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Geschichte (Fach) / Karl der Große (Lektion)

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  • Aufstieg der Karolinger Das Reich, in dem Karl seine Herrschaft antritt, ist das Ergebnis der jahrhundertelangen Bemühungen der fränkischen Könige, ihre Herrschaft über umwohnende Germanenstämme und über das von den Kelten und Römern besiedelte Gallien auszudehnen. Karls Großvater Karl Martell besiegt mit seinen Reiterheer 732 die Araber in der Schlacht von Poitiers. Damit wendet er die Gefahr einer arabischen Eroberung von Mitteleuropa ab. Dadurch erlangt er mehr Ansehen als die tegierenden Frankenkönige, die Merowinger. Sein Sohn Pippin setzt mit Zustimmung des Papstes den letzten Merowinger ab, schert ihm die langen Haare und steckt ihn in ein Kloster. Dafür unterstützt er den Papst gegen die Langobarden und schenkt dem Papst Gebiete in Mittelitatlien. "Pippinische Schenkung", Grundlage des Kirchenstaates.
  • Karl erbt ein Reich mit vielen Problemen die christianischen Franken fielen in barbarische Gebräuche zurück und vernachlässigten die erworbene Bildung und Religion. Mitteleuropa hatte allmählich den Fernhandel mit dem Mittelmeerraum aufgegeben und war kulturell und wirtschaftlich von den blühenden Zivilisationen des byzantinischen und arabischen Raums isoliert. die Sachsen wiedersetzten sich der Christianisierung. röm.-kath. Kirche stritten mit den Langobarden um Einfluss, Besitz und Macht auf der Apeninnen-Halbinsel. im Osten fielen die räuberischen Reiterhorden der Awaren ein. Europa war in Aufruhr und der Bestand des Frankenreiches schien bedroht. Karl I. war offenbar von Anfang an zu einer Neuordnung der Verhältnisse in Westeuropa entschlossen und scheute sich während der Zeit bis 800 nicht, an den unterschiedlichsten Fronten gleichzeitig zu kämpfen.
  • Welche Eroberungen fügt Karl seinem Reich hinzu? Karl unterwarf ab 772 die noch heidnischen Sachsen in den 32 Jahren dauernden Sachsenkriegen. Die Eroberung der einzelnen Stämme und die damit verbundenen Zwangschristianisierung wurden mit größter Härte geführt. Bayern entzoge er die Autonomie, inde er den Herzog Tassilo (III.) 788 absetzte. Zuletzt schwächt er 796 die immer wieder aus dem Osten aindringenden Awaren durch die Eroberung ihres Schatzes und ihres Hauptlagers.
  • Wie sichert Karl sein Reich? Die Grenzen werden durch Markgrafschaften geschützt. Zur Erfüllung ihrer risikoreichen Aufgaben erhielten die Markgrafen Grenzgebieten vom König direkt als Lehen. Die Markgrafen hatten gegenüber den normalen Grafen besondere Befugnisse. So hatten sie den Heerbann und die Hohe Gerichtsbarkeit inne. Wehrhafte Bauern wurden im ganzen Frankenreich zur Ansiedlung in den Marken angeworben. sodass die Markgrafen mancherorts beträchtliche Heere (Heerbann) selbst aufbieten konnten.
  • Keine Hauptstadt, sondern Pfalzen (große Gutshöfen) Aus Mangel an Infrastruktur und Kommunikationsmitteln war die Macht des feudalen Adels, der die Grafenämter bekleidete, sehr groß und schwer zu kontrollieren. Daher war Karl ständig auf Reisen durch sein Reichsgebiet und rastete auf königlichen Pfalzen und Höfen, um vor Ort Recht zu sprechen und Gesandte zu empfangen. Karls Lieblingspfalz war Aachen.  Karl wurde damit zum Vorbild des Wander- oder Reisekönigstum des Mittelalters.
