A&O (Fach) / 2 (Lektion)

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  • Güter-Arten Allgemein untersucht die Ökonomik den rationalen Umgang mit Gütern, die nur beschränkt verfügbar sind. Im ökonomischen Zsh. werden Güter als Mittel zur Befriedigung von Bedürfnissen definiert.Auch Psychologen gehen nicht davon aus, dass wirtschaftliches Handeln dem Selbstzweck dient, sondern der Bedürfnisbefriedigung. Bedürfnisse äußern sich als „Bedarf“ auf dem Markt. Freie und knappe Güter Unterscheidungskriterium: Angebot und Nachfrage Bei freien Gütern ist das Angebot so groß, dass die Nachfrage befriedigt werden kann. Bei knappen Gütern übersteigt die Nachfrage das Angebot. (Je knapper die Güter, desto höher der Preis.) Knappe Güter sind Gegenstand der Ökonomik. Bsp. für freies Gut: Luft, Sand (jedoch nur solange Nachfrage nicht Angebot übersteigt!)Bsp. Überproduktion: Wenn Nachfrage für bestimmte Güter sinkt, wird auch Produktion bzw. Angebot gesenkt, damit die Güter knapp bleiben. Realgüter: Güter, die tatsächlich, also materiell existieren; Produkte des wirtschaftlichen Transformationsprozesses (sowohl Produktionsmittel als auch -ergebnisse) Nominalgüter: v.a. Geld, aber z.B. auch Schulden Wiki: monetäre Bewertung eines Gutes (in Geldeinheiten) z. B. der Geldwert ge- oder verkaufter Waren, Informationen oder Dienstleistungen ohne Berücksichtigung ihres realen Wertes. immobile Sachleistungen: nicht nur Immobilien im Sinne von Grundstücken u. Gebäuden, sondern alles was zu groß, zu schwer ist, um es zu bewegen und im Welthandel einführen zu können immaterielle Güter: z.B. auch Patente; Dienstleistungen
  • Rationalität und Nutzenmaximierung • Rationalität und Nutzenmaximierung → mit einem bestimmten Mitteleinsatz einen möglichst großen Erfolg erzielen „Maximierungsprinzip“. Und zwar mit einem möglichst geringen Einsatz „Minimierungsprinzip“. (in Spieltheorie „Minimax-Prinzip“)
  • Heuristiken (Tversky & Kahneman, 1974) simulation (wenn ich es mir vorstellen kann wird es wahrscheinlich, flugzeugabsturtz) Anwendungsgebiet: Kontrafaktisches Denken. anker (einfluss eines zahlenwerts) Anwendungsgebiet: Quantitative Schätzungen verfügbarkeit (woran ich mich eher erinnern kann berlin>bielefeld) Anwendungsgebiet: Urteile über Häufigkeiten oder Wahrscheinlichkeiten. representativität ( wie gut passt es zum schema) Anwendungsgebiet: Urteile über die Wahrscheinlichkeit, dass eine Beobachtung zu einer Kategorie gehört.
  • Menschenbild der Wirtschaftswissenschaften Homo oeconomicus 1. Annahme: Menschliches Verhalten dient der Befriedigung von Bedürfnissen 2. Annahme: Mittel zur Bedürfnisbefriedigung sind begrenzt (knappe Güter) → Wir müssen uns zwischen Bedürfnissen entscheiden.
  • Zwei-Prozess-Modell (Kahnemann) Process and Content in Two Cognitive Systems (Kahneman, 2003): Es gibt zwei kognitive Systeme: Intuition („quick and dirty“) und Reasoning (bewusst). Man kann auf zwei Wegen zu einer Entscheidung kommen. Reasoning ist der normativ richtige Weg, entsprechend der Vorgaben der Ökonomik. Doch Intuition dürfte der häufigere Weg sein, der psychologische. Dieser besteht z.B. darin Heuristiken (als Vereinfachung der rationalen Verarbeitung) anzuwenden, den „Trampelpfad“ zur Entscheidung.
  • was besagt der "deliberation- without- Attention- Effekt"? Also könnte die Infoflut, die beim Modell des Homo oeconomicus verarbeitet werden muss, unbewusst tatsächlich verarbeitet werden. Genau dies hat Dijksterhuis in seiner Arbeit gezeigt: „Entscheidung ohne Aufmerksamkeit“, also unbewusste Infoverarbeitung. Er zeigt, dass man bei einem Überangebot von Informationen immernoch eine vernünftige, rationale Entscheidung treffen kann, wenn man gerade nicht darüber nachdenkt. Dijksterhuis hat Entscheidungen treffen lassen zwischen fiktiven Autos, bei denen 4 oder 12 Aspekte genannt wurden. Ergebnis: Bei 4 Aspekten kommt man noch nicht an die Grenzen der Informationsverarbeitungskapazität, man entscheidet sich häufiger für die günstigere Alternative bei bewusster als bei unbewusster Verarbeitung. Wenn man jedoch viele Aspekte zu berücksichtigen hat, ist die unbewusste Infoverarbeitung überlegen. (Unbewusste Verarbeitung: Während der Entscheidung mussten die Pbn eine andere Aufg. erledigen und konnten daher nicht nachdenken.) Einstufung der Pbn, also wie zufrieden sind sie mit ihrer Wahl (auf Einstellungsskala). Hier tritt der gleiche Effekt auf: Bei wenig Info Überlegenheit der bewussten Infoverarbeitung und bei viel Info Überlegenheit der unbewussten Infoverarbeitung.
