Urologie (Fach) / Urologische Verletzungen und Notfälle (Lektion)
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NIerenverletzungen; Harnblasenverletzungen, Penisverletzungen; Anurie...
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- Verletzungen der Urogenitalorgane: - allgemeine Einteilung offene Verletzungen: Schuss-, Stich- oder Schnittverletzungen geschlossene Verletzungen: durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung z.B. Verkehrsunfälle
- Nierenverletzungen: - Ätiologie/ Verletzungsarten - Nierenquetschung durch direkte Gewalt: Verkehrsunfall, Schläge, Stöße... - Nierenverletzung durch indirekte Traumen: Einklemmung, Sturz aus großer Höhe ... Parenchymeinriss Kelcheinriss Nierenbeckeneinriss perirenales Hämatom Stielabriss
- Nierenverletzungen: - Symptome Hämaturie lokalisierter Schmerz fluktuierende Tumorbildung in betroffener Seite bei schweren Verletzungen SCHOCK
- Nierenverletzungen: - Diagnostik Anamnese, körperl. Untersuchung Labor: Anämie, Hämaturie.. Sonographie: Hämatom, Konturveränderungen CT, ggf. MRT
- Nierenverletzungen: - Therapie konservativ: bei leichten Verletzungen mit Hämaturie und Druckschmerzhaftigkeit aber ohne sichtbares Extravasat in Sono → Bettruhe; Antibiotika; geregelte Verdauung; Verlaufsbeobachtung operativ: bei Stielabriss, Extravasat, Verblutungsgefahr, Zertrümmerung des Organs, offener Verletzung, unbeeinflussbarer Schockzustand → transperitoneal wegen evtl. Begleitverletzungen; organerhaltend!!!
- Blasenverletzungen: - Ätiologie/ Arten - meist als Begleitverletzung bei Beckenfraktur, stumpfen Bauchtraumen o.ä. extraperitoneale Ruptur: Folge einer Verletzung durch Knochenfragmente des Schambeins oder Symphysenabsprengung intraperitoneale Ruptur: durch stumpfe Traumata bei voller Blase; häufig an Blasenkuppe oder - hinterwand - Abriss von Blasenhals oder Prostata bei schweren Traumen möglich
- Blasenverletzungen: - Symptomatik Blutung Schmerzen im Unterbauch Urinaszitis; Peritonitis bei infiziertem Harn
- Blasenverletzungen: - Diagnostik Urethrozystogramm: intraperitoneal = "zerissener Blasenschatte"; extraperitoneal = "Birnen- oder Risstropfform" Urehtrographie beim Zurückziehen des Blasenkatheters → Harnröhrenverletzung
- Blasenverletungen: - Therapie - Abwarten nur bei kleinen extraperitonealen Läsionen - operative Freilegung und Übernähung
- Harnröhrenverletzungen: - Ätiologie - meist bei Unfalltrauma der Beckenregion - häufig hinterer Anteil der Harnröhre (Pars diaphragmatica) → distal oder proximaldes Diaphragma
- Harnröhrenverletzungen: - Symptomatik Blutung Harnverhalt Harnröhre meist im membranösen Teil abgetrennt, Prostata nach kranial verlagert
- Harnröhrenverletzungen: - Diagnostik - Urethrographie unter aseptischen Bedingungen - rektale Untersuchung: Hämatom? abgescherte Prostata? - "Fast-Scan" - CT → Beckenfraktur
- Harnröhrenverletzungen: - Therapie - Sofortversorgung - sekundäre Wiederherstellungsoperationen der membranösen Harnröhre - operativer Zugang retropubisch oder perineal
- Penisverletzungen: - Ätiologie - stumpfes Trauma oder Sturz mit gespreizten Beinen auf Gitte, Bauteile o.ä. → Ablederung der Penishaut - Penisfraktur = Zerreißung der Tunica albuginea durch stumpfe Gewalteinwirkung auf den erigierten Penis
- Penisverletzungen: - Symptomatik - abgeknickter Penis mit deutlichem Hämatom
- Penisverletzungen: - Therapie - steriler, lockerer Schutzverband - bei stärkerer Blutung: Kompressionsverband - ggf. Kavernosonographie und operative Freilegung mit Verschluss der Tunica albuginea
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- Verletzungen des Skrotums - offene Verletzungen selten - stumpfes Trauma: ausgedehntes Hämatom im lockeren Skrotalgewebe - extreme Schmerzhaftigkeit kann Schock auslösen Therapie: Hochlagerung im Oberschenkelniveau evtl. Schockbekämpfung
- Urologische Notfälle: - Anurie Ursachen: prärenal (Exsikkose, Schock...) renal (Intoxikation; PN; GN) Therapie: sofortige Harnableitung
- Urologische Notfälle: - infizierte Harnstauungsniere Symptome: Fieber, Flankenschmerz erweitertes Hohlsystem in Sonographie cave: Urosepsis Therapie: Harnableitung wenn Stein Ursache für Harnstau erst angehen wenn Pat. fieberfrei!!!
- Urologische Notfälle: - Harnverhalt max. 6h Ischämie - cave: Harnstauungsniere Schmerzen über Nabel; Überlaufinkontinenz Labor: Krea > 800mg/l; Kalium > 6 mmol/l Therapie: fraktioniertes Ablassen in 500 ml Schritten; Beseitigung der Ursache (z.B. akuter Harnröhrenverschluss)
- Urologische Notfälle: - Koliken - Stein lokalisiert in Niere oder Ureter Therapie: Spasmoanalgesie (Buscopan, Novalgin); bei Ureterstein - Stent legen!!! - bei Harnstau und Fieber cave: UROSEPSIS
- Urologische Notfälle: - Hodentorsion = totale o. partielle Stiehldrehung des Hodens Symptomatik: plötzlicher Schmerz → sehr suspekt!!! Schwellung, Rötung, Druckschmerz, Hochlagerung hilft nicht!!! 6h maximale Ischämiezeit!!! Therapie: skrotale Öffnung!!!! DD: infizierte Hydrozele; Hydatidentorsion, Epididymitis
- Urologische Notfälle: - Makrohämaturie = schmerzhafte oder schmerzlose sichtbare Rotfärbung des Urins !!!Tumorverdacht!!! → Zystoskpie
- Urologische Notfälle: - Paraphimose = Durchblutunsstörung der Penisspitze durch zu enge, zurückgestreifte Vorhaut Symptomatik: schmerzhafte Schwellung der Eichel und der restlichen Vorhautanteile → rasch ausbildendes Ödem Therapie: durch auspressen des Ödems Reposition der Vorhaut; wenn nicht: dorsale Inzision und spätere Zirkumzision
- Urologische Notfälle: - Priapismus = Dauererektion ohne sexuelle Erregung !!! maximale Ischämiezeit 6h !!! Ursachen: idiopathisch; Rückenmarkserkrankung; medikamentös; Thrombosen... Therapie: Spülung mit Kochsalzlösung; Injektion von Etilefrin oder Noradrenalin Folgen: Fibrose, Thrombose, Verlust der Erektionsfähigkeit
