Spezielle Krankheitslehre Chirurgie (Fach) / 1. LK (Lektion)
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Wunde, Fraktur, chirurgische Infekts,...
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- Wunde Verletzung Haut (außen) u/o Schleimhaut (innen) durch sog. Traumata (Gewalteinwirkungen); Wunden immer Eintrittsorte für Erreger mgl. auch Mitverletzung von: Muskulatur, Gefäße, Nerven, in Gelenknähe: Gelenkkapsel, Organe,... -> im Prinzip kann jede Struktur des Körpers mitverletzt werden
- Krankheitserreger 3 Gruppen: Bakterien, Viren, Pilzsporen
- Kennzeichen Wunde Austritt Flüssigkeit=Wundsekret (Lymphe, Plasma, Blut) Schmerz=unangenehme Sinnesempfindung aufg. durch Nozirezeptoren (eigentl. Nerven,die Fkt. v. Rezeptoren übernehmen) Verlust Schutzfkt.->Haut kann Körper an dieser Stelle nicht mehr schützen
- Arten Gewalteinwirkung mech.,therm.,chem Sonderform: Aktinisch->radioakt.Strahlung; Verletzung von Geweben, Aufplatzen Haut; auch große Hitzeeinwirkung mgl.
- Phasen der Wundheilung I: Exsudationsphase = Absonderungsphase (Wundsekret) -> Ausfüllung Wundlücke Blutgerinnung Vasokonstriktion (Zusziehen kleiner Blutgefäße(Kapriolen)) Fibrinogen wandelt sich in Fibrin und bildet Netzwerk, das Wunde abdeckt -> Einspülung von Leukozyten, die Keime abtöten -> Phagozyten zum Abbau nekrot. Gewebes II: Proliferationsphase = Stabilisationsphase -> Kapillarisierung (Einwachsen Kapillaren in Wundbereich) -> Bindegewebszellen (über Kap.s) wandeln sich zu Kollagen (=Vorstufe zu koll.Bindegewebe) III: Regenerationsphase -> Vernetzung der kollagenen Bindegewebsfasern, anschl. Verfestigung -> Narbe entsteht
- Fibrinogen Gerinnungseiweiß, daraus Entsehung Fibrin (klebrige Fäden)
- chirurgische Wundheilung Unterstützung der biol. WH per primam: glatte adaptierte (eng zus.liegende) Wundränder; Wunde infektionsfrei, jünger als 6h Wunde schließt von außen nach innen schmale Narben Prob.: von außen nicht beobachtb. Infektion mgl. per secundam: auseinander klaffende, nicht adaptierte Wundränder Heilung innen nach außen (Prinz. offene WH) +: Wundinfekt.s schnell erkennbar -: breitere Narben (Narben in Gelenknähe,mgle Einschränkung)
- fördernde Wundheilungsfakts Ruhigstellung Wundbereich Sterilität gute Durchblutung ENM zusätzl. Vitamine: v.a. Vit. C
- störende Wundheilungsfaktoren Wundinfektionen (Erreger in Wunde gelangt) 5 Zeichen Entzündung: Dolor, Calor, Tumor, Rubor, Functio Laesa Wundhämatom (Einblutung in Gewebe, die um Wunde->Bluterguss) Dehiszenz (Narbe reißt auf) Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetis, Adipositas)
- Grundprinz.s Wundversorgung nicht berühren, in Wunde hinein fassen sterilität Impfungen prüfen (Teta.)
- 8 Schritte Wundversorgung Reinigung Desinf. Anästhesie Begradigung Wundränder Wundverschluss unter Beachtung: p.p. & p.s. steriler Verband/Abdeckung Wundkontrolle(n) Entfernung Nahtmat.
