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Demonstrationen und Übungen der Allgemeinen Psychologie (Fach) / Wahrnehmung und Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Lernen, Problemlösen (Lektion)
Wahrnehmung und Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Lernen, Problemlösen
Diese Lektion wurde von inziminzi erstellt.
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- Inattentional Blindness Probanden merken unerwartete Ereignisse nicht, wenn sie gleichzeitig andere Aufgaben Ausführen AV: Ereignisse wahrnehmen trotz Fokussierung auf andere Aufgaben UV1: Frau in Gorillakostüm vs. Frau mit Regenschirm UV2: Transparent vs. Opaque UV3: Aufgabe leicht - Gesamtzahl der Pässe zählen, Aufgabe schwer (Pässe getrennt in Direkt- und Bodenpässe zählen) UV4: Beobachten weiß vs. schwarz Wahrnehmungsrate geringer für Gorilla, transparent, schwere Aufgabe & größere Merkmalsunterschiede (kaum Unterschiede bei Regenschirm, weil Kleidung der Frau hebt sich von beiden Teams gut ab; Gorillas wurden öfter von Schwarzbeobachtern entdeckt) -> Effekt umso stärker, je schwerer Aufgabe & je größer visuelle Unterschiede; IB zeigt sich auch, wenn unerwartetes Ereignis direkt im fovealen Blickfeld -> Bewusste Wahrnehmung nur durch gezielte Aufmerksamkeit (nur 8 Pbn bei Gorilla, leichte & schwere Aufgabe, transparent und weiße Team Beobachter)
- Tiefenkriterien okulomotorisch - für nahe Objekte: Akkomodation, Konvergenz monokular - Info aus Netzhautbild für jedes Auge extra: Überlappung, Schattierung, gewohnte Größe, relative Größe, relative Höhe im Blickfeld, Texturgradienten, lineare Perspektive, atmosphärische Perspektive, parallaktische Verschiebung binokular - Infos, die für beide Augen notwendig sind: Disparität, stereoskopisches Sehen (Horopterkreis)
- Horopterkreis Objekte in gleicher Enfernung werden auf korrespondierenden Netzhautstellen abgebildet (liegen am Horopterkreis) -> einfache Abb. der Objekte im visuellen Kortex Objekte die am Horopter liegen, werden als gleich weit entfernt wahrgenommen, Objekte die nicht am Horopter liegen, fallen auf nicht-korrespondierende Netzhautstellen (Disparität)
- Querdisparität Unterschied in der Netzhautposition des Abbildes eines Objekts im linken und rechten Auge Stärke der Disparität abhängig von Enfernung der Objekte: je weiter vom Horopter enfernt, desto stärker • vor Horopter: Netzhautbild nach außen verschoben • hinter Horopter: Netzhautbild zur Nase hin verschoben Informationen über die Unterschiede der Netzhautpunkte -> Hinweis auf Tiefe von Objekten
- Change Blindness Real World vs. Film-Paradigma Film: 10 Pbn 1 Film mit 9 Schnitten mit je 1 Änderung -> ohne Hinweis 1, mit 2 von 9; 40 Pbn je 1 von 8 Videos, während den Schnitten Schauspielerwechsel -> nur 33% erkannten Wechsel ohne Hinweis -> CB auch bei Objekten im Zentrum der Aufmerksamkeit, Veränderungen von Objekteigenschaften oft unbemerkt (z.B. Farbe), Aufmerksamkeit alleine nicht ausreichend für Entdeckung von Veränderungen Real Life: 15 Fußgänger (20-65j.) nach Wegbeschreibung gefragt -> Unterbrechung durch 2 Männer die mit einer Türe zw. Vp und Vl hindurchlaufen, Vl wechselt umbemerkt mit einem anderen Vl -> 7 von 15 erkannten Wechsel (alle zw. 20 & 30 j.); 8 keinen Unterschied (35-65j.) -> Sozialpsychologie: Personen aus in-group nach individuellen Eigenschaften beurteilt; Personen der out-group nach angenommenen Eigenschaften
- Mondtäuschung Objekte am Horizont erscheinen größer als am Zenit -> Zwischenräume vermitteln größere Entfernung (a), je größer Objekt, desto näher wirkt es (b) Probanden schätzen Enfernung zum Horizont größer ein als Enfernung zum Zenit; trotzdem empfinden sie den (größeren) Mond am Horizont als näher, als den Mond im Zenit. Zuerst schätzt unser Wahrnehmungssystem die Enfernung des Mondes am Horizont nach Prinzip (a) – der Mond wird größer wahrgenommen; danach wird die Enfernung des Mondes nach Prinzip (b) beurteilt – der größere Mond ist näher.
