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Klinische Psychologie - Satz 4 (Fach) / ADHD und Störung des Sozialverhaltens (Lektion)
Symptomatik, Ätiologie und therapeutische Maßnahmen von ADHD und Störung des Sozialverhaltens
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- ADHS - Symptomatik Nenne Kriterien für die Aufmerksamkeitsstörung. Wie viele Kriterien müssen mindestens erfüllt sein? (nach DSM) Achtung, nur Aufmerksamkeitsstörung, nicht Hyperaktivität Mind. 6 folgender Kriterien: Unaufmerksamkeit häufige Flüchtigkeitsfehler mangelnde Konzentration bei mehreren Tätigkeiten Schwierigkeiten beim Zuhören Probleme, Instruktionen zu Verstehen Organisationsdefizite Vermeiden von geistigen Anstrengungen Verlieren wichtiger Gegenstände Vermehrte Ablenkbarkeit Vergessen von Terminen
- ADHD - Symptomatik Nenne die Kriterien von Hyperaktivität/Impulsivität. Wie viele davon müssen mind. erfüllt sein? (nach DSM) mind. 6 von: vermehrte motorische Unruhe Schwierigkeiten länger still zu sitzen innere Unruhe verstärkte Lautstärke in Freizeit und Beruf Ruhelosigkeit/ständig auf Achse Impulsivität anderen ins Wort fallen Schwierigkeiten zu warten häufiges Stören anderer exzessives Reden
- ADHD-Symptomatik Welche Diagnosen für ADHD gibt es im DSM 5? (4) ADHD kombinierte Präsentation = AS + HA/Impulsivität ADHD vorwiegend unaufmerksam = AS ohne HA/I ADHD vorwiegend hyperaktiv-impulsiv = HA/I ohne AS nicht näher bezeichnete ADHD = nicht alle Kriterien erfüllt alle situationsübergreifend und beeinträchtigend
- Nenne die diagnostischen Kriterien/Kernsymptome für ADHS nach ICD-10. F-Nummer? F90/F98.8 früher Beginn (vor dem 7.LJ) Kernsymptome überaktives, wenig modulierbares Verhalten mit deutlicher Unaufmerksamkeit Unabhängigkeit von spezifischen Situationen und über längere Zeit
- ADHD - Welche Formen klassifiziert das ICD-10? (3) F 90.0 = einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (Aufmerksamkeitsstörung, Hyperaktivität, Impulsivität situationsübergreifend und beeinrächtigend) F90.1 = Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens ( F90.0 + Störung des Sozialverhaltens) F90.8 = sonstige hyperkinetische Störung (= nicht alle Kriterien erfüllt)
- ADHD- Entstehung und Aufrechterhaltung Nenne Faktoren der Entstehung und Aufrechterhaltung für ADHD Ein Versuch, das Modell von oben herab zu beschreiben, es gibt unzählige Wechselwirkungen zwischen den Faktoren... Defizitäre zentralnervöse Aktivitätsregulation disponierende biologische Faktoren Einschränkung der Daueraufmerksamkeit, mangelnde inhibitorische Kontrolle, Tendenz zu vermehrter Reizsuche Impulsivität, Hyperaktivität disponierende soziale Faktoren Beeinträchtigtes strategisches Planungsverhalten, beeinträchtige metakognitive Prozesse, eingeschränkte Entwicklung von Schemata höherer Ordnung negative Umweltreaktion Erleben von Misserfolg (affektive Reaktionen) expansives "Ersatz"-Verhalten als Kompensationsversuch Vermeidungsverhalten
- ADHD- Teufelskreis: Welche Faktoren spielen eine Rolle bei Entstehung komorbider Störungen? TeufelsKREIS! Komponenten: Kerndefizite ADHS: AS, Impulskontrollstörung, Hyperaktivität --> Lerngeschichte: Misserfolge, Beziehungsprobleme --> dysfunktionales Denken: Misserfolgsorientierung, Selbstwertprobleme erlernte Hilflosigkeit/negative Gefühle: Depression, Schuldgefühle, Angst, Ärger --> mangelnde Kompensation: Vermeidungsverhalten (auch von Kerndefiziten schon beeinflusst) --> Funktionsstörungen --> Lerngeschichte --> usw.
