BWL (Fach) / Vorbereitung (Lektion)
In dieser Lektion befinden sich 31 Karteikarten
Klausurvorbereitung
Diese Lektion wurde von steffimeinhardt erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
- 1. Die auf dem systemtheoretischen Ansatz beruhende managementorientierte BWL definiert den Begriff des Unternehmens als offenes, dynamisches, komplexes, autonomes, marktgerichtetes, produktives und soziales System. Worauf zielt diese Definition ab? • Ein Unternehmen ist ein offenes System, weil es in vielfältigen Austauschbeziehungen zur Umwelt steht • Ein Unternehmen ist ein dynamisches System, weil es sich laufend ändern muss, um sich neuen Entwicklungen anzupassen oder diese selbst zu beeinflussen • Ein Unternehmen ist ein komplexes System, weil es aus vielen Elementen besteht, deren Kombination ein komplexes System von Strukturen und Abläufen ergibt • Ein Unternehmen ist ein autonomes System, weil es seine Ziele innerhalb staatlich vorgegebener Rahmenbedingungen selbst festlegen kann • Ein Unternehmen ist ein marktgerichtetes System, da es sämtliche Anstrengungen auf die Bedürfnisse des Marktes ausrichten muss. • Ein Unternehmen ist ein soziales System, in dem Menschen und Gruppen tätig sind und das Verhaltes des Unternehmens beeinflussen • Ein Unternehmen ist ein produktives System, weil es durch die Kombination der Produktionsfaktoren produktive Leistungen erstellt
- 2. Aus welchen 5 Phasen setzt sich der betriebliche Umsatzprozess zusammen? 1. Beschaffung von finanziellen Mittel 2. Beschaffung der Produktionsfaktoren 3. Kombination der Produktionsfaktoren 4. Absatz der produzierten Erzeugnisse 5. Rückzahlung der finanziellen Mittel
- 3. Welche Funktionen dienen der Steuerung des Umsatzprozesses? Wie wird diese Steuerungsfunktion des Umsatzprozesses noch bezeichnet? • Planung • Entscheidung • Aufgabenübertragung bzw. Durchführung • Kontrolle Die Steuerungsfunktion wird auch als Führung oder als Management bezeichnet.
- 4. Wie hängen der güter- und finanzwirtschaftliche Umsatzprozess zusammen? Der finanzwirtschaftliche Umsatzprozess bildet die Voraussetzung für den güterwirtschaftlichen Umsatzprozess. Ein Unternehmen muss sich zunächst einmal die finanziellen Mittel auf dem Geld- und Kapitalmarkt beschaffen, bevor es die notwendigen Produktionsfaktoren für den Produktionsprozess beschaffen kann.
- 6. Nennen Sie die verschiednen Umweltsphären und die wichtigsten Anspruchsgruppen. Die Umweltsphären sind: • Gesellschaft • Natur • Technologie • Wirtschaft Die wichtigsten Anspruchsgruppen sind: • Kapitalgeber • Kunden • Lieferanten • Arbeitnehmer • Staat • Konkurrenten
- 7. Warum wird eine umfassende Umweltanalyse in de heutigen Zeit für Unternehmen immer wichtiger? Gründe für die Bedeutungszunahme der Umweltanalyse sind: • Zunahme der Zahl, Bedeutung und Macht von Anspruchsgruppen • Zunehmende Komplexität und Dynamik und Unübersichtlichkeit der Umwelt aufgrund von Globalisierung und technologischer Entwicklung • immer weniger freie Güter
- 8. Was versteht man unter den Grundfunktionen, was unter Querschnittsfunktionen? Grundfunktionen ergeben sich direkt aus dem güter- und finanzwirtschaftlichen Umsatzprozess. Zu ihnen zählen Materialwirtschaft, Produktion, Marketing, F&E, Investition und Finanzierung. Querschnittsfunktionen ziehen sich durch alle Grundfunktionen durch, wie Organisation, Führung, Personal, Informations- und Wissensmanagement
- 10. Was beinhalten die konstitutiven Entscheidungen eines Unternehmens? Die konstitutiven Entscheidungen umfassen die langfristigen Entscheidungen bezüglich Leistungsprogramm und Leistungsverwertung, Rechtsform, Standort und Organisation
- 12. Wie lassen sich Unternehmen hinsichtlich der Gewinnorientierung, der Branche, der Größe, der Rechtsform und dem Etablierungsgrad gliedern? • Nach Gewinnorientierung in Profit- und Non-Profit-Unternehmen • Nach Branche in Sachleistungs- und Dienstleistungsbetriebe • Nach Größe in kleine, mittlere und große Unternehmen • Nach Rechtsform in Einzel- Personen- und Kapitalgesellschaften • Etablierungsgrad in Start-up-Unternehmen und etablierte Unternehmen
- 15. Was versteht man unter Sachzielen, Was unter Formalzielen? Sachziele beziehen sich auf das konkrete Handeln bei der Ausübung der betrieblichen Funktionen. Sie dienen der Steuerung des güter- und finanzwirtschaftlichen Umsatzprozesses. Formalziele richten sich am Erfolg des Unternehmens aus und zeigen das Resultat des güter- und finanzwirtschaftlichen Umsatzprozesses. Deshalb sind sie den Sachzielen übergeordnet.
