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Sozialkunde Didaktik (Petrik) MLU (Fach) / Basismodul (Lektion)
Basismodul der Sozialkunde an der MLU
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- Das Modell der Wissensformen von Tillmann Grammes Das Modell der Wissensformen von Tillmann Grammes Das Modell der Wissensformen der Kommunikativen Fachdidaktik (vgl. Grammes) liefert ein Werkzeug, um politische Konflikte zu ordnen und bildungsrelevante Streitfragen auszuwählen. Es sortiert verschiedene Arten gesellschaftlicher Konflikte nach Kontexten und dazugehörenden HandlungslogikenEs modelliert Eigenarten im Zusammenspiel der drei grundlegenden Inhaltsstrukturen: Situation, Problem und Fall (vgl. Gagel)
- Sozialwissenschaftliches Wissen Sozialwissenschaftliches Wissen =Problem (Gagel) Aufklärung durch Erklären, Verstehen und Kritik > Wahrheitscode (Petrik) Bsp. SchwangerschaftsabbruchWelche Zusammenhänge bestehen zwischen nationalen Abtreibungsgesetzen, Aufklärungspraktiken und Abbruchshäufigkeiten? Welche politischen Forderungen sind aus diesen Befunden ableitbar?
- Berufs- und Institutionenwissen Berufs- und Institutionenwissen =Fall (Gagel) Politischer Fall der mit Hilfe institutioneller Verfahren allgemeinverbindlich entschieden werden muss Entscheidungen in Politik, Recht und Wirtschaft > Macht- und Gerechtigkeitscode (Petrik) Bsp. SchwangerschaftsabbruchFristenlösung, Indikationsregelung oder ein Abtreibungsverbot
- Alltagswissen und lebensweltliches Wissen Alltagswissen und lebensweltliches Wissen =Situation (Gagel) Alltagspolitik: Bewältigung durch Streit, Kompromiss, Aushandeln, Normdurchsetzung > Solidaritäts- und Geltungscode (Petrik) Bsp. SchwangerschaftsabbruchEin Mädchen fühlt sich zu jung für ein Kind: Setzt sie ihr Recht auf Abtreibung durch oder ihre Eltern ihre gegensätzliche Norm
- Die Kunst der Politik besteht darin... partikulare Interessen und Werthaltungen (> Policies=Inhalte, Programme) unter Machtgebrauch (Politics=Prozess und AkteurInnen im politisch generierten Verfahren auf basis garantierter Grundrechte (polity) in allgemeine, inhaltliche wie prozessuale Verbindlichkeiten (Policy/Polity) zu verwandeln (vgl. Alemann 1999, Meyer 2003)
- Situation nach Walter Gagel Situation nach Walter Gagel Eine Situation als Lerngegenstand ermöglicht das Verstehen einer Interaktion durch Rekonstruktion der subjektiven Interpretationen bei den Beteiligten. Als Inhaltsstruktur enthält sie zugleich eine Analysemethode.
- Fall nach Walter Gagel Fall nach Walter Gagel Ein Fall als Lerngegenstand ist die Beschreibung eines Vorfalls, eines Ereignisses aus der politischen Wirklichkeit von exemplarischer Bedeutung. Er repräsentiert im politischen Unterricht die Sache selbst und ist deshalb ein Anlass zur Kontroverse und Urteilsbildung.
- Problem nach Walter Gagel Ein Problem als Lerngegenstand wird hier als politisches Problem verstanden, das die Merkmale: Dringlichkeit, Ungewissheit, praktisch, konkret aufweist. Es begegnet sowohl auf der konkreten als auch abstrakten Erkenntnissebene, weil es immer in die Lebenswelt hineinreicht und dadurch die Übergang (Transformation) zwischen beiden Ebenen prozessural herstellt.
