & Hany): mehrdimensionales Potenzial in verschiedenen Bereichen = Begabungsfaktoren (Prädiktoren) entwickeln sich in Leistungbereichen (Kriterien), die ebenso mehrdimensional sind Einfluss auf die Entwicklung haben nicht kogn. Persönlichkeitsmerkmale (Moderatoren) und Umweltmerkmale (Moderatoren) Gagnés DMGT erweitert das Modell durch den Zufall, der Einfluss nimmt auf das Potenzial und die Moderatoren
- D. Wodurch sind pädagogisch günstige Begabungsmodelle charakterisiert? Erläutern Sie Ihre Antwort kurz. begreifen schon das Potenzial als Begabung, die zu herausragenden Leistungen führen kann, untersuchen die angeborenen Merkmale, die herausragende Leistungen auslösen mehrdimensionalität, auch nicht kognitive Persönlichkeitsmerkmale berücksichtigt, auch Umweltmerkmale berücksichtigt Im Gegensatz zum Expertise-Ansatz, der erst wenn herausragende Leistung erbracht ist, untersucht, wie diese zu Stande kam. Beim Begabungsmodell wird untersucht wie sich Begabung entwickelt.
- E. Nennen Sie den zentralen Erfolgsfaktor beim Expertiseerwerb! Erfahrung (10 000-Stunden-Regel / 10-Jahres-Regel)
- Definitionsklassen von Begabung Perfomanz- vs. Kompetenzdefinitionen Eindimensional vs. mehrdimensional Status vs. Entwicklung
- F. Was charakterisiert Experten (im Gegensatz zu “Novizen”)? Nennen Sie mindestens drei Unterschiede! -Größere Wissensbasis - besser organisiertes und vernetztes Wissen - mehr und flexiblere Reaktionsmuster - Erkennen, welche Aspekte relevant sind - wissen, eher wie man Wissen praktisch anwenden kann - fassen Informationen zu größeren Einheiten zusammen (chunking), dadurch Automatisierung von "Denk-" oder Informationsverarbeitungsprozessen
- G. Was müssen Sie beachten, wenn Sie eine Klassenarbeit nutzen wollen, um Vorwissen zu erfassen? - Aufgaben müssen sorgfältig kontruiert sein (Inhalt, Verstehen, Anwendung; Schwierigkeit) - statistische Erfassung von Mängeln und Fehlern (Fehlermuster) - Fehlerkorrektur und zielerreichendes Lernen (wichtig vor allem bei großen Lücken und zentralen Inhalten; "Umlernen")
- Strukturanalyse von Wissensmängeln Breite (fachspezifisch oder übergreifend) Schwere Tiefe Behebbarkeit
- H. Welche Kriterien legen Laien an, wenn sie “Hochbegabung” definieren sollen? Nennen Sie zwei der fünf Kriterien von Sternberg und erklären Sie kurz, was man darunter versteht. Exzellenz - Hochbegabte ragen im Vergleich zur Altersgruppe heraus Seltenheit - kommt selten vor Produktivität - führt zu Produktivität oder befähigt zu besonderen Handlungen (->Leistung) Beweisbarkeit - kann durch Prüfverfahren nachgewiesen werden Wert - wird in der Gesellschaft anerkannt
- I. Warum ist es problematisch, wenn Lehrkräfte vermuten, dass Hochbegabte eher soziale und emotionale Defizite haben als durchschnittlich Begabte? falsche Einschätzung Voreingenommenheit
- 10. Welche Informationsquellen kann man heranziehen, um Hochbegabung zu identifizieren? Nennen Sie mindestens drei und erläutern Sie die Vor- und Nachteile! IQ-Tests: objektive, reliable und valide Ergebnisse, aber bei Leistungsverweigerung irreführend, nicht immer zugänglich (soll durch Experten durchgeführt werden) Elterneinschätzungen: kennen ihr Kind am besten, aber Vergleich fehlt und nicht objektiv Schülerselbsteinschätzung: berücksichtigt Identitätsperspektive, aber Einsichtsfähigkeit ist entwicklungsabhängig-> Metakogn. Fähigkeiten müssen vorhanden sein Einschätzung durch Klassenkameraden: haben eine einzigartige Sicht auf ihren Mit-Sus, aber geprägt durch Sympthie und Antipathie und hängt von der metakogn. Fähigkeit ab Einschätzung durch Lehrkräfte: Vergleichmöglichkeiten, Fördermöglichkeiten, aber nicht objektiv, diagnostische Fähigkeiten sind heterogen
- K. Worauf sollte man bei der Verwendung von Checklisten zur Identifikation von Hochbegabten achten? Geben Sie je ein Beispiel für ein geeignetes und für ein ungeeignetes Merkmal! Konzentration auf Merkmale, die auch wirklich unmittelbar mit der Denkfähigkeit zu tun haben, klare Definition der Norm (was ist "gut"), gezielte u. systematische Beobachtung geeignet: sehr aufmerksam, auffallend neugierig, gute Merkfähigkeit ungeeignet: geringes Schlafbedürfnis, geringes Interesse am Spielen mit Gleichaltrigen, langes Einnässen, selbstmotiviertes Erlernen von Lesen, Schreiben, Rechnen
- 12. Unter welchen Umständen ist es besonders schwierig, Begabung zu erkennen? Nennen Sie ein Beispiel, wo Sie als Lehrkraft genauer hinschauen sollten. SuS mit Migrationshintergrund (Sprachprobleme können Leistungen verzerren) underachiever SuS mit doppelten Diagnosen SuS mit anderen Besonderheiten, die man für Hochbegabung halten könnte nicht geschlechterstereotypische Begabung (Erwartungshaltung!)
- L. Definieren Sie “Underachievement” in maximal einem Satz! Eine Minderleistung, die auf Grund des vorhandenen Potenzials nicht zu erwarten ist, da der/ die SuS mehr leisten könnte
- M. Ist es sinnvoll, Underachievement anhand klarer Grenzwerte (z. B. IQ über dem 90. Perzentil, Schulleistung unter dem 50. Perzentil) zu operationalisieren? Warum (nicht), und was wäre ggf. die bessere Alternative? Nein, da so nur Hochbegabung erfasst wird, Underachievment aber auch über das gesamte "Intelligenz-Spektrum"/ Fähigkeitsspektrum vorkommt und diese dann nicht erfasst werden. Besser wäre die Abweichung von Note von der Vorhersage der Note anhand des IQ, da so das gesamte Fähigkeitsspektrum vorkommen kann