- Feldabhängigkeit/-unabhängigkeit FA: globale, ganzheitliche Wahrnehmung, umfassendes Wissen, Sozialarbeit, leichteres einfinden in Gruppen, eher Patienten mit Abhängigkeitsproblemen FUA: analytische, differenzierte Wahrnehmung, Physik, Mathematik, oft schlechte Gesellschafter, Schizophrenie-/Zwangspatienten
- Gestaltgesetz visuell und auditorisch Bsp: Gesetz der guten Gestalt: einfache Objekte (Dreiecke, Quadrate, Kreise,..) leichter einprägbar Gesetz der Nähe: Nahe beieinander liegende Objekte scheinen zusammengehörig Akustische Kontinuität: Vervollständigung von verschluckten/überhörten Tönen
- Shepherd Illusion (kontinuierlicher Frequenzanstieg) Erklärung: • Klang mit mehreren Teiltönen; alle Teiltöne steigen gemeinsam in ihrer Frequenz an. • Hinzufügen neuer Teiltöne von „unten“, welche, wenn sie „oben angekommen sind“ wieder weggenommen werden • Da der allgemeine Tonhöhenanstieg perzeptiv im Vordergrund steht, fällt das Hinzufügen und Wegnehmen einzelner Elemente nicht auf • Die Folge scheint unendlich anzusteigen (Verwendung oktavverwandter Töne; gleiche Tonigkeit)
- Figur Grund Wahrnehmung Welcher Teil des Reizfeldes als Figur wahrgenommen wird, ist u.a. abhängig von Größe, Form (symmetrisch, konvex eher Figur), Posi9on und Bedeutungshal9gkeit der Reizelemente Merkmale von Figur und Grund: • Figur wirkt dinghafter, Grund als ungeformtes Material dahinter • Figur als vor dem Hintergrund stehend • Besitz der Kontur als Merkmal der Figur Figur und Grund sind manchmal austauschbar, können aber nur getrennt voneinander wahrgenommen werden
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- subjektive Konturen • Diese Figuren haben keine physikalische Grundlage; werden allein vom visuellen System erzeugt • entstehen ohne objekKven Farb- oder Helligkeitsunterschied • entstehen, wenn unvollständige Elemente vorhanden sind; Gehirn transformiert Unvollständiges in stabilere und einfachere Formen • durch starke Kontraste (d.h. wenn Flächen unterschiedlicher Helligkeit sich berühren) kann der Effekt verstärkt werden • Werden offene Formen geschlossen, verschwinden die subjektiven Konturen Erklärung des Phänomens subjekKver Konturen: • entscheidend scheint Tendenz zur Vervollständigung • visuelles System fasst Reize zu stabileren und balancierteren Figuren zusammen Bsp: Kanisza Dreiecke, Shepherd Illusion
- Hermann Ebbinghaus 19. und 20. Jhd Pionier der Gedächtnisforschung Untersuchung von Lern- und Gedächtnisprozessen anhand sinnfreier Silben Entdecker der Lern- und Vergessenskurve
- Gedächtnismodelle Multispeichertheorie (Atkinson & Shiffrin 20. Jhd) Theorie der Verarbeitungstiefe (Craik & Lockhart, Intentionales und Inzidentelles Lernen Craik & Tulvnig, Hyde & Jenkins 20. Jhd)
- Gedächtnismodelle Multispeichertheorie – Atkinson & Shiffrin (1968) Theorie der Verarbeitungstiefe – Craik & Lockhart (1972) – Intentionales und Inzidentelles Lernen: Craik & Tulving (1975), Hyde and Jenkins (1969)
- Multispeichertheorie sensorischer Speicher: flüchtige Gedächtnissysteme, in denen Informationen aus der Umwelt aufgenommen werden. Aufmerksamkeitsprozesse überführen die Informationen in das -> Kurzzeitgedächtnis (KZG): begrenzte Kapazität, alte Informationen werden von neuen verdrängt. Durch Memorieren gelangen die Informationen in das -> Langzeitgedächtnis (LZG): nahezu unbegrenzte Kapazität, Informationen können über lange Zeit behalten (aber auch unzugänglich) werden. D.h. die Inhalte im LZS sind andauernd, aber meist nicht aktiv im Bewusstsein.