  • Die Erneuerung der Idee vom römischen Reich Das Jaht 800 stellte den Höhenpunkt Karls des Großen dar. Erneut bat der Papst (Leo III.) einen Karolinger um Hilfe, nun nicht mehr gegen die Langobarden, sondern gegen eine Verschwörung des römischenStadtadels. Beim anschließenden Weihnachtsgottesdienst krönte der Papst Karl zum Kaiser nach byzantinischem Ritus. Durch diesen Akt wurde das mittelalterliche Kaisertum im Mitteleuropa begründet. Der Past schloss sich dem westlichen Herrscher an. Karl machte von seinem Kaisertitel zurückhaltenden Gebrauch, er wollte keine Provokation des oströmischen Kaisers. (Papst setzt sich über den Kaiser => Machtkampf.
  • Die Hofschule Karls in Aachen hatte zum Ziel Überlieferung von Werken der Antike und der Kirchenväter Liturgische Texte, Evangelien Geschichtsschreibung Schaffung einer Schrift, Karolingische Minuskel Pflege von Buchmalerei, Kunsthandwerk und Baukunst nach byzantinischen Vorbildern Förderung von Kloster- und Dorfschulen
  • Gesellschaftsordnung des Hochmittelalters Das Reich Karls des Großen wurde unter seinen Enkeln bereits geteilt. Ab nun bilden Frankreich und Deutschland zwei getrennte Staaten. ( Westfränkisches, ostfränkisches Reich). Um 1000 n. Chr. umfasst das Ostfränkische Reich etwa das Gebiet des heutigen Deutschland, Österreichs und Italiens bis etwas südlich Roms. Bedeutende Herrscher, die das Reich wieder stabilisieren, sind die sächsischen Ottonen.
  • Otto I., „Der Große“ (936-973),macht das Ostfränkische Reich zum bedeutendsten in Europa. Seine Leistungen:• Sicherung der Ostgrenzen gegen die kriegerischen Ungarn und Slawen. Dafür werden Grenzmarken angelegt, (Entstehung Österreichs, 976 Belehnung der Babenberger mit der Grenzmark an der Donau, 996 „Ostarrichi“ ).• Ungarn werden sesshaft, Ende der Einfälle im Reich• Sicherung der eroberten Gebiete auch durch Missionierung. Slawen werden christianisiert.• Unter Otto II. und Otto III. Bistümer in Tschechien, Polen, Ungarn. Damit Bindung dieser Gebiete an römisch-katholischen und mitteleuropäischen Kulturkreis.Der Feudalismus ist die politische Ordnung des Hochmittelalters.
  • Der König bildet die Spitze des mittelalterlichen Staatswesens. Seine Macht gründet er auf dem „Heil“, das ihm von Gott verliehen ist und das sich im Sieg auf dem Schlachtfeld erweist. Daher ist die Krönung immer auch mit religiösen Ritualen verbunden, z.B. der Salbung mit geweihtem Öl, dem Chrisam, durch einen Bischof. Die deutschen Kaiser sahen sich als von Christus erwählt und eingesetzt. Der Papst, der Otto I. zum Kaiser krönt, vollziehe nur Gottes Wille auf Erden. Aus päpstlicher Perspektive war der Papst als Vertreter Gottes über dem Kaiser stehend. Reichsinsignien: Krone und Schwert ( vgl. Bild S 78)
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  • Das Feudalsystem: Die Herrschaft des Königs sichert seine Gefolgschaft. Die ganze Gesellschaft ist durch das Lehenswesen gegliedert. Oberster Lehensherr ist der König. Er vergibt Lehen an seine Fürsten, auch an geistliche Würdenträger. Bei der Belehnung sprechen sowohl der Lehensherr als auch der Vasall einen Lehenseid. (Buch S 70). Schutz und Schirm verspricht der Mächtigere, Rat und (Waffen-) Hilfe der Vasall.So wurden Herzogtümer, Ämter, Rechte und Stellen bei Hof vergeben, auch Münz- und Zollrechte, aber auch Bistümer, Abteien und Klöster. (Reichskirchensystem). Der König band auf diese Weise Adelsgeschlechter an sich und hatte auch großen Einfluss auf die Kirchenpolitik im Reich.(Über diesen Machtkonflikt entbrannte im Jahr 1075 der sogenannte Investiturstreit zwischen dem deutschen Kaiser Heinrich IV. und dem reformerischen Papst Gregor VII., gegenseitig Bann und Absetzung, Bußgang Heinrichs nach Canossa, Wiederaufnahme in die Kirche.)Adelige belehnten nach denselben Prinzipien Aftervasallen mit Land. Durch das Lehenswesen gibt es auch keine Staatsgrenzen im heutigen Sinn. Der Herzog von Burgund z.B. ist Vasall des dt. wie auch des frz. Königs. Werden Lehen anfänglich nur an den jeweiligen Vasall vergeben, so werden viele Lehen allmählich erbliches Recht. Das schwächt die Macht des Königs. Auch aus diesem Grund stützt sich der Kaiser auf sein Reichskirchensystem.
