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VWL (Volkswirtschaft) (Fach) / Fragen Teil 1 und 2 (Lektion)
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- 1. Mit welcher Ausgangstatsache beschäftigen sich Ökonomen? Antwort: Mit dem Phänomen der Knappheit: Begehrte Güter sind nicht vonNatur aus reichlich vorhanden, sondern müssen produziert werden.
- 2. Worauf ist der Erfolg stetig steigender Güterproduktion in erster Linie zurückzuführen? Antwort: Auf Arbeitsteilung: Sie ermöglicht Spezialisierung, die Produktivitätserhöhungen ermöglichen: Jeder soll sich auf die Tätigkeit spezialisieren, bei der er relative (komparative) Vorteile aufweist. Relative Vorteile sind nicht zu verwechseln mit absoluten Vorteilen. Aber auch der technische Fortschritt (Humankapital) sowie die Bildung von Produktionskapital (produzierte Produktionsmittel) sind für die enorme Ausdehnung der Güterproduktion ursächlich.
- 3. Vor welcher Herausforderung steht eine arbeitsteilige Gesellschaft? Antwort: Die arbeitsteilige Produktion muss koordiniert werden. Lösungen dieses Koordinationsproblems nennt man Institutionen (formelle und informelle Regeln bzw. Normen sowie Möglichkeiten zur Durchsetzungdieser Regeln). Institutionen sind also quasi Spielregeln + Schiedsrichter für die gesellschaftliche Arbeitsteilung.
- 4. In welcher gesamtwirtschaftlichen Beziehung stehen Nettoproduktionswert (Produktionswert abzüglich sog. Vorleistungen) und Nominaleinkommen? Wie sind Lottogewinne oder staatliche Transfers (z.B. Renten, BaFöG) einkommensmäßig zu bewerten? Antwort: Einkommen entsteht in Höhe des Nettoproduktionswertes(Produktionswert abzüglich Vorleistungen). Lottogewinne oder staatliche Transfers stellen Umverteilung von Einkommen da
- 5. Woraus besteht das Reinvermögen (Eigenkapital) einer Wirtschaftseinheit? Was gilt für das weltweit zusammengefasste Reinvermögen aller Wirtschaftseinheiten weltweit? Antwort: Das Reinvermögen einer Wirtschaftseinheit besteht aus dem Sachvermögen und dem Nettogeldvermögen (Forderungen abzüglich Verbindlichkeiten).Das weltweit zusammengefasste (konsolidierte) Reinvermögen besteht nur aus dem Sachvermögen, da sich Forderungen und Verbindlichkeiten genau entsprechen und sich damit bei einer Konsolidierung aufheben.
- 6. Geben Sie einige Beispiele für den Aktivposten „Forderungen“ (auch Bruttogeldvermögen genannt). Antwort: Forderungen bestehen aus Wertpapieren (Aktien, Anleihen), Termingeldern, Spareinlagen, Giraleinlagen, Banknoten undScheidemünzen. Auch Ansprüche gegen Versicherungen sowie vergebene Kredite gehören dazu.
- 7. Wie können Inländer Ausländern mehr Leistungen (Exporte von Waren und Dienstleistungen, Schenkungen sowie Leistungen von Produktionsfaktoren (Arbeit, Kapital) zur Verfügung stellen als sie von Ausländern beziehen? Antwort: Dies ist nur durch Kreditvergabe (= Kapitalexport) möglich. Jedem Leistungsüberschuss steht also ein gleich hoher Kapitalexport gegenüber.Eine Netto-Rückzahlung von Krediten ist somit nur möglich, wenn Inländer mehr Leistungen von Ausländern beziehen als sie an Ausländer leisten.
- 8. Was gilt für das Verhältnis von Investitionen Ersparnis? Antwort: Da Einkommen durch Produktion entsteht (also durch Produktion von Konsum- und Investitionsgütern) und die Einkommen entweder konsumiert oder gespart (Konsumverzicht) werden, müssen sich die Investitionen und Ersparnis entsprechen. Dies gilt für die Welt insgesamt.Einzelne Staaten können entweder mehr investieren als sie sparen, dafür sparen andere Staaten mehr als sie konsumieren.