- 18. Was versteht man unter Effizienz, was unter Effektivität? Unter Effizienz versteht man die Beurteilung der Beziehung zwischen der erbrachten Leistung und dem Ressourceneinsatz („die Dinge richtig tun"). Unter Effektivität versteht man die Beurteilung der Zielerreichung, d.h. das Ausmaß, in dem die geplanten Ziele tatsächlich erreicht sind („die richtigen Dinge tun")
- 19. Welche Zielbeziehungen können zwischen Zielen bestehen? Geben Sie jeweils ein Beispiel. • Eine Zielbeziehung ist komplementär, wenn die Erreichung des einen Ziels die Erfüllung eines anderen Ziels gefördert wird. Beispiel: Verbesserung der Produktqualität und Erhöhung des Markenimages
- 20. Welche Beziehungen bestehen zwischen Produktivität und Wirtschaftlichkeit? Eine hohe Produktivität garantiert noch keine Wirtschaftlichkeit, weil die Produktivität nur die Leistungsfähigkeit (Effizienz) nicht aber die Leistungswirksamkeit (Effektivität) zum Ausdruck bringt. Beispiel: effiziente Produktion von Konsumgütern, die aber nicht abgesetzt werden können.
- 22. Welche Zielbeziehung besteht zwischen Liquidität und Rentabilität? Zwischen Liquidität und Rentabilität besteht eine konkurrierende Zielbeziehung, da eine hohe Liquidität hohe Bestände an Bargeld und Sichtguthaben voraussetzt. Diese erhöhte Kassenhaltung bedeutet einen Verzicht auf Rentablere Anlagen (z.B. Festgeld, Aktien) und bewirkt somit eine Minderung des Rentabilitätsziels
- 23. Welche Arten von Unternehmensverbindungen lassen sich im Hinblick auf die Produktionsstufe unterscheiden? • Horizontal: Verbindung auf gleicher Produktions- oder Handelsstufe. Bsp.: Zusammenschluss mehrerer Fahrradfabriken • Vertikal: Verbindung von aufeinanderfolgenden Produktions- oder Handelsstufen o Rückwärtsintegration: Vorgelagerte Stufe wird angegliedert. Bsp.: Möbelfabrik kauft Holzverarbeitungsfabrik o Vorwärtsintegration: Nachgelagerte Stufe wird angegliedert. Bsp.: Möbelfabrik kauft Möbelhaus • Lateral: Unternehmen verschiedener Branchen verbinden sich. Bsp.: Verbindung von Fahrradfabrik und Möbelhaus
- 24. Aus welchen Gründen lässt sich eine Zunahmen von Unternehmensverbindungen beobachten? Gründe für die Zunahmen von Unternehmensverbindungen können sein: • Hohe F&E-Kosten • Know-How-Transfer • Ausnützen von Synergieeffekten • Risikoverteilung • Stärkung der Marktposition gegenüber Konkurrenten und Lieferanten • Erhöhung der Kreditfähigkeit
-
- 26. Welche Probleme allgemeiner Art können durch Fusionen auftreten? • Durch Kündigungen und Versetzungen kann große Unruhe entstehen • Probleme durch unterschiedliche Unternehmenskulturen • Eventuell Verletzung von Kartellgesetzen • Neue Organisations- und Führungsstrukturen können erforderlich werden
- 28. Was versteht man unter der strategischen Allianz und welchen Zweck verfolgt sie? Die strategische Allianz ist eine Form der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, bei der die Handlungsfreiheit der beteiligten Unternehmen im Kooperationsbereich stark eingeschränkt ist. Strategische Allianzen können für die langfristige Existenz des Unternehmens von großer Bedeutung sein. Der Zweck strategischer Allianzen liegt v.a. im Ausbau und der Verteidigung von Wettbewerbspositionen, der Stärkung von Kernkompetenzen oder dem Aufbau neuer Märkte
