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Psychologie (Fach) / Vertiefung Bildung und Förderung (Lektion)

Master-Vorlesung Prof. Rindermann TU-Chemnitz WS13/14

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Lektion lernen

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  • Was ist ein Denktraining und an wenn wendet es sich? Teilnahme verspricht Entwicklungsverbesserungen oder –beschleunigungen als Angebot für Kinder mit kognitiven Entwicklungsproblemen „Bereicherungs“-maßnahme („Enrichment“) für besonders befähigte und interessierte Kinder Denktraining erweist sich als effektiv, insbesondere bei schwächeren Schülern Einsatz als Förderprogramm für in der kognitiven Entwicklung verzögerte Kinder Als Frühförderung vor der Einschulung im Alter von 5 Jahren Ebenso bei Migranten und in Sonderschulen Überlegenswert wäre genereller Einsatz im Schulunterricht --> Wirksamkeit und Wirkfaktoren derzeit umstritten, empirische Evidenz aber vorhanden Wirksamkeit i.w.S. zielt dabei auf… transferierbaren Kompetenzgewinn statt bloßem Coaching in einem Aufgabentyp positive Veränderungen im Persönlichkeitsbereich (Interessen, Motivation, Schulängstlichkeit, Lernhaltung, Sozialverhalten) ab Beispiele: Nachweis eines Lerngewinns von d=0,5 für räumliche Fähigkeiten durch Beschäftigung mit bestimmten Computerspielen Induktives Denken mit d=0,54-0,60 gut trainierbar allgemeiner Effekt der Trainingsteilnahme für gemessene Wirksamkeit in geringem Maß wahrscheinlich mitverantwortlich
  • Definiere induktives Denken! Fähigkeit zum Erkennen von Gleichheit, von Verschiedenheit oder von Gleichheit und Verschiedenheit einzelner Merkmale oder Relationen, zwischen Merkmalen in den Inhaltsgebieten verbal, bildhaft, geometrisch-figural, numerisch und sonstigem Material
  • Wie ist das Denktraining von Klauer aufgebaut und wieist die Effektivität? Kinder und Jugendliche sollen induktives Denken üben, Einsatz von Gelenktes Entdeckenlassen, Verbalisieren, Selbstreflexion In drei Versionen 10 Sitzungen, 120 Aufgaben mit verschiedenen Aufgabenklassen•Bisherige Ergebnisse: Effektivität d=0,60 Effekte für schulisches Lernen wahrscheinlich größer als in Intelligenztests (dSL=0,65 vs. dI=0,56) Effekte besonders groß bei kognitiv schwachen Kindern (Sonderschüler d=0,83) auch langfristig treten Effekte auf (d=0,72 etwa ein halbes Jahr später)
  • Was sagen Sonntag (2004) und Marx (2006) zu Klauers Denktraining? Klauers Resultate bestätigt:positive Effekte; auch auf Schulleistungen, Sprachentwicklung und Konzentration Ursachen: Bearbeitung mathematischer Aufgaben und Konzentrationstests verlangt induktives Denken Generalisierung auf sprachliche Kompetenzen und Konzentrationsfähigkeit
  • Erläutere eine Studie zu Training in Dritte-Welt-Ländern. Studie in Venezuela untersuchte inwieweit sich bei Schülern ärmerer Familien spezifische Fähigkeiten und allgemeine Denkfähigkeiten durch Intelligenztrainings verbessern?(Herrnstein, Nickerson, Sanchez & Swets, 1986; Nickerson, 1986)Trainiert wurden Grundlagen schlussfolgernden Denkens Sprachverstehen sprachliches Schlussfolgern Problemlösen Entscheidungsfindung kreatives Denken Anspruch des Projekts sehr hoch da nach Nickersones um die Schulung rational-argumentativen Denkens gehen sollte und dies in sozialen Zusammenhängen•Ergebnisse:-Effekte in trainierten Kompetenzen und in trainingsnahen Tests recht hoch (d=0,60 und IQ 8,97)-In allgemeinen Intelligenztests aber geringer (d=0,30 und IQ 4,45, im CFT nur d=0,11 und IQ 1,65)-In mündlichen Prüfungen immerhin d=0,50 Für einen Trainingseffekt sprechen, dass Zugewinne bei Schülern mit deren Umfang an Fehlzeiten im Training negativ korrelieren (r=-.18) und Berichte über mehr Engagement beim Lernen, höhere Qualität der Interaktionen mit Eltern, mehr Wissbegierde und größere Bereitschaft, selbst Dinge zu durchdenkenUnklar: Langzeiteffekte und Effekte auf lebensweltliches Verhalten?
