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Psychologie M1 (Fach) / 3401 / 1 Warum Methodenlehre? (Lektion)

Kapitel 1 aus 3401

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  • Wo liegen Fehler in der Alltagspsychologie? Alltagspsychologischer Sprachgebrauch Alltagspsychologische Fehler beim Erinnern/Denken/Wahrnehmen Primacy-Recency- Effekt (Asch 1952) Akteur-Beobachter-Fehler (Actor-Observer-Bias; Jones/Nisbett) = fundementaler Attributionsfehler Fehler beim Umgang mit Wahrscheinlichkeiten Unzureichende Prüfung von Vermutungen tatsächliche Eigenschaften einer Person können zu Fehlern und Urteilsverzerrungen führen (Hochängstliche)
  • Fehler im Alltagspsychologischen Sprachgebrauch? viele Begriffe mehrdeutig und ungenauBeispiel: Wenn MA sagt „mehr Stress“ ist a) unklar, was „mehr“ (welches AUsmaß) bedeutet und b) was der MA unter Stress überhaupt versteht Mißverständnis durch Mehrdeutung deutlich in Sedl/Renk. Übersetzung Deutsch-Russisch-Deutsch „Der Wodka ist gut, aber das Steak lausig“ „das Essen war teuer“ (wie teuer ist teuer, für Schüler teurer als für Professor) Mißverständnisse zu vermeiden mehr WIssen über Sprecher und Kontext Mehrdeutigkeit der Umgangsprache eröffnet Möglichkeiten für systematische Mißverständnisse („haben sie häufig Kopfsschmerzen“ → Antwort höher als „haben sie gelegentlich?“) Uneindeutige oder fehlenden Informationen oft vom Hörer in „passenderweise ergänzt“ (Beispiel Gericht „habe nicht gestohlen“ / „war nicht gewzungen zu stehlen“  Umgangsprache bildet logische Strukturen nicht genau ab „bei einem Unfall gab es 22 Tote und Verletzte“ (und steht für ein logisches oder) Ausagen in der Umgangssprache ermöglichen somit Manipulationen des Sprachverständnisses
  • Was sind Alltagspsychologische Fehler beim Erinnern/Denken/Wahrnehmen? Beispiel „Müller-Lyer-Täuschung täuscht vor, was bei genauer Prüfung nicht der Fall ist psychologische Forschung  herausgefunden, das das einiger dieser Fehler durch Veränderungen Art und Weise der Informationsdarbietung oder durch Insruktionen vermieden werden können im Alltagsleben sind unere Wahrnehmungen nicht insoliert voneinander was aktuell wahrgenommen wird beeinflusst häufig Erwartung dessen, was wir im nächsten Moment wahrnehmen (Bratwurststand sehen → Bratwurst riechen)  aber auch Gefahr Fehlerwahrnehmung (Hirsch Beispiel S. 7 Sedl.)
  • Was ist der Primacy-Recency-Effekt (nach Asch 1952) Urteilsverzerrungen, die mit der Reihenfolge zusammenhängen, wie Informationen ankommen  Erste und Letzte werden besoders gut behalten und beeinflussen deshalb Gesamturteil (Asch → 5 Adjektive über fiktive Personen, erste Info gewichtiger als letzte)  „Erster Eindruck“ bestätigt  Primacy-Effekt häufiger als Recency-Effect  in Exp. am häufigsten der Recency, wenn Proband gebeten wurde, sich alle Informationen zu merken P-R-E können auch bei Sammlungen psycholgischer Infos resultieren (Stress bei der Arbeit)
  • Was ist der Akteur-Beobachter-Fehler (Actor-Observer-Bias) nach Jones/Nisbett Beispiel: X lächelt mich an weil freundlciher Mensch, wenn aber aus eigener Perspektive, dann eher situative Bedingung mit eingebracht → ich lächel Y an weil ein schöner Tag ist) erstmalig von Ross als „fundamentaler Attributionsfehler“ (zuschreiben von Eigenschaften) Unterschiede in Wahrnehmungsperspektive (Akteure sehen in gegebem Kontext eher Charakeristika einer Situation „schöner Tag“ während die eigene Person aus Wahrnehmungsfokus zurücktritt; bei Beobachtern umgekehrt: die beobachtete P. steht hier im Mittelpunkt der Wahrnehmung