- Unterschiede KZG & LZG Kapazität: im KZG gering, im LZG nahezu unbegrenzt Behalten/Speichern: Überschreibung (KZG) vs. Unzugänglichkeit (LZG) Kodierung: im KZG reizähnlich (meist akustisch), im LZG vor allem semantisch (bedeutungsbezogen) Memorieren: im KZG muss Information memoriert werden (inneres Aufsagen), im LZG ist dies nicht notwendig; memorieren ermöglicht den Transfer ins LZG
- Arbeitsgedächtnis und Gedächtnisspanne KZG auch als Arbeitsgedächtnis bezeichnet Funktion: Speicherung und Bearbeitung gerade aufgenommener Information Als aktueller Inhalt unseres Bewusstseins oder unserer Aufmerksamkeit erlebt Das Arbeitsgedächtnis ist unerläßlich für viele kognitive Fähigkeiten, wie Kopfrechnen, logisches Schlußfolgern, Verstehen von Sprache oder Planen von Handlungen. Schon Wundt (1904) beschäftigte sich mit der Kapazität des Arbeitsgedächtnisses, die er als Gedächtnisspanne bezeichnete. Die Gedächtnisspanne ist materialabhängig: bei Konsonanten oder Ziffern 7 +/- 2, bei Wörtern ca. 5.
- Theorie der Verarbeitungstiefe Unterschiede in der Behaltensdauer werden nicht auf verschiedene Gedächtnisstrukturen zurückgeführt, sondern auf die Verarbeitungsqualität bei der Informationsaufnahme (levels of processing) --> Nicht die Dauer des Memorierens ist entscheidend für die Behaltensleistung, sondern die „Tiefe“ (Elaboriertheit, Reichhaltigkeit) der Informationsverarbeitung. Das KZG wird als Aufmerksamkeitsprozess betrachtet, der einzelne Gedächtnisinhalte hervorhebt und bewusst macht. Um Inhalte langfristig zu speichern, müssen Informationen bedeutungshaltig verarbeitet werden und ein semantischer Bezug zu bestehenden Gedächtnisinhalten hergestellt werden. Es ist also nicht die strukturelle Organisation des Gedächtnisses im Sinne eines KZG und eines LZG von Bedeutung, sondern prozessuale Aspekte der Informationsverarbeitung, d.h. Unterschiede in der Qualität der Informationsaufnahme und -enkodierung. -> D.h. es gibt nur ein System, das auf Basis unterschiedlicher Verarbeitungsebenen operiert.
- Intentionales vs. Inzidentelles Lernen Bei einer tiefen/semantischen Verarbeitung ist es unerheblich, ob eine Lernabsicht (Intention) besteht oder nicht. Die Intention alleine hat keine fördernde Wirkung auf die Behaltensleistung. Das Konzept der Verarbeitungsebenen kann also auch zur Erklärung der Phänomene des intentionalen und inzidentellen (Lernen ohne Absicht) Lernens herangezogen werden.