  • Nenne die beiden Ansätze zur Kreativitätsförderung. Förderung der kreativen Fähigkeiten einer Person Veränderung der Umwelt in Richtung einer stimulierenden, kreativogenen Umwelt in Familie, Schule, Beruf und Gesellschaft (!)
  • Nenne merkmale kreativitätsfördernder Umwelt. Freiheit, Handlungsspielräume Toleranz Selbstorganisation Anregende physische und soziale Umwelt Elternhaus Kreativitätsförderung durch Spiel Kreativitätsfördernde Elemente im Unterricht Forschung (stimulierende Hochschulinstitute) Kreativogene Umwelt im Beruf (z.B.: Belohnung für Innovation) Diagnose spezifischer Fähigkeiten und ihre Förderung Wechsel von aktiven und ruhigen Perioden Effektive Organisation Inhaltliche Nähe bei sozialer Distanz zur Domäne und zu traditionellen Perspektiven --> Merke: Es gibt nicht die eine Umwelt, die als einzige kreative Lösungen ermöglicht. Sowohl eine reiche als auch eine arme Umwelt (und bestimmte Konstellationen von Anregung und Mangel) können kreativogen sein.
  • Beschreibe Programme zu personenbezogenen kreativen Fähigkeiten. Durch Förderung divergenten Denkens oder kreativer Problemlösestrategien Zudem Aktivierung vorhandenen Wissens und Öffnung der Persönlichkeit Z.B: 1.Brainstorming (Osborn, 1953):Produktion einer maximalen Anzahl von Ideen in einer GruppeErst anschließend Bewertung und Auswahl der IdeenABER nach Stroebeund Nijstad(2004): Zuhören unterbricht das eigene Denken und hebt Stimulierungseffekt auf 2.PhantasiereisenVor allem bei Kindern und in der PsychotherapieVorstellung verschiedener Situationen und dazu passender Handlungsmöglichkeiten und VeränderungschancenMethoden der inneren Visualisation und Mehrperspektivität Generell:•Trainingsprogramme fördern Ideenquantität•Effektivität bei d=0,50 (Hany, 2001)•Im Vergleich zu Placebotrainings (d=0,30) kein großer Gewinn•Wichtig:selbstständige Erschaffung einer für Personen stimulierenden und ihren eigenen schöpferischen Produktivität anregenden Umwelt
  • Erkläre Begabtenförderung. Meist synonym mit dem Begriff Hochbegabtenförderung verwendetFörderung meist im Hinblick auf kognitive Fähigkeiten: Innere Differenzierung Äußere Differenzierung Flexibilisierung des Einschulungsalters Flexibilisierung der ersten Hälfte der Grundschulzeit Akzeleration Bereicherung/ Enrichment Mentoren •Weniger invasive Fördermöglichkeiten von Eltern bevorzugt (z.B.: Bereicherung VOR Klassen überspringen)•Gymnasium in Deutschland und Österreich schon eine Art Begabtenförderung (bei objektiven, fähigkeitsorientierten Aufnahmeverfahren)
  • Bewerte einzelne Maßnahmen der Begabtenförderung. Innere Differenzierung: Wünschenswert, in praktischer Realisierbarkeit und Effekten aber skeptisch zu beurteilen Äußere Differenzierung: Wirksam für Fähigkeitsentwicklung, aber möglicherweise negative Effekte auf Selbstkonzept Flexibilisierung Einschulungsalter bzw. Grundschulzeit: Empfehlenswert, bislang aber noch keine empirischen Ergebnisse vorliegend Akzeleration: Für hochbegabte Schüler sehr empfehlenswert Schulexterne Bereicherungsmaßnahmen/ Mentoren: kein Ersatz für Änderungen in Schule/ Unterricht/ Curriculum, aber wertvoll
