Erziehungswissenschaften (Fach) / Bildung Erziehung (Lektion)

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Grundbegriffe

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  • Eckpunkte der geschichtlichen Entwicklung der Bildungswissenschaften Antike - Gegenstand theoretisch-philosophische Reflexion1779 - ersters Universitätsfach (E.C.Trapp) im Zeitalter der AufklärungBedeutung steigert sich mit steigender Bedeutung der Instutition Schulebis 1933 - an 14 Universitäten vertretenab 1960 - Einzelfach/ Disziplin an den Universitäten Bezeichnung ist eine historische AbleitungPädagogik - Ende 18.JH bis Wende 19./20.JH ( mehr Geisteswissenschaft)Erziehungswissenschaft - Anfang 20.JH, Höhepunkt 1960er ( sozialwissenschaftliche Perspektive)Bildungswissenschaft - heutzutage, junge Wissenschaft keine bedeutenden Unterschiede zwischen Pädagogik, Erziehungs- und Bildungswissenschaft (mehr) bestehen Die Geschichte der Bildungswissenschaft ist an die Entwicklung des allgemeinen Schulsystems gekoppelt.Antike beschäftigten sich Philosophen mit Theorien zu Erziehung und Bildung  Zeitalter der Aufklärung gewann die Pädagogik als Methode zur Vervollkommnung des Menschen an Gewicht. Es wurde ein allgemeines Schulsystem eingeführt und damit ergab sich die Notwendigkeit einer guten Ausbildung der Lehrkräfte.Um die Pädagogik von ihren Nachbardisziplinen abzugrenzen enstanden um/ab 1800 zentrale Werke der Pädagogik wie z.B. Herbarts "Allgemeine Pädagogik" und Schleiermachers "Pädagogische Vorlesungen".  1933 wurde das Fach im Rahmen der Lehrerausbildung ausgeweitet und Professuren, die zumeist noch an Philosophie, Psychologie oder Philologie gekoppelt waren, an zahlreichen deutschen Universitäten eingerichtet. Während der Naziherrschaft wurden jüdische Professoren entlassen, sodass die Zahl von 79 Lehrstühlen im Jahr 1933 auf 38 nach Ende des zweiten Weltkrieges fiel. Ende der 1960er Jahre, als die Lehrerbildungsstätten geschlossen und die Lehrerausbildung an die Universitäten verlagert wurde, konnte sich die Erziehungswissenschaft als Einzeldisziplin (u.a. MA) durchsetzen Gegenwart zählt die Pädagogik/Erziehungs-/Bildungswissenschaft zu den sechs stärksten Fächern an deutschen Universitäten.
  • Zentrale Merkmale von Wissenschaft Empirisch (belegbare) fundierte oder hermeneutisch (Rückführung von Tatsachen)-kritische Deutung der Bestimmung  von Mensch und Welt soll Phänomene/ Zusammenhänge für Menschen erklärbar und verstehbar machen versucht für Ordnung in einer Gesellschaft und im Umgang mit der Welt zu stiften "Näherrücken" an die Wahrheit  intersubjektive (nicht nur sujektiv + Anspruch objektiv) Überprüfbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse Verwendung möglichst differenzierter Sprachformen und eines reflexiven (gedankliche Betrachtung) Weltzugangs Gegenstandsbereich sollte möglichst adäquat erfasst
  • Anspruch der Wissenschaften auf Objektivität und Gewissheit in Ihren Ergebnissen Wissenschaft erhebt Anspruch objektiv und Gewissheit in den Ergebnissen zu haben. (wissenschaftliches Wissen soll subjektiv und objektiv fürwahr gehalten werden)  Frage: Gilt denn dieser Anspruch auch Immer? Die Geschichte zeigt, dass sich das wiss. Wissen wandelt, es kann sogar zu Paradigmenwechseln kommen. Beispiel ( Deutung der Welt/ Gottesknecht oder Selbstliebhaber/ Ruhloff).Frage: Kann unter diesen Umständen der Anspruch auf Objektivität und Gewissheit in ihren Ergebnissen immer aufrecht erhalten bleiben? Wohl nur in einer wissenschaftliche Gemeinschaft, die diese tragendenParadigmen und Methoden teilt. Über die Zeit gesehen, unter neuen Methoden, anderen reflexiven Zugängen kann sich dieser Anspruch nicht halten.  