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Psychopathologie Kinder-Jugend (Fach) / 6.2 Angststörungen (Lektion)
Emotionale Störung mit Trennungsangst, Phobische Störung, Störung mit soziales Ängstlichkeit, Generalisierte Angststörung, Zwangsstörung, PTBS
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- Welchen Sinn hatt das Fremdeln von Kindern ab 7 Monaten? - Es dient der Entwicklungsaufgabe "Aufbau von Autonomie" - Trennung / Autonomiebestrebung - Nimmt im laufe des 2 Lebensjahres ab
- Welche Zentralen Merkmale gibt es bei Emotionaler Störung mit Trennungsangst? - Unangemessene Angst bei Trennung von einer BP - Anhaltende und exzessive Sorge, eine BP zu verlieren (oder dass ihr etwas schlimmes zustoßen könnte) - Somatische Beschwerden: Übelkeit, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Erbrechen - Vermeidung von Trennungssituationen: (Alleine im eigenen Bett schlafen, Übernachtung bei Freunden, Kindergarten oder Schulbesuch)
- Beschreibe Trennungsangst und nenne das Zeitliche Kriterium Angst und Widerstand bei Trennung von BP (altersuntypisch, abnorme Intensität) Angst BP etwas zustoßen könnte Schreien, Weinen, Anklammern und Wutausbrüche bei Trennung Vermeindung von Trennungssituationen Schlafprobleme ( Alpträume von Trennung) Körperliche Symptome zB Bauchschmerzen Mind. 4 Wochen, Beginn vor dem 6. Lebensjahr
- Welche Komponenten beeinflussen die Entstehung von Trennungsangst? - Temperament - Erzieungsstiel (besorgt/ behütend) - Elternmerkmale (Dysfunktionale Gedanken, Psychischer Zustand) - Lerngeschichte (Zuwendung bei Angst, Traumatische Trennungserfahrungen usw)
- Beschreibe Phobische Störung des Kindesalters - Anhaltende und exessive Angst, in Anwesenheit oder Erwartung spezifischer Objekte oder Situationen (zB Fliegen, Höhe, Tiere) - Exposition führt zu unmittelbarer Angst - Phobische Situationen werden vermieden oder unter intensiver Angst ertragen - Starke Beeinträchtigung des täglichen Lebens
- Nenne die Verschiedenen Phobischen Störungs-Typuse des Kindesalters Tiertypus (7 Jahre): Hunde, Vögel, Insekten, beginn meist in der Kindheit Umwelt-Typus: Gewitter, Blitze, Sturm, Dunkelheit, Laute Geräusche Blut- Spritzen- Verletzungs-Typus (9 jahre): Zahnarzt (12 jare) Situativer- Typus (20 Jahre): Verkerhsmittel, Tunnel, Brücken, Fahrstuhl, offene Plätze (Differentialdiagnose: Panikstörung, Agoraphobie) Anderer Typus: Ersticken, Erbrechen, öffentlich Urinieren, Verzehr bestimmter Speisen, verkleidete Personen
- Nenne die Kriterien für Störung mit Sozialer Ängstlichkeit im Kindesalter (F93.2) Beginn vor dem 6. Lebensjahr Druchgängige oder wiederkehrende Furcht/ Vermeidung vor Fremden „anhaltnde Ängstlichkeit in sozialen Situationen, in denen das Kind fremde Personen, auch Gleichaltrige, trifft, mit Vermeidendem Verhalten“ Befangenheit, Verlegenheit oder übertriebene Sorge über angemessenheit des verhalten In neuen oder erzwungenen sozialen Situationen deutliches Leiden Normale Bindung an Eltern oder andere vertraute Personen (befriedigende Beziehungen) Fehlen einer GAS Mind. 4 Wochen
- Was ist der wesentliche Unterschied Zwischen Spzialer Phobie (Erwachsene) und Störung mit sozialer Ängstlichkeit im Kindesalter? Zeitpunkt des Begins: Störung mit sozialer Ängstlichkeit muss vor dem 6 Lebensjahr begonnen haben Ausgeprägte Angst vor fremden Personen
- Epidemiologie/Prävalenz Sozialer Phobie: Erwachsene, Jugendliche, Kinder - Dritthäufigste psychische Störung bei Erwachsenen (7-13%) - 4% bei Jugendlichen (14-17 Jahre) - 1-2% bei Kindern
- Epidemiologie Sozialer Phobie: Störungsbeginn, Mödchen vs Jungs, Verlauf - Ab Jugendalter: mehr Mädchen als Jungen betroffen - Störungsbeginn zwischen 10-17 Jahren - Beginn nach dem 18 Lebensjahr extrem selten - Relativ stabiler verlauf