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  • Erkläre die Förderung im Alter. Förderung kognitiver Fähigkeiten müsste mit Schul-/ Ausbildungszeit nicht aufhören. Förderung derselben, sowie Wissen und Expertise durch Beschäftigung mit kognitiv anspruchsvollen Aufgaben in Beruf und Freizeit möglich: Weiterbildung Lernen von Sprachen Einarbeitung in Computerprogramme Lesen anspruchsvoller Literatur und Zeitungen Suche nach kognitiv herausfordernden Problemen und deren Lösung Interesse für kognitiv beanspruchende Themen Besonders im hohen Alter relevant: Ausgleich der Alterungsprozesse durch Strategien und Expertise
  • Wie wirkt sich Frühpensionierung aus? hohe Rate von Frühpensionierung in Dtl.Nicht nur aus kognitionspsychologischen Gründen schädlich für Individuum: Passivität, Desinteresse Gesellschaft: Wirtschaft, Belastung der Sozialkassen, Erfahrungsverlust Variable Gestaltung des Pensionierungsalters angebracht: Je nach Beruf, Beginn des Berufsleben, Gesundheit und Leistungsfähigkeit zwischen 60 und 75 Jahren
  • Wie ist der Stand der Forschung zu Bildung und dem Einkommen der Eltern? PISA-Studien belegen Zusammenhang zwischen Sozialstatus der Eltern und Ergebnis ihrer Kinder im Kompetenztest in allen Ländern, in Dtl. nur besonders eng (PISA 2003 Mathematik: Deutschland r=.48, internationaler Schnitt r=.41)•Zusammenhang nicht neu, z.B.: Beschreibung der Wirkung von Wohlstand, Bildung, weltanschauliche Orientierung etc. durch Zergiebel(1913) Beobachtung unterschiedlicher IQs abhängig vom Berufstand der Eltern durch Duff und Thomson (1923/1924) Korrelation von r=.37 zwischen Sozialstatus der Eltern und Intelligenz ihrer Kinder bei Sauer (1976) Stabiler Zusammenhang über ein Jahrhundert, über verschiedene Gesellschaften, über verschiedene Maße von Kompetenzen und über verschiedene Ebenen. Mehr oder weniger latente Interpretation als Einkommenseffekt
  • Erläutere Zusammenhang zwischen kognitiven Kompetenzen und Sozialstatus auf verschiedenen Datenebenen nach White 1982. r=.64 zwischen Sozialstatus und Schulleistung, mit Intelligenz r=.73 Intelligenz & schulnahe kognitive FähigkeitenIndividualdaten: .46 (.33 White) & .44 (.27 White)Bundesländerdaten: .62 (.90) & .39Staatendaten: .29 & .58
  • Was sagt James Heckman (2005) zum Einkommen der Eltern und Bildung? Familien mit höherem Einkommen kaufen den Kindern bessere Dinge und auch qualitativ hochwertigere Bildung alternative und nicht unbedingt gegenseitig ausschließende Interpratation ist das auf lange Sicht Familie und Umfeldfaktoren eine entscheidende Rolle bei Herausbildung der Fähigkeiten und Erwartungen der Kinder spielen Kinder deren Eltern mehr verdienen haben Zugang zu qualitativ besseren primär und sekundär Schulen
  • Erkläre die Probleme am Konzept „Sozialstatus“. Sozialstatus als diffuse Kausalvariable: inhaltlich Verschiedenes in ihr integriert –von Bildung über Beruf bis zu Einkommen Berufe, Berufsausbildung oder Bildung der Eltern als solches machen Kinder nicht klug, insbesondere Geld nicht, höchstens richtig ausgegebenes Geld Aber an Berufe etc. sind bestimmte Einstellungen und Verhaltensweisen gekoppelt, die höchst relevant für die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten der Kinder sind z.B. Erziehungsstile, Sprachverhalten,Bildungsorientierung Differenzierung zwischen Bildung/ Erziehung und Sozialstatus/ Wohlstand notwendig!