  • Wo liegen Fehler im Umgang mit Wahrscheinlichkeiten? Kontrast zwischen intuitiven Umgang von Wahrscheinlicheiten mit den tatsächlichen, d.h. Stochastisch korrekten Lösungen  Überzeugende Aufklärungsarbeit durch Gigerenzer (Beispiel HIV-Test): Bayes’sche Regel  Mensch ist fehleranfällig im Umgang mit Wahrscheinlichkeiten Bsp. Geburtstagsparadoxon und Ziegenproblem 
  • Wo liegen Problematiken der Alltagspsychologie bei unzureichender Prüfung von Vermutungen ? bei der Suche einer Erklärung (Hypothese) für ein psychologisches Phänomen wird nicht systematisch überprüft es wird sich auf bisherige Erfahrungen gestützt oder berufen uns auf Autoritäten (Beispiel: Nach meiner Erfahrung reden Frauen mehr als Männer; Deutsche Schüler nicht schlechter als Finnische, weil das Pisa sagt) besonders Medien führen drastische und anschauliche Einzelfälle als Beleg ins Feld hervorgehobene Einzelfälle (Stress einer Vorgesetzten) können zu einem subjektiven Vorausurteil führen Im Alltag wird oft versucht, nur nach bestätigender Evidenz zu suchen fatal wenn nur noch Informationssammlung nach bestätigender Evidenz geführt wird (Suggestivfragen: „Finden sie nicht auch das der Stress zugenommen hat) 
  • Was beschreibt der Pygmalion oder Rosenthal Effekt? Einfluss den ein Versuchsleiter auf die Versuchs“personen“ hat Bsp. Rattenexperiment („dumme Ratten vs. kluge Ratten“) kluge bessere Beurteilung und wurden besser behandelt bei menschlichen Versuchsobjekten wesentlich wirksamer als bei Tieren (angebl. Hochbegabte bessere Ergebnisse und Vorsprung gegenüber anderen) Untersuchung der „Self Fullfilling Prophecy“ 1965 Effekt auf Führungsverantwortlichkeit ; fehlendes Vertrauen in vermeintlich hoffnungslose Fälle höhere Fehlertoleranz bei vermeintlichen Überfliegern Schlussfolgerung: Verhalten des Lehrers/Vorgesetzten hat großen Einfluss auf das Verhalten und die Lerneffekte/Willen bei Schülern Leistungen der vermeintlich klügeren sind objetivierbar (nach bestimmten Messkriterien) gestiegen
  • Was macht Psychologie als Wissenschaft anders? Präzisierung der Sprache in der Wissenschaft Verwendung von Fachausdrücken (verhindert Verwechselungen und Mehrdeutigkeiten, die bei Umgangssprache entstehen können Mehrdeutigkeiten können auch mit Angaben von Operationen (Messungen bestimmter Eigenschaften/Merkmalen) ausgeschlossen werden logische eindeutige Formulierungen (Wahrheitstafel)  Theorien und Vorhersagen als Computerprogramm (Programmcodes zwingen zur Präzision Psychologie als Wissenschaft behauptet wahrer und weniger fehlerbehaftet zu sein  hierfür bestimmte (wissenschaftliche) Methoden nötig Wissenschaftliche Methode traten zuerst in Naturwissenschaften auf Aufbau: Theorie → Forschungshypothese → Präzisierung der Hypothese → Desing der Studie → Durchführung → Datenanalyse → Interpretation der Daten → Implikation für Therorie 
  • Wie entsteht Wissenschaftliche Theorie? Theorie → Forschungshypothese → Präzisierung der Hypothese → (experimentelles) Design der Studie → Durchführung → Datenanalyse → Interpretation der Daten → Implikation für Therorie damit aus einer Idee oder Vermutung eine Theorie wird, müssen viele methodisch kontrollierte Einzelschritte (mehrmals) durchlaufen werde
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  • Unterschiede der Erkenntnisgewinnung in Alltagspsychologie und Wissenschaftlicher Psychologie Alltagspsychologie → im Gegenstand „Was“ Psychologie als Wissenschaft → in der Methoden, also im „Wie“  genauer: Wechselwirkung zwischen Gegenstand und Methode durch Anwendung bestimmter Methoden werden Aspekte der Wirklichkeit besonders hervorgehoben bzw. konstitutiert. Beispiel: neuropsychologische Methode MRT(welche Hirnareale werden durchblutet wenn Emotion, oder Lösungen für Probleme gesucht werden)
  • Was ist Wissenschaftstheorie? was wissenschaftliches Vorgehen ausmacht bzw. Wissenschaft eigentlich ist