  • SEU-Theorie (Savage, 1954; Edwards, 1954) SEU-Theorie, Subjectivly Expected Utility-Theorie, Theorie der Maximierung des subjektiv erwarteten Nutzens bei einer Entscheidung. Der subjektiv erwartete Nutzen ist ein Maß dafür, wie wichtig dem Entscheider diese Konsequenz ist. Der Wert, in einem bestimmten Geschäft einzukaufen, kann global (z.B. “Attraktivität”) oder nach mehreren Kriterien (z.B. “Größe des Parkplatzes”, “Erreichbarkeit') bestimmt werden (Multiattributes Nutzenmodell). Der subjektive Gesamtwert einer Handlungsalternative wird mit einer Entscheidungs-regel aus den subjektiven Wahrscheinlichkeiten und Werten der Konsequenzen bestimmt. Der Anspruch der SEU-Theorie, eine deskriptive Theorie zu sein, läßt sich allerdings nicht halten. Es ist problematisch, den Nutzen des Entscheiders zu bestimmen, da er z.B. einfache Heuristiken verwenden, Prozesse der Informationsverarbeitung in den Vordergrund rücken (Informationssuche, -bewertung und -repräsentation) und auf Situationsvariablen Einfluß nehmen kann. Wir verfolgen häufiger die Alternativen mit positiven als diejenigen mit negativen Konsequenzen. Für die Entscheidungsfindung ist allerdings wesentlich, welchen Nutzen sich das einzelne Individuum von einer Entscheidung erwartet. Es geht also sowohl um den subjektiv erwarteten Nutzen als auch um die Erwartung als Wahrscheinlichkeits-komponente. Sowohl der subjektive Wert als auch die Wahrscheinlichkeit müssen erfasst werden. Diese Theorien gehen aber von den gleichen Axiomen aus wie die Theorien der Ökonomik, d.h. die Axiome (Vollständigkeit, Transitivität, etc.) gelten auch hier. Hier zeigt sich, dass es nicht unbedingt von Vorteil ist, subjektiv erwarteten Nutzen und subjektive Wahrscheinlichkeiten zu erheben, und dass diese Theorien auch hier Schiffbruch erleiden. Dies kann man an einigen Punkten festmachen. Ein grundlegender Punkt bei allen Wert-Erwartungs-Theorien ist die multiplikative Verknüpfung, dass Wert und Wahrscheinlichkeit unabhängig sind. Das findet man in der Praxis aber gar nicht. Etwas wird nämlich als wertvoll eingeschätzt, wenn es wenig auftritt. Es gibt sogar Korrelationen zwischen dem Nutzen und der Wahrscheinlichkeit, die wir implizit vermuten (wie in der Theorie der Leistungsmotivation). Die Forschung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass die Menschen systematisch von den Annahmen der SEU-Modelle abweichen.
  • Entscheidungsanomalien Certainty Effekt (certainty effect): Phänomen, dass Personen dazu tendieren, eine Option mit sicherem Gewinn über eine Option mit riskantem oder unsicherem Gewinn zu präferieren, selbst wenn die risikoreiche Option einen höheren erwarteten Wert hat. Framing-Effekt (framing effect): Präferenzumkehr in Abhängigkeit des Framings, z.B. Darstellung der Konsequenzen als Gewinne versus Verluste. Experiment Tvesky und Kahnemann: Gewinnframe (200 Menschen gerettet) und Verlustframe (soundsoviel streben). Identische Aussagen, nur anders geframt. Wenn man risikoavers ist, entscheidet man sich für A. Sichere und unsichere Aussage. Sicherer Gewinn wird dem unsicheren vorgezogen; der sichere Verlust gegenüber dem unsicheren Verlust abgelehnt. Besitzstandseffekt: Wenn man etwas besitzt, wird es höher bewertet, also man hält es für wertvoller. Wenn man etwas verkauft, will man mehr Geld dafür im Gegensatz zu als wenn man es selber kaufen würde. Escalation of commitment (sunk cost effect): Versunkene Kosten dürften nach ökonom Modell keine Rolle spielen. Aber: Leute berücksichtigen die versunkenen Kosten. Je mehr Kosten versiebt wurden, desto mehr Geld schmeißen sie hinterher. Eskalation: man investiert mehr in Fehlinvestitionen, denen man sich verpflichtet fühlt. Opportunity Cost Effekt: Opportunitätskosten (Kosten von nicht gewählter Alternative) werden niedriger eingeschätzt als die direkten Kosten (die ich gewählt habe). Base-Rate Fallacy: Vernachlässigung der Basisrate Outcome Bias: Späterer Outcome einer Entscheidung wichtiger als die Lage zum Entscheidungszeitpunkt selbst. Hind-Sight Bias. Man hat es immer schon gewusst. Präferenz-Umkehr: Wenn ich was kaufen möchte: höhere WK mit kleineren Werten ist mir lieber als geringe WK mit höheren Werten. Im Verkaufsfall umgekehrt. Produkt ist immer das gleiche. Myopisches Verhalten: Unterschied ob 1 Woche oder 1 Jahr eine Woche.
