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03607 KE1 ss '14 (Fach) / 4 Stragtegien der Operationalisierung und Indikatorenauswahl (Lektion)

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  • 4.1 Indikatoren Erinnerung an die Anforderungen, die an eine erfahrungswissenschaftliche Theorie/Hypothese im erfahrungswissenschaftlichen Zusammenhang gestellt werden.  Erfahrungswissenschaftliche Theorien müssen empirischen Bezug haben → müssen empirisch überprüfbar sein, müssen an der Erfahrung scheitern können. Die benutzten Begriffe der Theorie müssen präzise definiert sein Wenn der empirische Bezug der in der Theorie / Hypothese verwendeten Begriffe nur indirekt herstellbar ist (z.B. Gruppenkohäsion, Feindschaft), müssen Indikatoren angebbar sein, die auf das Vorhandensein der mit dem Begriff gemeinten Sachverhalte schließen lassen. Bei mehrdimensionalen Begriffen sollte jede relevante Bedeutungsdimension durch mindestens einen Indikator repräsentiert werden. Die Begriffe müssen operationalisierbar sein,  → in vorläufiger Formulierung: Zu den Begriffen (bei direktem empirischem Bezug) müssen Beobachtungsoperationen angebbar sein, so dass entschieden werden kann, ob der mit dem Begriff gemeinte Tatbestand in der Realität vorliegt, bzw. in welchem Ausmaß er vorliegt. Um Punkte 3. und 4, geht es in diesem Kapitel. Indikatoren  Ein Indikator ist ein direkt beobachtbarer Sachverhalt, der durch Korrespondenzregeln mit dem nicht direkt beobachtbaren Sachverhalt verknüpft wird und dadurch eine "Überschussbedeutung" über den reinen Sachverhalt hinaus erhält - die Argumentation bezieht sich zunächst nur auf die empirische Gegenstandsebene, nicht auf die sprachlichen Bezeichnungen durch (z.B) theoretische Begriffe und Beobachtungsbegriffe.  B: die definiersten Begriffe "sozialer Status" des Elternhauses, "Bildung" und "Berufserfolg" der Kinder haben alle einen empirischen Bezug: Es gibt in der sozialen Realität so etwas wie eine soziale randordnung in der Gesellschaft, wie Bildung einer Person oder wie Berufserfolg.  Aber alle Begrife sind zunächst praktisch nicht direkt erfahrnar → sondern nur indirekt → Umweg über die Beobachtung von Sachverhalten, die etwas mit Statuseinschätzung, mit Bildung, mit Berufserfolg zu tun haben.  → wir benötigen Indikatoren, die uns das Vorliegen der mit den Begriffen bezeichneten Sachverhalt anzeigen, "indizieren" bei der dimensionalen Analyse werden die Begriffsinhalte so weit reduziterm dass die dann definierten Bedeutungsinhalte direkt erfahrbar werden.  → "Sozialer Status des Elternhauses" →  "Berufsprestige" +" formale Schulbildung des Vaters" Von diesen beiden Teildimensionen könnten wir formale Schulbildung im Prinzip direkt erheben.  Bei "Berufsprestige" → im Prinzip nicht mal die Ausprägung des Merkmals direkt erhebbar. → in zwei Etappen vorzugehen: Bezeichnung der Berufstätigkeit von Personen kann zwar direkt erfragt werden aber → "Berufstätigkeit des Vaters" kann sich auf die gesamte Zeit von dessen Berufstätigkeit beziehen; → Fall jmd. nicht immer die gleiche Berufsposition hatte, was soll dann als Indikator für die Variable "Berufsposition" erfragt werden? :  die letzte Berufspositions? oder die der Vater am längsten innegehabt hat? oder die Berufsposition, die der Vater zu dem Zeitpunkt inngehabt hat? oder die Berufsposition die der Vater zu dem Zeitpunkt innehatte, als es um die Entscheidung ging, welche Ausbildung der Sohn erhalten sollte? oder gar die Berufsposition die der Vater garnicht hatte sondern anstrebte? → denn Möglicherweise ist das berufliche Anspruchsniveau des Vaters die eigentliche Triebfeder für die Pläne, die er im Hinblick auf seinen Sohn verfolgt.  Unterstellt dies sei gelöst: dann hat man mit der Bezeichnung der Berufsposition aber noch nicht das Berufsprestige erhoben Hierzu benötigt man eine generalisierte Rangordnung für alle vorkommenden Berufspositionen hinsichtlich des Prestiges, des Ansehens, das diese Berufe in der Gesellschaft genießen.  