Einführung in die Psychologie (Fach) / Entwicklung (Lektion)

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Diese Lektion wurde von Natschooo1992 erstellt.

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  • Anlage und Umwelt Entwicklung wird durch eine Wechselwirkung von Anlage und Umwelt bestimmt. Das bedeutet: genetische Einflüsse legen das Verhalten nur bis zu einem gewissen Grad fest. Beispiel: Die Reifung des Gehirns ist genetisch festgelegt. In einer ungünstigen Umgebung können diese Reifungsprozesse aber gestört oder gefördert werden(zB durch Reizdeprivation im frühen Kindesalter, durch soziale Kontakte in der Kita) Weitere Beispiele: Wenn Kinder in Umgebungen aufwachsen in denen viel mit ihnen gesprochen wird, lernen sie das Sprechen schneller(nicht notwendigerweise besser). Wenn sie in einer Umgebuch aufwachsen, in der die Fortbewegung erschwert ist(zB im dichten Urwald) lernen sie das Laufen später
  • Wie verläuft die Entwicklung? Entwicklungsstufen:Jede Stufe wird von einem ganz bestimmten Verhalten dominiertStufen müssen in einer bestimmten Reihenfolge durchlaufen werdenKritische Phasen:Begrenzte Zeitabschnitte, in denen bestimmte Entwicklungsschritte erfolgreich absolviert werden müssenSensible Phasen:Zeitabschnitte, die für bestimmte Entwicklungsschritte besonders wichtig oder günstig sind
  • Die Grundausstattung Neugeborenen verfügen über eine Reihe von Reflexen(Atmen, Schlucken, Sreireflex, Greifreflex, Orientierungsreaktion).Die ersten Lernerfahrungen werden bereits im Mutterleib gemacht(zB die Stimme der Mutter hören).Verblüffend: Neugeborenen können Gesichtsausdrücke imitieren, zB Lächeln. Diese Fähigkeit verschwindet in der weiteren Entwicklung wieder(ebenso wie einige Reflexe). Erst ältere Babys zeigen ein echtes soziales Lächeln(mit ca. 2 Monaten)
  • Sehen bei Neugeborenen Methode des preferenial looking:Babys schauen häufiger auf neue als auf alte Reize. Auf diese Weise kann man herausfinden, ob sie einen neuen Reiz von einem alten unterscheiden können. Ähnliche Methode: Nuckelrate messen.Neugeborene sind sehr kurzsichtig und können oft ihre Blickachsen nicht koordinieren(Schielen). Sie schauen aber ständig umher und bevorzugen komplexe Reize(auch Gesichter). Das Gesicht der Mutter wird schon früh präferiert. Fotos der Mutter können aber erst mit drei Monaten erkannt werden.
  • Visuelle Klippe(Gibson und Walk) Fast alle Kinder im Krabbelalter vermeiden es, über einen scheinbaren Abgrund zu krabbeln, selbst wenn die Mutter am anderen Ende das Kind ermutigt.Zeigt, das sich auch relativ junge Kinder auf visuelle Tiefenwahrnehmung stützen können.
  • Hören bei Neugeborenen Neugeborene drehen den Kopf reflexhadt einer Geräuschquelle zu.(Dieser Reflex verschwindet bald wieder). Sie können menschliche Stimmen von anderen Lauten unterscheiden. Sie ziehen die Stimme der Mutter unter anderen weiblichen Stimmen vor(aber die Stimme des Vaters nicht anderen männlichen Stimmen).Babys können Phoneme wie ba und pa besser unterscheiden als Erwachsene; die Unterscheidungsfähigkieit für Phoneme, die nicht zur Muttersprache gehören, verschwindet mit ca 6 MonatenBabys sind sprachliche Universalgenies: sie können die Phoneme aller menschlichen Sprachen unterscheiden. Später verlernen sie die Unterscheidung irrelevanter Phoneme.
  • Gedächtnis bei Babys Operantes Konditionieren bei Neugeborenen: Kopf in Abhängigkeit eines Tons nach links oder rechts drehen, um Saft zu bekommenDrei Monate: Babys können sich merken, wie man eine Mobile bewegt.Verblüffend: Neugeborene können offenbar zwischen alternativen Fassungen einer Geschichte unterscheiden, die die Mutter in den letzten sechs Wochen der Schwangerschaft vorlas.
  • Motorische Entwicklung Die Entwicklung erfolgt zwar in einer bestimmten Abfolge von Schritten, aber es gibt große Variabilität im Zeitverlauf!Spät erfolgende Entwicklungsschritte weisen daher nicht unbedingt auf Entwicklungsprobleme hin. Wenn ein Kind zum Beispiel das Po-Rutschen perfektioniert hat, wird es vielleicht später mit dem Laufen beginnen.