- Befunde für spezielles KZG • Serielle Positionseffekte • Art der Kodierung • Neurophysiologische Hinweise
- Intentionales vs. Inzidentelles Lernen Experiment Orientierungsaufgaben (semantisch & non-semantisch) -> mehr oder weniger tiefe Verarbeitung initiiert UV1: Instruktion intentional vs. inzidentell UV2: Orientierungsaufgabe semantisch vs. non-semantisch KG: intentional ohne Orientierungsaufgabe => semantische Verarbeitung führt zu besserer Reproduktionsleistung, Behaltensleistung der inzidentellen–semantischen VG ist besser als die der intentionalen–non-semantischen Gruppen (Hyde & Jenkins) Hyde und Jenkins (1973) stellten in einem Experiment fest, dass es für die Behaltensleistung letztendlich keine Rolle spielt, ob die Lernenden inzidentell (ohne das Wissen, geprüft zu werden) oder intentional (mit dem Wissen, dass das Gelernte wichtig ist) lernen, sondern dass die Art der Verarbeitung entscheidend ist. „Man zeigt typischerweise eine bessere Gedächtnisleistung, wenn man das Lernen beabsichtigt, weil man mit größerer Wahrscheinlichkeit Aktivitäten ausführt, die besser für eine gute Gedächtnisleistung geeignet sind“ Experiment von Craik & Tulving (1975) Orientierungsaufgaben:– Semantisch: Passt das folgende Wort in den Satz .... ? – Non-semantischstrukturell: Ist das Wort in Groß- oder Kleinbuchstaben geschrieben?phonologisch: Reimt sich das folgende Wort auf ... ? Pro Bedingung war in der Hälfte der Fälle eine „Ja“ bzw. „Nein“ Antwort korrekt. Ergebnisse: Reaktionszeit: je tiefer die Verarbeitung, desto mehr Zeit wird für die Entscheidung benötigt. Die Wiedererkennungsleistung nimmt von der strukturellen (~15%) über die phonologische (~33%) zur semantischen (~63%) Bedingung hin zu. In der semantischen und der phonologischen Bedingung ist die Behaltensleistung bei „Ja“ (~ 80% bzw. 45%) Antworten besser als bei „Nein“ (~ 45% bzw. 20%) Antworten (kein Unterschied bei strukturellen Aufgaben).
- Theorie der Verarbeitungstiefe Kritik Verarbeitungstiefe (UV) ist nicht unabhängig von der erbrachten Gedächtnisleistung (AV) definiert. Logik: Wenn die semantische Bedingung zu einer besseren Behaltensleistung führt, dann war eine tiefergehende, elaborierte Verarbeitung involviert. Hypothese, dass tiefere Verarbeitung zu besserer Gedächtnisleistung führt daher nicht falsifizierbar. Problem: Verarbeitungstiefe ist nicht beobachtbar. Es zeigte sich, dass non-semantische Verarbeitung unter bestimmten Bedingungen zu besseren Behaltensleistungen führen kann als semantische (Slamecka & Graf, 1978). – UV1: Synonyme vs. Reime; – UV2: Lesen vs. Generieren; – 2x2 = 4VG – Beispiele: • Synonyme: „Meer-Ozean“ bzw. „Was ist ein Synonym zu Meer und beginnt mit dem Buchstaben O?“ • Reime: „Baum-Raum“ bzw. „Was reimt sich auf Baum u. beginnt mit dem Buchstaben R“) Die Wiedererkennungsleistung des jeweils 2. Wortes war in der Synonyme generieren Bedingung am besten, gefolgt von Reime generieren (!), Synonyme lesen (!) und Reime lesen. Fazit: Elaborative Verarbeitung (Anreicherung des Materials) führt zu besserem Behalten, auch wenn sich die Verarbeitung nicht auf die Bedeutung des Lernmaterials bezieht.