Ein Spannungsverhältnis besteht zwischen dem Anspruch von Wissenschaft auf Objektivität und den Begrenztheiten die wissenschaftlicher Praxis aufgrund der jeweils gegebenen historischen, gesellschaftlichen, technologischen Bedingungen sowie durch Interessen, Weltanschauungen, Wertvorstellungen der dem wissenschaftlich Handelnden auferlegt wird Am Anspruch auf Objektivität kann festgehalten werden (vgl. Frau Wingfield: "Sofern Wissenschaft sich dessen bewusst ist und in ihren wissenschaftlichen Arbeiten darlegt, unter welchen aktuellen soziokulturellen, politischen, psychosozialen Bedingungen und aktuellen Erkenntnissen sie mit welchen Methoden forscht und wissenschaftliche Theorien und Paradigmen erarbeitet und diskutiert, sich der offenen Fragen, die aus den neuen Erkenntnissen erwachsen, bewusst ist, kann Wissenschaft den Anspruch erheben objektiv und gewiss in ihren Ergebnissen zu sein")
  • Bedeutung der Theorien für die Wissenschaft von Bildung "Theoreia" – etwas aus der reflexiven Distanz betrachten und erkennen( Karl Popper beschreibt Theorie „als das Netz, das wir auswerfen, um die Welt einzufangen“.) Eine 2- wenn nicht gar 3-Dimensionalität der Theorie in der Wissenschaft von Bildung. distanziert auf das Subjekt eine rückbesinnende Betrachtungsweise,  auf diese Weise neue Erkenntnis schafft wie bei Karl Popper als Netz  das eine vorgegebene Struktur liefert, die Ordnung schafft und gleichzeitig Raum lässt für wissenschaftliche Erkenntnisse. Theorien sind das Ergebnis und die Grundlage wissenschaftlicher Forschung. Anders als praktisches Wissen, das im Alltag oder im Beruf erworben wird und seine mehr oder weniger reflektierte, unmittelbare praktische Anwendung dadurch findet, erlauben Theorien die reflektierte, kritische Auseinandersetzung mit pädagogischen Fragen („aus der reflexiven Distanz betrachten“). Zudem kann der Bildungswissenschaftler so die pädagogische Dimension einer Fragestellung erkennen Insofern sind die Theorien für die Wissenschaft von Bildung von grundlegender Bedeutung, ohne die wissenschaftliches Arbeiten nicht strukturiert, kritisch, distanziert und reflexiv möglich ist.  Was ist eine Theorie? - spezifischer Zugriff zur Welt, aus reflexiver Distanz (Sinn für das Ganze) - Zusammenhänge erkennen, die ohne Theorien nicht sichtbar wären, Phänomene von einander abgrenzen, die Dinge klarer, deutlicher, komplexer und vielschichtiger zu sehen. Es gibt keine theorielose Welt, denn "was wir Faktum nennen, muss immer schon in irgendeiner Weise theoretisch orientiert sein" (Cassirer) Theorien sind also Grundlage einer wissenschaftlichen Reflexion (gedankliche Betrachtung)
  • Wissenschaftliches Wissen im Unterschied zu Meinen oder Glauben? Meinen, Glauben und Wissen unterscheiden sich durch den Grad der Überzeugung / das Fürwahrhalten: Meinen - subjektives und objektiv unzureichend, (nicht sicher über die Aussage)Glauben - subjektiv zureichen, objektiv unzureichend (nicht belegbar)Wissen - subjektiv und objektiv zureichend Wissenschaftliches Wissen (in Theorien festgehalten) wird durch methodischen Zugang erhalten, ist intersubjektiv begründbar und kann argumentiert werden und ist aber auf die Zustimmung der wissenschaftlichen Gemeinschaft angewiesen (gemeinsames Paradigma). Dabei ist der Inhalt des wissenschaftlichen Wissens wandelbar! Das Zustandekommen nicht. Wissenschaftliches Wissen benötigt eine Akzeptanz der angewendeten Methoden und des Zugangs. Beim Wissen reicht es, wenn subjektiv und objektiv das Fürwahrhalten vorhanden ist, beim wissenschaftlichen Wissen wird mehr gefordert. Die Methoden sind mit der Zeit definitiv auch wandelbar. Durch den Methodenwandel und den geänderten Zugang zur Welt können dann auch Paradigmenwechsel hervorgerufen werden, aber nur wenn dieses neue Wissen aufgrund der angewendeten Methoden von der wissenschaftlichen Gemeinschaft fürwahr gehalten werden, wird es wissenschaftliches Wissen.
