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Mediennutzungs- und Rezeptionsforschung (Fach) / Meinungsführerkonzept (Lektion)

Gesellschaft und forschungtheoretischer Hintergrund: Stimulus-Response-Modell und Allmacht der Medien Präsidentschaftswahlkampf mit den Kandidaten Willkie und Roosvelt. The people's choice

Diese Lektion wurde von Kreisimkreis erstellt.

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  • Wer sind die Meinungsführer - Begriffserklärung? Als Meinungsführer (englisch opinion leaders) bezeichnet man Menschen, die in Bezug auf eine bestimmte Angelegenheit von öffentlichem Interesse (englisch issue) den höchsten Grad an Interessiertheit zeigen, sowie sich am häufigsten hierzu äußern. Darauf weisen Gemeindestudien sowie die Alltagserfahrung hin.
  • Was ist ihre Hauptfunktion der Meinungsführer? Ihre Hauptfunktion zeigt sich in der Rolle des Vermittlers zwischen Massenmedien und ihrer sozialen Gruppe.
  • Was ist ein Meinungsführer? - Personen mit vielen sozialen Kontakten - Intensiver Kontakt zu Massenmedien - überdurchschnittliches Interesse an betreffenden Themengebiet - Ruf ein Experte für das betreffende Gebiet zu sein. Beispiel: Blogger sind virtuelle Meinungsführer
  • Was ist unter " The People's Choice" zu verstehen? Es geht um Studien zu den amerikanischen Präsidentschaftswahl (Roosevelt gegen Wilkie) von 1940. Die Studien wurden anhand von Umfragen gemacht und analysiert. Verfasst wurden die Studien in einem Werk "The People's Choice" von Lazarfeld, Berelson und Gaudet. Untersucht wurde die Entstehung individueller Wahlentscheidungen. Alle 4 Jahre inszeniert das Land ein großangelegtes Reiz-Reaktions-Experiment in politischer Propaganda und öffentlicher Meinung. Die Reize bestehen aus all  dem, was die beiden Parteien bei der Wahl ihres Kandidaten unternehmen. Die Reaktionen, die untersucht werden bestehen aus all dem, was die Menschen im Laufe des Wahlkampfes tun.  Die Fokussierung auf eine bestimmte lokale Bevölkerungsgruppe ermöglichte dabei auch eine Analyse des örtlichen Kontexts, wie sie im Rahmen einer landesweiten Umfrage nicht möglich gewesen wäre. Befragt wurden 600 Personen im Landkreis Erie Country (Ohio) Die dort gewonnenen Erkenntnisse führten zur Postulierung des "Zwei-Stufen-Flusses der Medienwirkung" und zur Formulierung des Konzepts der "Meinungsführer" Die Studie wird häufig als Wendepunkt in der Medienwirkungsforschung aufgeführt. Sie bildet den Auftakt zu einer Reihe von Studien, die auch unter dem Begriff de Columbia-Studien bekannt wurden
  • Was waren die Ergebnisse der Wahlstudien ("The people's choice", "Elmira-Studie", "Decatur-Studie")? Nach der "The people's choice" Studie gab es weitere Studien: "Elmira Studie" zur Präsidentschaftswahl 1948 und 1955 die "Decatur-Studie" zu Lokalpolitik und anderen Themen.  Der Befund der Studien war, dass die Wähler stärker durch die interpersonale Kommunikation beeinflusst wurden, als durch die Massenkommunikation. Menschen werden in ihren politischen Entscheidungen mehr durch Kontakte von Mensch zu Mensch beeinflußt- etwas durch Familienmitglieder, Bekannte und Nachbarn, sowie durch Arbeitskollegen - als unmittelbar durch die Massenmedien.  Dadurch wurden die Medien bis in die späten 1970er in den Wahlstudien der Michigan University nicht mehr berücksichtigt. 
  • Warum war das Wirkungspotenzial der Massenkommunikation geringer, als die politischen Prädispositionen? Lazarfelds, Berelson und Gaudet erklärten es so(1969): Wähler setzen sich nur derjenigen Propaganda aus, mit der sie sowieso übereinstimmen(Schutzschild-Stabilität der Einstellung) Das Halten der Einstellung, können Konflikte und Uneinigkeiten mit Personen in ihrer sozialen Umgebung vermieden werden, wenn sie gleiche Einstellung haben. Die Kontakte der Gruppe bekräftigen die geteilte Einstellung. Änderung gibt es nur dort, wo die Wähler entgegengesetzten Kräften ausgesetzt sind.
  • Was war für die Erklärung des Wahlverhaltens wichtiger? Für die Erklärung des Wahlverhalten waren politische Prädispositionen der Bürger: sozioökonomische Status, die Konfessionszugehörigkeit und die Größe des Wohnortes(arm vs. wohlhabend, katholisch vs. protestantisch,Land vs. Stadt) wichtiger als die Mediennutzung und damit einhergehende Wirkungen. 
  • Was ist unter Stimulus-Response-Modell zu verstehen? Im deutschen heißt das Modell: Reiz-Reaktions-Modell In Bezug auf Medienwirkung besagt das Modell - dass Medieninhalte von allen Rezipienten gleich wahrgenommen werden - und in der Folge nahezu identische Reaktionen auslösen - Hierbei wird der Kommunikationsinhalt mit der Effektrichtung gleichgesetzt. Es handelt sich um eines der frühesten Modelle zur Medienwirkung, das in der Folge vielfach widerlegt worden ist
  • Was versteht man unter Bandwagon-Effekt? Der Mitläufereffekt. Der Bandwagon-Effekt beschreibt in der Handlungstheorie die Wirkung, wie ein wahrgenommener Erfolg die Bereitschaft hervorruft, sich den voraussichtlich erfolgreichen Handlungsweisen anzuschließen. Beispiel: möchten Wähler gerne auf der Gewinnerseite sein, d. h., sie wählen eher die Kandidaten, von denen sie erwarten, sie würden die Wahlen gewinnen. Dieser handlungssteuernde Effekt zeigt die Beeinflussung von Wählerverhalten durch die Veröffentlichung von Wahlprognosen (Schweigespirale).
  • Was versteht man unter der Zwei-Stuffen-Flusses der Kommunikation? wird auch Two-Step-Flow-Modell genannt Das Kommunikationsmodell beschäftigt sich mit der Verbreitung von Informationen durch Massenmedien Nach dem ursprünglichen Modell informieren Massenmedien in einem ersten Schritt Meinungsführer, die die Informationen durch direkte Kommunikation in einem zweiten Schritt an die Rezipienten weitergeben. Die Information durchläuft also zwei Stufen. Der Meinungsführer nimmt die Position eines Multiplikators ein. Nach Lazarsfelds Modell wirken die Medien nicht direkt auf die Masse der Rezipienten (Hypodermic-Needle-Modell), ihre Wirkung wird vielmehr durch die zwischengeschaltete Stufe der Meinungsführer und durch selektive Zuwendung zu Medieninhalten gedämpft. Dadurch sind sie kaum in der Lage, Meinungen und Einstellungen zu verändern, sie verstärken vielmehr bestehende Einstellungen und Überzeugungen.
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  • Was ist die Kritik an Zwei-Flusses-Modell? Rezipienten können sich direkt informieren oder sich untereinander austauschen und Meinungsführer auch miteinander kommunizieren. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die mangelnde Unterscheidung zwischen Informationsfluss und Beeinflussung. Lazarsfeld veröffentlichte daraufhin ein revidiertes Modell des Two-Step-Flows, das einige der Kritikpunkte berücksichtigt.