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Filmwissenschaft (Fach) / Kulturanthropologie (Lektion)
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- Wo finde ich im Internet seriöse Informationen über Kulturanthropologie/Volkskunde? - EVIFA (Virtuelle Fachbibliothek Ethnologie)- Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (Kulturanthropologie, Europäische Ethnologie, Empirische Kulturwissenschaft)- Volkskunde in Rheinland-Pfalz
- Wolfgang Kaschuba: Geschichtsschreibung einer wissenschaftlichen Disziplin Die Geschichtsschreibung einer wissenschaftlichen Disziplin gleicht der Abfassung eines Lebenslaufs:- für jedes Fach lässt sich Vorgeschichte schreiben- Etablierung eines Faches konstrutiver Prozess- Werdegang wird dargestellt, asl sei er linear auf Ziel zugelaufen (obwohl vorher nicht absehbar)- Geschichte eines Faches legitimiert Gegenwart (Kontinuitäten in Themen, Theorien, Methoden, Veränderungen, Abweichungen, neue Horizonte)- Fachgeschichtsschreibung = Flurbereinigung- unterschiedliche Sichtweisen auf Welt und Menschen können alle wahr sein -> subjektives Verhältnis zur Wahrheit
- Begriffswirrwarr im deutschsprachigen Raum - Kulturanthropologie- Volkskunde- Völkerkunde- Ethnologie- Europäische Ethnologie- Empirische Kulturwissenschaft- Populäre Kulturen
- Rechercheinstrumente - Internet- IB (thematische Aufstellung der Bücher)- Nachchlagewerke des Faches- IVB, Internationale Volkskundliche Bibliographie - www.ub.uni-mainz.de- www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html- www.evifa.de/cms
- Arnold Gehlen Mensch = Mängelwesen hat sich im Lauf seiner Geschichte an unterschiedlichste Umweltbedingungen angepasst, denn Tier = Instinkte + automatisches reagieren Mensch = Werkzeuge Sprache und Kultur (erlauben Überleben selbst unter schwierigsten und ungewöhnlichsten Umständen) Hat er seine Dareinsform gefunden, gilt sein Bestreben der Entlastung (Komplexitätsreduktion, Spezialisierung)Mithilfe Kultureller Setzungen richtet er ich unter vorgebenen Bedingungen ein, ohne diese ständig wieder infrage zu stellen (naturgegeben und selbstveständlich)
- Wilhelm Heinrich Riehl 1823-1879 Fremderfahrung als Zugang zum Eigenen (wenn ich meine eigene Kultur untersuchen will, bin ich gefangen in meinem eigenen Horizont -> erst wenn man den verlässt, sieht man, wa für andere nicht selbstvertändlich ist)
- Volkskunde Konstruktion des Eigenen (durch Verfremden)
- Völkerkunde Konstruktion des Fremden
- Eric Hobsbawm zwei Bücher:- Gefährliche Zeiten (2002)- The Invention of Tradition (1983)-> Erfinung der Traditionen, man tut, als seien Dinge schon uralt, zurückzuführen auf germanische Zeiten usw. -> Konstruktion Deutscher Nationalkultur aber eigentlich: keine Funde, sondern Erfinndungen!in Zeiten der Gründung des Kaiserreichs 1871: neuer Glaube an des eigene Volk als "ideologischer Tranquilizer"
- Nationaldenkmäler in Deutschland zur Möblierung bzw. Inszenierung einer Nationallandschaft Erinnerungsorte (lieu de mémoire) nach Pierre Nora solche Inszenierungen auch in Festkultur, Geschichtsbüchern, Jubiläumskultur etc kleine Gruppe errichtet Denkmal, aber Volk pilgert dorthin, veralltäglicht, verwurzelt
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- Hermannsdenkmal bei Detmold im Teutoburger Wald eingeweiht 1871 Hermann hält Expansion der Römer auf, Sieg der Germanen über die Römer(aber: am falschen Ort, Forscher vermuten echten Schlachtort bei Osnabrück)
- Niederwalddenkmal bei Rüdesheim eingeweiht 1883 Germania mit Siegeskranz am Rhein, Urstrom der Deuschen, Auseinandersetzung mit Erbfeind Frankfreich
- Kyffhäuserdenkmal am Harz gebaut 1890-1896 glorreiche Zeit des dt. Mittelalters, Barbarossa-Thron
- Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig eingeweiht 1913 erinnert an Sieg über Frankfreich 1813
- Deutsches Eck bei Koblenz - Reiterstandbild von Wilhelm I., eingeweiht 1897- im 2. Weltkrieg zerstört - 1953-1989 Mahnmal für die Deutsche Einheit- 1993 Nachbildung de Reiterstandbilds
- Erich Rothacker 1888-1965 Kultur als selbsterschaffene Welt des Menschen = natura altera
- Philip K. Bock geb. 1935 Kultur im weistesten Sinne ist das, was dich zum Fremden macht, wenn du von daheim fort bist.