  • Unterschied zwischen wissenschaftl. Wissen, Professionswissen und Alltagswissen Wissenschaftliches Wissen ist das Wissen, das sich Studierende während ihres Studiums und ihrer wissenschaftlichen Arbeit aneignen. Wissenschaftliches Arbeiten setzt sich kritisch und reflektierend mit den wissenschaftlichen Theorien auseinander, forscht mit anerkannten wissenschaftlichen Methoden, beleuchtet pädagogische Fragestellungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln.WW ist Vorraussetzung von Professionswissen Die Vorteile wissenschaftlichen Wissens liegen darin kritisch und reflektierend zu hinterfragen, Kenntnis von Theorien zu haben, über einen Methodenpool zu verfügen, um ein pädagogisches Problem zu erkennen, zu untersuchen, distanziert und kritisch zu beleuchten. Alltagswissen ist tradiert (durch Sozialisation gewonnen), kann widersprüchlich sein, dient der Bewältigung des Alltages Professionswissen durch Studium, Ausbildung, Berufsalltag gewonnenProfessionswissen unterscheidet sich vom Alltagswissen in der Grundlage (wissenschaftliches Wissen oder nicht) sowie im Reflexionsniveau welche das Denken, Tun und Urteilen beeinflussen
  • Wissenschaftliche Begriffe und Grundbegriffe? Ein Begriff versucht ein zu beschreibendes Phänomen in einem Wort zu kompensieren (etwas als etwas zu bestimmen). Diese präzise Beschreibung erhält ihren Sinn aber immer erst durch ihm zugrunde liegende Theorien und Ordnungen. Oft können Begriffe aber nicht endgültig bestimmt werden, was wiederum Freiraum für neue wissenschafltiche Ansätze bietet bzw. ermöglicht. Grundbegriffe sind historisch gewachsene Bezeichnungen für Phänomene, um jene sich der Diskurs einer Wissenschaft immer wieder dreht. Sie erhalten so eine zentrale ordnungs- und sinnstiftende Aufgabe, die für eine kritische Auseinandersetzung unverzichtbar sind. (Theorien , Modelle, Forschung drehen sich darum)Zum einen sind Grundbegriffe und deren Definition grundlegendes Wissen für eine Disziplin/ Fach. Zum anderen schaffen sie durch ihre Unbestimmtheit offene Frage- und Problemstellungen, die die Teildisziplinen einer Wissenschaft immer wieder einander annähern lässt.
  • Diskutieren sie, ob von Erziehung gefordert werden kann, dass Auschwitz sich nicht wiederhole Ich denke, prinzipiell kann vieles von Erziehung gefordert werden, auch „dass Ausschwitz sich nicht wiederhole“. Die Erziehungsmetaphoriken (Verwendung von Metaphern) haben alle das Ziel, wenn auch mit unterschiedlichen Methoden, Technologien und Schwerpunkten, den Heranwachsenden zu einem mündigen, vernunftgeleiteten, sozial integrierten, seine individuellen Möglichkeiten erfolgreich und zufriedenstellend nutzenden Erwachsenen aufzuziehen. Ist  hier der gute Wille der Erziehenden ausreichend? Haben die Eltern, Erzieher und Lehrer der Aufseher und Mörder in Ausschwitz, sowie die sie umgebende nazi-duldende und –unterstützende Gesellschaft ihre Kinder absichtlich oder versehentlich zu Mördern, Statthaltern und Unterstützern eines menschenverachtenden Systems erzogen? Ohne Untersuchungen zu diesem Thema zu kennen, denke ich zunächst mal nein. Was ist also falsch gelaufen? Wenn wir die Erziehungsmethaphoriken und Theorien betrachten, finden wir wenig zu den Einflüssen der peergroupe, der Gesellschaft, der Medien, der Veranlagung, der individuellen sozialen Problemlösungskompetenz, u.v.m. also zu den nicht intendierten ( beabsichtigten) Einflüssen auf die Erziehung. Insofern bin ich Eurer Meinung, dass diese Forderung an die Erziehung durchaus gestellt werden kann, ja sogar gemacht werden muss,dass allerdings der Gesellschaft auch bewusst sein oder gemacht werden muss, dass die individuellen Anlagen des Heranwachsenden, des Erziehenden und die soziokulturellen Rahmendingungen zum Gelingen dieses Anspruchs vorhanden sein oder hergestellt werden müssen