- 30. Nennen Sie Vor- und Nachteile strategischer Allianzen Vorteile: • Nutzung globaler Chancen • Nutzung von Skaleneffekten ermöglicht Strategie der Kostenführerschaft • Konzentration auf Kernkompetenzen und Ergänzung fehlenden Know-hows • Durchsetzung von technischen Standards (z.B. VHS, MS-DOS, USB) Nachteile: • Zusammenführen unterschiedlicher Unternehmenskulturen • Maßgebliche Einschränkung im Kooperationsbereich • Einschränkung individueller unternehmerischer Handlungsfreiheit • Aufbau von Marktmacht kann zu gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrtsverlusten führen
- 31. Nennen Sie die „6 R“ der Beschaffung Die Beschaffung soll ihre Bereitstellungsfunktion in folgender Art und Weise sicherstellen: • die richtigen Objekte • in der richtigen Menge • am richtigen Ort • zum richtigen Zeitpunkt • in der richtigen Qualität • zu den richtigen Kosten
- 32. Welche Ziele verfolgt die Beschaffung? Strategische Ziele: • Langfristige Sicherung der Versorgung der Bedarfsträger mit Bedarfsgütern in der benötigten Qualität • Langfristige Stärkung der Beschaffungsmarktposition • Langfristige Erschließung und Erhaltung von Kostensenkungspotentialen • Sicherung der Flexibilität und Unabhängigkeit des Unternehmens Taktische und operative Ziele: • Optimierung der Beschaffungskosten • Sicherstellung der Lieferbereitschaft gegenüber den Bedarfsträgern
- 34. Welche Maßnahme eignet sich für die Verfolgung des Ziels Sicherheit? Aufbau von ausreichenden Lagerbeständen, um der Unsicherheit bezüglich der Bedarfsmengen, Lieferzeiten und der Beschaffungsmärkte vorzubeugen.
- 35. Welche Maßnahme eignet sich für die Verfolgung des Ziels Liquidität? Minimierung der Lagerbestände v.a. bei teuren Gütern.
- 36. Nennen Sie die wichtigsten Lagerhaltungsmotive und ihre Ursache. • Sicherheits- und Reservelager Zweck: Ausschaltung der Unsicherheit des Beschaffungsmarktes
- 37. Erläutern Sie die unterschiedlichen Verfahren der Beschaffung • Bei der fallweisen Beschaffung wird der Beschaffungsvorgang dann ausgelöst, wenn Materialbedarf festgestellt wird. Sie ist auf die auftragsorientierte Einzelfertigung beschränkt und erfordert, dass das Material jederzeit beschafft werden kann. • Bei der fertigungssynchronen Beschaffung wird die Beschaffung zeitlich und mengenmäßig derart an den Bedarf angepasst, dass Lager überflüssig werden wie beim Just-in time. Sie erfordert außerordentliche Planungsgenauigkeit, hohe Lieferbereitschaft und Integration der Lieferanten und ist nur bei Massenfertigung möglich. • Bei der Vorratsbeschaffung werden Vorratslager aufgebaut
- 39. Welche Hauptziele werden mit der ABC-Analyse verfolgt? • Die Einteilung in A-, B-, und C-Güter ermöglicht die Identifikation der Güterarten bei denen sich Einsparungen am leichtesten realisieren lassen • Die ABC-Analyse erleichtert die Beschaffungsplanung weil die Abstimmung der Beschaffungsinstrumente auf die verschiedenen Gütertypen möglich wird
- 41. Welches Vorgehen wird bei der Beschaffung und Lagerplanung für die A-, B-, und C-Güter im Allgemeinen empfohlen? A-Güter: • Eingehende Beschaffungsmarktanalysen • Gezielte Nutzung der Instrumente des Beschaffungsmarketing • Genaue Analysen der Kostenstrukturen • Optimale Bestellmenge berechnen • Genaue Bestimmung von Sicherheits- und Meldebestand C-Güter: • Grobe Abschätzung der optimalen Bestellmenge und gesamte Beschaffungsmenge zu Beginn der Periode bestellen • Höheren Sicherheitsbestand anlegen, selten kontrollieren • Kaum Beschaffungsmarketing B-Güter: • Entscheidung von Fall zu Fall