  • Wieso nennt man diese Staatsordnung Personenverbandsstaat? Die mittelalterliche Gesellschaft weist bis ins Spätmittelalter eine Gliederung in drei Stände auf. Man hielt diese Ständeordnung für gottgewollt. Haartracht und Kleidung hatten „anständig“ zu sein. Lange Haare und farbige Kleidung aus feinen Stoffen waren den Adeligen vorbehalten.
  • Bauern: Etwa 90% der Menschen waren Bauern. Um 1050 ernährten diese Bauern die etwa 46 Mio Einwohner Europas. Um 1300 73 Mio Menschen. Dazwischen liegt eine Revolution in der Landwirtschaft.1. Räderpflug mit Streichblech zur Anhebung der Erde.2. Modernes Geschirr für Ochsen und Pferde, hebt die Zugkraft der Tiere enorm.3. Hufeisen4. 4-rädrige Karren5. Zunehmend Eisen für Pflugschar u.a. Geräte6. Neu: Egge (Zerkleinern der Erdbrocken des Ackerlandes)7. (Seit Karolingerzeit) Umstieg von Zweifelder- auf Dreifelderwirtschaft (Buch S 70).8. Vergrößerung der Anbauflächen. Binnenkolonisation: Neue Siedlungen durch Rodungen von Wäldern: Ortsnamen auf -reith, -ried, - holz, -schlag, -scheid, -wald. 9. Deutsche Ostkolonisation: Slawische und ungarische Fürsten holen deutsche Bauern und Handwerker zur Urbarmachung ihres Landes nach Polen, Böhmen, Ungarn. Im Frühmittelalter gibt es viele freie Bauern, die Eigenherrn und Grundbesitzer sind. Darüber hinaus haben sie nach german. Sitte das Recht, Dorfwald, Teich, Wiesen und Bäche gemeinsam zu nutzen = Allmende. Durch häufige Kriegsdienste verarmt. Viele Bauern müssen sich einem Herrn unterstellen, auch einem Kloster, Grund als Lehen, dafür Abgaben und Frondienste. Grunduntertänigkeit der Bauern entsteht. Der Grundherr schützte seine Bauern von den Übergriffen anderer Mächtiger.
  • Adelige: Symbol: Pferd und Schwert Einige hundert Familien stellen im ganzen europäischen Raum den Hochadel, der miteinander durch Heiraten verwandt ist.In den niederen Adel stiegen seit dem 9.Jh. bewaffnete freie Bauern auf, die sich in den Kämpfen bewährten, seit dem 11. Jh. aber zunehmend Ministerialen, d.h. Unfreie, die für Verwaltungsaufgaben im Dienst von Hochadeligen standen.