  • Diskutieren Sie den Unterschied von Absicht und Wirkung am Beispiel Kafkas Am Beispiel Kafkas wird das Machtverhältnis zwischen dem sich entwickelnden Kind und dem fertigen Mann sehr deutlich. Die Absicht des Vaters ist durch 'hartes Anpacken' einen kräftigen und mutigen Jungen zu erziehen. Durch das ungleiche (asymmetrische) Machtverhältnis, das dem Jungen sehr gegenwärtig ist, ist die Wirkung aber Einschüchterung. Die in guter Absicht vorgemachten Schwimmbewegungen, die den Jungen zur Nachahmung ermuntern sollen, haben eine niederdrückende und beschämende Wirkung. Die aufgestellten Tischmanieren werden nicht als allgemeine Regeln sondern als Unterdrückung empfunden (Regeln und Befehle gelten nur für Zöglinge). All diese Beispiele zeigen, dass man als Erziehender die Sicht des zu Erziehenden nicht außer acht lassen darf. Wenn eine Erziehungsmaßnahme nicht die gewünschte Wirkung hat, muss es nicht am zu Erziehenden sondern es könnte auch an der Methode liegen. Gerade in diesem Beispiel passen "Hand und Material" nicht zusammen. Erziehung ist eine der schwierigsten Aufgaben der Menschheit!
  • Klären Sie die Verbindung von Erziehung und Anthropologie Die Vorstellungen, wie man durch Erziehung auf einen Menschen einwirken kann, sind eng mit der Vorstellung, die man vom Menschen hat, verbunden. Die Antrophologie, als Lehre vom Menschen, beschäftigt sich mit der Natur des Menschen. Dabei stehen biologische , aber auch philosophische Aspekte zur Diskussion. Das Bild, das man sich vom Menschen macht, beeinflusst die Wahl der Erziehungsmethode. Verschiedene Auffassungen/ Vorstellungen philosophisch oder naturwissenschaftlicher Form über die Anthropologie des Menschen, sei es bezüglich seiner Lernfähigkeit, seiner biologischen Festlegung auf bestimmte Eigenschaften, der Beeinflussbarkeit seiner Intelligenz, seiner Formbarkeit, seiner Möglichkeit zur Selbststeuerung, lassen jeweils andere Methoden sinnvoll erscheinen. Ändert sich also das Menschenbild, dann ändert sich auch das Verständnis von Erziehung.
  • Erläutern sie den metaphorischen Gehalt des Begriffs Erziehung  Menschen welche über Erziehung nachdenken, oder erzieherisch tätig sind haben eine bestimmte Vorstellung von Erziehung. Einmal soziokulturell, aber auch durch eigene Erfahrungen und Erlebnisse geprägt. Dieses individuelle Bild von Erziehung gibt Sicherheit im Tun und ein subjektives Verständnis wie Erziehung ablaufen kann. Metaphorische (Gleichnishaft) Bilder sind meist unreflektiert (nicht bewusst durchdacht)." Die ,Bildlichkeit die in dem Wort 'Erziehung' selber steckt, zielt auf die Wortherkunft.  jüdisch-christlichen Verständnis der Zucht und Ordnung inne hat (musar), wie auch den griechischen Gedanken der freien Selbstentfaltung (paideia) Die Entfaltung kann nur unter der Zucht, Gehorsam, Unterordnung gegenüber einer historische begründeten Instanz (Gott, Gesellschaft) gedacht werden
  • Bedeutung von Erziehungsmetaphoriken und die Darstellung ausgewählter Bilder! Erziehungsmetaphoriken beschreiben die Ansprüche und Praktiken der Erziehenden bildlich veranschaulicht und enthalten häufig das eigentliche Verständnis von Erziehung. Fundamentale Bilder sollen die Erziehungsmethoden und – stile legitimieren. Die jeweils favorisierten Bilder decken sich oft mit dem Alltagsverständnis der Zeit und aktuell gültigen soziokulturellen Normen und Menschenbildern. Die Erziehungsmetaphoriken sind nur die Perspektive des Erziehers, die Wirkung auf den zu Erziehenden wird dabei nicht berücksichtigt. Das Gelingen wird auch nicht in Frage gestellt. Aus der Sicht des Zöglinge verändern diese Bilder ihr Gesicht, hier kann Führung reine Gewalt bedeuten. In den Bildern für Erziehung stimmen die Absichten von Erzieher und zu Erziehendem überein. Erst aus der Perspektive des zu Erziehendem wird die asymmetrische (ungleichmäßige)Machtstruktur deutlich, die diese Bilder eventuell gerade zu kaschieren suchen. Wachsenlassen: Der Erzieher als Gärtner Führen: Der Erzieher als Hirte Erziehers als Disziplinierenden - Zähmen und Disziplinieren Erzieher als Schiedsrichter Erzieher als Baumeister Licht und Erweckung: Der Erzieher als Aufklärer