- Lern- und Reproduktionskompatibilität Sind Lern- und Erinnerungsphase kompatibel, so erhöht sich die Reproduktionsleistung (Lern- vs. Prüfungssituation). (Godden & Baddeley 20. Jhd. Experimente im Wasser) Effekte des Enkodierkontexts: Höhere Reproduktionsleistung, wenn Lern- und Testumgebung übereinstimmen. Elemente des Kontexts werden mit Lerninhalten assoziiert; bessere Gedächtnisleistung, wenn diese Kontextelemente beim Testzeitpunkt zur Verfügung stehen. Stimmungskongruenz: Anzahl der von einer zuvor gelernten Liste reproduzierten Wörter als Funktion des Stimmungszustands zum Testzeitpunkt. Pbn erinnerten mehr von denjenigen Wörtern, die ihre Stimmung zum Testzeitpunkt widerspiegelten. Zustandsabhängiges Lernen: Insgesamt bessere Reproduktionsleistung ohne Drogeneinfluss. Informationen werden besser erinnert, wenn der Zustand beim Test mit jenem beim Lernen übereinstimmt.
- Mnemotechniken auch das Lernmaterial lässt sich oft hierarchisch strukturieren kategoriales Clustering (Gedächtnisnetzwerk Quillian) Chunking Schlüsselwortmethode Umsetzung in die Alltagssprache: Ungewohnte Ausdrücke werden mit ein oder mehreren Wörtern der Alltagssprache in Verbindung gebracht; Bsp. Olfaktorisch – Ölfabrik Akronymtechnik Methode der Orte: Man stellt sich dabei einen festgelegten Weg mit einer Abfolge ebenfalls festgelegter markanter Orte vor (z.B. Mensa zum Heizhaus). Um sich später an Gegenstände einer Liste erinnern zu können, geht man im Geiste den Weg entlang und assoziiert dabei jeden Gegenstand mit einem festgelegten Ort. Mindmapping PQ4R-Methode(undSQ3R)
- Konstruktives Gedächtnis Experiment Roediger 36 Pbn lernten 6 Listen mit jeweils 12 Items (die Wörter wurden vorgelesen mit 1,5 sec/Wort). Die 12 Wörter pro Liste waren die jeweils häufigsten Assoziationen des „kritischen Distraktors“. KritischeDistraktoren:chair, mountain, needle, rough, sleep, sweet Jeder Liste folgte eine freie Reproduktion der Wörter. Nach 6. Liste: 2-3 min. Pause, dann Wiedererkennungstest für alle Listen. Der Test enthielt – 12 gelernte Items (2 pro Liste) und – 30 Distraktoren (pro Liste 2 nicht assoziierte, 2 schwach assoziierte und den kritischen Distraktor). • Demo: pro Liste 3 gelernte Items, 1 schwach assoziierter (Gämse, Polster, Zuckerl) und 1 kritischer (Berg, Schlaf, süß) Distraktor plus 18 nicht assoziierte Distraktoren. • Zusätzlich mussten die Pbn für jedes Wort angeben, wie sicher sie sind, das Wort gehört bzw. nicht gehört zu haben (4-stufige Ratingskala). Reproduktion: Die Pbn nannten im Mittel 65% der gelernten und 40% der kritischen (nicht präsentierten) Wörter (weiters 14% Intrusionen anderer Art). Der Prozentsatz für kritische Intrusionen entspricht der Reproduktionsrate für Items, die in der Mitte der Liste repräsentiert wurden (vgl. serielle Positions- effekte). Aktive Erinnerung vs. hoher Bekanntheitsgrad: Pbn gaben für jedes wiedererkannte Wort an, ob sie sich aktiv an die Präsentation des Wortes erinnern (z.B. durch Erinnerung an die Nachbarwörter, an den Tonfall des Sprechers oder an Gedanken während der Darbietung) oder ob sie nur wissen, dass das Wort dargeboten wurde (hoher Bekanntheitsgrad). Der Anteil der aktiven Erinnerungen für gelernte Wörter war gleich hoch wie für kritische Distraktoren (72% der Items). Pbn erinnern kritische Distraktoren in etwa gleich häufig wie gelernte Items. Die falschen Wiedererkennungen gehen mit hohen Konfidenzratings und aktiven Erinnerungen an die Darbietung der Wörter einher. Vorhergehende freie Reproduktion erhöht die Wiedererkennungsrate für gelernte und kritische Items, sowie die Angabe sich aktiv zu erinnern.