- ADHD -Training Welche neurophysiologischen Merkmale gibt es bei ADHD? Spontan-EEG und Spektralparameter: mehr absolute und relative Anteile langsamer Frequenten (theta) und weniger "power" in schnelleren Frequenzbändern (alpha, beta), Auffälligkeiten sind in Ruhebedingung und bei kognitiver Aktivität zu sehen Ereigniskorrelierte Potentiale: kleinere Amplituden und größere Latenzen (N1, N2, P300, CNV), Minderleistung bei Aufmerksamkeitsaufgaben geht mit Auffälligkeiten der zentralen Infoverarbeitung einher
- ADHD- Neurofeedbacktraining Was soll beim Neurofeedbacktraining gelernt werden? Und warum verspricht man sich Erfolg davon? Variante Frequenztraining: Verringerung langsamer Aktivität (langsame Frequenzen, sog. Theta-Band) und Steigerung schneller Aktivität (beta-Band) Variante Training der Langsamen Potentiale (LP): Steigerung oder Verringerung des Aktivierungsniveaus bei der Verarbeitung von Reizen --> LP= späte Komponenten der Reizverarbeitung, die mit Planung und Mobilisierung zielgerichteten Verhaltens korrespondieren. Bei Kindern für diese LP Abweichungen mit verminderte CNV gefunden --> Training zur Regulation der LP zielt auf bessere Mobilisierung der Ressourcen für Aufmerksamkeitsleistung ab
- ADHD - Neurofeedback Beschreibe Neurofeedback und nenne den Ablauf eines typischen Trainings Neurofeedback: Messung der Gehirnaktivität durch EEG --> Elektroden messen elektrischen Strom und EEG stellt Aktivität in Form von Wellen dar. Gehirnaktivität äußert sich in verschiedenen typischen Potentialschwankungen (Spannungsdifferenzen). Ablauf des Trainings: 3x10 Sitzungen in zwei Wochen, jeweils 4-6Wochen Pause dazwischen, in denen Transferübungen gemacht werden (Detektivbogen, Hausaufgaben-Training) 1 Sitzung = ca. 4 Durchgänge mit je 39 Versuchen (mit Feedback 2/3 und Transfer (ohne Feedback) 1/3)
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- ADHD als Risikofaktor für Störung des Sozialverhaltens/ASPD Was haben Biederman et al(1996) in ihrer 4-Jahres Langzeitstudie im Zusammenhang mit Kindern mit ADHD gefunden? Kinder mit ADHD haben im Vergleich zur Kontrolle signifikant mehr kognitive Beeinträchtigungen, in Schule, Familie und psychosozialem Funktionieren Baseline Anpassungsstörung sagt Dorgenmissbrauch vorher BL Depression Prädiktor für spätere Depression und bipolare Störungen BL Angststörung Prädiktor für spätere Angststörung i.A. hohe Schulabbrecherzahl, mehr Offending und Arrest, mehr Substanzmissbrauch, schlechter demografischer Hintergrund(vers. Faktoren), Anpassungsstörungen, Schulprobleme und Familienprobleme (u.A.)
- ADHD-Störung des Sozialverhaltens Beschreibe den Zusammenhang und die Auswirkungen Frühe Anpassungsprobleme und frühe Aufmerksamkeitsprobleme beeinflussen sich gegenseitig. Frühe Aufmerksamkeitsprobleme beeinflusst spätere akademische Leistungen und frühe Anpassungsprobleme späteres antisoziales Verhalten
- Störung des Sozialverhaltens - Diagnostische Kriterien Nenne diagnostische Kriterien der Störung des Sozialverhaltens, A,B,C,D und welche weitere Faktoren zu beachten sind 312.8 (F91.8) - Repititives und anhaltendes Verhaltensmuster mit Verletzung grundlegender Rechte anderer oder gesellschaftliche Normen und Regeln. Manifestiert in mind. 3 Kriterien innerhalb der letzten 12 Monatem mind. 1 muss in letzten 6 Monaten aufgetreten sein: A: Aggressives Verhalten gegenüber Menschen und Tieren: bedroht und schüchtert andere häufig ein; beginnt häufig Schlägereien; hat schon Waffen benutzt, die anderen schweren Schaden zufügen können; war körperlich grausam zu Menschen; quält Tiere; Diebstahl in Konfrontation mit Opfer; Zwang andere zu sexuellen Handlungen Zerstörung von Eigentum: vorsätzliche Brandstiftung, vorsätzliche Zerstörung fremden Eigentums Betrug oder Diebstahl: brach in fremde Wohnungen, etc. ein; lügt häufig, um sich Vorteile zu verschaffen; stahl Wertgegenstände (ohne Konfrontation mit Opfer) Schwere Regelverstöße: bleibt vor 13. LJ häufig über Nacht weg, mind. 2x weglaufen über Nacht; schwänzt vor dem 13.LJ häufig die Schule B: Verhaltensstörung verursacht Beeinträchtigungen C: Personen > 18 treffen Kriterien für ASPD nicht zu Bestimme Typus (Beginn in Kindheit < 10 vs Adoleszenz > 10) und Schweregrad (leicht,mittelschwer, schwer; nach Problemen und Schaden, der verursacht wird)