  • Bestimmungen des Begriffs Erziehung Reflexion der Machtstrukturen und der Disziplinierung Fragenstellung, wer erzieht wo,wen, womit und wozu und die Frage, ob sich Erziehung an einer Absicht oder eher einer Wirkung orientieren sollte". Ist Erziehung nur eine intentierte Handlung? (Intentionale Erziehung zeichnet sich durch die bewusst von den Erziehern ergriffenen Maßnahmen zur Förderung des Kindes aus. Die intentionale Erziehung zieht sich durch alle Lebensbereiche) Funktionale Erziehung  kein Motiv gegenübersteht und sie vor allem von unbewussten Faktoren geleitet wird. So findet die funktionale Erziehung praktisch immer und überall statt. Im Laufe der menschlichen Entwicklung nehmen immer mehr Personen, die außerhalb der Familie stehen, Einfluss auf das Kind. Seien es die ersten frühkindlichen Kontakte, der Sportverein, das Agieren in der Kindergartengruppe oder in der Schule. Dieses instinktive Lernen und das Nachahmen vorgelebter Verhaltensmuster prägen unbewusst die Persönlichkeit und den Charakter des Menschen. Erst die Akzeptanz bestimmter Regeln und gesellschaftlicher Normen ermöglicht es dem Kind, sich in eine Gruppe zu integrieren In dem hier gespannten Raum von intendierter und funktionaler Erziehung, Absicht und Wirkung, Freiheit und Zwang, Selbst- und Fremdbestimmung in der Wechselwirkung von Erzieher und Erziehenden ist der Erziehungsbegriff angesiedelt. Es geht also auch um die Grundlage / das Ziel / das Allgemeine / das gesellschaftlich Erwartete woraufhin erzogen wird, z.B. Werte und Normen, Verhaltensweisen etc. die durch Religion, Gesellschaft, Wissenschaft etc. bestimmt werden und im Zeitverlauf Veränderungen unterliegen.
  • Auf welches theoretische Deutungsspektrum verweisen die Definitionen von Erziehung Die Schwierigkeiten, die man mit der Einordnung/ Deutung der unterschiedlichen Perspektiven auf den Erziehungsbegriff hat, gründen im Begriff der Erziehung selbst. Man kommt nicht zu einer klaren Definition des Begriffes.Erziehung, als ein, nach Tenorth* etwas "unklarer" Begriff bezeichnet nämlich:- den Prozess (das was geschieht zwischen Erzieher und zu Erziehendem)- das Ergebnis (von intentionalen Handlungen sowie von sozialisatorischen Einflüssen)- die Handlungen des Erziehers (denen eine Absicht zugrunde liegt)- die Wirkungen auf den zu Erziehenden ( Ursache und Wirkungszusammenhang von Kafka beschrieben)- der Begriff kann deskriptiv(die Tatsache beschreibend) wie normativ (als Werteordnung) verwendet werden Die unterschiedlichen Deutungen und Perspektiven des Begriffes lassen sich also nur so erklären, dass jeweils andere Aspekte von Erziehung jeweils fokussiert werden
  • Was ist negative Erziehung? Die indirekt tätige Erziehung, die die Aufgabe hat die Autarkie (Selbstgenügsamkeit) des Zöglings zu stärken. Die Gattung Mensch ist von Natur aus gut, während die tatsächlichen Menschen verdorben sind, damit auch die Erzieher. Berufung jedes Menschen ist zuerst Mensch zu sein und nicht Pastor, Soldat etc.... Erziehung (lt. Rousseau) dient zur Wiederherstellung der natürlichen Ordnung. Die Zivilisation zerstört diese natürliche Ordnung und erzeugt eine Entfremdung. Darum soll Erziehung nicht durch aktives Erziehen, sondern durch Erfahrung erfolgen. Man soll verhindern, dass etwas getan wird,(von der Öffentlichkeit fernhalten) so kann das Kind lernen ein Mensch zu sein ohne die Unterscheidung der verschiedenen Klassen jemals zu erfahren. Der Erzieher soll die Erziehung arrangieren, ohne das es der Zögling merkt . Der Mensch reift heran und der Erzieher hat diese naturgemäße Reifungsprozesse zu unterstützen und nur Rahmenbedinungen zu schaffen. Die kindlichen Wünsche müssen zu ihren Fähigkeiten passen, sonst kann er seine Wünsche nicht realisieren und es entsteht das Unglück. Das Wachsenlassen des Zöglings mit natürlichen Zeitplan steht allein im Vordergrund. Das Kind ist Der erzieherische Sinn ist allein in und durch die Natur begründet. Die Erziehung kommt uns von der a)Natur (Heranreifungsprozess) oder dem Menschen(welche vom Gebrauch der naturgegebenen Dinge leben)  oder den c) Dingen (Erfahrungsgewinn an Gegenständen).