- Chirurgische Infektionen durch Erreger (Viren, Bakt, Pilzsporen) Inf.wege: direkt ( Wunde) indirekt ( hämatogene Streuung: Erreger aus anderen entzündlichen Gebieten über Blut)Wirkungsweise: aerob (Erreger kann nur mit O² leben u Inf. auslösen; anaerob (ohne O² mgle Inf., schwer in Griff zu bekommen) Prophylaxe: Desinf.(Hände, Wunde): Schaffung Keimfreiheit durch Abschwächung Keime, Keime können nicht mehr wirken; Wdh. Desinf. nach best. Zeit nötig Sterilisation(Instrumente, Nahtmaterial,...): Abtöten der Keime Prob.Proph.: resistente Keime Immunisierung
- Formen Infektion lokale Inf. (Abzes, Empyem, Furunkel) systemische Inf. (Bakterämie, Sepsis) spezifische Infektionskranheiten (Tetanus, Tollwut, Gasbrand, Milzbrand)
- Tetanus =Wundstarrkrampf Erreger: Clostridium tetani (->Bakterium) anaerob, jahrzehntelang überlebensfähig über (mikroskop.)kleine Wunde in Organismus produziert Toxin, sobald es in nicht natürliche Körperöffnung gelangt Ausbreitung via periphere Nerven an Extremitäten: distal->proximal; peripher->zentral(zum Gehirn,RM hin) Inkubationszeit vor ersten Sympts 2-14 Tage bis Monate Symptome: abh. von Ort der Wunde ggf. beginnt alte Narbe wieder zu schmerzen extreme Muskelkrämpfe (Tetanie) aufsteigend von Ort Wunde Verkrampfung Rumpfmuskulatur (Überstreckung Rücken, da Rückenmuskulatur stärker als Bauchmuskulatur Atmungseinschränkung Hirnbasis->Zentrum->Mimische Musk. verkrampft (z.B. Kiefersperre) zuletzt Verkrampfung Zwerchfell Sympts innerhalb Minuten zum Tod Großhirnrinde und Herz nicht betroffen Diagnostik: Anamnese Blutbild Therapie: intensiv stationär Sicherung Vitalfkt.s Immunisierung, direkt in Nervenbahn hochdosierte Antibiotika Muskelrelaxierung großräumige chirurg. Ausräumung Wundbereich->Luft an Infektionsherd, teilw, purer O² offene Wundheilung nach Abklingen Sympt.s->aktive Immu. Tetanusprophylaxe:" =beste Therapie" Grundimmu. -> 3 Impfungen -> aktive Immu. 1. Impfung: Wahlzeitpkt. durch Eltern/Arzt, spät. bis 3.Monat 2. I.: 4-8 Wochen nach 1. 3. I.: 4-12 Monate nach 2. 2. Auffrischungsimmu. individuell verschieden 1. 5 Jahre nach Grundimmu. dann ca. alle 10 Jahre
- Fraktur entsteht durch Überschreitung der Elastizitätsgrenze Knochen, mit Entstehung Frakt.segmente, die mit Frakt.linie getrennt Ursache: direkt (am Ort d. Traumas), indirekt (nicht a.O.d.T)
- Symptome Fraktur unsichere Zeichen Schmerz Bewegungseinschränkung & Schonhaltung Schwellung Taubheitsgefühl
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- Symptome Fraktur sichere Zeichen Dislokation (abnormale Lage) sichtbare Fragmente Beweglichkeit außerhalb von Gelenken Krepitaion (Knochenknirschen) Röntgenbild
- Diagnostik Fraktur - Sicht - und Tastbefund - Röntgenaufnahme
- Komplikationen während der Fraktur Begleitverletzungen (Haut, Gefäße, Muskeln, Organe, Gelenke,...) Blutverlust (inner u/o äußere Blutung); innerl. Blutung bes. problemat. bei geschlossener Fraktur Folge: Volumenmangelschock (Kompensation durch Blutkonserv.)
