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Psychologie (Fach) / Wie Menschen ihre soziale Umwelt sehen (Lektion)
- Annahmen des naiven Realismus Wahrnehmung der physikalischen und sozialen Umwelt eines Menschen Die Welt ist so, wie ich sie wahrnehme Es gibt eine objektive Realität Diese Realität ist aus meiner Perspektive die gleiche wie aus Deiner Perspektive, unabhängig von der Lokation und der Zeit meiner bzw. deiner Wahrnehmung Gründe für naiven Realismus Mittel von Psychologen: Optische Täuschungen Wertheim: Physikalische Stimuli immer relativ wahrnehmen (Wasser) Labelingeffekte (Sprudel) Umgang mit Krankheiten (Krebs) Rot-Grün-Blindheit Menschen gehen davon aus, dass die Dinge so sind, wie sie von ihnen wahrgenommen werden. Sie haben Probleme, Dinge als real anzuerkennen, die sie nicht sehen können (Viren, radioaktive Strahlen)
- Subjektivität von Wahrnehmungen naiver Realismus basiert oftmals auf einer Illusion ->>> Optische Täuschungen Wir nehmen physikalische Stimuli niemals absolut, sondern immer relativ zu ihrer Umgebung wahr (Schale mit heißem und kaltem Wasser, Sprudelverkostung, etc.) Menschen gehen davon aus, dass die Dinge so sind, wie sie von ihnen wahrgenommen werden und haben Probleme, Dinge als real anzuerkennen, die sie nicht sehen können Viren, radaioaktive Strahlen, Rot-Grün-Blindheit
- Sozialer Konstruktivismus vs. Evolutionäre Erkenntnistheorie Sozialer Konstruktivismus: Zwei mögliche Weltsichten Objektive Realität gibt es, aber kann nicht vom Menschen erkannt werden Radikale Ansicht Objektive Realität gibt es nicht -->> Watzlawick: Realität wird immer erst im Prozess des Wahrnehmens konstruiert Evolutionäre Erkenntnistheorie --> Alles organische Leben kann als Anpassung an eine objektive Realität verstanden werden. --> Vollmer: Unser Erkenntnisapparat ist das Ergebins der Evolution. Die Erkenntnisstrukturen passen auf die Welt, weil sie sich im Laufe der Evolution in Anpassung an diese reale Welt herausgebildet haben. Das menschliche Gehirn ist evolviert, das Verhalten seines Trägers in der Umwelt eines Jägers und Sammlers zu steuern. -->> Menschen nehmen ihre Umwelt valide und verzerrt wahr -> Grund, warum radioaktive Strahlung für uns sinnlich nicht wahrnehmbar ist, sehr hohe und sehr langsame Geschwindigkeiten Wir können tatsächlich niemals irgendetwas wissen. Darauf zu schlussfolgern, es gebe keine objektive Realität erscheint allerdings wenig sinnvoll EHER: Menschen stehen unter einem enormen Realitätsdruck, die Welt so kognitiv zu repräsentieren, dass ihre Wahrnehmund mit der Realität zumindest korresponiert MANCHMAL: Evoluitionäre Perspektive: es ist besser, die Umwelt nicht so wahrzunehmen, wie sie ist. Es ist adaptiv, wenn wir bei Menschen, die wir lieben, ihre positiven Eigenschaften über- und ihre negativen Eigenschaften unterschätzen. (Partner, Kinder -> höhere Bindung)
- Intuitives Wissen durch Adaptivität von Wahrnehmung Intuitive Physik und intuitive Biologie l folk physics and folk biology Ohne formale Erziehung vorhanden auch bei Kindern und Schimpansen > Schwerkraft, Vater&Mutter von Tieren sind gleiche Spezies,
- Psychologie von Attributionen Vornahme von Kausalattributionen Grund: Bedürfnis, die Ursache von Ereignissen zu verstehen (eigene Person, Sachverhalte) - Beispiel: Studenten (Klausur), Arbeitslosigkeit Folge: Beeinflussung unseres Verhaltens -Rempler in U-Bahn abhängig ob wir es als absichtlich oder unabsichtlich interpretieren, Partei wählren je nach Arbeitslosenattribution Bewusstsein um Verhaltenswirksamkeit von Attributionen : zu spät bei Verabredungen: nicht unsere eigene Schuld