  • Eigenschaft der Methodologie? erhebliche Unterscheidungen der wissenschaftlichen Methoden in den unterschiedlichen Disziplinen (Physik ganz andere Methoden als in Germanistik um Anspruch der Wissenschaftlichkeit zu begründen) Aber keine Wissenschaft kommt ohne Methodenlehre aus
  • Warum Methodenlehre? Methoden = Wege zu Wissenschaft (methodos = Weg) zentrale Stellenwert in der Psychologie Wissenschaftlichkeit psychologischer Theorien und Befunde werden gesichert Möglichkeit der systematischen Überprüfung und Weiterentwicklung von Theorien (durch die geplante und wiederholbare Erhebung, Analyse und Interpretation von Erfahrungsdaten Fehlervermeidung bzw Minimierung durch Variation und Wiederholung befasst sich auch mit der wissenschaftlichen Untersuchung und Evaluation von behaupteten Wirkungen bzw. Effekten von Maßnahmen die eingesetzt werden, um erwünschte Veränderungenherbeizuführen geht oft weit über Alltagsswissen hinaus (Beispiel MRT/Ausschnitte der Wirklichkeit/Stoffwechsel im Hirn bei Emotionen werden sichtbar gemacht) Alltagspsychologie ist fehlerbehaftet wissenschaftliche Psychologie weniger fehlerbehaftet, weil sie bestimmte Methoden einsetzt, um psychologische Fragen zu beantworten
  • Welche Methoden setzt die Psychologie als Wissenschaft ein? zur Erhebung von Daten: Beobachtung, Befragung, Test Untersuchungsdesigns: Experiment, Korrelationsstudie, Einzelfallstudie  zur Datenauswertung: beschreibende und schließende Statistik, Inhaltsanalyse
  • Entstehung Forschungshypothese? um eine Hypothese zu generieren muss Theorie da sein, Problem: Kaum Methoden für Generierung von Theorien oder Hypothesen in Lehrbüchern oft eine einfach Idee oder Hypothese, die ein alltagspsychologischer Vermutung ähneln kann Hypothesen beziehen sich meist nicht auf Stichproben, sondern auf Populationen/Grundgesamtheit systematischer Zweifel notwendig um neue Erkenntnisse zu gewinnen und bestehend Hypothesen kritisch zu prüfe  heisst: es werden nicht bestätigende Belege gesammelt (Konfirmation/Verifikation), sondern versucht, eine bestehenden H. zu widerlegen (Falsifikation)
  • Wie entsteht ein (experimentelles) Design? Auswahl von Teilnehmern Wahl von Gruppen Methoden zur Datenerhebung zeitliche Struktur weitere Aspekte bei der Durchführung von empirischen Studien 
  • Was versteht man unter Explikationsmethode? Präzisierung eines undeutlichen (vagen) oder mehrdeutigen Begriffs (Explikandum) durch einen exakteren Begriff (Explikat) im Dienste größerer Bedeutungsklarheit (Beispiel: Stress/Angst/ Glück (theoretischer Begriff bzw. ) – nicht direkt beobachtbar; daher müssen beobachtbare Indikatoren festgelegt werden 
  • Was ist eine Wissenschaftliche Theorie? eine Theorie enthält Begriffe, deren Bedeutung durch Explikations- und Definitionsmethoden festgelegt und präzisiert werden müssen eine Theorie besteht also nicht nur aus Begriffen, sondern aus Begriffen, die zu Aussagen verknüpft sind; miteinander verknüpfte Aussagen müssen den Kriterien der Logik genügen im Gegensatz zur Alltagspsychologie also Umgang präziser und kontrollierter mit der Sprache und Anwendung spezifischere Kriterien, die festlegen, unter welchen Bedingungen eine Erklärung eine wissenschaftliche Erklärung ist
  • Was macht Wissenschaftliche Psychologie aus? Aussagen über die Wirklichkeit des Psychischen Stützung nicht nur auf Theorien sondern auch auf Erfahrungsdaten (zum Erleben und Verhalten), die mit den Begriffen und Aussagen der Theorie verknüpft sind ist ein empirische Wissenschaft, daher nicht nur Verwendung von Methoden zur Generierung und Formulierung von Theorien, sondern auch Methoden zur Erhebung und Analyse von Erfahrungsdaten Methoden zielen auf Ausprägungsgrade ab Messung psychischer Phänomene trägt erheblich zur empirischen Präzisierung bei