- Störungen Frakturheilung Pseudarthrosen Osteomyelitis dystrophische Störungen ischämische Kontrakturen Fettembolie
- Pseudarthrosen = bewegl. BG-ige Verbindungen im Frakturspalt = Falschgelenk Prophylaxe: absolute Ruhigstellung Frakt. Bew.therapie NACH ärztlicher Verordnung Infektionsfreiheit
- Osteomyelitis = bakterielle (->eitrige) Entzündung des Knochenmarks und Substantia Spongiosa Prophylaxe: externe O. -> Infektionsprphy., nicht in Wunde fassen endog O. -> Schicksal
- Dystrophische Störungen = Ernährungsstörung, die vaskulär (gefäß), neurogen (nervlich) oder stoffwechsel bedingt ist - primäre Ursachen: Unfallschaden -> Fraktur zu lange Ruihigstellung Risikogruppe: Diabetis, Leukämie, Osteoporose - Symptome: Demineralis. Knochen gelenknahe Frakt.: Knorpelatrophie (=-schwund), Bandinsuffizienz (Festigkeit ↓, werden schlaff), Kapselschrumpfung mit Gefahr sich bildender Kontrakturen Muskelatrophie - Endstadium: deutliche Schwellung im Frakt.bereich, Bildung Nekrose (tr.Zelltod), Gangrän (feuch.ZD) - Diagnostik: erst bemerkt bei Muskelatrophie -> Weichteilschwellung Sichtbefund - Therapie: Refraktur (operative erneute Durchtrennung) u.U. Entfernung nekr. Mat. offene Wundheilung intensive: Durchblutungsförderung, Mineralisierung, Muskelkontraktion frühzeitige Mobilisation - Prophylaxe: so zeitig wie mgl. Bewegung SONDERFORM: Morbus Sudeck
- Morbus Sudeck Sonderform der Dystrophischen Störung bei Frakturheilung - in Hälfte der Fälle geht der Schmerzproblematik ein kleineres oder größeres Trauma an den Extremitäten voraus - häufig bei distaler (handgelenksnaher) Radiusfraktur - untere Extremis auch bei Sprungelenksfraktur (Weber C) Ursache: unklar, Vermutung: zu frühe Mobi., häufige Repositions.versuche u. U. psychisch bedingt (umstritten, psychsische Erscheinungen entstehen eher als Resultat der KH) Sympts: Stadium Symptome Therapie Stadium 1 2 - 8 Wochen nach Trauma • Ruhe- und Bewegungsschmerz • Haut glänzend (Glanzpapierhaut) und geschwollen • leichte livide (blass-bläuliche) Verfärbung der Haut • statt Gips besser Gipsschale, Fixierung nicht zu eng, dass Ernährung aktiviert werden kann • Ruhigstellung • leichte aktive Bewegungen im schmerzfreien Bereich • Hochlagerung • Analgetika (pos. NBW: stoffwechselanregend) Stadium 2 auch ohne 1 8 Wochen bis 1 Jahr nach Trauma • Haut schwillt ab • Schmerzen lassen nach • Schrumpfung der Weichteile • Muskelatrophie • Bewegungsschmerz • Erste Anzeichen für die mangelhafte Ernährung der Knochensubstanz werden im Röntgenbild sichtbar (fleckförmige Entkalkung) • Physiotherapie • Entzündungshemmende Medikamente • Durchblutungsfördernde Medikamente • Eine Heilung ist nur in den ersten beiden Stadien möglich Stadium 3 immer aus 2 Endstadium • Keine Schmerzen • Hochgradige Atrophie mit Versteifung und Gebrauchsunfähigkeit • Skelettierung der Hand (Bänder, Sehnen, Kapseln sind weg) • Lokale, die Ernährung der Gewebe verbessernde und funktionserhaltende Maßnahmen (z.B. Gelenkmobilisierung und Muskelkräftigung/-erhalt) • Evtl. plastische Chirurgie -> Amputation und prothetische Versorgung
- Ischämische Kontrakturen durch Mangel-/Minderversorgung Verkürzung Weichteile,bes.Muskulatur Weichteile können seh stark verhärten -> Volkmann'sche Kontraktur, Kompartmensyndrom Prophylaxe: DMS -> Durchblutung (Zehe, Finger Wärme spürbar?) -> Mobilisation ( Z., F. bewegungsfähig?) -> Sensibilisierung ( Z., F. Patient noch Gefühl?)
