Psy1 (Fach) / Kognitionspsychologie 1 (Lektion)

In dieser Lektion befinden sich 39 Karteikarten

Wahrnehmung

Diese Lektion wurde von cheshirecat90 erstellt.

Lektion lernen

  • Definiere die drei Systeme der Wahrnehmung Sinnesphysiologie mit - Reizung der Sinne über Rezeptoren - Erregung des sensorischen Nervs - Integration des Erregungsmusters im ZNS   Psychologisches Wahrnehmungssystem (Sinneseindrücke und Empfindungen) mit Vorwissen   Sensomotorisches System    
  • Visuelle Agnosie Patient hat Idee von Gegenstand, erkennt ihn aber bei Präsentation nicht
  • Nenne die drei Zugänge zur Wahrnehmung Physiologie (Neuronen, Synapsen) Psychophysik (Verbindung von physikalischen Reizen und Sinneswahrnehmung) Kognitive Psychologie (Sprache, Denken, Erkenntnis)  
  • Welche Schwellen gibt es in der Psychophysik ? Absolute Schwelle: Minimale Reizgröße, die zu Empfindung führt Unterschiedsschwelle: Minimale Reizdifferenz, die zu einem gerade merklichen Unterschied der Empfindung führt in prozentualer Abhängigkeit vom Grundreiz  
  • Webersches Gesetz Stärke des eben merklichen Reizunterschieds / Stärke des Standardreizes = Weberkoeffizient
  • Welche drei Methoden gibt es zur Bestimmung absoluter Wahrnehmungsschwellen? Herstellungsverfahren: Testperson verändert Reiz so lange, bis sie ihn gerade noch entdecken kann (ungenau, Aufmerksamkeit gesichert) Grenzmethode: Reize werden in aufsteigender oder absteigender Reihenfolge präsentiert, Testperson beurteilt ob sie Reiz wahrnehmen kann (Vorsicht: Perseverationstendenz) Konstanzmethode: 5-9 Reize in zufälliger Reihenfolge, Testperson beurteilt, ob sie Reiz wahrnehmen kann oder nicht => psychometrische Funktion
  • Was ist das Größenschätzverfahren? Präsentation eines Ankerreizes mit Zuweisung eines Werts, Präsentation von Vergleichsreizen Testperson muss Vergleichsreizen Werte zuweisen
  • Stevensches Potenzgesetz Größenschätzung = Konstante * Reizstärke^n n=1: Wahrnehmung verläuft linear zur Intensität des Reizes n > 1 : progressiv, Wahrnehmungsintensität steigt schneller als zugehöriger Reiz (Spreizung der Antwortdimension) n < 1: degressiv, Wahrnehmungsintensität steigt schwächer als zugehöriger Reiz (Verdichtung der Antwortdimension)
  • Maus-Gesicht-Experiment Präsentation einer Mauszeichung oder Mannzeichung Präsentation einer Mann/Mauszeichung VPN sehen je nach vorheriger Darstellung entweder Mann oder Maus    
  • Priming Schema wird mit höherer Wahrscheinlichkeit aktiviert, wenn es vor kurzem präsentiert wurde oder in der Vergangenheit verwendet wurde
  • Experiment: Gipsabdruck von innen oder außen Ein Mensch hält eine frontale Ansicht einer Gipsmaske immer für eine Außenansicht, auch wenn er weiß, dass beide Anordnungen möglich sind
  • Bruner & Postman Experiment mit Skatkarten VPN soll Farbe der Skatkarten (rote Herz und Karo, hier auch schwarze Herz und Karo) benennen Haben Karten eine unübliche Färbung, so dauert die Überprüfung länger, da Voreinstellung falsifiziert werden muss
  • Nennen Sie die fünf Sinne Sehen Hören Fühlen (Tastsinn, Schmerz- und Temperatursinn, Propriozeptoin, Viszerozeption) Schmecken Riechen
  • Kamera und Auge Die Blende einer Kamera enspricht der Pupille des Auges   Kamera: Das vom Gegenstand reflektierte Licht fällt auf den photosensitiven Film   Auge: Auf der Netzhaut entsteht das Bild des zu sehenden Gegenstands um 180° gedreht (auf dem Kopf und seitenverkehrt)
  • Umkehrbrille von Köhler Bild trifft nicht um 180° gedreht auf der Netzhaut auf Nach 30 Tagen wird richtig rum wahrgenommen