  • Bedeutung der Natur in Rousseaus Erziehungskonzept! Die Natur will das Kinder, Kinder sind bevor sie erwachsen werden. Der Aspekt der Natur in der Erziehungskonzeption von Rousseau hat seinen Ursprung in der Idee des Naturzustandes. Indem der Mensch natürlich und ganz bei sich ist und sein Gefühl ihm die richtige Art zu Leben weist. Es ist zwar nicht möglich, dass er in diesen Zustand zurück kehrt. Durch eine natürliche, negative (interaktive) Erziehung wie Rousseau sie vertritt, soll jedoch ein unentfremdeter Angang geschaffen werden, der dem Menschen ein natürliches und sittliches, autarkes Leben ermöglicht. Die Natur steht für Rousseau für das Gute im Menschen, dies gilt es zu bewahren. Aufgrund dessen nimmt die Natur auch einen so wichtigen Platz in der Erziehungskonzeption vom Rosseau ein. Sie ist einer der drei Erzieher die laut Rousseau den Menschen erziehen: die Natur, die Dinge und der Mensch. Mit der Natur als Erzieher (Heranreifen der Körper und Organe) ist die Körperliche und Geistige Entwicklung so wie die genetisches Disposition die das Kind mitbringt gemeint. Nach ihnen richtet sich die ganze Erziehung. Der Mensch als Erzieher hat sich an dem Entwicklungsstand des und den Interessen des Kindes zu orientieren und nicht etwas zu erzwingen zu dem das Kind noch nicht in der Lage ist sonder Erziehung arrangieren.  Rousseau Idee des guten Naturzustands übt eine Kritik an der Kultur (Gesellschaft ist verdorben). Mit dieser Gegenüberstellung wird der Kontrast zwischen der (guten) Natur und der (schlechten) Kultur sehr deutlich.
  • Erklären Sie die Verbindung von Gesellschaftskritik und Naturzustand! Der Naturzustand ist Rousseaus (fiktives Ideal für ein gutes Leben) Gegenmodell zur gesellschaftlichen Realität seiner Zeit. Während die Gesellschaft in seinen Augen von Dekadenz, Überfluss, Neid, Habgier und Machtstreben gekennzeichnet ist, stellt er sich den Naturzustand als ein ideales Dasein des Menschen in absoluter Autarkie und vollständigem Gleichgewicht vor. Im Naturzustand genügt sich der Mensch selbst und will nicht mehr, als er selbst erreichen kann. Ungleichheit, Gier und Abhängigkeit vom Urteil anderer ist bedingt durch den Zwang in einer Gesellschaft zu leben. Die Gesellschaft, ihre Kultur, entfremdet den Menschen von sich selbst, was Rousseau kritisch sieht. Die Gesellschaft steht daher im Gegensatz zur Natur. Dabei ist sich Rousseau bewusst, dass der Zustand des Lebens als einzelner nicht umzusetzen ist. Die Gesellschaft, die Rousseau kritisiert, legt den Menschen in Ketten. Sozialistische Theorien stützen sich auf Rousseaus Konzeption des Gesellschaftsvertrages. Er entwickelt aus dieser Analyse heraus Modelle, wie der Mensch weniger entfremdet leben kann: 1) Die Vorstellung des Menschen als einem von Natur freien Wesen dient Rousseau als Grundlage der Kritik an den herrschenden Machtstrukturen im französischen Absolutismus. Zu jener Zeit kamen die Gesetze von oben (La loi c'est moi), allein von den absolutistischen Herrschern und ihrem Machtapparat – alle anderen hatten sich zu beugen. Nur unter der Bedingung, dass die Gesetze auf dem Gemeinwillen gegründet sind, den der Einzelne selbst mitträgt, der Einzelne sich also das Gesetz selbst gibt, wird die Fesselung durch die Gesetze erträglich. Die Menschen schließen in solch einer idealen Gesellschaft einen Gesellschaftsvertrag, dem sie sich dann jeder unterordnen kann, ohne seine Freiheit im Kern aufzugeben. (zentrale Idee der Volkssouveränität) 2) Zum einen soll eine "natürliche" Erziehung den Menschen befähigen, möglichst autark in einer entfremdenden Welt zu leben und sich selbst vernünftige Gesetze zu geben. Da die Gesellschaft den Menschen ja sich selbst entfremdet, muss die Natur Richtschnur für die Erziehung sein und die naturrechtliche gegebene Freiheit in die Freiheit des Bürgers zu transformieren.
