Pädagogische Psychologie (Fach) / Einführung in die Pädagogische Psychologie (Lektion)
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Einführung in die Pädagogische Psychologie
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- Was verstehen Pongratz und Schneewind unter Psychologie? 1) Pongratz: Psychologie als Erfahrungswissenschaft vom Erleben und Verhalten Erleben = Innenaspekt Verhalten = Außenaspekt der Psychologie -->Psychologie ≠ Behaviorismus nur Input-Output-Relationen in der Psychologie beschreibbar (Organismus als black -box) 2) Schneewind: Wissenschaft vom menschlichen Handeln und Erleben Kritik: Handlungsbegriff umfasst nur bewusste,geplante und zielgerichtetet (intentionale) Verhaltensweisen Ausschluss von tierpsychologischen Untersuchungen Bedeutung von Tierversuchen: - Untersuchung von Prozessen, die beim Menschen nicht manipulierbar sind - darwinistische Position über phylogenetische Kontinuitäten (≠ Kreationismus, Intelligent Design)
- Was ist der Kreationismus/Intelligent Design und warum gilt er als Pseudowissenschaft? Kreationismus: Schöpfungsgeschichte nicht rein religös, sondern auf Basis einer naturwissenschaftlichen Weltsicht Intelligent Design: wissenschaftliche Theorie (laut Anhänger) die übernatürliche Erklärungen zulässt --> keine Wissenschaft, weil die Aussagen nicht wissenschaftlich überprüft werden können
- Was sind die 3 Aufgaben der Psychologie als Wissenschaft? Psycholog. Phänomene beschreiben Psycholog. Phänomene erklären (mit Hilfe von Hypothesen, Gesetzen und Theorien; nomologische Problemstellung) Verfahren für eine zielbezogene Veränderung zu entwickeln und evaluieren (technologische Problemstellung i.S. der Generierung von technologischem Wissen)
- Wie lauten Definition von Pädagogischer Psychologie? Was ist der Anwendungsbereich? - PP als wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Beschreibung und Erklärung der psychologischen Komponenten von Erziehungs-, Unterrichts- und Sozialisationsprozessen befasst - Erkenntnisse der PP dienen zur Optimierung pädagogischen Handelns bzw. zu ihrer zielbezogenen Veränderung - Aufgaben - und Anwendungsbereich: alle Sozialfelder und Institutionen der Erziehungs-, Bildungs-, und Sozialisationssysteme unterschiedlicher Gesellschaften und Kulturen
- Wie wird die Pädagogische Psychologie aufgefasst? 1) als "verkürzte Darstellung" der Psychologie für LehrerInnen (Grundlagenfäche ausschnittsweise dargestellt) 2) als Versuch, die "Erziehungswirklichkeit" mit der empirischen Methodik der Psy darzustellen; z.B. PISA 3) als "Theorie einer Praxis" 4) als technologische Disziplin (Erreichung eines Zielzustandes durch wissenschaftsbasierte Regeln) PP= Sytem technologischer Regeln technologische Regeln enthält Handlungsregel zur Erreichung eines best. Zielzustandes
- Nach welchen Analyseschritten können die Erkenntnisse der PP angewandt werden? Optimierungsauftrag für Praktiker: 1) Zielanalyse: Was wird von wem als verbesserungsbedüftig/störend angegeben? Was soll erreicht werden? (aber: Psy ist deskriptive Wissenschaft; Zielsetzungen müssen von anderen kommen) 2) Bedingungsanalyse: Welche Ausgangs (Ist-) Lage und welches Bedingungswissen liegen vor? (setzt theoret. Wissen und hinreichende Diagnostik voraus? 3)Intervention: Welche Maßnahmen möglich? ->Durchführung dieser (jede Maßnahme ist eine Hypothese!!) 4) Evaluation: Welche Effekte durch Intervention? (Katamnese für verantwortungsvolle Intervention nötig)