- Schemata = Repräsentation von Konzepten in Form von Oberbegriffen, Teilen und anderen Zuweisungen von Ausprägungen zu Attributen -> schlussfolgerndes Denken (z.B. Haus besteht aus Mauern, Dach; meist viereckig; zum Wohnen, Schutz; hat Fenster, Türen, Zimmer; aus Holz, Stein,...) Funktion: Schemata bilden eine nützliche Grundlage für das Auffüllen fehlender Informationsteile und für die Berichtigung falscher Informationen. Sie entlasten die kognitive Kapazität: – Speicherung: Informationen, die mit bestehenden Schemata konsistent sind, werden leichter behalten als inkonsistente Informationen. – Abruf: schematakonsistente Informationen werden leichter abgerufen, aber markante inkonsistente Information wird kurzfristig gut abgerufen. --> Wenn man sich an einen speziellen Sachverhalt nicht erinnern kann, werden oft damit zusammenhängende Sachverhalte abgerufen, um auf dieser Basis den Zielsachverhalt zu erschließen. Durch Elaborationen wird üblicherweise mehr vom ursprünglichen Material behalten, aber durch Inferenzen kommt es auch zur Wiedergabe von Sachverhalten, die im Material nicht enthalten waren (aber zum Schema passen). Dieser schlussfolgernde Aspekt des Erinnerns kann auch die Erinnerung an Tatsachen oder Ereignisse beeinflussen.
- Einfluss von suggestiven Fragen Loftus Pbn sahen Film- oder Diasequenzen von einem simulierten Autounfall. Danach wurden Fragen zu dem Film gestellt, die sich in der Art des verwendeten Artikels oder Verbs unterschieden (Loftus & Zanni,1975; Loftus & Palmer, 1974). – „Haben sie den beschädigten Scheinwerfer gesehen?“ vs. „Haben sie einen beschädigten Scheinwerfer gesehen?“ – „Wie schnell fuhren die Autos, als sie zusammenstießen?“ vs. „Wie schnell fuhren die Autos, als sie zusammenkrachten?“ 17% der Pbn, die den bestimmten Artikel hörten, gaben an einen beschädigten Scheinwerfer gesehen zu haben (den es nicht gab). Pbn, welchen die Frage gestellt wurde, ob die Autos zusammenkrachten, schätzen die Geschwindigkeit der Autos höher ein (40.8 vs. 31.8 mph). --> Durch suggestive Fragen kann die Aussage von Zeugen stark beeinflusst werden, da die Erinnerung oft ein rekonstruktiver Prozess ist, bei dem plausible Schlussfolgerungen gezogen werden.
- Einfluss von Fehlinformationen Loftus Experiment 24 Pbn (18-53 Jahre) sollten sich an 4 Ereignisse aus ihrer Kindheit erinnern. 3 Ereignisse waren wahr, eines falsch. Die Details des falschen Ereignisses waren stimmig (z.B. woeingekauft wurde, wer dabei war, etc). Die Pbn mußten anhand von Hinweisreizen soviel wie möglich von ihren Erinnerungen schriftlich wiedergeben. Im Abstand von 1-2 Wochen fanden 2 Interviews statt, um die Ereignisse nochmals zu rekonstruieren. Ratingskala (1-10): Deutlichkeit/Klarheit der Erinnerungen Ergebnisse: Erinnerung für wahre Ereignisse 68%, Erinnerung für falsche Ereignisse: anfangs 29%, bei Interviews 25% (in ähnlichen Untersuchungen zeigte sich eine Steigerung der Erinnerungsrate beim 2. Interview, z.B., Hyman, Husband, & Billings, 1995) Klarheit der Erinnerungen: höhere Ratings für wahre Ereignisse falsche Ereignisse: höhere Ratings bei 2. Interview Die Ergebnisse zeigen, dass als Reaktion auf Fehlinformationen Kindheitserlebnisse falsch erinnert werden können. Je öfters ein Ereignis abgerufen wird, desto klarer werden die Erinnerungen an das Ereignis. Neue Informationen, die man nach dem Ereignis erhält, werden in die Erinnerungen miteinbezogen. Die Informationen werden angeglichen, wobei die alten Erinnerungen tw. ersetzt oder verändert werden.