  • Equity Theorie (Adams, 1965; Selten, 1978) Das Equity-Motiv schränkt das Nutzenmaximierungsprinzip ein. Gerechte Verteilungen werden bevorzugt. In einer Untersuchung mit Affen wurden diejenigen Affen sauer, die eine schlechtere Belohnung für die Lösung einer Aufgabe bekamen, als andere Affen (die dieselbe Aufgabe gelöst haben und eine bessere Belohnung erhielten).
  • Verfahren zur Messung der Einstellung zu Geld Money Attitude Scale (MAS): Macht/Prestige, Wertaufbewahrung, Misstrauen, Qualität und Angst Money Belief and Behaviour Scale (MBBS): Besessenheit, Macht/Ausgaben, Wertaufbewahrung, Sicherheit/Vorsicht, Unzulänglichkeit und Anstrengung/Fähigkeit Money Ethic Scale (MES): Gut, Böse, Leistung, Respekt/Selbstwert, Budget und Freiheit/Macht
  • Anleger Typen nach Kelley Nach Kelly (1997) sind an Finanzmärkten drei verschiedene Typen von Anlegern zu finden: 1. Rational Traders: Das Verhalten dieser Personen ist mit der normativen ökonomischen Standardtheorie konform. 2. Passive Investors: Diese Personen stellen sich einmal ein Portfolio zusammen und handeln danach nahezu gar nicht mehr, auch wenn sie es nach den obigen Vorgaben [der normativen ökonomischen Standardtheorie] tun sollten. 3. Noise Traders: Diese Personen handeln im Gegensatz zu den passiven Investoren zu viel; sie reagieren auch auf Informationen, die sie normativ ignorieren sollten (z.B. unzuverlässige Gerüchte).
  • Motive (Motivgruppen) des Sparens: Keynes (1936): 1. Sicherheit, Vorsorge, Rendite, 2. Verbesserung des Lebensstandards, Unabhängigkeit, Investition zum eigenen Vorteil, 3. auch menschliche Motive: Stolz, Vererben, Habgier (eher psychoanaltisch)
  • Drei Formen von Steuervermeidung Steuerhinterziehung - man gibt in der Einkommensteuererklärung gewisse Beträge nicht an. Hier werden Steuern unterschlagen. Wird stark mit Illegalität verbunden. Auch Fälschen von Einkommenssteuererklärungen. Steuerumgehung - es gibt Lücken in der Steuergesetzgebung. Wird von der Allgemeinheit legitimiert. Man sucht nach Möglichkeiten, um nicht zu zahlen. Steuerflucht - man bewegt sich aus einem Bereich hinaus in dem eigentlich Steuern gezahlt werden müssen.
  • Schattenwirtschaft (Schwarzarbeit) berechnen Schattenwirtschaft sind alle Tätigkeiten, die auf wirtschaftlichen Gewinn abziehen, aber nicht im offiziellen Wirtschaftskreislauf/Sektor also nicht im BIP eines Landes auftauchen. In das BIP fliesst der öffentliche Haushalt und Privathaushalt mit ein. Im Bruttoinlandsprodukt gibt es einen Innoffizieller Sektor, eine Restgrösse, die zwar Wertschöpfung beitragen, aber nicht in das BIP eingehen und die Beträge nicht versteuert werden. Wie kann man Abschätzungen vornehmen, wie hoch der Betrag / Umfang für die Schattenwirtschaft ist? Indirekte Methode. Erfahrungswerte, Hauptüberlegung es finden keine vertraglichen Abmachungen statt, keine offiziellen Geldtransaktionen, es hinterlässt wenig Spuren. Schattenwirtschaft funktioniert über Bargeld. Deshalb kann man über den Bargeldumlauf in einem Land auf die Schattenwirtschaft schliessen. Es gibt Erfahrungswerte, wie viel Bargeld im Umlauf sein muss um ein bestimmtes BIP zu erzeugen und der Rest bzw. die Differenz, ist dann Schattenwirtschaft Bargeldumlauf (ist)- Bargeldumlauf (soll)= Schattenwirtschaft.