Blau und Duncan haben eine solche Rangordnung auf der Basis einer Reihe von Befragungen mit Hilfe von Regressionsanalysen berechnet (Befragungen, die unabhängig von der geschilderten Untersuchung durchgeführt worden waren + statistische Auswertung der erhaltenen Daten. Jetzt erst mit Ermittlung der jeweiligen Berufsposition der Väter mit Hilfe einer Befragung der Söhne und nach Ermittlung einer generalisierten Rangordnung der Berufe -können (aus der Kombination der Ergebnisse dieser beiden Vorgehensweisen) der Variablen "Berufsprestige" konkrete Werte zugewiesen werden, d.h. Berufsprestige kann nun "gemessen" werden. Nach Befragung der Söhne + nach Ermittlung einer generalisierten Rangordnung der Berufe - können  (aus der Kombination der Ergebnisse dieser beiden Vorgehensweisen) der Variablen "Berufsprestige" konkrete Werte zugewiesen werden , d.h. Berufsprestige kann nun "gemessen" werden. Von Nowak stammt die nützliche Unterscheidung: in definitorische, korrelative und schlussfolgernde Indikatoren: Definitorische Indikatoren: solche, die durch die die zu untersuchende Merkmalsdimension selbst erst definiert wird. In unserem Standardbeispiel ist "Bildung" als "formale Schulbildung" definiert, und "höchster Schulabschluss" ist ein definitorischer Indikator, falls dieser höchste Schulabschluss direkt erhoben wird.  korrelativen Indikatoren: Bedeutungsgehalt der Indikatoren (im Unterschied zu definitorischen Indikatoren) nicht mehr gleich dem Bedeutungsgehalt der Begriffe, die für sie stehen. Man unterscheidet hier noch zwischen internen und externen korrelativen Indikatoren.  Intern korrelativ sind Indikatoren für Teilaspekte eines mehrdimensionalen Sachverhalts (einer mehrdimensionalen oder komplexn Mehrdimension), wenn sie mit den übrigen Komponenten des definierten Begriffs korreliert Extern korrelativ = Indikatoren als Sachverhalte, die nicht Bestandteil der Definition eines Begriffs sind, aber dennoch mit der begrifflich bezeichneten Merkmalsdimension korrelieren.  Schlussfolgernde Indikatoren: solche von denen auf Merkmalsausprägungen von Variablen geschlossen werden kann, die überhauot nicht direkt beobachtbar sind.  Die vorgestellte Klassifikation von Indikatoren ist wichtig, weil sie etwas über die Gültigkeit (Validität) der Indikatoren aussagt.  Gültig (oder valide) ist ein Indikatore dann, wenn er tatsächlich den Sachverhalt anzeigt, der mit dem definierten Begriff bezeichnet worden ist.  Bei definitorischen Indikatoren sind definitionsgemäß der Bedeutungsgehalt des definierten Begriffs und der durch die Indikatoren angezeigt Objektbereich indentisch; wir haben es auf der sprachlichen Ebene mit hundertprozentiger Gültigkeit der Indikatoren zu tun.  Bei internen korrelativen indikatoren ist zumindest teilweise Gültigkeit gesichert: Wenn ein mehrdimensionaler Begriff definiert ist und wenn als Indikator für den gesamten Vorstellungsgehalt eine der Bedeutungsdimensionen oder eine begrenzte Anzahl von Bedeutungsdimensionen beobachtbar werden, dann machen diese Indikatoren definitionsmäßig immerhin einen Teil des Bedeutungsgehaltes aus. Wählen wir den Indikator zudem noch so, dass er mit allen anderen Bestandteilen der Definition möglichst hoch korreliert, dann dürfte auch die Gültigkeit als ziemlich hoch einzuschätzen sein. Benutzen wir dagegen einen externen korrelativen Indikator, dann ist die Gültigkeit schon ungewisser: Der Indikator korreliert zwar empirisch mit dem gemeinten Sachverhalt, ist aber nicht Bestandteil der Definition des begriffs (s.o. Wohnzimmerausstattung") Lässt sich die Korrelatin zwischen Indikator und indiziertem Merkmal nicht als ein konstanter Zusammenhang theoretisch begründen, können wir nie genau wissen, ob bei nächster Gelegenheit dieser empirische Zusammenhang noch bestehen wird. Noch schwieriger ist die Gültigkeit bei schlussfolgernden Indikatoren abzuschätzen (z.B. Beobachtbares Verhalten als Indikator für Einstellungen oder andere dispositionale Eigenschaften). Hier ist der Zusammenhand zwischen Indikator und indiziertem Merkmal überhaupt nicht direkt empirisc überprüfbar, sondern wir sind -krass gesprochen- auf den Glauben an die Richtigkeit unserer Korrespondenzregeln, also unserer "Theorie" über den Zusammenhang zwischen der interessierenden Eigenschaft und dem beobachtbaren Merkmal angewiesen.  