- Internate vs. Externale Attributionen l Fundamentaler Attributionsfehler Internale Attributionen: Die Ursache des Ereignissen wird in den Eigenschaften der handelnden Person gesehen Externale Attribution: Die Ursache des Ereignissen wird in der spezifischen Situation, in der das Verhalten stattfand als Ursache wahrgenommen Beispiel: Durch Klausur fallen weil mangelnde Begabung (internale Attribution) oder weil die Klausur zu schwer war (externale Attribution) Fundamentaler Attributionsfehler: Wir neigen dazu, das verhalten anderer Menschen grundsätzlich eher internal als external zu attributieren > Attributionen auch bei Ländern und Organisationen l Sympatisches Schweden, Unsympathisches Frankkreich
- Selbstwertdienliche Attributionen Kein fundamentaler Attributionsfehler bei der Wahrnehmung der eigenen Person Menschen wählen für sich selber Attributionen, die sie in einem möglichst positivem Licht erscheinen lassen Erfolge: personale Attributionen Misserfolge: Situationale Attributionen
- Salienz von Personen vs. Situationen Der fundamentale Attributionsfehler tritt selbst dann auf, wenn die Versuchspersonen explizit auf den Einfluss einer Situation aufmerksam gemachtwerden. Gibert 2002: Erklärung des fundamentalen Attributionsfehlers Im Gegensatz zum streng logisch vorgehenden Urteiler verarbeiten Menschen Informationen über eine Person, deren Verhalten sie beobachten und Informationen über die Situation, in der das Verhalten stattfindet nicht gleichgewichtig und unvoreingenommen. 1. Schritt: Personale Attribution: aggressives Verhalten = aggressive Person 2. Schritt: Refexion der Gründe für Verhalten -> Urteil Siehe Ankerheuristik: Die Adjustierung erfolgt nicht vollständig l wenn eine einmal vorgenommene personale Attribution halbwegs plausibel erscheint, wird diese beibehalten Erklärung mithilfe der "Error Management Theory" Wir können bei Attributionen zwei mögliche Fehler begenem 1. Wir attributieren personal, obwohl situationale Attribution 2. Wir attributieren situational, obwohl personale Attribution. < Grund: Übergewichtung von personaler Attribution: Verhaltenssteuerung und Vorsicht
- Egozentrismus Wahrnehmungsverzerrung: Menschen nehmen die Welt notwendigerweise aus ihrer eigenen Perspektive wahr -->> Weltkarte (das Ego ist das Zentrum der Welt) Grund: Menschen können sich zwar in die Lage eines anderen hineinversetzen (Theory of mind) - diese Erfahrung ist allerdings phylogenetisch relativ jung und die Überwindung des eigenen Egozentrismus ist deshalb mühsam (Baron-Cohen) Zum Schutz des eigenen Selbstwertes darauf beharren, die Welt so zu sehen, wie sie ist Die Vorstellung, es gebe so etwas wie eine objektive Realität gar nicht, hat für die meisten Menschen etwas zu tiefst beunruhigendes (siehe Andersdenkende bei Religionen, politischen Institutionen)
- Wahrnehmung Prägung durch Erwartungen: Wir bilden ständig Hypothesen über das, was wir vermutlich in einer bestimmten Situation wahrnehmen werden und diese Hypothese beeinflussen, was wir tatsächlich wahrnehmen (A,B,C) - (12,13,14) Prägung durch Wahrnehmungserfahrungen: Aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen bilden Hypothesen über das, was wir in der Zukunft erfahren werden. Wir halten auch an diesen Hypothesen fest, wenn diese empirisch kaum bestätigt werden (Confirmation Bias) > Erklärung dafür, warum Menschen das gleiche Ereignis in zwei verschiedenen Situationen ganz unterschiedlich wahrnehmen. Prägung durch motivationale Faktoren: Die Wahrnehmung ist häufig durch motivationale Faktoren beeinflusst (Dunning 2006) -> Bevorzugte Fußballmannschaft hat den Sieg verdient Einordnung der Hypothesen in kognitive Schemata (Kernelemente + Beziehung zwischen den Relationen) > Familie = Mutter, Vater, Kind ----> Sonderform: Skript l Mutter mit Kind Skript = typische Handlungsfolgen von Menschen in bestimmtn Interaktionssituationen > Restaurantbesuch > kulturelle Gebundenheit Verunsicherung, wenn es uns nach längerem Nachdenken nicht gelingt, bestimmt Ereignisse einem bestimmten Schema zuzuordnen Erwartungen haben zwei Effekte aus Wahrnehmung: Sie erleichtern und die Zu- und Einordnung von Informationen Voreilige Urteile durch automatische Schlussforlgerungen
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