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- Was unterscheidet die Angsterkrankungen von anderen Krankheiten? - Ängste und Vermeidung treten bei verschiedenen Angsterkrankungen auf - Entscheidet ist die Zentrale Befürchtung: Gefahr durch Bewertung anderer Menschen
- Welche Gedanken haben EInfluss auf Angsterkrankung? - Misserfolgserwartung - Negative Selbsteinschätzung - Hohe Aufmerksamkeit auf negative Gedanken und auf gesteigerte autonome Erregung
- nenne Beispiele für Sicherheitsverhaltensweisen bei soziale phobischen Kindern und Jugendlichen - Eine Schirmmütze o.ä. aufzusetzen. - Die Haare ins Gesicht fallen zu lassen. - Die Hände vor dem Gesicht zu halten. - Sich so hinzusetzen, dass man nicht bemerkt wird. - Die Kleidung immer wieder zu überprüfen. - Es zu vermeiden, andere anzusehen. - Leise zu sprechen. / Keine Fragen zu stellen. - Sich erst zu melden, nachdem der Lehrer jemanden aufgerufen hat. - Aufzupassen, dass die Hände nicht zittern. - Weite Kleidung anzuziehen, um sich zu verstecken. - Sätze, bevor sie laut gesagt werden müssen, in Gedanken immer wieder zu wiederholen, damit sie nicht vergessen werden. - Sich so wenig wie möglich zu bewegen. - Sich von anderen zurückzuziehen.
- Welche Folgen können Kinderängste haben? Sind stabil bzw Risikofaktoren für psychische Störungen des Erwachsenenalters Verursachen langfristig volkswirtschaftliche Kosten (Arbeitslosigkeit, psychosoziale Dienste) Bedeuten deutliche Einbußen an Lebensqualität für Betroffene
- Beschreibe generalisierte Angst des Kindesalters (F93.80) Exzessive Angst und Sorgen um Ereignisse oder Aktivitäten (zB Schulleistungen, tägliche Routineaktivitäten) Schwierigkeit, sorge zu kontrollieren Sorgen sind mit Symptomen assoziiert (Ruhelosigkeit und Nervosität, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit, Muskelanspannung, Schlafstörung) Starkes Bedürfnis nach Rückversicherung
- nenne Begriffe die mit GAS (generalisierte Angst Störung) assoziiert sind - Zentrales Merkmal: sich Sorgen - „frei flottierende Angst“: nicht an Objelkt/ Situationen gebunden - Nicht anfallsartig wie bei Panik sondern überdauernd - Mehrere Bereiche, um die sich Sorgen drehen
- Prävalenz der Generalissierten Angst Störung ca 1% Die aktuellen GAS-Kriterien schienen so streng zu sein (Hypervigilanzsymptomatik, 6 Monate an der Mehrzahl der Tage), dass sie angesichts der hohen Variabilität der Angstsymptomatil im Kindesalter nicht zur Diagnosestellung führt Merke: GAS wird vor allem im Jugendalter und jungen Erwachsenenalter eine deutliche häufigere Störung und insbesondere bei Mädchen
- Welche 3 Synmtome gibt es bei der PTBS allgemein (F43.1)? Wiedererleben: wiederkehrende Erinnerungen, Flashbacks, emotionale und physiologische Reaktionen bei Konfrontation, traumatische und unspezifische Alpträume, repetitives Spielen des Traumas und traumaspezifische Neuinszenierungen Vermeidung: aktiv durch Vermeidung von Erinnerungen, Orten und Gesprächen in Verbindung mit dem Trauma, passiv durch Amnesie, Interessenverlust, emotionale Abstumpfung und Distanzierung von Menschen Übererregung: Hypervigilanz, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafprobleme
- Welche sind die 3 Symptome von PTBS vor allem bei Kindern? 1. Intrusionen (immer wieder Sequenzen erleben)2. Emotionale Taubheit (weniger Emotionen)3. Autonome Übererregung
- Welche Auswirkungen kann eine PTBS haben? PTSD durch Missbrauch oder häusliche Gewalt verbunden mit geringem zerebralen Volumen und kleines Corpus callosum 20% aller Suizidversuche verbunden mit sexuellem Missbrauch
- Prävalenz von PTBS: Deutschland, Nachkriegsregionen, Asylbewerber in Deutschaland: ca 1,2 % PTBS bei Kindern und Zugentlichen zwischen 12 und 17 jahren in Nachkriegsregionen: 25-80% Prävalenz Auch unter Asylbewerbern der westlichen Industienantionen stark erhöhte Prävalenzen der PTBS bei Erwachsenen (ca 40%)