  • Akkommodation Brennpunkt des Auges lässt sich so einstellen, dass das Bild scharf auf der Retina abgebildet wird Ringmuskel um die Linse kontrahiert => Linse ist gestaucht oder entspannt => Brennpunkt der Linse liegt genau auf Retina
  • Tiefenschärfe Je kleiner die Pupille (= das Loch der Lochkamera), um so schärfer der Gegenstand Bei wenig Licht wird die Pupille gestaucht
  • Weg des Lichts durch Retina Photorezeptoren Zapfen und Stäbchen bilden äußerste Schicht der Retina abgewandt vom Glaskörper Ganglienzellen müssen aus Glaskörper herausgeleitet werden => Versorgung der Sinneszellen mit Nährstoffen und Enzymen durch Pigmentepithel
  • Wahrnehmungsschwelle bei Sehen schon 1 Photon stimuliert einen Rezeptor 7 rezeptoren müssen stimuliert werden, um eine wahrnehmung auszulösen   von 100 photonen werden 40 an der augoberfläche, der linse und dem glaskörper reflektiert oder absorbiert. 7 der anderen 50 photonen werden von den sehpigmentmolekülen aufgenommen =>unwahrscheinlich, dass 2 photonen den gleichen rezeptor treffen => jedoch reizwahrnehmung  
  • verteilung von stäbchen und zapfen auf netzhaut komplette retina ist mit photorezeptoren bestückt, nur blinder fleck nicht (durchgangskanal der gangliennervenzellfasern) fovea enthält nur zapfen, die relativ zu den stäbchen weniger werden, je weiter man von der fovea weggeht
  • wie blind ist der blinde fleck? informationen werden aus beiden augen wahrgenommen gehirn schließt von umgebungsinformation auf muster und blendet diese statt einem loch ein  
  • visueller Hauptpfad Rezeptorneuronen in Retina elektrische Signale Ganglienzellen zu hinterem Augenteil durch Sehnerv, der aus Axonen der Ganglienzellen besteht nasale Teile der Nervenfasern (Sehbahn) kreuzen sich im chiasma opticum und ziehen in die entgegengesetzte Hirnhälfte 10 % Colliculi superiores : Kontrolle der Augenbewegungen 90 % Corpus geniculatum laterale => sehstrahlung führt zum visuellen Cortex  
  • Corpus geniculatum laterale retinotope verteilung der zellen (information wird bildgetreu im visuellen cortex abgebildet, topologie der retina-info bleibt erhalten) ventrale schichten: magnozelluläre schichten => Input von M-Ganglienzellen der Retina für Bewegung (10%) dorsale schichten: parvozelluläre schichten => Input von P-Ganglienzellen für Farbe Tiefe Textur und Form   Input von Schicht 1 4 6 vom contralateralen Auge Input von Schicht 2 3 5 vom ipsilateralen Auge
  • kortikale strukturen des visuellen systems primärer visuellen Cortex (area striata) retinotop 1.5 mio axone von cgl treffen in schicht 4 der sehrinde ein und verteilen sich dort
  • Nennen sie zellarten bei rezeptiven feldern ganglienzellen einfache zellen des cortex komplexe zellen des cortex endinhibierte Zellen
  • Wie ist das rezeptive Feld der Ganglienzelle beschaffen? Zapfen (5 mio) Stäbchen (120 mio) Sehnerv besteht aus 1 mio ganglienzellen: info vieler sehzellen wird zusammengeschaltet on-zentrum neuron und off-zentrum-neuron - felder durch konvergenz- und hemmungswirkung einzelner rezeptorzellen auf die ganglienzelle   on-zentrum-neuron: kreisinneres wird stimuliert, kreisäußeres wird gehemmt neuron feuert maximal, wenn zentrum komplett stimuliert ist   off-zentrum-neuron: kreisäußeres wird stimuliert, kreisinneres wird gehemmt  
  • Wie ist das rezeptive Feld der einfachen Zellen des Cortex beschaffen? Rezeptive Felder sind nebeneinander angeordnet Einfache Zellen reagieren auf in eine bestimmte Richtung orientierten Lichtstreifen Stärkste Reizantwort, wenn Streifen parallel zur Ausrichtung des rezeptiven Feldes orientiert ist und keine hemmenden Rezeptoren stimuliert Ist streifen senkrecht zu rezeptivem feld, erfolgt keine reizantwort