- Was ist die Definition von Pädagogik ? "Pädagogik ist das Gesamt aller Erkenntnisbemühungen das Kulturphänomen Erziehung zu beobachten, zu beschreiben und zu erklären, dadurch auch zu verstehen, häufig mit dem Versuch, daraus Normen und Ideale für die Erziehung zu gewinnen" (Zecha) --> Annäherung zur PP durch "empirische Wende" der Pädagogik
- Was sind die verschiedenen Teilbereiche der Pädagogik? 1) Erziehungswissenschaft : nomothetischer Bereich (allgemeingültige Gesetze als Ziel) historiographischer Bereich (Darstellung von historischen Ereignissen, Ist-Zustand zu gegebenen Zeitpunkt) 2) Philosophie der Erziehung analytisch-erkenntniskritische Philosophie weltanschauliche Philosophie praktische (normgebende) Philosophie 3) Praktische Pädagogik (erziehungslehren, z.B. Montessori-Pädagogik, Freinet-Pädagogik...) 4) Metatheorie der Erziehung (Reflexion über Theorienbildung, Methodologie)
- Was versteht man unter Erziehung? Den Versuch, durch soziales Handeln von Menschen, psychische Dispositionen anderer Menschen zu verbessern zu erhalten oder die Entstehung von Dispositionen, die als schlecht bewertet werden, zu verhüten (Brezinka) → soziale Handlungen, die auf psychische Dispositionen abzielen (Dispositionen schaffen, oder vorhandene erhalten/ vermeiden) soziale Handlungen, die Erziehung genannt werden sind Versuche Absicht: Förderung der Persönlichkeit anderer Menschen Adressaten: Menschen jeden Alters Mittel: Erziehungs ist das Mittel um bestimmte Ziele zu erreichen
- Was versteht man unter historiographischem Tatsachenwissen? Perrez& Patry: - Ist-Zustand bestimmter Merkmale zu gegebenem Zeitpunkt - ohne wenn-dann oder je-desto Verknüpfung verschiedener Merkmale untereinander - ohne Generalisierungsanspruch im Hinblick auf Situationen, Orte oder deie Zeit z.B. Lebenserwartung im Jahr 2007, Anteil der Lehrerinnen in D 1999 Brauchtbarkeit: Orientierungswissen : Erfassung von Merkmalen psychologischer, sozialer oder soziologischer Art Feststellung von Ist-Soll-Diskrepanzen Beschreibung der Randbedingungen im HO- Schema (für einschlägige Explananda) --> Diagnose der Randbedingungen für Erklärungen und Vorhersagen zentral
- Was versteht man unter nomologischem Wissen? In Form von Hypothesen, Gesetzen und Theorien (verknüpfungen von Gesetzen) formuliert dieses Wissen konstituiert die Welt-Drei (Poppers) meist werden unter nomolog. Wissen auch "low-level-Hypothesen" verstanden oder empirische Generalisierungen mit eingeschränktem Geltungsbereich
- Was ist eine Hypothese? eine Aussage, bezogen auf bisher nicht untersuchte oder nicht vollständig untersuchbare Sachverhalte korrigierbar (durch neues Wissen) besitzt implikative Form (wenn/dann?) gewisse Universalität (allgemeingültig) empirischer Gehalt (aus wissenschaftliche Erkenntnis) Hypothese ≠ Beschreibung von Daten z.B. "Zusammenhang zwischen Lernmotivation und Leistung wird durch Lernstrategien vermittelt"
- Was ist ein Gesetz? Universalität Implikative Form Empirischer Gehalt Relative Kritisierbarkeit und Korrigierbarkeit (neues Wissen) Systemzugehörigkeit Bezug auf objektive Sachverhalte z.B. Yerkes-Dodson-Gesetz [überprüfte, nicht widerlegte Hypothese?!]