- nenne Potentiell Traumatische Ereignisse Zeuge von Körperlichem Angriff Unfall Krieg Gewalt zu Hause gegenüber Familienmitgliedern sehen von Leichen vom Gewaltsammen Tod oder verletzung von geliebter Person hören Furchterregende medizinische Behandlung Körperlicher Angriff auf Kind Gewalt zu Hause gegen Kind Erdbeben Sexueller Missbrauch
- Beschreibe Zwangsstörungen (F42) und nenne Kriterien gekennzeichnet durch sich wiederholende unangenehme Gedanken, Impulse oder Handlungen Müssen mind. 2 Wochen lang an den meisten Tagen bestehen als zur eigenen Person gehörig erlebt werden und gegen die zumindest partiell Widerstand geleistet wird (häufig erfolglos), da der Betroffene sie als sinnlos empfindet meist bestehen Angst, Leidensdruck und eine deutliche Beeinträchtigung der allgemeinen Aktivität aufgrund der kognitiv-mentalen Voraussetzungen bezüglich der o.g. Symptomatik dürften Zwangsstörungen erst bei Kindern ab dem Vorschulalter sinnvoll zu diagnostizieren sein
- nenne die Leitsymptome von Zwangsstörungen (F42) Zwangsgedanken = Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die die Kinder immer wieder stereotyp beschäftigen Zwangshandlungen oder Rituale = sind ständig wiederkehrende Handlungsmuster, an sich dysfunktional, die aus Sicht der Patienten oft der Abwehr einer vermeintlichen Gefahr dienen Die Zwangssymptome müssen als eigene Gedanken oder Impulse für Patienten erkennbar sein Gedanken/Handlung muss noch, wenn auch erfolglos, Wiederstand geleistet werden Zwangsgedanke oder Zwangshandlung dürfen nicht als angenehm erlebt werden mind 2 Wochen Ab vorschulalter diagnose
- Welche weiteren Merkmale haben Zwangspatienten? Ausgeprägte Entscheidungsschwiedrigkeiten Einbezug der Familie Verlust von Kontakt zu Gleichaltrigen Perfektionismus
- nenne Typische Zwangsgedanken von Kindern Kontamination mit Schmutz oder Sekreten Furscht vor eigenen aggresiven Impulsen Symmetrie/ Genauigkeit Gewaltvorstellungen Vorstellungen die sich auf den eigenen Körper beziehen Religiöse Gedanken
- nenne typische Zwangshandlungen bei Kindern Waschzwang Kontrollzwänge Wiederholungszwänge Zählzwänge Ordnungszwänge, Berührungszwänge, Sammelzwänge Beten
- was sind Zwangshandlungen? Welche Funktionen und Inhalte haben sie? Wiederkehrende Verhaltensweisen, die als aufgezwungen erlebt werden und meist der Angstreduktion dienen Ritualisierte Handlungen, die (vermeintlich) Sicherheit und Entspannung herstellen Funktion: Neutralisierung unangenehmer Gefühle Inhalte: Waschen, Kontrollieren, Ordnen, Berühren, Wiederholen, Fragerituale und Rückversicherung
- in was können Zwangsgedanken unterteilt werden? Zwanghaftes Zweifeln Patient beschäftigt sich über lange Zeit mit Gedanken über einige Handlungen und deren Folgen Zwanghafte Impulse Patient verspürt subjektiven Drang, bestimmte Handlungen auszuühren
- Was sind Zwangsgedanken? • Zwangsgedanken = Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die die Kinder immer wieder stereotyp beschäftigen
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- Bei welchen psychischen Störungen treten häufig Zwangssymptome auf? geistige Behinderung: Steriotypien mit einfachen motorischen Abläufen, Autostimulation und – mutilation (Zwänge dienen dem Spannungsabbbau und Angstreduktion) Autismus: zwanghafte Rituale sind in formaler Hinsicht einfacher und nicht vom ich-fremden Gefühlen des Ausgeliefertsein begleitet Organische Psychosyndrome (zB nach Enzephalitis)- Syndrome haben nicht die typische angstreduzierende Funktion Anorexie: Zwänge immer im Dienst der Esstörung, werden nicht als unsinnig erlebt
- Epidemiologie: Zwangsstörung Lebenszeitprävalenz: 23% Geschlechtsverteilung: Jungen: Mädchen = 3:2 Erkrankungsbeginn: zwischen 10 und 13 Jahren Bei Jungen tritt die Störung häufig früher auf, zwischen 6 und 15 bei Mädchen/ Frauen enehr zwischen 20 und 29 Jahren.
