Informationsdesign (Fach) / 6.vo (Lektion)
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lesen und lesbarkeit
Diese Lektion wurde von reginaphalange erstellt.
- Nennen Sie 3 Arten, wie der Bindestrich verwendet wird und geben Sie je ein Beispiel. (6 P.) Der kurze Bindestrich (Divis) ist ein Wortbinnenzeichen, ein Zeichen also, das zu einem Wort gehört. -) als Trennstrich, am Zeilenende verbindend -) als Ergänzungsstrich, Tag- und Nachtdienst -) bei Zusammensetzungen von Buchstaben und Ziffern, i-Punkt, 18-jährig -) zur besseren Lesbarkeit von Komposita, Einkommenssteuer-Nachweisformular, aber nicht bei einfachen Komposita: nicht Zwiebel-Suppe Der Bindestrich ist kürzer und dicker als der Gedankenstrich, der Bindestrich ist ein Wortbinnenzeichen, der Gedankenstrich ist ein Satzzeichen
- Erklären Sie den Unterschied zwischen Binde- und Gedankenstrich. Geben Sie Beispiele an, wofür der Bindestrich verwendet wird. Der kurze Binnenstrich ist ein Wortbinnenzeichen, ein Zeichen also, das zu einem Wort gehört. Der Bindestrich ist kürzer und dicker als der Gedankenstrich. Der Gedankenstrich ist ein Satzzeichen. Gedankenstrich erzeugen: alt + 0150 am Ziffernblock, NUM-Taste muss eingeschaltet sein oder in den Officeprogrammen: Menüleiste: Einfügen + Symbol Gedankenstrich: Halbgeviertstrich. Der Gedankenstrich ist ein Satz(binnen)zeichen und wird immer mit Leerzeichen gesetzt. Ein - mehr oder weniger - guter Gedanke (Abstand vor und danach). Im Englischen keine Abstände! Bindestrich (Divis): -) als Trennstrich, am Zeilenende verbindend -) als Ergänzungsstrich, Tag- und Nachtdienst -) bei Zusammensetzung von Buchstaben und Ziffern, C-Dur, a-Moll, x-fach -) zur besseren Lesbarkeit bei Komposita: Schwimm-Meisterschaft, statt Schwimmmeisterschaft
- Wofür steht die Abkürzung? im vollen Wortlaut gesprochen: mit Punkt -) evtl. Mrd. zz. mehrere davon hintereinander: Leerzeichen -) i. A. u. v. m. z. B. (im Auftrrag, und viele mehr, zum Beispiel) Ausnahmen: usw. usf. (und so fort) wie selbstständige Wörter oder buchstäblich ausgesprochen: kein Leerzeichen! -) UNICEF, GmbH, Kfz, LKW (United Nations Children’s Fund)
- Wann wird ein Apostroph (') gesetzt? -) bei Auslassungen 's ist schon spät -) bei der Wiedergabe von gesprochener Sprache, so 'n Blödsinn, wie geht's? -) als Genitivkennzeichnung mit Namen, die auf s/ss/ß/tz/z/x/ce enden, Hans Sachs' Gedichte, Marx' Philosophie -) zur Wiedererkennbarkeit/Unterscheidung eines Personennamens, Grimm'sche Märchen, Ohm'scher Widerstand falsch: -) Hamburg's Reedereien -) LKW's
- Wie wird im Deutschen der Gedankenstrich orthotypografisch richtig gesetzt? Der Gedankenstrich (Halbgeviertstrich) ist ein Satz(binnen)zeichen und wird immer mit Leerzeichen gesetzt. Ein - mehr oder weniger - guter Gedanke. Abstand vor und danach. Im Englischen ohne Leerzeichen.
- Nennen Sie die vier Dimensionen des Hamburger Verständlichkeitskonzepts Das Hamburger Verständlichkeitskonzept ist ein linguistisches Konzept zur Lesbarkeit Vier Verständlichkeitsdimensionen: -) Einfachheit: einfache Darstellung, kurze und einfache Sätze, geläufige Wörter, Fachwörter erklärt, konkret, anschaulich -) Gliederung/Ordnung: gegliedert, folgerichtig, gute Unterscheidung zwischen von Wesentlichem und Unwesentlichem, der rote Faden bleibt sichtbar, alles kommt der Reihe nach -) Kürze/Prägnanz: zu kurz, aufs Wesentliche beschränkt, aufs Lehrziel konzentriert, knapp, jedes Wort notwendig, fast nur Formeln -) Zusätzliche Stimulanz: Zum Mitdenken anregend, lebendig, interessant, abwechslungsreich, persönlich
- Was versteht man unter „orthografischer Transparenz“? Die Schriftsysteme unterscheiden sich in ihrer "orthografischen Transparenz". Transparenz = Regeln, durch die die Umsetzung der Buchstaben in Laute (spelling-to-sound rules) beschreiben, kennen keine oder nur sehr wenige Ausnahmen (z.B. Italienisch). Im Gegensatz dazu Englisch (z.B. tough/though) braucht zusätzlich zu den Konversionsregeln noch ein immenses mentales Lexikon --> Opazität.