  • Rittertum: Hoher Adel und niederer Adel sahen sich seit dem 12. Jh. den Idealen des Rittertums verpflichtet. (Milde, Mäßigung, Kontrolle der eigenen Streitlust, gottgefälliges Leben).Zumindest in der Dichtung der damaligen Zeit, den Ritterepen rund um König Artus und die Ritter der Tafelrunde. In der Realität: Raubzüge, Fehden, lebensgefährliche Turniere. Lebensqualität auf den vielen ganz einfach gebauten Burgen meist sehr spartanisch. Höfisches Leben, Turniere, Vortrag von Dichtern nur auf wenigen reichen Burgen.Um die ewigen Fehden untereinander einzudämmen drohte die Kirche bei ungerechtfertigten Angriffen mit dem Kirchenbann. (Ritter von Sakramenten ausgeschlossen, seine Vasallen vom Treueeid entbunden). Ausbildung zum Ritter begann mit 7 Jahren. Page, Knappe, mit 14 Schwertleite, Ritterschlag als religiöses und höfisches Ritual. Die extrem teure Rüstung musste selbst bezahlt werden, sodass seit dem 13. Jh. zunehmend bezahlte Landsknechte und Söldner die Ritter im Heer ersetzten.
  • Ein neues Ziel, dass Kampfeslust und Religiosität vereinte, fanden dieRitter in den Kreuzzügen ins Heilige Land Als immer größere Teile seines Reichs von den islamischen türkischen Seldschuken erobert wurden, bat der oström. Kaiser den Westen um Hilfe. Dabei wurde die Lage der Christen unter der Seldschukenherrschaft als weitaus bedrückender dargestellt, als sie real war. Christentum war toleriert, Christen hatten aber Steuern zu leisten, da sie nicht Heeresdienst leisten durften.PapstUrban II. rief die europäischen Ritter zum Kreuzzug ins Heilige Land auf. Die Gelegenheit für einen solchen Aufruf war günstig. Das 11. Jahrhundert war geprägt von starker Religiosität in weiten Teilen der Bevölkerung und Angst vor dem drohenden Ende der Welt. Wallfahrten und Pilgerzüge zum heiligen Grab, als Möglichkeit der Buße und für den Sündenablass, erlebten einen großen Aufschwung, wobei selbstverständlich auch als starker Antrieb mitspielte, die heiligsten christlichen Stätten zurückzuerobern. Zudem gab es vor allem im niederen Adel vieler Regionen Europas zahlreiche Söhne, die nichts oder nur sehr geringe Besitzungen erbten und deshalb ein großes Interesse an einem Kriegszug zum Erwerb von Schätzen und Ländereien hatten. In sieben Kreuzzügen( 1096-1270) wälzten sich Ströme aus Rittern und religiös Begeisterten , aber auch Abenteurern und Gaunern gegen Süden. Begleitet waren die Kreuzzüge oft von Judenpogromen in Frankreich und Deutschland. Eroberung Jerusalems und Massaker unter der arabischen und jüdischen, aber auch christl. Bevölkerung! (Kopten). Christl. Königreich Jerusalem wird errichtet und für etwa 100 Jahre gehalten. Letzte christliche Stützpunkte im Heiligen Land fallen 1291. Kreuzfahrerstützpunkte in Malta, Rhodos, Zypern. Deutscher Ritterorden gegründet. Lazarettfunktion, später auch in der Ostkolonisation tätig.