- Störung mit oppositionellem Trotzverhalten Nenne die Diagnosekriterien 313.81 (F91.3) A. mind. 6 Monate anhaltendes Muster von negativistischem, feindseligem und trotzigem Verhalten, wobei vier (oder mehr) der folgenden Symptome auftreten: wird schnell ärgerlich streitet häufig mit Erwachsenen widersetzt sich häufig aktiv den Anweisungen oder Regeln von Erwachsenen oder weigert sich, diese zu befolgen verärgert andere häufig absichtlich schiebt häufig die Schuld für eigene Fehler oder eigenen Fehlverhalten auf andere ist häufig empfindlich oder lässt sich von anderen leicht verärgern ist häufig wütend oder beleidigt ist häufig boshaft und nachtragend Beachte: häufig=häufiger als bei vergleichbaren Alter/Entwicklungsniveaus B. Verhaltensstörung verursacht in klinisch bedeutsamer Weise Beeinträchtigungen in sozialen, schulischen oder beruflichen Funktionsbereich C. Verhaltensweisen treten nicht ausschließlich im Verlauf einer psychotischen oder affektiven Störung auf D. Kriterien einer Störung des Sozialverhaltens oder ASPD sind bei Personen über 18 nicht erfüllt
- Einflussfaktoren der Aggressionsentwicklung: Biologische, psychologische, soziale und protektive Faktoren (Resilienz) Nenne die biologischen Einflussfaktoren auf die Aggressionsentwicklung. männlich neurologisch mitbedingte Erregbarkeit, Irritabilität, Reagibilität Testosteron (korreliert mit antisozialem Verhalten, Suchtmittel, Anzahl Sexualpartner, Verletzungen) niedrige Kortisolwerte niedrige physiologische Aktiviertheit (zb Herzrate) Belastungen in Schwangerschaft (Infektionen, Mangelernährung, Unfäll, Alkohol/Nikotin/Drogen, Medikamente) Geburtstkomplikationen niedriges Geburtsgewicht genetische Besonderheiten
- Einflussfaktoren der Aggressionsentwicklung: Biologische, psychologische, soziale und protektive Faktoren (Resilienz) Nenne die psychologischen Einflussfaktoren auf die Aggressionsentwicklung. psychologische Einflussfaktoren schwieriges temperament als Kind niedrige Intelligenz unzureichende Impulskontrolle und Emotionsregulation überzogene Selbsteinschätzung verzerrte sozial-kognitive Infoverarbeitung unzureichendes Einfühlungsvermögen unzureichende Bindungserfahrung als Kleinkind
- Einflussfaktoren der Aggressionsentwicklung: Biologische, psychologische, soziale und protektive Faktoren (Resilienz) Nenne die sozialen Einflussfaktoren auf die Aggressionsentwicklung. mangelnde Aufsicht unzureichende Erziehungskompetenzen negative (strafende, misshandelnde) Erziehungspraktiken unzureichende emotionale Unterstützung und Akzeptanz erpresserische Elter-Kind-Interaktion ungünstige Elternmerkmale (Ehekonflikte, Alkohol, Depressionen) Belastungen (alleinerziehend, beengtes Wohnen, Finanzen) körperliche Misshandlugen soziale Ablehnung durch Gleichaltrige Umgang mit sozial auffälligen, dissozialen Gleichaltrigen
- Einflussfaktoren der Aggressionsentwicklung: Biologische, psychologische, soziale und protektive Faktoren (Resilienz) Nenne protektive/Resilienzfaktoren auf die Aggressionsentwicklung. verzögerte Pubertät anerkannte Rollen von Erwachsenen wenig Lernmöglichkeiten für Delinquenzen persönliche Merkmale, die Zugang zu Peer-Gruppen erschweren genetische Disposition und erhöhte autonome Erregung gehemmtes Temperament flexible Anpassung der Ich-Grenzen anstelle rigide Über-/Unterkontrolle sichere Bezugspersonen emotionale Zuwendung Kontrolle und Konsistenz der Erziehung Vorbilder für Resilienz unter widrigen Umständen mehr aktives, weniger vermeidendes Bewältigungsverhalten nicht-deliquente Freunde Erfolg in der Schule Bindung an schulische Werte und Normen Erfahrung der Selbstwirksamkeit positives, nicht unrealistisch überhöhtes Selbstbild nicht-aggressive Verarbeitungsmuster Erfahrung der Struktur und Sinnhaftigkeit im Leben sozial integrierte, wenig deprivierte Umwelt