- Edward B. Tylor 1832-1917 betont Hineinwachsen des Menschen in seine KulturAnlage zur Kultur dem Menschen angeboren "Culture ist that complex whole which includes morals, law, custom and any other capabilities and habits aquired by man as a member of society." englischer Völkerkundler, Museumsdirektor, Professor in Oxford, Vertreter des Evolutionismus, arbeitet über Mythologie und Magie, leitet Religion vom Animismus her Hauptwerke: Primitive Culture, Anthropology
- 4 Philosophen zur Theorie des Alltags 1. Edmund Husserl 2. Martin Heidegger3. Alfred Schütz4. Henri Lefèbvre
- Martin Scharfe Bagatellen. Zu einer Phatognomik der Kultur "Andacht zum Unbedeutenden" "Quantifizierung als Intellektue Feigheitsgebärde"
- Andacht zum Unbedeutenden "Eben jenen Dingen Aufmerksamkeit zu schenken, die sonst schnell aus dem Blick geraten oder für die sich andere Fächer nicht zuständig fühlen." abfällig gemeinte Formulierung des Kunstgelehrten Sulpiz Boisserée über den Forschungsansatz der Gebürder Grimm in einem Brief an Goethe (bekommt mit der Zeit prgrammatischen Charakter) Funktionalistische Betrachtungsweise des Faches: Kultur als zusammenhängendes Gefüge, von Kleinem auf Großes schließen
- Wurzelgründe für die Hinwendung zum Alltag - Aufklärung - Romantik
- Aufklärung - Sorge um das Wohl des Volkes- Volksaufklärung- Kampf gegen Aberglauben (als Übel der Menschheit- Ablösung aus christozentrischem Weltbild (Kant: selbgewählte Abängigkeit des Menschen -> sapere aude!)- Selbstbestimmtes Leben nach Naturgesetzen
- Romantik - Spurensuche nach den urtümblichen Erscheinungen im Volksleben- Volk als bewahrer uralter Traditionen -> Nationalkultur rekonstruieren- Vielzahl von Relikten der ursprünglichen heroischen Kultur im alltag, die nur vergessen - alte Lieder, Bräuche, Objekte
- Morelli-Methode Das Indizien- bzw. Indikatorenparadigma unseres Faches - Giovanni Morelli: Kunsthistoriker- auf Details achten, weil Fälscher da vielleicht flüchtig, um Original von Kopie zu unterscheiden - Kriminalwissenschaften- Psychoanalyse -> Bagatelle als zentraler Untersuchungsgegenstand
- Doppelprofilstil "split representation"Bärenzeichnungen der Haida-Indianer- Darstellung des Bären aus Jägerperspektive (Beute, Trophäe)- Man erkennt tier als Ganzes (beinhaltet auch Mythologie, Betonung besonderer Körperteile z.B. Jagdtrophäen, Rötgenstil)- Utilitaristisches Prinzip: Mensch "malt" Umwelt nach Nützlichkeitsbedingugnen -> Jäger sieht Bär als Beute, so malt er sie auch - Skizzen verweisen auf kollektive Vorstellungen, die viel mehr über unsere Gesellschaft aussagen als im ersten Augenblick vermutet (Indikatorenparadigma). <-> Simons Studenten malen Bären verhamlosend, anthromorph, süß: Sterotypisiert und ziemlich naturfern, lohnt sich im Sinne der Alltagsbewältigung: sie genügen den beschränkten Herausforderungen durch ferne Natur
- Zwei Methoden für Kulturanthropologie/Volkskunde - harte (szientistische, quantifizierende, naturwissenschaftliche)- weiche (hermeneutische, qualitative, geisteswissenschaftliche)
- Für welche Methoden plädieren Bausinger, Brednich, Kaschuba und Scharfe? -> weiche Methoden, da "Humane Wissenschaft! Bausinger & Brednich: Es geht darum, Sinnzusammenhänge zu erkennen Kaschuba: im 17./18. Jahrhundert lag durschnittliche Lebenserwartung bei 43 - aber es starb nie wirklich jemand daran -> Quantifizierende Methoden helfen nicht weiter!