- Fettembolie Embolie = Verschluss Fetttröpfchen verschließt Arterie
- Frakturbeandlung Reposition Retension Rehabilitation
- Reposition disloierte Frags in anatom. Lage durch manuellen Zug und Druck geschlossene R.: ohne Freilegungs-OP unter Bildkontrolle offene R.: mit Freilegungs-OP unter Sichtkontr. -> Anästhesie (Schmerzfreiheit) -> Muskelrelaxation -> Narkose (=Anäs.+Muskelrelax)
- Retention nach Reposi Fixierung Frags bis Abschluss knöch. Heilung (Weichteile müssen noch nicht verheilt sein) (Fremdmaterial aus Körper heraus, da Infektionsgefahr) konservativ: Gips, Zink-Leimverband (weicher als Gips, fixiernd), Schienen, Bandagen, Extensionsbehanglung operativ: Fixierung Frags durch Osteosyntheseverfahren (Knochen verbindende Verfahren)
- Rehabilitation Maßnms zur Wiederherstellung der normalen Fkt. !früh.-funktionelle Behandlung adäquat (richtige Belastung wählen) während Rehab.: Beachtung aller Prophylaxs (Pneumonieproph. z.B. mit Hilfe Atemtherap)
- Konservative Frakturbehandlung Vorr./Bed.s: - individueller Aspekt 90% Kinder konservativ (Fixateure alten in weichen Kinderknochen nicht) 50% Erwachsenekonserv. ältere Menschen nicht!!! - geschl. Frakt. & geschl. Reposi. mgl. Arten: Gipsbehandlung Extensionsbehandlung/ Streckverband Schienen alles andere, dass fixiert (Bangade, Verbände,...)
- Indikatoren operative Frakturbehandlung Indikatoren: offene Fraktur, Frakt. mit Gelennkbeteiligung Mitverletzung Nerven, Gefäße, große Weichteilbereiche Polytraumata (Trümmerfrakt.) keine konserv. Versorgung mgl keine geschlossene Reposi mgl.bei dislozierte Frakts postoperative Stabilität: - lagerungsstabil - übungsstabil (->ohne Belastung Frakt.bereich) - belastungsstabil
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- Osteosyntheseverfahren Zus.führen von Knochen mit Osteosyth.mat. Repos.& Retention Arten: Spickdrahtosteosynthese Zuggurtung Verschraubung Marknagelung Verriegelungsnagelung Plattenosteosynthese Verbundosteosynthese (2 Platten zus.) Fixateur Externa
- Knochenersatztherapie Einsatz Endoprothesen (TEP, HEP) zementfrei, zementiert Spongiosaplastik (Einsatz Körpereigenes Knochenmat.)
- Vor- und Nachteile konservativ: +: keine (Operations-)wunden geringe Infektionsgefahr und v. auße ausgeschlossen -: häufiger Störung Frakt.heilung operativ: +: höhere Stabilität (schnellere Mobi., ü.s./b.s. is Ziel) bessere Ruhigstellung -: gefahr Infekt. durch Wunden
- lagerungsstabil operativer Fraktbeireich darf nicht bewegt werden Lagerung in Gipsschiene nicht berühren (weder distal, noch proximal vomn Frakt.) zur Vermeidung Bew. in ersten 72 h
- übungsstabil operativer Frakt.bereich darf bewegt werden keine Belastung!! ! bei gleichzeitiger offener WH (Drainageschlauch) -> Abstimmung Arzt
- belastungsstabil akt. Bewegung (Frakt.) mgl. ! Belastung nach Abheilung Wunde Abstimmung mit Arzt