  • Frühe Stufen des Spracherwerbs Achtung: Der zeitliche Verlauf ist sehr variabel!1. Lallphase(2M): Laute entstehen durch zufällige Muskelbewegungen.2. Lallphase(6M): Silbenketten wie dada, Entwicklung von ProsodieBewusste Steuerung(9M): sinnvolle Doppelsilben wie MamaErste Wortkonzepte(9M): kontextgebundenes WortverständnisErste Wortäußerungen(10M): Protowörter wie Wauwau, Wortschatz von ca 60 WörternWortschatzexplosion(18M): Wortschatz von ca 200 Wörtern, Zweiwortsätze(mein Ball), Fragesätze. Funktionswörter fehlen noch.Danach Erwerb von sytaktischen Strukturen, längere Sätze, Übergeneralisation von Regeln(zB Bilden des Partizips mit -te auf unregelmäßige Verben)
  • Jean Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung Schemata: Implizite Theorien über Funktionszusammenhämge in der physikalischen nd der sozialen Welt. Betreffen auch die Funktionen des eigenen Körpers zB das GreifenAssimilation: neue Erfahrungen werden mit Hilfe des Schemas in einen Verständniszusammenhang gebrachtAkkomodation: das Schema wird angepasst, so dass es besser zu neuen Informationen passtBeispiel Greifschema: Alle möglichen Objekte werden ergriffen, sie werden also an ein bestehendes motorisches Schema assimiliert. Das Greifen wird immer sicherer und lässt sich auf immer mehr Objekte anwenden, weil das Greifschema akkomodiert wird.
  • Piagets Stufentheorie 1. Sensumotorische Stufe: Entwicklungsaufgabe: Beziehungen zwischen Handlungen und Konsequenzen herstellenBeispiele: Greifen, Laufen, SprechenEndet mit dem Erwerb der Objektpermanenz: Objekte bleiben bestehen, auch wenn man sie für kurze Zeit nicht sieht.2. Präoperationale Stufe: Kinder verstehen zwar schon viele abstrakte Konzepte; sie machne aber charakteristische Fehler bei der Anwendung kognitiver Operationen.Egozentrismu: Kinder können noch nicht die Perspektive anderer übernehmen.Keine Mengeninvarianz: Dreijährige verstehen nicht, dass sich die Wassermenge nicht ändert, wenn man das Wasser in ein anders geformtes Gefäß umgießt, oder dass Spielsteine nicht mehr werden, wenn man aus ihnen eine längere Reihe legt.3. Konkrete Operationen: Kinder beherrschen Erhaltungskonzepte(Menge, Anzahl), aber abstrakte Begriffe stehen noch stark in Verbindung mit konkreten, sensorisch erfahrbaren Objekten4. Formale Operationen: Hantieren mit rein formalen, symbolischen, auch logischen Begriffen. Beispiel: Planvolles, systematisches Experimentieren und Problemlösen. Wird angeblich nicht von allen Erwachsenen erreicht.
  • Stimmt Piagets Theorie? Piaget hat die Fähigkeiten kleiner Kinder vermutlich unterschätzt. Viele Befunde hängen von der Art des Versuchsmaterials ab.Beispiel: Schon viermonatige Babys zeigen Objektpermanenz in einer Aufgabe, die keine Ansprüche ans Gedächtnis stellt. Sie reagieren auf physikalisch unmögliche Vorgänge mit Überraschung.Transferprobleme: Konstanz der Anzahl funktioniert manchmal besser mit Schokoladenstückchen als mit Spielsteinen. Straßenkinder können in der Schule scheinbar schlecht rechnen, sind aber auf der Straße geschickte Händler.Eine Stufenfolge in ganz strenger Form gibt es wohl nicht; Kinder sind in unterschiedlichen Teilgebieten unterschiedlich weit
  • Theory of mind Metakognition: Kognition über Ablauf und Inhalt von DenkprozessenTheory of mind: Wissen über grundlegende mentale Zustände(Wünsche, Absichten, Bedürfnisse, Wissen..) bei sich und anderen. Grundlage für die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme:Fehlen einer Theory of Mind könnte ein Hauptmerkmal von Autismus sein: Kinder interessieren sich nicht für das Innenleben anderer Personen und haben auch keinen Zugang dazu.
  • Entwicklung moralischer Urteilsfähigkeit(Kohlberg) Präkonventionelle Moral: Was ist für mich drin?Stufe 1: BestrafungsorientierungStufe 2: Belohnungsorientierung, quid pro quoKonventionelle Moral: Was denken die anderen?Stufe 3: Braves-Kind-Orientierung, KonformitätStufe 4: Autoritätsorientierung; Orientierung an Gesetzen und SchuldgefühlenPostkonventionelle Moral: Was ist richtig?Stufe 5: Orientierung am sozialen Vertrag, am öffentlichen Wohl, an Selbstachtung und Achtung durch AndereStufe 6: Orientierung an ethischen Prinzipien
  • Temperament und frühes Sozialverhalten Bereits Säuglinge zeigen deutliche Unterschiede im Temperament(ihren vorherrschenden Launen und Stimmungen). Diese Eigenschaften erlauben aber nur sehr begrenzte Voraussagen über Persönlichkeitseigenschaften im Jugendalter.3 oder 4 Monate: bestimmte Personen werden bevorzugt. Ab 8Monat häufig Fremdelreaktionen. Wenn die Mutter den Raum verlässt, kommt es zu Stressreaktionn: Maximum im 15.Monat, Ausprägung  stark kulturabhängigAls sicher gilt: Die Kinder prägen die Umwelt(einschließlich ihrer Eltern), die Umwelt prägt wiederum die Kinder. Diese dynamischen Wechselwirkungen sind wichtiger als zB genetische Faktoren. Zwillinge sind sich  weniger ähnlich im Temperament als gemeinsam aufgewachsene Stiefgeschwister.