- Kommunikative Fachdidaktik nach Grammes Aufgabe ist die Analyse der Prozessierung von Wissen in der Informationsgesellschaft Sie untersucht empirisch und normativ didaktische Transformationen und damit verknüpfte Auswahlmechanismen und Sinnstiftungen Unterschieden werden Kontextbezogen vier Formen des Wissens: Alltagswissen Wissenschaftliches Wissen Institutionen- und Berufwissen Schulwissen
- Alltagswissen und seine Merkmale nach Grammes Ziel ist die Bewältigung von Situationen > das Überleben Ist Wissen im Handeln Lebensweltliche Deutungsmuster sind z.B. Die da oben machen doch was sie wollen bezeichnet nicht eine historische und spezifische Wissenschaft, sondern die generative Struktur eines Typus der Erfahrung des Handelns und des Wissens Merkmale: Es wird als Laienwissen nicht innerhalb wissenschaftlicher Professionen tradiert es entsteht direkt in situativen Interaktionen mit Gegenständen und Personen es verfügt über eine Struktur, die implizit bleibt und nur in Krisensituationen artikuliert wird es ist unmittelbar und auf Relevanzstrukturen sozialer Gruppen bezogen es ist konkret und bleibt in Praxiszusammenhänge eingelassen es ist statisch und verändert sich nur langsam
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- Kriterien der Zuordnung von Wissensformen nach Grammes Kriterium der Zuordnung von Wissensformen sind die Urteilsregeln, die die Geltungdkriterien für Wissen, bezogen auf die Rationalität und Handlungspragmatik des kontextuellen Rahmens, konstituieren Bewältigung intersubjektiv nachprüfbare Wahrheit im Erkenntnismodus von Erklären, Verstehen, Kritik Entscheidung Bildung Perspektivierungen einer Wissensform aus Sicht einer anderen Wissensform können auftreten, z.B. Alltagswissen eines Wissenschaftlers. Diese Wechsel der Einstellung und des Modus werden als didaktische Perspektive bezeichnet.
- (Sozial) Wissenschaftliches Wissen und Merkmale nach Grammes Wissenschaftliches Wissen/ (im engeren Sinn) Sozialwissenschaftliches Wissen charakterisiert durch eine spezifische Form der Kommunikation Methodisch gekennzeichnet durch eine intersubjektive Suche nach der Wahrheit durch systematische Reflexionen (nicht ausschließlich für WW) und institutionalisierten Zweifel und Kritik charakterisiert durch oberes und einen fokussierten Blick auf alltägliche Lebensvollzüge und Gesellschaft Ist ein spezieller Habitus, der in einem wissenschaftlichem Studium erworben wird läßt sich durch ethische Prinzipien, wie Wahrheitssuche, Öffentlichkeit, institutionaliserte Kritik, offene Kommunikation kennzeichnen es verdrängt andere Wissenformen, da es keine institutionellen Grenzen kennt
- Berufswissen oder Organisationswissen und seine Merkmale Auch berufliches Handlungswissen enthält Orientierungen und Routinen für die Organisation von kollektiven Willensbildungsprozessen und Entscheidungen Folgt nicht dem Urteilskriterium der intersubjektiven Wahrheit, sondern dem der Angemessenheit von Entscheidungen Das Individuum agiert im institutionellen Raum nicht nur als Privatperson, sondern auch als Funktionär oder Rollenträger Es schließt berufliches Fachwissen ein, das durch Erfahrungen erworben wird Gutes Berufswissen=Professionswissen Berufswissen ist gekennzeichnet durch die Gefahr der Stganation (Pidginisierung) und kann zu Betriebsblindheit führen
- Schulwissen und Merkmale nach Grammes dient der generatiionsübergreifenden Reproduktion von Wissenskulturen Schulunterricht steht im Zentrum des Modells der Wissensformen, da es als Markplatz der Vermittlung der Wissensformen betrachtet werden kann. Schule soll vorbereiten auf Leben, Beruf und Wissenschaft
- Lerngegenstände nach Gagel Lerngegegenstände unterscheiden sich bezüglich ihrer Beschaffenheit: systematisch oder exemplarisch abstrakt oder konkret zeitlos oder aktuell Lerngegenstände unterscheiden sich hinsichtlich ihrer immanenten Metode (Lernprozess) deduktiv oder induktiv systematisch oder didaktisch
- Institutionenkunde nach Gagel Institutionenkunde nach Gagel Behandelt als Unterrichtsthemen die Bestandteile des politischen Systems und seine Funktionsweisen, zielt auf die Vermittlung von Wissen und bevorzugt eine Systematische Struktur
- Fallprinzip nach Gagel Fallprinzip nach Gagel bedeutet die Wahl von abgrenzbaren Ereignissen als Lerngegenstand, die realitätsnah sind, aktuelle sein können (nicht müssen), eine gewisse Nähe zu den Subjekten haben oder wenigstens eine Parteiname herausfordern und dadurch eine Identifikation mit den Handelnden ermöglichen.
- Gegenüberstellung von Institutionenkunde und Fallprinzip nach Gagel Gegenüberstellung von Institutionenkunde und Fallprinzip nach GageGegenstand Institutionenkunde: -vollständig, systematisch, -sozialwissenschaftliche Begriff (eine Organisation)-abstrakt-zeitlos Fallprinzip:-unvollständig, exemplarisch-Ereignis-konkret-aktuell Lernprozess Institutionekunde:-deduktiv-Fachsystematik als GliederungsprinzipFallprinzip:-induktiv-Stufen der Einsicht Absicht Institutionenkunde:-Kenntnisvermittlung (Sozialwissenschaftliche Bildung) Fallprinzip:-wertbezogene Einsicht (Politische Bildung)