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psychologische diagnostik (Fach) / 7. VL (Handlungstheoretische Modelle) / Modell von Kaminski (Lektion)

Modell von Kaminski

Diese Lektion wurde von Gustator erstellt.

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  • Wofür sind Handlungstheoretische Modelle da? (Vergleich mit anderen Modellen) Wie stellt sich Kaminski das diagnostische Handeln vor? 1.) formuliert für den Arbeitsfluss der diagnostischen modifikatorischen Praxis eher Modifikation) <-vs.-> Entscheidungstheorie: vor allem auf Selektion abzielend 2.) Beschäftigung mit individuellen Entscheidungen <-vs. -> Entscheidungstheorie: institutionelle Entscheidungen Nutzen: Geeignet, den Arbeitsfluss für den diagnostischen Praktiker durchschaubarer machen (kognitive Elemente, Prozesse) Sichtweise--> diagnostisches Handeln: Kreislaufprozesse (durch kognitive Mikroprozesse gesteuert, sequentielle Rückmeldeschleifen --> mehrstufig und rückgekoppelt)
  • Beschreibe (noch einmal) den diagnostischen Prozess (8 Schritte) 1.       Fragestellung / Anliegen / Auftrag 2.       Diagnostisches Gespräch 3.       Hypothesenbildung 4.       Auswahl von Tests / Herstellung von Untersuchungssituationen 5.       Datensammlung / - erhebung 6.       Datenbewertung und – kombination im Hinblick auf Hypothesen 7.       Diagnostisches Urteil (Entscheidung, Diagnose, Prognose, Modifikation, Empfehlung, ...) 8.       Überprüfung
  • Nenne die 5 Implikationen von Kaminski! 1.  Diagnostische Auswertungen haben grundsätzlich den Charakter von hypothetischen Interpretationen (provisorisch als gültig gesetzt, beurteilt und beibehalten bzw. verworfen). Diese Hypothesen sind in einem konsistenten psychologischen Modell des Lernens und Veränderns fundiert. 2. Jede Datenbeschaffung wird geplant und ist auf spezifische Hypothesen bezogen. (--> es werden nicht für jeden Fall die gleichen Standardverfahren benutzt) 3. Ohne die Formulierung präziser diagnostischer Hypothesen wird die praktische Phase nicht eingeleitet. (--> Hypothesen für praktische Phase unabdingbar) 4. Prüf- bzw. Entscheidungsprozesse werden genau expliziert. (wann prüfe ich was? --> definierte Kriterien, wann geht es in die richtige Richtung?) 5. Die diagnostische Tätigkeit wird von erreichbaren Zielkriterien gesteuert. Der Arbeitsprozess wird solange rückgekoppelt, bis das Zielkriterium erreicht ist.
  • Was sind die Folgen der Inaktivität der Hypotheseninstanzbildung? (Also der Tatsache, dass ich ohne Hypothesen arbeite?) Folgen der Inaktivität der "Hypothesenbildungsinstanz" sind:-Anhäufung vieler überflüssiger Daten-Kapazitätsprobleme-Unangemessene Informationsselektion und -akzentuierung-Überbetonung der "Stimmigkeit" der Diagnose auf Kosten ihrerpraktischen Relevanz
  • Was ist die Annahme bezüglich des Wissens von Kaminski? Nenne und erläutere die 4 Wissenspeicher im Modell von Kaminski! Die Wissensspeicher im Modell von KaminskiDie Gesamtheit des Wissens, die ein Psychologe zur Bearbeitung eines Falles mitbringt bzw. aktualisieren muss, ist durch Speicher mit spezifischen abrufbaren Inhalten repräsentiert. Speicher 1: Änderungswissen beinhaltet, wie Personen von einem spezifischen, als wenig erwünscht angesehenen Ausgangszustand Z1 zu einem erwünschten Zielzustand gebracht werden Wissen unterschiedlicher wissenschaftlicher Dignität (Wissen von unterschiedlicher Güte): 1. wissenschaftlich begründetes Änderungswissen 2. Erfahrungen aus der Berufspraxis 3. Wissen aus alltäglichen Erfahrungen   Speicher 2: Kompetenzwissen Wissen, das sagt, angesichts welcher Daten welcher Fachmann für eine Änderung kompetent ist (--> kollegiale Zusammenarbeit) häufig vorläufige Kompetenzabtretungen: Teil der Hypothesen können sich aus den Änderungsprozess beziehen, die nicht in die Kompetenz von Psychologen fallen (Bsp. bei organischen Problemen)  Speicher 3: Bedingungswissen Wissen über mögliche Bedingungshintergründe und über die zukünftigen Auswirkungen dieser Bedingungen --> Bestimmung des Zielzustandes Z2 (u.a. kontrovers) dann spielt der Speicher 4 eine Rolle  Speicher 4: Gewissen individuelle Minimalziele des Psychologen, hinsichtlich der Zustände an Menschen, die er nicht unbedingt versuchen muss zu verwirklichen bzw. deren Fortbestehen er nicht tolerieren kann (--> man möchte bsp. mit bestimmten Personengruppe nicht arbeiten, bestimmte Zielzustände nicht unterstützen)
  • Bewertung des Modells von Kaminski (+) Prozessmodell (dynamisch)  (+) auf die Stellen im diagnostischen Prozess hingewiesen, an denen grundwissenschaftliches Wissen vonnöten ist (+) jede Arbeitsphase durch präzise Hypothesen zu steuern (+) Evaluation von Zwischenergebnissen  (-) keine Theorie im engeren Sinne, sondern rationale Rekonstruktion des diagnostischen Prozesses
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