- Haben Bausinger, Brednich, Kaschuba und Scharfe recht? verkürzte Darstellung des Problems-> Bsp. Kaschuba: Er kommt zu seinen Schlüssen NUR durch Quantitative Methoden! -> umfassendes Verständnis vom Menschen als Sozial- und Kulturwesen < -> sowohl harte, als auch weiche Methoden
- Welche Methode wähle ich jetzt? - Methoden nicht "prinzipiell" wählen, sondern abhängig von Forschungsvorhaben- von beispielhaften Einzelfällen kulturelles Gewicht erarbeiten (was war Norm, was nicht?)- wer qualitativ vorgeht, darf nicht quantifizierend argumentieren! (Beispiel: Befragung von 10 Mainzer Studenten über ihr Engagement in der nächsten Fastnacht)
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- Bronislaw Malinowski 1884-1942 - Begründer der ethnologischen Methode der Feldforschung- Begründer des ethnologischen Funktionalismus (genaues Studium des Alltags einer Kultur)- Tradition des Kulturen Relativismus (nicht Kulturen aus Überlegenheit der eigenen Kulturen betrachten)- Tagebücher (Vorurteile, selbst reflektiert) -> Bedeutung von Feldnotizen -> Reflexive Ethnografie - "Argonauten des Westlichen Pazifiks" (1922): stellt als "primitiv" wahrgenommenes Volk mit heroischen Helden der Antike gleich - Tagebuch: "A Diary in the Strict Sense of the Word"
- Wo war Malinowski stationiert? Trobriand-Inseln (Malinesien), gehören zu Papua Neuguinea damals als "rückständigste Region der Welt" wahrgenommen Zwangsstationiert im 1. Weltkrieg
- Kula Tauschring zwischen Inseln, wirtschaftliche Praxis, Austausch zwischen verschiedenen Inseln nach festgelegtem Schlüssel, Muschelketten und -armbänder als statusgeladene Objekte ohne unmittelbaren Nutzen für den Empfänger -> neue Betrachtung der Kulturen zeigt, wie vorurteilsfrei Malinowski war
- Induktiv & Deduktiv Induktiv (vom Speziellen aufs Allgemeine)-> von Innen heraus (emic) Deduktiv (vom Allgemeinen aufs Spezielle)-> von außen (etic) -- beide Zugägne relevant
- Ausgewählte Merkmale und Vorzüge der Feldforschung Datenaufnahme und -auswertung liegen (Gegensatz "armchair anthropology") in einer Hand Vorgehen ist zutiefst induktiv, Welt aus anderer Perspektive sehen (emic approach) Wissenschaftliche Probleme nicht am Schreibtisch vorfromuliert -> in intensiver Auseinanderstzung mit Alltag der Kulturen identifiziert & beantwortet Gefunde Erkenntnisse lassen sich sogleich wieder im Feld auf Validität überprüffen
- -emic -emisch -> Innenperspektive auf eine Kultur Begriffe abgeleitet aus Linguistik - Phonemik- Phonologie-> Untersuchung der Laute als funktionierendes System
- -etic -etisch Außenperspektive auf eine Kultur Begriffe abgeleitet aus der Linguistik - Phonetik -> Untersuchung der Laute mit akustischen Verfahren
- Feldforschung als Methode HEUTE in der Kulturanthropologie/Volkskunde? Klassiche Gemeindestudien (Fél, Hofer, Lehmann, Ballhaus, Moser, Wiegelmann/Simon) Stadtteilforschung (Hugger) Neue Siedlungen (Braun, Schwedt, Bausinger, Köhle-Hezinger) Gruppenstudien, Minderheiten (Brednich, Weber-Kellermann) "Research up": Betriebe, Firmen, Institutionen (Götz) "Vorortstudien" und teilnehmende Begleitung z.B. in der Tourismusforschung (Welz, Greverus) Literaturhinweis: Brigitta Schmidt-Lauber: "Feldforschung. Kulturanalyse durch teilnehmende Beobachtung."
- Vorteile schriftlicher Umfragen (im Verlgeich zu direkten Befragungen) Geringer Kosten- und Zeitaufwand Breitere Streuung und Beteiligung (Repräsentanz) "Neutralere" Beziehung zwischen Explorator und Befragten; diese können "freier" antworten oder sich verweigern -> ehrlichere Ergebnisse?
- Oral History Qualitative Geschichtsforschung auf Grundlage von Zeitzeugenbefragungen wichtiges Instrument, um Geschichtsschreibung zu ergänzen nach Berthold Brecht: "die ungeschreibene Arbeitergeschichte"-> Proletarier befragen gegen Herrschaftsgeschichtsschreibung"
- Bewusstseinsanalyse von Albrecht Lehmann Menschen ordnen Bewusststein unter Eindrücken der Gegenwart:-> "Einfärbung der Gedanken in Erinnerungen"-> verdiente Kriegsteilnehmer im 2. Weltkrieg geghen heute anders damit um Erzählte Geschichte ist nicht erlebte Geschichte!
- Dendrochronologie ist eine Datierungsmethode der Geowissenschaft, der Archäologie, der Kunstwissenschaft und der Dendroökologie, bei der die Jahresringe von Bäumen anhand ihrer unterschiedlichen Breite einer bestimmten, bekannten Wachstumszeit zugeordnet werden.
- "Falsche" und ungeschickte Fragen im Fragebogen zu lange Fragen mehrere Fragen auf einmal mehrdeutige Formulierungen komplizierte Formulierungen Verwischen des Bezugsrahmens doppelte Verneinung suggestive Fragen Auslassen von Alternativen Unversalausdrücke dumme Fragen bzw. Antwortvorgaben