- Nennen Sie fünf typografische Einflussgrößen auf die visuelle Lesbarkeit nach Schopp. -) Schriftcharakter/Schriftart -) Schiftgröße/Schriftgrad -) Schriftschnitt (Schriftstärke, Schriftbreite, Schriftlage) -) Figurensatz (Versalien, Gemeine) -) Laufweite -) Wortabstand -) Zeilenlänge -) Durchschuss/Zeilenabstand -) Satzart -) Spalten(abstand) -) Absatzmarkierung (Einzug, Zwischenraum) -) Dichte und Gleichmäßigkeit des Satzspiegels (Grauwert), Ränder -) Spalten- und Seitenumbruch -) Farbe und Hintergrund -) Papier
- Wie sieht nach Willberg/Forssmann die "Typografie für lineares Lesen" aus? (10 P.) z.B. Roman klassische Art des Lesens "eins nach dem anderen". Freiwillige Leser, höchster Lesekomfort. Typografische Mitel: -) unaudringliche Schrift -) Leseschriftgrade 8-11 pt -) enger Satz ohne Löcher -) ca. 60-70 Zeichen pro Zeile -) ca. 30-40 Zeilen pro Seite -) integrierte Auszeichnungen (kursiv, Kapitälchen)
- Was macht eine Schrift nach Lyytikäinen/Ryikonen 1998 leicht lesbar? -) große, offene Punzen. Die Punze des e muss sich klar von der Form des c und des o unterscheiden. Das n von engen und schmalen Schriftschnitten darf nicht einem r oder h gleichen. -) ausreichend große x-Höhe. Bei gleichem Schriftgrad wirken Schriften mit großer x-Höhe größer als Schriften mit kleiner x-Höhe. Eine zu größe x-Höhe erschwert die Erkennbarkeit des Buchstabenbildes z.B. zwischen h und n sowie d und a. -) passende, klare Serifen. Ungünstig sind dekorativ-ornamentale und auffallende Serifen. Negativ wirken sich auch zu dünne und feine Serifen aus. Geringer Kontrast in der Strichstärke ist lesbarer. -) leicht verwechselbare Buchstabenformen. Achten Sie besonders auf die Formen von c, e, i, l, u. Gut unterscheidbar: k, m, p, q, w, x, z. Bei zu geringer Laufweite: o + l --> d, r +n --> m -) mäßiger Kontrast: Der Kontrast in der Strichstärke der verschiedenen Buchstabenteile sollte nicht zu groß sein. Die Lesbarkeit von Groteskschriften mti optisch gleicher Strichstärke ist geringer als die von Groteskschriften mit wechselnder Strichstärke. -) passender Schriftschnitt: zu magere wie zu fette Schriftschnitte verringern die Lesbarkeit, das gleiche gilt für kursive und schmale Schriftschnitte
- Erklären Sie, wie der Leseprozess bei geübten Lesern vor sich geht. (3 P.) Ein neues, unbekanntes Wort wird Buchstabe für Buchstabe gelesen --> Schablone für jedes Zeichen. Wird der Buchstabe nicht erkannt, Wortbild zur Erschließung der Bedeutung, irritierender Buchstabe wird eingeordnet. Wird das Wortbild nicht erkannt, Sinnzusammenhang des Satzes zum Entschlüssen. Ein geläufiges und bekanntes Wort wird auf einen Blick erfasst, unabhängig von den Buchstaben, aus denen es zusammengesetzt ist. Das Bild des Wortes gewinnt für uns einen ideografischen Wert. Auge springt in ruckartigen Bewegungen (Sakkaden) von einem festen Punkt (Fixation) zum nächsten. ca. 9 Zeichen pro Fixation. Passen die Buchstaben bzw. Wortbilder zu einer Schablone, wird die Bedeutung erfasst, wenn nicht, springt das Auge zurück zur letzten Fixation (Regression). Pro Sakkade erkennen wir ca. 3-4 Buchstaben links und 7-8 Buchstaben rechts des Blickzentrums. Außerhalb nehmen wir nur wahr, wieiviel Platz das Wort einnimmt. Dies ermöglicht dem Leser, die folgende Sakkade vorzubereiten, damit der Blick in der Mitte des Wortes landet. Leserichtung: rechts- oder linksläufig.
- Was verstehen Willberg / Forssmann unter „Differenzierender Typografie“ (3 P.) z.B. in einem Lehrbuch, wissenschaftliche Leser so eindeutig wie möglich, stark strukturierte Texte. Berufsleser, denen man längere Zeilen zumuten kann. Typografische Mittel: -) gut ausgebaute Schriften mit möglichst vielen Schriftschnitten -) bis zu 80 Zeichen pro Zeile -) inhaltliche Gleich-, Über- und Unterordnung der einzelnen Teile eindeutig kennzeichnen
- Nennen Sie die Arten der Typografie nach Willberg & Forssmann und geben Sie je ein Beispiel. -) Typografie für lineares Lesen (Roman) -) Typografie für informierendes Lesen (Zeitung) -) Differenzierende Typografie (Lehrbuch) -) Typografie für konsultierendes Lesen (Lexikon) -) Typografie für selektierendes Lesen (Kochbuch) -) Typografie nach Sinnschritten (Bilderbuch) -) Aktivierende Typografie (Magazin) -) Inszenierende Typografie (Werbung)
- Parameter für die Verständlichkeit von Texten -) Leserlichkeit -) Lesbarkeit -) inhaltliche Struktur von Texten -) Aufbau von Texten