- 9. Welche Verhaltensweisen bzw. Eigenschaften des Menschen müssen bei der Bildung geeigneter Institutionen berücksichtigt werden? Antwort: Menschen sind begrenzt rational (nicht hyperrational), eigennützig, maximierend und mehr oder weniger opportunistisch. Vollkommen rationale Menschen würden den Menschen wegen der nötigen Informationsbeschaffung überfordern. Eigennutz ist nicht mit Egoismus zu verwechseln, denn auch altruistisches Verhalten oder das Schenken bringen den Menschen Nutzen. Opportunistisches Verhalten bedeutet, dass der Mensch zur Verfolgung seiner Ziele auch lügt, täuscht oder betrügt.
- 10. Was versteht man unter rationaler Uninformiertheit? Antwort: Neben der begrenzten Rationalität (Tendenzen, am status quo festzuhalten, Dinge aufzuschieben, Selbstüberschätzung, begrenzte Informationsverarbeitungsfähigkeiten) ist es durchaus rational, nicht alle Entscheidungen streng formalisiert zu treffen. Informationsbeschaffung und bewertung ist mit hohen Kosten verbunden die in keinem Verhältnis zum Nutzen einer fundierteren Entscheidung stehen (z.B. wöchentlicher Einkauf oder Wahl zum Deutschen Bundestag).
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- 11. Welche Einflussgrößen bestimmen die Demographie eines Landes? Antwort: Fertilität (gemessen an der Kinderzahl pro Frau), Mortalität (gemessen über die Lebenserwartung) sowie die Migration (gemessen als Nettozu- oder abwanderung). Die Reproduktionsrate (2,1 Kinder/Frau) wird in Deutschland mit knapp 1,4 Kindern/Frau deutlich unterschritten. Die Lebenserwartung steigt durchschnittlich um 3 Monate pro Jahr. Der Wanderungssaldo ist mit wenigen Ausnahmen positiv.
- 12. Welche Folgen hat die demographische Entwicklung auf das Wachstum? Antwort: Mit stagnierender bzw. schrumpfender Bevölkerung verringert sich das BIP-Wachstum. Fehlende Arbeitskräfte und evtl. eine altersbedingte Verringerung der Innovationskraft sind weitere Wachstumsbremsen.
- 13. Welche Folgen hat die demographische Entwicklung auf die Staatsfinanzen und den Arbeitsmarkt? Die Einnahmen des Staates werden ebenfalls langsamer steigen, die Ausgaben der umlagefinanzierten Sozialsysteme steigen deutlich.Beitragssatz- und Steuersatzerhöhungen wären die Folge, denkbar wäre auch eine Verringerung der Sozialleistungen. Die Verknappung am Arbeitsmarkt kommt den Arbeitnehmern zu Gute, steigende Lohnkostensind allerdings eine weitere Wachstumsbremse.
- 14. Welche Folgen hat die demographische Entwicklung auf das umlagefinanzierte Alterssicherungssystem? Antwort: Sinkende Einnahmen und steigende Ausgaben können nur teilweise durch Erhöhung der Beitragssätze nachjustiert werden können (Laffer-Kurve: Abnehmende Steuer- oder Beitragseinnahmen bei steigenden Abgabesätzen). Die Leistungen der Alterssicherungssysteme werden mehr und mehr den Charakter einer Grundsicherung annehmen.
- Aufgabe 1: Grenzen Sie Bedürfnisse, Bedarf und Nachfrage anhand eines selbst gewählten Beispiels ab. Lösung zu Aufgabe 1: Bedürfnisse sind abstrakt „empfundene Mängel mit dem Wunsch, diesen Mangel abzustellen“. Bedarf sind alle konkreten Güter, die potentiell in der Lage sind, Bedürfnisse zu befriedigen. Nachfrage ist hingegen eine konkrete Entscheidung, also aus dem Bedarfskosmos unter Berücksichtigung der Preise und des gegebenen Einkommen seine Auswahl zu treffen. Beispiel: Bedürfnis Durst. 1. Mögliche Bedarfsgüter könnten Wasser verschiedener Qualitäten, Fruchtsäfte, Mischgetränke, Kaffee, Tee, Kakao oder verschiedenste Biere bzw. Weine sein. 2. Evtl. hat das Individuum besonders gute Erfahrungen mit einem Wasser aus dem Himalaya im Rahmen des letzten Urlaubs gemacht. 3. Da der Import dieses Wassers 100 EUR kostet, entscheidet sich ein armer Student eher für ein Mineralwasser aus dem Supermarkt. Ein reicher Snob könnte sich allerdings auch für ein teures Wasser entscheiden.