- Komorbidität: Zwangsstörung Angststörungen (Komorbiditätzwischen 25 und 60%): Spezifische Phobie, Überängstlichkeit, Trennungsangst Tic-Störungen (ca. 30%): bei Jugendlichen mit begleitender Tic-Störung eher aggressive Zwangsgedanken Externalisierende Störungen (ADHD, Störung des Sozialverhaltens) AnorexiaNervosa: Zwangsphänomene bei anorektischenPatienten: Essrituale, Ordnungs-und Säuberungszwang, Perfektionismus, Unheilsbefürchtungen Depression (bei ca. 30%): meist als Reaktion auf die Schwere der Ursprungserkrankung
- Welche Erklärungsansätze gibt es für Zwangsstörung? Behaviorales Zwei-Faktoren- Modell Behavioraler Ansatz Kognitives Modell Salkovskis kognitives Modell der Verantwortungsüberschätzung Wells metakognitives Modell Neurophysiologische Theorien Weitere biologische Theorien
- Beschreibe das Kognitive Modell zur Entstehung der Zwangsstörung Zwangssymptomatik entsteht wenn aufdringliche Gedanken als negativ bewertet werden („ Der Gedanke ist fürchterlich! So darf ich nicht denken!“) Unruhe, Erregung entsteht Durch Zwangsgedanken oder – handlungen Erregung kurzfristig reduziert wird („Neutralisierung“) Neutralisierung Bedeutung des Gedankens erhöht -> Erregung -> Kreislauf!
- Welche Bestandteile hat ein kognitives Zwangsmodell? Aufdringlicher Gedanke ("selbstmord") Bewertung, automatische Gedanken ("meine Sis könnte Selbstmord begehen wenn ich an sie denke") Unbehagen (Anspannung, Handlungsbedarf) Neutralisierung (nicht an Selbstmord denken, Ritual hilft nur Kurtzfristig)
- Verlauf und Prognose von Zwangsstörung ca 70% der jungen Erwachsenen, die als Kind und Jugentlicher wegen einer Zwangserkrankung behandelt wurden, zeigen auch später eine Störung 47% davon noch das Vorbild einer Zwangsstörung, 23% weitere Prozent subklinisch Zwangsstörungen haben eine erhebliche Persistenz bei Zwangserkrankungen des Kindes- und Jugendalters sind keine eindeutigen prognostischen Faktoren bekannt. Weder Alter bei Erkrankungsbeginn noch das Geschlecht gilt als prognostisch aussagekräftig Häufige Veränderung der Zwangssymptomatik
- GAS: Welche Funktionen haben die Sorgen? Reduzierung intensiven negativen Affekts: Gedanken statt Bilder, Sorgenkette Nicht-Eintreten von vorhergesagter negativer Ereignisse: Sorgeninhalte auf zukünftige Ereignisse ausgerichtet, deren Auftretenswahrscheinlichkeit gering ist Sorgenprozesse als einzige Verhaltensstörung: Sorgen richten sich auf ereignisse die in der Zukunft liegen Sorge als Vorsorge (Vorgersagbarkeit und Kontrolle): Glaube dass Sorgen helfen zukünfitge negative Ereignisse zu verhindern auf zukünftige negativer Ereignisse vorbereitet zu sein adequate Problemlösung für zukünftige negative Ereignisse darstellen