Sie bisherige Argumentation bezog sich auf die empirische Gegenstandsebene:   Begrifflich bezeichnete Sachverhalte die nicht direkt mit unseren Sinnen wahrnehmbar oder mit geeigneten Instrumenten feststellbar sind, müssen durch "indikatoren" indirekt erfahrbar gemacht werden.  Unter Indikatoren verstehen wir dabei solche empirischen Sachverhalte, die: direkt wahrnehmbar oder feststellbar sind und die eindeutige Hinweise auf den nicht direkt erfahrbaren Sachverhalt liefern Damit einem direkt beobachtbarem Sachverhalt die Indikator-Eigenschaft zugesprochen werden kann, ist allerdings eine explizite Regel anzugeben, auf welche Weise vom beobachtetem auf den nciht beobachteten Sachverhalt geschlossen werden kann.( Auf welcher Weise das Beobachtete mit dem nicht Beobachteten "korrespondiert") → Korrespondenzregeln Je nach der Art der Korrespondenz kommen wir zu unterschiedlichen Indikatoren.(s.o.  definitorische, korrelative, schlussfolgernde) Wie schon beim Vorgang der dimensionalen Analyse kennen gelernt, stehen wir auch an dieser Stelle vor dem Problem, dass wir die als Indikatoren gewählten empirischen Sachverhalte begrifflich bezeichnen müssen + dass auch diese sprachlichen Zeichen so präzise zu definieren sind, dass unzweifelhaft klar ist, welche Klasse empirischer Sachverhalte als Indikatoren gelten sollen,  Wir nennen diese Begriffe: Indikator- Begriffe. Zuordnung von Indikator-Begriffen zu den "theoretischen Begriffen" können wir als "empirische Interpretation" verstehen  analog können wir auch hinsichtlich des Gütekriteriums "Gültigkeit" unterscheiden zwischen: empirischer Gültigkeit (der beobachtete Sachverhalt zeigt korrekt den nicht beobachteten an) und semantischer Gültigkeit (die Bedeutung der Indikatorbegriffe bildet korrekt den Bedeutungsraum des theoretischen Begriffs ab). 
  • 4.2 Indexbildung Können die als relevant angenommenen Dimensionen zusammngefasst werden, oder müssen sie differenziert betrachtet werden? Mit anderen Worten: Müssen Teildimensionen in gesonderten Begriffen repräsentiert oder können sie zu einem Oberbegriff zusammengefasst werden?  Generell gilt für die Indexbildung : Eine Zusammenfassung der Teildimenisonen zu einem Index ist nur dann zulässig, wenn die Korrelationen zw. den Index-Teildimensionen (genauer; zwischen den Indikatoren für die Teildimensionen) alle ein Positives Vorzeichen haben und wenn die Korrelation der Teildimensionen (der Indikatoren) mit der abhängigen Variablen alle das gleiche Vorzeichen haben (also entweder alle positiv oder alle negativ sind) Andernfalls → die Struktur der Realität wird nicht korrekt abgebildet → das Ergebnis wird verfälscht.  Hauptgrund für die Verwendung von Indizes anstelle einer größeren Zahl isolierter Indikatoren, aber auch anstatt nur eines einzigen Indikators, ist folgende Überlegung: Jeder Indikator ist für sich genommen nur eine teilweise Operationalisierung eine Begriffs.  Die Verwendung mehrerer Indikatoren erhöht die Chance, Mess-Ungenauigkeiten zu verringern und so den gemeinten "wahren" Sachverhalt eher abzubilden.  Falls mehrere Indikatoren zum gleichen Begriff untereinander stark korrelieren, messen sie teilweise indentische Aspekte des Sachverhalts → sie sind redudant Ein anderer Teil repräsentiert Abweichungen von der zu messenden Dimension.  Zusammenfassung zu einem Index beseitigt diese - bei der Auswertung der Daten störende - Redudanz (d.h. die Mehrfachmessung derselben Teildimensionen eines Sachverhalts)  während die Abweichungen von der "eigentlich" zu messenden Dimension sich wechselseitig aufheben. Die Logik des Vorgehens und die damit verbundene Problematik sei an zwei Beispielen zu dem einfachsten Modell -Bildung additiver Indizes- kurz illustriert. Beispiel 1: Index der Zufriedenheit mit der Wohnsituation.  