  • Geistlichkeit: Kutte und Tonsur Machtpolitisch betrachtet setzt mit dem Bündnis zwischen Papst und Karolingern zum beiderseitigen Machtgewinn und vor allem mit der Krönung Karls des Großen zum römischen Kaiser durch den Papst derKampf um die Vormachtstellung zwischen diesen beiden Mächten ein. Alle deutschen Königsgeschlechter versuchen, die politisch wichtigen Entscheidungen, wer Bischof oder Abt in ihrem Land wird, in ihrem Einflussbereich zu halten. Der Papst versteht sich als „Kaisermacher“ und „Stellvertreter Gottes auf Erden“. Die Kampfmethoden: Kirchenbann ( Ausschluss aus der Kirche) durch den Papst bzw. Ernennung von Gegenpäpsten durch Parteigänger des Kaisers. Die heißeste Phase: Der Investiturstreitdes Salierkaisers Heinrichs IV. mit Papst Gregor VII. (Canossagang Heinrichs 1077). Auch die Stauferkaiser mussten sich gegen die Päpste wehren, die befürchteten, dass die starken Herrscher dieser Sippe ihre Vorherrschaftsansprüche brechen würden. Der grandiose Kaiser Friedrich II., hochgebildet, kultiviert, tolerant, weltoffen auch gegenüber der arabischen Kultur, Erbauer des Castel del Monte in Apulien, wurde immer wieder von (päpstlich unterstützten) Gegenkandidaten aus dem Hause der Welfen bekämpft und mehrmals exkommuniziert.Kulturell, wirtschaftlich und sozial betrachtet ist die Bedeutung der Kirche und dabei vor allem der Klöster für die Kultivierung Mitteleuropas unschätzbar hoch.
  • Mönchtum: Das Jahr 529 kann als signifikante Wende von der Antike zum Mittelalter gesehen werden: Der oströmische Kaiser Justinian schließt die berühmte neuplatonische (also „heidnische“) Akademie in Athen. Benedikt von Nursia gründet das Kloster auf dem Monte Cassino zwischen Rom und Neapel, das das Urbild aller Benediktinerabteien und damit aller europ. Klöster wird.Das Kloster tritt im Mittelalter an die Stelle der antiken Akademien! Die gebildeten Laien der Antike wurden im Mittelalter von den gebildeten Mönchen abgelöst. Das Mönchtum des Abendlandes stammt aus dem Osten. In Ägypten erste Eremitengemeinschaften. Maßgebend für das Klosterleben bis in die Gegenwart wird die Regel des Benedikt von Nursia. Er war vornehmer Herkunft, vielleicht Stadtrömer. Gründet 529 mit kleiner Gruppe von Eremiten das Kloster auf dem Monte Cassino. Seine Regel: ( DieRegula SanctiBenedicti ist der am meisten abgeschriebene Text des Mittelalters nach der Bibel). Sie ist in allen Bestimmungen maßvoll. Balance zwischen Hinwendung zur Welt und Hinwendung zum Geist.Vorbild der streng hierarchischen Klosterordnung ist die die römische Familie, das Patriarchat. Der Abbas, der Vater( →Abt, Abtei) , steht an der Spitze eines Klosters.Die Mönche schulden ihm Gehorsam und Disziplin. Drei mönchische Gelübde: Armut, Keuschheit, Gehorsam.Kein persönlicher Besitz.Gemeinsames Leben in der Gemeinschaft: Festgelegter Tagesablauf, gemeinsames Arbeiten, Studieren, Meditieren und Beten, Essen und SchlafenBescheidenheit im Lebensstil: wenig Schlaf, viel Gebet, einfaches Essen, sexuelle Enthaltsamkeit.Benedikt fügt zu den drei Gelübden zwei wesentliche Grundsätze hinzu: 1. Ora et labora. Gebet, Meditation, Studium und körperliche Arbeit.2. Kein Vagabundieren von Kloster zu Kloster. Ortsgebundenheit der Mönche ist stabilisierend in der Völkerwanderungszeit.
  • Karl der Große befiehlt allen Klöstern ...... seines Reiches, die Benediktinerregel zu übernehmen.Die im romanischen Stil meist auf Anhöhen erbauten Benediktinerabteien waren ( in einem Reich ohne bedeutende Städte!)so etwas wie beherrschende Gottesburgen. Nach den ersten Jahrhunderten, in denen jeder, der sich berufen fühlte, in ein Kloster eintreten konnte, traten hauptsächlich Adelige als Mönche und Nonnen in Klöster ein und brachten meist reiche Grundbesitzungen samt Höfen in den Klosterbesitz ein. Äbte und Äbtissinnen stammten meist aus dem Hochadel.Die vielfältigen Aufgaben der Klöster: (Buch S 74 ff)• Wirtschaftlich:• Geistig:• Religiös:• Sozial: Für 500 Jahre prägte der Benediktinerorden Europa. Der Reichtumdes Ordens führte immer wieder zu einem Verfall des religiösen Lebens in den Klöstern.In mehreren Reformen versuchte er sich aber zu erneuern.