  • Relevanz und Stellenwert der drei Erzieher bei Emile Der Zögling hat drei Lehrer/ die Erziehung steht auf drei Säulen durch die Natur (Heranreifen des Körpers und Organe, innere Entwicklung unserer Fähigkeiten) durch Dinge (Erfahrungsgewinn an Gegenständen), die Vorbildfunktionen haben. die Menschen welche den Gebrauch, der von der naturgegebenen Dinge lehren  Jeder Mensch hat seine eigene Form, die man erkennen muss und nach der man ihn individuell fördern muss. Die Erziehung durch die Dinge lässt das Kind die Welt entdecken und durch einen reflektierten Umgang mit den Dingen die eigenen Fähigkeiten und Grenzen, auch die seiner Freiheit erlernen. Der Erzieher soll dem Kind den Glauben lassen, dass es alles kontrolliert und in Wirklichkeit im Hintergrund alles kontrollieren, was das Kind macht. Am Anfang der Kindheit spielt die negative Erziehung die Hauptrolle. Dabei stehen die Erziehung durch die Natur und den Dingen im Vordergrund. Erst später wird die Erziehung durch den Mensch relevant. Rousseau nennt drei Erzieher - die Natur, die Dinge und den Menschen.Die Natur (des Menschen) ist der Ausgangspunkt für die Kräfteformung und Fähigkeitsentwicklung. Sie bietet die Grundlage auf der Entwicklung und Erziehung stattfindet.Die Begegnung mit den Dingen in der Welt bietet einen weiteren Erzieher. Hier steht das Experimentieren und das Lernen seiner eigenen Fähigkeiten und Grenzen an und durch die Sache im Vordergrund. Dinge sind  das Objekt durch die Erziehung stattfindet.Der Mensch nun ist der dritte Lehrer. Er vermeidet innere Widersprüche, er herrscht ohne Vorschriften. Der Mensch, als Erzieher, 'hält die Fäden' der Erziehung auf Grundlage der Natur und an den Dingen 'in der Hand'.
  • Inwieweit zeigt sich Rousseau als Entdecker des Kindes? Im 18. Jahrhundert galt die Kindheit im Gegensatz zu heute nicht als eigene Lebensphase. Kinder wurden nur als kleine unvollständige Erwachsene betrachtet. Rousseau, der moderne Pädagoge, schenkt dem Kindes- und Jugendalter Aufmerksamkeit. Für ihn ist es eine eigenständige Reifezeit, die unabhängig vom Erwachsenenalter zu sehen ist. Auch ist das Kind von Beginn an ein eigenständiger Mensch, wobei Rousseau auch unterscheidet nach Mädchen (Liebreiz entwickeln) und Jungen (Geschicklichkeit). Hierauf ist Rücksicht zu nehmen, um die Zukunft des Kindes nicht zu opfern. Rousseau betont die Eigengesetzlichkeit der kindlichen Entwicklung und fordert dieses Recht durch sein pädagogisches Prinzip der Selbsttätigkeit ein, um die eigenen Anlagen weiterzuentwickeln. Rousseau „entdeckt“ sozusagen das und den Jugendlichen als Objekt der bildungswissenschaftlichen Reflexion und Arbeit.