- Was ist eine Theorie? System aus Hypothesen und Gesetzen formal widerspruchsfrei (Intern konsistent) extern (zu anderen Wissenschaften) konsistent unabhängig hinsichtlich der Grundbegriffe und Postulate z.B. Sozial-kognitive Theorie des Modelllernens, Rizzolatti Spiegelneurone
- Was besagt das H-O Schema? Hempel- Oppenheimsches Erklärungsschema: Explanans (das Erklärende): allgemeine Gesetze(G) + einschränkende Bedingungen (Randbedingungen) (A) Explanandum: Satz, der das zu Erklärende beschreibt (E) Beispiel: G1 : immer wenn ein faden der stärke r mit einem gewicht von mindestens k belastet wird, reißt er. A1 Dies ist ein fadend der stärke r A2 Das angehängte Gewicht ist mindestens K --> E: der faden reißt
- Was bedeutet nomothetisch und idiographisch? nomothetisch: Ziel der wissenschaftlichen Arbeit sind allgemeine Gesetze (Naturwissenschaften) idiographisch: Ziel ist das Beschreiben von Einmaligem, Individuellem und Besonderem (Geisteswissenschaften) (nach Windelband)
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- Wie definiert man Verstehen und Erklären? "erklären": Ableitung eines Einzelfalles aus allgemeinen Gesetzen und Randbedingungen (HO Schema) "verstehen": subjektiver Akt des Nachvollziehens eines Ereignisses, dass man erklären konnte
- Was versteht man unter technologischem Wissen? 1)Ziel: Beherrschung der Welt 2) Verfahren (Therapie, Training, Beratung) durch die man Ziele erreichen kann 3) Ziele sind hypothetisch gesetzt (Psy ist keine normbegründete Wissenschaft technologisches Wissen≠ praktisches Handeln
- Was sind technologische Regeln? - Handlungsempfehlung zur Erreichung eines Ziels bei bestimmten Ausgangsbedingungen - Minimalkriterium: Kennwerte über Effizienz (durch KG) liegen vor -->evidenzbasiert - Verfahren beruht auf Voraussetzungen die mit rationalem Wissen vereinbar sind - muss nicht nicht durch eine nomologische Theorie fundiert sein
- Nach welchen Entscheidungsregeln soll man bei Vorliegen konkurrierender Systeme technologischer Regeln vorgehen? Ethische Legitimierbarkeit der Ziele,für die eine Methode Erfolg verspricht ethische Vertretbarkeit der Methode selbst Ausmaß der objektiv ermittelten Wirksamkeit der Methode Frage nach unerwünschten Nebenwirkungen Ausmaß der Kosten die für Anwendung der Methode nötig sind (Ökonomie) Vereinbarkeit der theoretischen Voraussetzung einer Methode mit dem vorhandenem Wissen Ausmaß der theoretischen Kenntnisse über die Wirkmechanismen eines Verfahren (d.h. Verfügen über eine technologische Theorie)
- Was sind die 3 Handlungsebenen für Interventionen? Makrostrukturelle Ebene (z.B. Effekte sozialpolitischer Maßnahmen, Einführung von Kindergeld etc.) Mikrostrukturelle Ebene (z.B. Elterntrainingkurse, Ehevorbereitungskurse) Individuelle Ebene (z.B. Beratung und Training mit einem Problemkind) Problem: Effizienz politisch motivierter Maßnahmen schwierig abzuschätzen da Zielkriterien nicht eindeutig sind ( Was will man erreichen: mehr Kinder, Abnahme von Kindesmisshandlung....?)
- Was versteht man unter Placebo und Noceboeffekt? Was sind die Gegenbegriffe? Placebo: Präparat ohne medizinischen Wirkstoff --> Scheinbehandlung Nocebo: negative Wirkungen, die eingebildeterweise auftreten Verum : effektiv nachgewiesene Behandlungsform Gift
- Was sind die beiden Bedingungen erfolgreicher psychologischer-pädagogischer Interventionen? - erziehungstechnologisches Wissen - implementationstechnologisches Wissen "Ein gutes Kochbuch reicht allein nicht aus, um aus Lesern gute Köche zu machen"