  • Wie sind die Ergebnisse von Ergebnisse von Studien zum Sozialstatus vs. Erziehungsverhalten? parental verbal-educational behavior & SES on cognitive (verbal) ability of children (durchschnitt .54 & .09:) parental education & income on cognitive ability of children (durchschnitt: .21-.46 & .00-.24) .32/.41 & .11/.14 parental education & income on cognitive ability of children –mental speed vs. crystallized intelligenceParental education: speed: .24 crystall.: .34 Parental income: speed: .05 crystall: .08 Nicht Sozialstatus (oder nur wenig) ist relevant, sondern elterliches Erziehungsverhalten. Weniger Wohlstand ist relevant, sondern elterliche Bildung Elterliche Bildung wirkt durch Bildungs-und Erziehungsverhalten, Bücherzahl, Wohlstand, vollständige Familie, Gesundheitsverhalten, Kindergarten-und Schulqualität. Offen und durch diese Methode nicht bearbeitbar: Umwelt oder Gene oder beides oder wie viel von beidem. Pfadmodelle und Tabellen angucken!
  • Welche Empfehlungen lassen sich aus den Erkenntnissen des Einkommens der Eltern im Bezug auf Bildung aussprechen? Elternbildung Kompensatorische Erziehung Mehr Kinder von Gebildeten?
  • Wie ist die Wirksamkeit von Kinder-und Jugendpsychotherapie? auch für diese Altersgruppe sehr günstige Effekte in der Höhe um d=0,70 bis 0,80 über verschiedene Störungsbereiche, insbesondere bei kognitiv-behavioralen Verfahren Metaanalyse über 49 Studien bzgl. spezifischer Trainings sozialer Kompetenzen für Kinder: mittlerer Effekt von d=0,47, Effekt jedoch nicht als sehr generalisiert und stabil bestimmbar (weniger Änderung in Eltern-und Lehrereinschätzungen, geringere Stabilität)
  • Wie wirksam sind psychotherapeutische Interventionen generell? Psychotherapie für eine Vielzahl von Störungen ein effektives Mittel: mittlere Effektivität von Psychotherapie im Vergleich zu Placebo zur Reduzierung psychologischer Störungen r=.32 Lipseyund Wilson (1993) berichten als mittlere Therapiewirksamkeit d=0,47 Aber bedeutsame Unterschiede in Abhängigkeit von Störung und Therapieform: nicht jede Therapieform ist für jede Störung gleich effektiv und bei bestimmten Störungen sind medikamentöse Begleittherapien notwendig
  • Was ist wichtig bei der Gestaltung von Präventionsprogrammen und Therapie? Wichtig bei therapeutischen Maßnahmen: Inbezugnahme von Eltern und Geschwistern Vorbeugung möglicher negativer Erziehungsstile und Interaktionsmuster Wichtig bei Beratung und in Präventionsprogrammen: Bei überdurchschnittlich intelligenten Kindern (Minderheit): spezifischer Ansatz über kognitive Methoden, Z.B. Helferkarten mit Selbstinstruktionen, rational-emotive Therapie und Eigenstudium aber nur am Anfang oder begleitend neben interaktiven, sozialen Fördermaßnahmen Einstellungs-/ Selbstkonzeptänderungen bedürfen der Kommunikation und Erprobung in alltäglichen Situationen Arbeit in Gruppen bei Förderung sozialer/ emotionaler Kompetenz
  • Was sind relevante Methoden beim Training sozialer Kompetenz? Vorgeschaltet Diagnostik Nur Einzeltraining und -therapie oder nur Gruppentraining und -therapie oder beides kombiniert Einzeltraining: vorgeschaltet, ca. 3-5 Sitzungen, notwendig für Aufbau einer Beziehung, Training grundlegender Kompetenzen, Gruppenfähigkeit sichern, Klärung der Störungsintensität Gruppentraining: Gruppengröße 5-6 Kinder, ca. 5-8 Sitzungen, Gruppentraining für die Einübung sozialer Kompetenzen unverzichtbar Verstärkerprogramm, Rückmeldung Kognitive Methoden (Informationen, Instruktion, Kurzreferate, Tipps) Erlebnisorientierte Methoden im emotionalen Bereich, Selbsterfahrung Entspannungs-und Imaginationsübungen Selbstinstruktionstraining: „Mein Helfer im Kopf“ Des Weiteren: Problemlösetraining: Helferkarten Modellierung und Präsentation Rollenspiele Video-Feedback (positive soziale Hervorhebung) Hausaufgaben (Transfertechniken) Üben in einer Gruppe ähnlich belasteter Kinder Training emotionaler Wahrnehmungs-und Ausdrucksfähigkeit Selbstbeobachtung und Selbstkontrolle Kinder-und Elterntraining, familienbezogene Beratung Ergänzende Einzelgespräche für Eltern
  • Welche Elemente der Moralerziehung sind nach Kohlberg förderlich? •partizipatorische Demokratie in der Schule für die Schüler •Diskussion alltagsnaher moralischer Dilemmata unter Gleichaltrige•induktiver, autoritativer Erziehungsstil
  • Was kann man zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt und Aggression tun? Verhaltensschulung Lernen am Modell Verschiedene Methoden zur differenziert-emotionalen Wahrnehmung, zur Perspektivenübernahme, zur Impulskontrolle, zum Aufbau von Selbstsicherheit Entspannungstrainings Vergleichsweise wenig therapierbar, therapeutische Maßnahmen nicht immer erfolgreich frühzeitig zielgerichtete und lenkende Interventionsmaßnahmen erfolgsversprechender
  • Nenne Präventions-und Interventionsmaßnahmen zur Förderung ethischen Verhaltens und gegen Gewalt und Aggression. Soziale Lernformen mit Gruppenbelohnung fairer Umgang der Lehrer mit Schülern und der Klasse (Vorbildfunktion Gleichbehandlung von Schülern Ausflüge, Klassenfahrten Elternberatung, Elternabende, Elterneinbindung, Besuch bei Eltern zu Hause Klassengespräch über Konfliktthemen Ansprechpartner für Opfer psychischer und physischer Gewalt und deren niederschwellige Ansprechbarkeit Patenschaften zwischen älteren und jüngeren Schülern gemeinsame Aufstellung einer Schulordnung, in der explizit Gewalt und Schikanierung untersagt werden Werteerziehung gewaltreduzierende Hof-und Gebäudegestaltung Weiterhin: Gespräche des Klassenlehrers und des Schulpsychologen mit einzelnen Schülern frühzeitiges und konsequentes Eingreifen bei verbalen und physischen Aggressionen innerhalb und außerhalb der Klasse Null-Toleranz gegenüber Erpressung, Drohung und körperlicher Gewalt, keine Duldung rechts-und ethikfreier Räume Balgereien nicht schädlicher Intensität sollten bei kleineren Kindern bis zu maximal der 6. Klasse (11. Lebensjahr) nicht oder milde bestraft, sondern primär pädagogisch behandelt werden Anti-Gewalt-und Anti-Schikanierungs-Training in Problemklassen Einbindung von Sozialarbeitern Einschaltung des Jugendamts und der Polizei bei anhaltenden und gravierenden Problemen mit einzelnen Schülern gewalttätige Schüler, wenn die oben angeführten, zuerst versuchten Maßnahmen nicht helfen, sofort von Klasse und Schule ausschließen, aber nicht von Beschulung Eltern, Lehrer, Klassenlehrer, Schülersprecher, Rektoren und Schulpsychologen müssen Verantwortung für Klassenklima und Gewaltfreiheit übernehmen und sensibel für Gewaltausübungen sein. Das bedeutet insbesondere: Schulpflicht kontrollieren und durchsetzen rasche und deutliche Konsequenzen bei Gewalt und Kriminalität Opferschutz vor Täterschutz Trainings individuell angemessene Strafen von Täter-Opfer-Ausgleich über wohltätige Arbeit bis zu Heim und Haft Jugendzentren und Sozialarbeit