  • Diskutieren Sie die anthropologische Bedeutung der Perfektibilität des Menschen Mit Perfektibilität beschreibt Rousseau eines der entscheidenden Merkmale des Menschen: Die Fähigkeit sich selbst zu vervollkommnen und Fähigkeiten zu entwickeln. Grundlage hierfür ist die Anthropologie, die Rousseau entwirft: Durch die Instinktunsicherheit wird der Mensch zu einem frei handelndem Wesen, das in der Lage ist abzuwägen, zu entscheiden und zu gestalten. Dieses entscheidende Merkmal grenzt den Menschen vom Tier ab, das rein instinktgesteuert ist. Diese Anthropologie ist entscheidend für die Bildsamkeit des Menschen, denn nur durch sie kann der Mensch zu einem freien, sittlichen Wesen werden. Die anthroplogische Bedeutung der Perfektibilität verweist auf viele positive Aspekte, es wirft aber auch einige kritische Fragen auf. Man muss sich zunächst fragen, was Rousseau mit "Perfektibilität" meint. Es ist auf die Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten gerichtet und meint eine unbestimmte Bildsamkeit. Ähnliches findet man auch in anderer Literatur. Forschner (1998) hält fest, dass die perfectibilité "eine natural indeterminierte Fähigkeit zur Entwicklung neuer Fähigkeiten" beschreibt. (Quelle: Forschner, Maximilian (1998): Über das Handeln im Einklang mit der Natur. Grundlagen ethischer Verständigung.)  "Perfektibilität" meint, sich selbst zum Lernen zu befähigen. Es handelt sich hierbei um eine unbestimmte Lernfähigkeit. Und diese Lernfähigkeit ist auf eine Höherentwicklung angelegt. Als problematisch kann hierbei gerade der Anspruch sein, sich selbst zum Lernen zu befähigen. Wie weiß ich um mein Können, um meine Talente, wenn sie nicht gezielt gefördert werden sollen? Wie die bisherigen Beiträge zeigen, kann man sich z.B. fragen, welche Bedeutung der Begriff für die Anthropologie hat und welche Rolle die Erziehung hierbei einnimmt. Es kann z.B. festgehalten werden, dass die Erziehung den Auftrag hat, Situationen zu schaffen, in denen das Kind Möglichkeiten erhält, sich selbstständig mit den Dingen auseinanderzusetzen. An anderer Stelle wurde auch geschrieben, dass die Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten auch immer von der Umwelt abhängig ist. Sie gibt Lernanstöße, kann diese aber auch verhindern. Die Möglichkeit der Vervollkommnung der inneren Anlagen ist also im Prinzip möglich, das bedeutet aber nicht, dass sich alle Fähigkeiten, die sich prinzipiell herausbilden könnten, auch tatsächlich entwickeln. Es hängt von den gegebenen Umständen ab und Rousseau zufolge auch von der richtigen Erziehung
  • Beschreiben Sie die Verbindung von Sinnlichkeit und Vernunft als anthropologische Denkfigur! Rousseau sagt, dass der Mensch gleichzeitig ein sinnliches und ein vernünftiges Wesen ist. Das er also die Anlagen für beides in sich trägt. Um aber beide Anlagen entwickeln zu können müssen zunächst die Sinnen und die Verarbeitung der Sinneseindrücke geschult werden. Erst wenn das geschehn ist kann man mit 15 Jahren, mit der zweiten Geburt beginnen die Vernunft zu schulen. Das eine funktioniert nicht ohne das anderen und beide Eigenschaften zusammen machen den Menschen aus. Mein nächster Gedanke war ob das nicht auch ganz eng mit der Perfektibilität zusammenhängt? Denn ohne diese Eigenschaft kann der Mensch weder seine Sinne schulen noch lernen vernünftig zu denken. Die Vernunft, die in der Struktur des Menschen verankert ist, kann sich erst durch die aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt herausbilden. In den arrangierten Lernsituationen soll der Heranwachsende die Möglichkeit erhalten, sich selbstständig mit den Dingen auseinanderzusetzen. Die pädagogischen Schlagwörter lauten hier "forschendes, selbstorganisiertes und entdeckendes Lernen". Der Bezug zum Begriff der Perfektibilität liegt insofern nahe. Denn das Kind soll lernen, sich selbst zum Lernen zu befähigen. Und dies funktioniert nur, indem die Sinne angeregt und die Eindrücke verarbeitet werden, um z.B. Sinneseindrücke beurteilen zu können