  • Bindung: Strange Situation Ainsworth Bindungstypen(relativ stabil über einige Jahre):1. sicher gebundene Kinder: suchen Interaktion, wenn die Mutter zurückkommt.2. Unsicher-vermeidend gebundene Kinder: vermeiden den Kontakt, wenn die Mutter zurückkommt3. Unsicher-ambivalent gebundene Kinder: widersetzen sich der Mutter, wenn sie zurückkommt4.Möglicherweise Restkategorie: Desorganisiert-gebundene Kinder.Alternativ dazu gibt es auch kontinuierliche Bindungsmaße.
  • Charakteristika der Mütter Mütter von sicher gebundenen Kindern gehen besonders stark auf das Kind ein.Mütter von unsicher gebundenen Kindern sind ambivalenter, reagieren manchmal auf das Kind und manchmal nicht.Aber: Auch hier gibt es eine Wechselwirkung zwischen dem Verhalten "umgänglicher" und "schwieriger" Kinder und den Reaktionen der Mütter. Der Erziehungsstil der Mutter muss nicht einseitig das Verhalten des Kindes bestimmen.Allerdigs: Man kann das Verhalten des Kindes besser aus dem Verhalten der Mutter vorhersagen als umgekehrt.
  • Geschlechtsidentität Gefühl der Zugehörigkeit zum männlichen oder weiblichen Geschlecht.Geschlechtstypisierung: Erwerb von Eigenschaften und Verhaltensweisen, die eine Kultur für geschlechtsangemessen hält. Kann mit Geschlechtsidentität kollidieren.Allerdings: Die Unterteilung in zwei biologische Geschlechter ist eine Vereinfachung. Genetisch männliche Kinder können sich zB wie Mädchen entwickeln, wenn Rezeptoren für männliche Geschlechtshormone fehlen.
  • Erwerb der Geschlechtsidentität Soziale Lerntheorie: Verstärkungen und Bestrafungen für geschlechtsangemessenes Verhalten, Imitation des Verhaltens ErwachsenerGeschlechterschema: umfasst Überzeugungen und Einstellungen zu den Geschlechtern-Eltern greifen gezielt in geschlehchtsrelevante Verhaltensweisen ein, bei Jungen stärker als bei Mädchen-Andere Kinder setzen Geschlechterschemata noch unerbittlicher durch; 5-9 jährige sind besonders sexistisch
  • Erziehungsstile autoritativ: viel Wärme und Zuneigung, viel Lenkungautoritär: wenig Wärme und Zuneigung, viel Lenkungvernachlässigend: wenig Wärme und Zuneigung, wenig Lenkungpermissiv: viel Wärme und Zuneigung, wenig LenkungAutoritative Erziehungsstile: wurden von den meisten Pädagogen und Psychologen als empfehlenswert angesehen. Autoritative Eltern formulieren klare Erwartungen an ihre Kinder, geben aber auch ein hohes Maß an Wärme und Zuneigung.kinder von autoritativen Eltern entwickeln im Jugendalter seltener schwere Verhaltensauffälligkeiten, haben als Erwachsene ein besseres Verhältnis zu ihren Eltern.
  • Entwicklung der Identität Formen der Identitätsentwicklung(Marcia)Erarbeitete IdentitätÜbernommene Identität(meist vonden Eltern)Diffuse Identität(Rollendiffusion)Moratorium(mitten in der Identitätssuche)Eriksen: Jugendliche geraten in eine Identitätskrise, die Ausdruck einer normalen Entwicklung ist. Diese Krise muss bis zum frühen Erwachsenenalter überwunden werden, sonst bleibt es bei einer diffusen Identität.
  • Das Jugendalter: Sturm und Drang? Die Pubertät stellt die Jugendlichen vor neue Herausforderungen: Umgang mit körperlichen Veränderungen, neuen Freiheiten und Regulationen, Liebe und Sexualität.Jugendliche ziehen sich häufig von den Eltern zurück, vor allem von sehr autoritären oder sehr permissiven Eltern. Daurauf folgt aber meistens eine Wiederannäherung auf neuer, egalitärer Grundlage.Viele Jugendliche experimentieren mit problematischen Verhaltensweisen. Für die meisten nimmt die Entwicklung aber keinen problematischen Verlauf. Viele dieser Probleme sind eine direkte Folge der vielen neuen Entwicklungsaufgaben.Allerdings:Probleme im frühen Erwachsenenalter werden durch Problemeim Jugendalter vorhergesagt.