  • Wie sollte Strafe aussehen? Angemessene Bestrafung von Gewalttätern notwendig. Strafe im Rahmen sonst liebevoller Erziehung ist wirksam. Erziehungsgedanke bei Kindern und Jugendlichen sollte dennoch primär sein Strafe… wirkt vorbeugend wirkt bei Kindern besonders gut, wenn sie mit Begründung versehen ist muss konsistent über versch. Situationen und Personen und zeitnah zum Vergehen sein löst negative Gefühle und Reaktanz aus und belastet damit eine Beziehung Kann physisch oder psychisch sein
  • Welche Rolle spielen die Eltern bei der Förderung ethischen Verhaltens? Wichtig ist: Warme elterliche Zuwendung, induktiver, autoritativer Erziehungsstil konsistente Erziehung unterstützend und liebevoll (keine Feindseligkeit) Gebote und Verbote begründen auf positiv wirkende Freunde und positiv wirkendes Umfeld achten Eltern, die Erziehungsberatung oder –hilfen nötig haben, nehmen diese leider oft nicht an. Im Zweifelsfall müssen Kinder in andere, positive Umwelt.Die Kunst der Moralerziehung liegt nicht im Paradigma von Geboten und Verboten, sondern in einer dezenten Anregung normentsprechenden Handelns und einer Würdigung dieses Handelns als selbst gewählt, als autonom entschieden aus eigenem Bedürfnis und eigener Überzeugung.
  • Welche Ansichten zu Kindergarten und Vorschule gibt es? Kindergarten-Vorschul-Besuch mit fördernder Funktion: Erwerb von Schulfähigkeiten möglich Vorschulzeit als Bildungszeit? Bildungsinstitution oder sozialpädagogische Einrichtung? International unterschiedliche begriffliche und institutionelle Gegebenheiten: z.B.: in Frankreich verbindlicher Lehrplan vorgegeben oder in Ostasien wird Bildung schon vor Schulbeginn durch Eltern und Kindergärten begonnen
  • Was können wir aus US-Studien (P&A) zur vorschulischen Förderung lernen? Experimentelle Studien in bildungsfernen Familien zu Ein-bis fünfjährigen Vorschulförderprogrammen Ergebnisse: Intelligenz erhöht, Mittelfristig bessere Schulleistungen und besseres schulisches Verhalten, Langfristig „Verbürgerlichung“ Kritisch: Beleg der Förderlichkeit nur in bildungsfernen Familien und Spezielle Interventionsprogramme
  • Beschreibe den Aufbau des Perry-Preschool-Program (1962-1967, Ypsilanti, Michigan). Experimentelle Studie (n ca 115) mit Kontrollgruppe und randomisierter Zuteilung auf individueller Ebene Teilnehmer bildungsferner Herkunft und Kinder mit IQ zwischen 66 und 88 (alle afroamerikanischer Herkunft) Ein-bis zweijähirgesKindergartenprogramm: Vormittäglicher Kindergartenbesuch, Nachmittäglicher Besuch zu Hause durch Erzieher, Gruppentreffen der Eltern
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  • Was sind die Ergebnisse des Perry-Preschool-Program (1962-1967, Ypsilanti, Michigan) und was ergibt sich daraus? im Vorschulalter verbesserte sich die kognitive Entwicklung (IQ 95 vs. 83;) Leistungen in Schulleistungstests bis ins Jugendalter höher (14-Jährige: d=0,49) Schullaufbahnentwicklung war unproblematischer erreichter Schulabschluss höher (Highschool 67% vs. 49%) späterer Sozialhilfebezug war seltener (18% vs. 32%) Kriminalitätsrate gesenkt (Verhaftung 31% vs. 51%) Berufstätigkeitsrate gesteigert (50% vs. 32%) Einkommen erhöht (20% über 2.000 US-Dollar monatlich vs. 7%) Personen, die den Kindergarten besuchten, lebten gesundheitsbewusster und waren im Resultat auch gesünder Art der abhängigen Variablen wirtschaftswissenschaftlicher Provenienz zeigt hohe gesellschaftliche Relevanz auf Ergebnisse sind schwer zu generalisieren, bedürfen der Bestätigung durch andere Studien (im deutschsprachigen Raum wären neben bildungsfernen Familien Autochthoner insbesondere Migranten aus der Türkei zu fördern z.B.: 15jährige Schüler türkischer Herkunft in PISA-2003-Mathematik in Deutschland: IQ 82 bis 85) Annahme die sich draus zeigt: zentrale Fördereffekte laufen über Förderung der kognitiven Entwicklung und dann über proschulische Einstellungen und Verhalten sowie Schulleistung