  • Was machen Wissenschaftliche Messungen aus? muss Kriterium der Objektivität (Unabhängigkeit der Messung vom Beobachter/Messenden) genau/präzise Messvorschriften (notwendige Handlungskompetenzen zum Einsatzpsychologischer Messinstrumente); sind zentrale Voraussetzung (damit mehrere Personen auch genau gleich Messen/handeln können) W. Messung ist zentrale Voraussetzung, um Vermutungen/Hypothesen empirisch und das heisst Statistisch überprüfen zu können gemessene Daten können als Informationen in Form von Zahlen, die mit statistischen Methoden analysiert werden, vorliegen, oder auch als verbale und schriftlcihe Form (dann andere Analyseverfahren)
  • Was ist ein Arithmetisches Mittel? Durchschschnittsfindung von empirisch gemessenen Daten (nicht alle einzeln betrachten, sondern den Mittelwert)
  • Was sind Streuungs- /Dispersionsmaße? liefern zusammenfassenden Wert hieraus geht hervor, wie stark die einzelnen Messungen sich voneinander unterschieden) wichtig, weil es sein kann, das ein Teil der P. sehr niedrige Werte und andere sehr hohe Werte aufweisen, Durchschnitt kann hingegen dann ein mittleres Niveau anzeigen, was Ergebnis verwässert
  • Was beinhaltet die deskriptive (beschreibende) Statistik? Artithmetisches Mittel und Streuungsmaße hier geht es um Verfahren, die Daten summarisch beschreiben
  • Was ist Inferenzstatistik? Verfahren, die es erlauben, von Stichprobenstatistiken auf Poulationsparameter zu schlussfolgern
  • Was bedeuten Interventionsmethoden in den psychologischen Anwendungsfächern? zielen nicht drauf ab, die Wissenschaftlichkeit der Aussagen zu sicher sollen bestimmte Wirkungen erzielen (Steigerung Arbeitszufriedenheit) damit die Interventionsmethoden wissenschaftliche sind, müssen sie durch entsprechenden Methoden (systematische und wiederholbare Datenerhebungen/Messungen/Auswertungen etc.) unter Anwendung geeigneter Designs evaluiert werden.
  • Warum müssen Alltagsvorstellungen wissenschaftlich geprüft werden? Alltagsvorstellungen über psychische Phänomene stimmen manchmal nicht mit den wissenschftlcihen Erkenntnissen überein Beispiel: Männer in Mathe besser als Frauen (die besser in Deutsch); emprisch nicht haltbar (mit Ausnahmen metaler Rotationen von Figuren) auch wenn Fehler und Einschränkungen in alltagspsychologischen Vorstellungen, ist alltagspsychologisces Wissen doch häufig zutreffend  intuitive Entscheidungen (aus dem Bauch) unter bestimmten Voraussetzungen sogar bessere Ergebnisse als systematisches Abwägen wissenschaftliche-psychologische Methoden helfen weiter um zu untersuchen, unter welchen Voraussetzungen Bauchentscheidungen oder systemtisches Abwägen günstiger ist
  • Worum gings in der Experimentellen Studie von Murphy (2007)? Festgestellt, das Zusammenhang zwischen der gemessenen Testintelligenz und der fremd eingeschätzten Intelligenz bei solchen Probanden höher war, die instruiert wurden, in einem Zweiergespräch zu alltäglichen Themen einen intelligenten und kompetenten Eindruck zu vermitteln. gemessene Testintelligenz von Personen, die intentional versuchten, intelligent und kompetent zu erscheinen, wurde von Fremdbeurteilern akkurater erkannt, als bei Personen, denen keine Selbstdarstellungs-Instruktion gegeben wurde Personen, die sich selbst darstellten, konnten anderen ihre Intelligenz also akkurater vermitteln als Personen, die sich nicht darstellten In der Alltagspsychologie wird Selbstdarstellung dagegen eher mit Täuschung, cleverem Bluffen und einer übertrieben positiven Darstellung der eigenen Fähigkeiten, die gar nicht zutrifft, gleichgesetzt.