- 42. Nennen und erläutern Sie Kosten, die im Zusammenhang mit der Gestaltung des Beschaffungs- und Lagerprogramms zu berücksichtigen sind. Beschaffungskosten: • Unmittelbare Beschaffungskosten: Einstandspreise, Rabatte, Transportkosten • Mittelbare Beschaffungskosten: sind unabhängig von der Höhe der Bestellung und entstehen im eigenen Unternehmen Lagerkosten: • Ergeben sich aus Menge, Wert und Lagerdauer der Ware und bestehen v.a. in Raumkosten und Zinskosten Fehlmengenkosten: • Entstehen durch mangelnde Versorgung im Fertigungsprozess • resultieren aus Auftragsverlusten, Konventionalstrafen, Kosten der Produktionsunterbrechungen, Goodwill-Verlusten
- 43. Welche Größen müssen für die Ermittlung der Beschaffungszeit berücksichtigt werden? • Bedarfsermittlungszeit • Bestellzeit • Lieferzeit • Transportzeit • Warenannahmezeit
- 44. Welche Abhängigkeiten bestehen zwischen Beschaffungskosten, Lagerkosten und Fehlmengenkosten und wie können auftretende Problem gelöst werden? • Beschaffungskosten können einerseits minimiert werden, wenn möglichst selten bestellt wird, weil so Mengenrabatte erzielt und niedrige mittelbare Beschaffungskosten realisierbar sind. Anderseits führt dies zu einem hohen Lagerbestand und kostenintensiver Lagerhaltung. • Lagerkosten sind dann am niedrigsten, wenn das Lager möglichst klein, der Durchschnittsbestand möglichst niedrig und der Lagerumschlag möglichst hoch ist. • Fehlmengenkosten lassen sich am besten durch eine hohe Sicherheitsreserve vermeiden, was aber hohe Lagerkosten verursacht. • Der Zielkonflikt zwischen Minimierung der Beschaffungskosten und Minimierung der Lagerkosten kann durch die Ermittlung der optimalen Bestellmenge zum Ausgleich gebracht werden. • Der Zielkonflikt zwischen Minimierung der Lagerkosten und Minimierung der Fehlmengenkosten kann durch den Einsatz eines geeigneten Lagerhaltungssystems wie Bestellpunktverfahren oder Bestellrhythmusverfahren abgemildert werden.
- 45. Charakterisieren Sie das Bestellpunkt- und Bestellrhythmussystem. Bestellpunktsystem: • Zunächst müssen vorab die Bestellmenge und der kritische Lagerbestand ermittelt werden • Bei Erreichen des kritischen Lagerbestandes (= Meldemenge) wird eine Bestellung ausgelöst • Bestellmenge ist fix • Bestellzeitpunkte sind variabel • Vorteil: durch ständige Kontrolle des Lagerbestandes können Fehlmengenkosten vermieden werden • Nachteil: hohe Kosten der Lagerhaltung und Überwachung der Lagerbestände sowie starke Schwankungen der Lagerbestände bei Gütern mit unregelmäßigen Verbrauch Bestellrhythmussystem : • Zeitraum zwischen Bestellungen bleibt gleich • Bestellmengen werden aufgrund des Lagerabgangs der letzten Bestellperiode festgelegt • Bestellzeitpunkte sind fix • Bestellmengen sind variabel • Vorteil: Beschaffungszeit ist wegen fixen Bestellzeitpunktes planbar • Nachteil: fehlende laufende Erfassung der Lagerbestände erschwert Kontrolle und beeinträchtigt Flexibilität bei neuen Aufträgen, was zu Fehlmengenkosten führen kann
