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Neuere Geschichte (Fach) / Bürgertum (Lektion)
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- 2 Bedeutungen von "bürgerlicher Gesellschaft" Zivilgesellschaft/ civil society/ Staatsbürgergesellschaft bürgerlich-kapitalistische Klassengesellschaft
- "bürgerliche Gesellschaft" als "civil society" Widersprüche: Universalbarkeit <-> symbolische Distinktion und soziale Expansion Staatsbürgerliches Gleichheitsideal <-> Zensurwahlrecht, weitgehender Ausschluss von Frauen Leistungsprinzip und Offenheit des Marktes <-> soziale Ungleichheit der Klassengesellschaft
- 3 Gruppen des Bürgertums Wirtschaftsbürgertum (Bourgeoisie) Bildungsbürgertum "Kleinbürgertum"
- Wirtschaftsbürgertum (Bourgeoisie) Unternehmer Fabrikdirektoren Großkaufleute Vereger Manager überwiegend selbstständig, aber auch angestellte Unternehmer (Manager) -> Schlüsselgruppe der Industrialisierung quantitativ sehr kleine Gruppe formal für Aufsteiger offen, faktorisch nach unten hochexklusiv wenig Austausch mit Bildungsbürgertum "Marktklasse"
- Bildungsbürgertum höhere Beamte Professoren Richter Ärzte Juristen evang. Pfarrer Status als Selbstständige, Angestellte oder Beamte Besuch von Gymnasium und Universität allgemeine, nicht fachspezifische Bildung als "kulturelles Kapital" (P. Bourdieu) Prestigevorsprung gegenüber Wirtschaftsbürgertum quantitativ wichtigste Gruppe des deutschen Bürgertums
- Was bezeichnet P. Bourdieu als "kulturelles Kapital"? Die allgemeine, nicht fachspezifische Bildung die das Bildungsbürgertum besitzt, als auch deren Lebensstandart wie "künstlerische Kennerschaft", "Geschmack" und Kulturbetrieb/Besuch von Kulturstätten.
- "Kleinbürgertum" -> auch: "Mittelschicht" oder "Mittelstand" Schwierigkeiten der Abgrenzung andere häufige Bezeichnungen: "Mittelschicht" oder "Mittelstand" -> Selbstbezeichnung als "Stand" verweist auf sozialkonservative Grundorientierung "alter Mittelstand": kleine selbstständige Handwerker und Händler "neuer Mittelstand": seit Ende des 19. Jh. wachsende Gruppe der unselbstständigen "Angestellten" Entwicklungstendenzen der kleinbürgerlichen Selbstständigen im 19. Jh.
- Faktoren der Differenzierung des Bürgertums keine ständische Gemeinschaft des alten "Stadtbürgertums" mehr "Bildung" schließt große Teilde des Wirtschaftsbürgertums aus keine gemeinsame "Marktklasse" von Selbstständigen, Angestellten und Beamten das Bürgertum in seiner Gesamtheit war keine "Klasse"
- Klassengesellschaftliche Ungleichheit im "Kleinbürgertum" "ökonomische Lage" auf Märkten als Hauptquelle sozialer Strukturierung soziale Ungleichheit basierend auf Eigentumsungleichheit (an Kapital oder Arbeitskraft oder spezialisierten Leistungskompetenzen) Gleichheit des Rechts Unterschiede der Lebensführung, Ehre etc. sind sekundär und basieren auf wirtschaftlicher Ungleichheit Klassenlage beeinflusst Zugang zu: - Konsum - Bildung - sozialem Prestige und - politischer Macht
- Faktoren der "Homogenisierung" des Bürgertums -> außenabgrenzung gegenüber anderen Gruppen Abgrenzung nach "oben" -> Adel Abgrenzung nach "unten" -> Arbeiterschaft (stark) Bürgerlichkeit als Kultur: - Abgrenzung durch "Kulturkonsum" - durch bürgerliche Werteordnung und Lebensorientierungen - Habitus und Vergemeinschaftungsformen (Soziabilität) -> die potentielle Universalbarkeit von "Bürgerlichkeit als Kultur" - Möglichkeiten des Transfers in andere gesellschaftliche Gruppen ("Verbürgerlichung")
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- Bürgerlichkeit als "Kultur" Abgrenzung durch: Kulturkonsum ("kulturelles Kapital", künsterlische Kennerschaft, "Geschmack", Kulturbetrieb etc.) Werteordnung (Leistung, Bildung, Rollentrennung) Habitus und Soziabilität (Mode, Verhalten, Wohnung, soziales Umfeld etc.)
- Vom "Stadtbürger" zum "Staatsbürger" -> "Staatsbürger" als rechtliche und ständische Kategorie: -> Bürger ist derjenige, der das "Bürgerrecht" einer Stadt erworben hatte Schrittweise Dekorporierung der Städte und Entstehung einer einheitlichen Staatsbürgerschaft (Bsp.: Preußen) - Aufhebung stadtbürgerlicher Privilegierung in der revidierten Städteordnung von 1831 - Untertanengesetz von 1842 schafft allgemeine preußische Staatsangehörigkeit - Niederlassungsrecht des Norddeutschen Bundes 1867, des deutschen Reichs 1871
- Wandel in der bürgerlichen Gesellschaft (8 zusammenfassende Stichworte) Auflösung ständischer Ordnungen und Individualisierung als langfristige Wandlungsprozesse Die Bedeutung der Aufklärung im 18. Jh. Industrielle Revolution Die Stadt als bürgerliche Lebenswelt Der Einfluss des Staates und der staatlichen Reformen Amerikanische und Französische Revolution Eigendynamik der bürgerlichen Öffentlichkeit Die inneren Widersprüche der "bürgerlichen Gesellschaft": Ausschlusstenzenden, z.B. gegenüber Arbeitern, "unterbürgerlichen Schichten" und Frauen