  • Wie ist das rezeptive Feld einer komplexen Zelle beschaffen? Richtig ausgerichteter Lichtstreifen bewegt sich quer über das gesamte rezeptive Feld
  • Wie ist das rezeptive Feld einer endinhibierten Zelle beschaffen? Feuern auf sich bewegende Linien, Ecken, Winkel, Feuern nicht, wenn reiz zu lang wird
  • Hypersäulen des visuellen Cortex Positionssäulen: Cortexneuronen sind retinotop, ihre Positionen stimmen mit den Positionen ihrer rezeptiven Felder auf der Netzhaut überein   Orientierungssäulen: Komplexe Zellen konstruieren sich durch den Input mehrerer einfacher Zellen mit derselben orientierungspräferenz endinhibierte Zellen konstruieren sich durch den Input mehrerer komplexer Zellen mit derselben orientierungspräferenz   Augendominanzsäulen: 80% der Neurone reagieren auf Reizung beider Augen, viele Zellen sprechen jedoch auf ein Auge besser als auf das andere an  
  • Extrasitäre Bahn vom visuellen cortex zieht eine nervenbahn in den Temporallappen (temporale Bahn): "Was"-Bahn zur Objektwahrnehmung in den Parietallappen (parietale Bahn): "Wo"-Bahn zur Ortsbestimmung von Gegenständen und der auf die Gegenstände gerichteten eigenen Aktion    
  • Beeinträchtigung der ventralen Bahn: Symptome Keine Identifikation von Strichzeichnungen einfacher Objekte => Abzeichnen einfacher Objekte nicht möglich => aus dem Gedächtnis zeichnen einfacher Objekte möglich   Orientierung einer Karte in Richtung eines Schlitzes nicht möglich! Karte kann in Schlitz gesteckt werden!   visuell motorische Wahrnehmung ist intakt, Wahrnehmung und Vergleich visueller Orientierung nicht möglich!  
  • Beeinträchtigung der dorsalen Bahn: Symptome Bewegung kann nicht mehr flüssig wahrgenommen werden Läsion lässt Bereiche des Sehfeldes erblinden => Patient zeigt jedoch überzufällig exakt auf einen Punkt
  • Bindungsproblem: Wie werden Bewegung, Form, Farbe und Ort zu einem Ganzen verbunden? Großmutterzelle: Eine Erinnerung ist in einer einzigen Zelle gespeichert => Merkmalsdetektoren verzweigen ihre Informationen, sodass die Merkmalskonstellatoinen von anderen Detektoren erkannt werden Synchrone Zellverbände: Objekte werden durch Neuronengruppen repräsentiert, die gemeinsam aktiviert werden
  • Wie funktioniert die Dunkeadaptionskurve? Verkleinerung der Pupille Zapfen adaptieren an Dunkelheit ( stark in den ersten vier Minuten, dann schwächer) Stäbchen sind nach 40 Minuten vollständig adaptiert Knick an der Stelle, an der Stäbchen empfindlicher werden als Zapfen => Kohlrauschknick    
  • Wellenlänge des sichtbaren Lichts sichtbares Licht liegt mit 10 ^-6 Metern 400-700 nm zwischen ultraviolettem und infrarotem Licht  
  • Purkinjephänomen Rote Gegenstände werden nachts dunkler wahrgenommen als blaue Gegenstände, obwohl dies tagsüber anders ist   Stäbchen und Zapfen nehmen Wellenlängen des Lichts unterschiedlich hell wahr Zapfen sind bei 580 nm am empfindlichsten=> gelb ist hellste Farbe stäbchen bei 470 nm am empfindlichsten => hellblazu ist hellste Farbe
  • Warum sind nachts Stäbchen wichtiger als Zapfen? Stäbchen konvergieren stark mit Ganglienzellen =>   Eine Ganglienzelle empfängt Info nur von einem Zapfen (Exklusivleitung von Zapfen zu CGL) Stäbchen sind untereinander stärker vernetzt => Ganglienzellen, an der viele Stäbchen andocken, erreichen die Minimalschwelle auch, wenn auf den Rezeptor wenig Licht fällt
  • Räumliches Auflösungsvermögen bei Zapfen und Stäbchen Stäbchen konvergieren stärker mit Ganglienzellen als Zapfen: höhere Lichtempfindlichkeit, niedrige Auflösung Fovea enthält nur Zapfen mit Exklusivleitung => Stelle des schärfsten Sehens