- Erwerb,Auswahl und Kriterien von Operatoren Am Anfang steht das Problem bzw. der Ist-Zustand (Za) am Ende die Lösung bzw das Ziel (Zz) -> Zielgerichtetheit, Problem wird zerlegt in Teilziele Erwerb: durch Entdecken, direkte Instruktion, Analogiebildung und Beobachtung Auswahl zwischen Heuristiken (Faustregeln) und algorithmische Strategie Kriterien: Vermeidung der Zustandswiederholung, Unterschiedsreduktion, Mittel-Ziel-Analyse
- Einflussfaktoren bei der Auswahl von Operatoren Funktionale Fixierung Bedeutsamkeit korrekter Repräsentationen Einstellungseffekt: Operator hat bei einer Aufgabe schon mehrmals funktioniert, warum also nicht weiter Inkubationseffekt: Das Lösen von Einsichtsproblemen wird durch Maßnahmen (z.B. Pause) erleichtert, die die Tendenz schwächen, bereits ausprobierte und fehlgeschlagene Lösungsversuche beizubehalten. Gehirnaktivität (präfrontraler Kortex) bei Einsichtsproblemen: deutlicher Anstieg während Lösungsversuchen – Abrupter Abfall nach Erreichen der Einsicht
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- Induktion bezeichnet den Schluss von Einzelfällen auf allgemeine Gesetzmäßigkeiten (Generalisierungsprozesse). Beispiel: Alle bisher beobachteten Vögel (X ) können fliegen (y ) Alle Vögel können fliegen Induktive Schlüsse können nur falsifiziert, nie aber völlig verifiziert werden!
- Prospekt Theorie = deskriptive Entscheidungstheorie, stellt Erweiterung der SEU-Theorie dar (SEU: Subjective Expected Utility Theory oder Theorie der Maximierung des subjektiv erwarteten Nutzens) Entscheidung basiert auf Einschätzung der Konsequenzen Die Konsequenzen einer Option werden nicht absolut, sondern relativ zu einem bestimmten Referenzpunkt bewertet (Beispiel: Die Note „Befriedigend“ auf eine Prüfung (Konsequenz) hat einen positiven Wert bei Erwartung eines „Genügend“, aber einen negativen Wert bei Erwartung eines „Sehr Gut“ (Erwartung = Referenzpunkt)) Kurve für Verluste steiler -> bei gleichem Referenzpunkt ist der Wert (v = value) eines Gewinnes x kleiner als der absolute Betrag des Wertes eines Verlustes in gleicher Höhev(x) |v(-x)|. subjektiver Wert kann kann bei gleich großer Konsequenz positiv oder negativ sein Offenbar neigen Personen zu einer stärkeren Bewertung von möglichen Verlusten als von möglichen Gewinnen S-förmige Kurve (nicht linear) -> Verluste konvex, Gewinne konkav Unterschiede zwischen kleinen Beträgen werden stärker bewertet als zwischen großen Beträgen Gewinne induzieren eher risikomeidendes Verhalten, Verluste eher risikoreiches
- Heuristiken Representativitätsheuristik: Achtung: Insensitivität gegenüber Basisrate und Stichprobengröße, falsche Vorstellung von Zufallsmerkmalen Verfügbarkeitsheuristik