  • Die Reform des Benediktiner-Ordens: Cluniazenser und Zisterzienser Die Cluniazenser (gegr. 910 n. Chr. in Cluny / Burgund) erstreben im 10. Jahrhundert eine glanzvolle Wiedergeburt benediktinischen Lebens. Cluny wird zum «Licht seiner Zeit», indem es fast ausschließlich die Liturgie, das Opus Dei betont. Es entsteht von Burgund ausgehend ein streng zentralistischer Kloster¬verband unter der einheitlichen Gesamtleitung des Großabtes in Cluny. Cluny und seine Tochtergründungen waren ausschließlich dem Papst unterstellt, nicht irgendwelchen weltlichen Fürsten. Durch die Vernachlässigung des Armutsgedankens und der Handarbeit tritt im 11. Jahrhundert eine immer stärkere Entfernung von den Grund-sätzen Benedikts ein. Doch hat Cluny uns die bedeutendsten und an Plastik reichsten romanischen Kirchen des Abendlandes geschenkt, was nur durch den Reichtum des Gesamtordens möglich war.Mit der Reformströmung der Zisterzienser (gegr. 1098 in Citeaux, Bur¬gund) erhebt sich das Benediktinische Mönchstum im 12. Jahrhundert noch einmal zu einer spirituell prägenden Macht in Europa. Die Kirche mit ihrer Gier nach Macht und Besitz wird verurteilt. So wie Cluny den spirituellen Tagesrhythmus kultivierte, so kultiviert nun Citeaux durch die erneute Betonung von Einsamkeit, Armut und Handarbeit denRaum. Die Zisterzienser strebten zurück zum einfachen Leben, in ihren schlichten, schmucklosen Klöstern, deren Räume nur durch das einfallende Licht gestaltet werden. Aber auch sie gelangen bald zu wirtschaftlichem Reichtum, durch ihre Mühlen, die Viehzucht, ihre Wollherstellung, den Eisenabbau, sie sind ja Vorreiter wirtschaftlicher Entwicklungen. Dennoch: Die Zis¬terzienser verwandeln und verchristlichen die Erde Europas. Der be¬deutende Zisterzienser-Abt BERNHARD VON CLAIRVAUX(1090- 1152 ) prägt als Mönch, Beter und Prediger sein Jahrhundert
  • Gesellschaft Europas im Spätmittelalter Im 13. Jahrhundert, mit ersten Vorläufern im 11. / 12. Jahrhundert voll¬zieht sich ein Bewusstseinsumschwung im Abendland, der einhergeht mit einer grundlegenden Landschaftsumwandlung: die Wälder werden gerodet, die Landschaft dadurch aufgelichtet, die Einöden werden kul¬tiviert und neue Methoden in der Agrarwirtschaft eingeführt.Es entsteht eine agrarische Überschussproduktion, die nun in den aufblühenden Städten einen Absatzmarkt findet. Fast 1000 Jahre nach den großen römischen Städtegründungen in Germanien, insbesondere an der Rhein- und Donaulinie, wird jetzt im Zuge einer nun entwickelten produktionsteiligen Wirtschaftdie Stadt als Zivilisationsprinzip wieder ergriffen.
  • Städtegründungen des Spätmittelalters: Im lateinischen Europa gibt es im 11., 12. Und 13. Jh. eine Welle von Stadtgründungen. Ursache: Märkte, Handel, gewerbliche Produktion wird zunehmend wichtig. Geldwirtschaft gewinnt an Bedeutung. Landesherren gründen Städte als Wirtschaftszentren, Steuern bringen Geld, während die Bauern eher Dienste und Naturalien abgeben können.