- Aufgabe 2: Was versteht man unter dem ökonomischen Prinzip? Lösung zu Aufgabe 2:Man unterscheidet das Maximalprinzip vom Minimalprinzip. Beim Maximalprinzip wird miteiner gegebenen Menge von Inputfaktoren der Output maximiert, beim Minimalprinzip wird einvorgegebener Output mit minimalem Einsatz von Inputfaktoren angestrebt.
- Aufgabe 4: Nennen Sie die Einflussgrößen, die die Nachfrage eines Individuums nach einem bestimmten Produkt bestimmen. Lösung zu Aufgabe 4:Determinanten der Nachfrage sind die Präferenzen der Individuen Einkommen der Individuen Preis des Gutes Preise anderer Güter zukünftig erwarteter Preis des Gutes sowie die Zahl der Nachfrager.
- Aufgabe 6: Gegeben sei folgende Nachfragefunktion für das Gut „Mobil-Gespräche“ (x) in Mrd. Minuten in Abhängigkeit vom Minutenpreis (p) in Eurocent x = 400 – 5*p a) Welche Höhe hat der sog. Prohibitivpreis und wie hoch ist die Sättigungsmenge? Lösung zu Aufgabe 6:a) Prohibitivpreis heißt, dass die nachgefragte Menge x Null wird:0 = 400 – 5*p5*p = 400p = 80.Sättigungsmenge ist die Nachfrage bei einem Preis von Null:x = 400 – 5 * 0 = 400.
- Aufgabe 18: Diskutieren Sie die Auswirkungen folgender Veränderungen auf das Marktgleichgewicht (Preis und Menge) für Bier. a) Der Lohnsatz pro Stunde steigt b) Der Preis für Gerste steigt c) Das Einkommen steigt (Bier sei inferior) d) Die Energiekosten und Transportkosten steigen infolge einer Rohölverteuerung e) Der Preis für Wein sinkt (Wein und Bier seien Substitutionsgüter) f) Zahlreiche Brauereien geben auf g) Die Zahl der Biertrinker geht aufgrund demographischer Faktoren zurück h) Der Staat erhöht die Biersteuer (Mengensteuer) i) Der Staat erhöht die Mehrwertsteuer j) Die Produktivität der Brauereien steigen durch Verwendung einer Innovation, durch die erhebliche Energiekosten eingespart werden können k) Eine neue Werbekampagne für Bier ist äußerst erfolgreich. Lösung zu Aufgabe 18:Grundsätzlich:1.) Bevor sich eine Markteinflussgröße ändert, geht man einem Marktgleichgewicht aus.Dieses ist dadurch charakterisiert, dass die zum Marktpreis angebotene und nachgefragteMenge gleich groß sind.2.) Dann wird analysiert, welche Marktseite (Angebotskurve oder Nachfragekurve) von derÄnderung einer Markteinflussgröße betroffen ist und in welche Richtung sich die Kurveverschiebt.3.) Beim alten Gleichgewichtspreis stellt man wegen der Veränderung der Kurven einUngleichgewicht in Form eines Angebotsüberschusses oder Nachfrageüberschusses fest.4.) Bei einem Nachfrageüberschuss werden die Preise steigen, bei einemAngebotsüberschuss werden sie sinken.5.) Anbieter wie Nachfrager reagieren auf die Preisänderungen und erreichen nach einergewissen Zeit ein neues Gleichgewicht.Aufgabe 18 (Fortsetzung):a) Angebotskurve links, NÜ, Gleichgewichtspreis steigt, Gleichgewichtsmenge geht zurück.b) Angebotskurve links, NÜ, Gleichgewichtspreis steigt, Gleichgewichtsmenge geht zurück.c) Nachfragekurve links, AÜ, Gleichgewichtspreis sinkt, Gleichgewichtsmenge geht zurück.d) Angebotskurve links, NÜ, Gleichgewichtspreis steigt, Gleichgewichtsmenge geht zurück.e) Nachfragekurve links, AÜ, Gleichgewichtspreis sinkt, Gleichgewichtsmenge geht zurück.f) Angebotskurve links, NÜ, Gleichgewichtspreis steigt, Gleichgewichtsmenge geht zurück.g) Nachfragekurve links, AÜ, Gleichgewichtspreis sinkt, Gleichgewichtsmenge geht zurück.h) Angebotskurve links , NÜ, Gleichgewichtspreis steigt, Gleichgewichtsmenge sinkt.j) Angebotskurve rechts, AÜ, Gleichgewichtspreis sinkt, Gleichgewichtsmenge steigt.k) Nachfragekurve rechts, NÜ, Gleichgewichtspreis steigt, Gleichgewichtsmenge steigt