  • Beschreibe den Aufbau des Abecedarian-Projektes. auch im Abecedarian-Projektnur Kinder aus Risikofamilien mit Ziel einer institutionalisierten Frühförderungsmaßnahme (Alleinerziehende, geringe Bildung, Sozialhilfebezug, 98% Afroamerikaner) Förderung begann kurz nach der Geburt Fünf Jahre, 50 Wochen im Jahr, ganztägig mit Kontrollgruppe, randomisiert
  • Was sind die Ergebnisse des Abecedarian-Projektes? kognitive Entwicklung bei Teilnehmern war verbessert (bei Dreijährigen 101 vs. 84, bei 14-Jährigen noch d=0,45, je nach Normierung IQ 95/90 vs. 90/85) IQ-Gewinne hielten länger als im Perry-Preschool-Projekt an die Schulleistungen wurden besser (d=0,42 und 0,39, Schnitt in Lesen und Mathematik in IQ-Skala 94 vs. 85) Kinder mussten seltener eine Klasse wiederholen (34% vs. 65%) die erreichten Schulabschlüsse waren höher es gab weniger Teenager-Schwangerschaften (26% vs. 45%) weniger Teilnehmer rauchten später (39% vs. 55%) und sie hatten seltener Konflikte mit dem Gesetz positive Effekte waren bis in das Erwachsenenalter nachweisbar
  • Beschreibe den Aufbau des Chicago-Child-Parent-Center-Program. Förderung benachteiligter (3-4jähriger) Kinder aus Problemfamilie neun Monate lang (zu Beginn) oder bis in die Schule hinein als Neunjährige (später) fünf Tage in der Woche, drei Stunden lang Zusätzlich spezielle sechswöchige Sommerferienprogramme Elternberatung und –förderung Kinder-Lehrer-Verhältnis im Kindergarten 25:2, in der Vorschule 17:2 (Standard 35:2)
  • Was sind die Ergebnisse des Chicago-Child-Parent-Center-Program? weniger Kinder benötigten eine Sonderbeschulung (15% vs. 25%) weniger blieben sitzen (23% vs. 38%) mehr erreichten einen High-School-Abschluss (50% vs. 39%) weniger oft Kindesmissbrauch (10% vs. 17%) oder Jugendkriminalität (13% vs. 20%)
  • Was ist die Kritik an den US-Programmen zur vorschulischen Förderung? belegten nur Förderlichkeit in bildungsfernen Familien sind nur als spezielle Interventionsprogramme effektiv Gibt es aber auch bei konventionellem Kindergartenbesuch positive Effekte?
  • Welche internationalen student assessment studies gibt es? IEA-Reading 1991 IAEP-II 1991 TIMSS 1995, 1999, 2003 and 2007 PISA 2000, 2003 and 2006 PIRLS 2001 and 2006 + intelligence test collection and standardisation (Lynn & Vanhanen, 2006; often less representativity)++ older student assessment studies from the sixties to the eighties (less quality)+++ studies about cognitive development in the tradition of Piaget (no tables)
  • Wie korrelieren assessment studies und Intelligenz? Correlations within the assessment studies and with results of intelligence test collections  are high (in mean r=.83-.88) g und Intelligenz .95 - 1
  • Welches sind die Länder die am höchsten und am schlechtesten im kulturellen Vergleich bzgl. der kognitiven Fähigkeiten abschneiden? am schlechtesten: Südafrika, Peru, Kongo (IQ: 63-75) am besten:Singapur, Hong Kong, Japan (IQ: 106-114) differences probably underestimated
  • Was sind mögliche Gründe für kulturelle Unterschiede bezüglich kognitiver Leistungen? Culture and especially religions as philosophies of life Genes Politics Geography Wealth Education