Für jeden Befragten: Addition der Antwortausprägungen "besonders vorteilhaft" → erhalten eine Variable, die die Werte 0 ( überhaupt nicht zufrieden) - 10 ( in jeder Hinsicht zufrieden) annehmen kann. Voraussetzung: Alle Bewertungsdimensionen  sind gleichgewichtig → Index erhalten, Messniveau= Ratio-Skala. Dieser Index verwertet nur einen Teil der Informationen; verzichtet auf die Berücksichtigung der Angabe, ob ein mit einem Aspekt der Wohnqualität nicht zufriedener Befragter diesen Aspekt lediglich indifferent oder aber als "besonders nachteilig" eingeschätzt hat.  Um diese einseitigkeit zu beheben → Kontruktion  eines "unzufriedenheitsindex" → indem wir die Zahl der Antwortausprägungen "besonders nachteilig" für jeden Befragten auszählen.  Man könnte aber auch beide Informationen in einem einzigen Index vereinigen:  besondersvorteilhaft = +1, besonders nachteilig= -1, Kategorie weder/noch = 0. danach → Assition der Zahlenwerte der zehn antworten. Messtheoretische Voraussetzung für ein solches Vorgehen = Antwort weder/noch = Nullpunkt + besonders Vorteilhaft hat das gleiche Gewicht im positiven Sinne wie besonders Nachteilig im neg. sinne. → gleiche abstände zw. den Antwort Alternativen. Nachteil:Indes ist gegenüber den Alternativen 1. und 2. schlechter interpretierbar → Wert 0 bei Index c kann bedeuten : 5Aspekte besonders vorteilhaft+ 5 Aspekte besonders nachteilig; im Hinblick auf jeden Qualitätsaspekt weder/noch..3 nachteilig, 3 mal vorteilhaft, 4 mal weder/noch.... Ähnliches gilt für andere Indexwerte: Lediglich die Extrempunkte -10 und +10 sind eindeutig interpretierbar.  Beispiel 2: Index der Stadtteilbindung Dimensionen "Stadteilbindung" + "Zufriedenheit mit der Wohnung" + " soziale Kontakte im Stadtteil" ( gemessen am Anteil der Bekannten einer Person, die im Stadtteil wohnen) Kreuztabelierung → Matrix = zweidimensionaler Merkmalsraum.  um die neun zellen auf einen eindimensionalen Index "Stadtteilbindung" abzubilden, muss eine ordinale Anordnung (Rangordnung) der Zellen konstruiert werden. Man kann beide Variablen gleichgewichtig ansehen, den Antwortausprägungen die Zahlen werte 0- 2 zuordnen, diese Zahlenwerte für beide Merkmale addieren und das Resultat als Rangordnung der eindimensionalen Indexwerte interpretieren. Man erhielte:  siehe s 179 (digi)  ... es sollte durch die Beispiele deutlich geworden sein, dass bei jeder Indexkonstruktion zusätzliche Überlegungen und theoretische Absicherungen erforderlich sind, um den Realitätsgehalt der Daten nicht in Frage zu stellen. den Unterschieden in den Indexwerten entsprechen dann nicht gleiche Unterschiede in der subjektiven Realität der befragten.  → vielmehr sind sie in einem solchen Fall -zumindest- teilweise das Produkt der verwendeten Konstruktionsvorschriften.  Generell spricht man bei Daten und untersuchungsergebnissen, die nicht reallitätsadäquat sidn von Forschungsartefakten Forschungsartefakten = solche Daten sind keine adäquate Widerspiegelung der für die Untersuchungsfrage wichtigen Aspekte des Untersuchungsgegenstandes, sondern "Kunstprodukte" der verwendeten Methoden. 
  • 4.3. Operationalisierung Verknüpfung von sprachlichen Zeichen (= Begriffen) mit Sachverhalten durch Korrespondenzregeln. (Zur Erinnerung: eine Definition ist demgegenüber die verknüpfung von unbekannten Zeichen mit bekannten Zeichen) Unter der Operationalisierung eines Begriffs ist die Angabederjenigen Vorgehensweisen, derjenigen Forschungsoperationen zu verstehen, mit deren Hilfe entscheidbar wird, ob und in welchem Ausmaß der mit dem Begriff bezeichnete Sachverhalt in der Realität vorliegt. Dazu gehören die Auswahl+ Begründung der Indikatoren ( bei nicht direktem emp. Bezug eines Begirffs). + Angabe der Datenerhebungsinstrumente (B: eine bestimmte Reihe von Fragen in einem standardisierten Interviewbogen oder eine bestimmte Zahl von Beobachtungskategorien in einem standardisierten Beobachtungsbogen.) + Angaben über die Handhabung des Messinstruments + über die Protokollierung der Messergebnisse.  Operationalisierung ist ein in der Forschung für jeden Begriff notwendiger Übersetzungsvorgang in Techniken bzw. Forschungsoperationen - gleichgültig auf welche Art der Begriff definiert wurde, gleichgültig ob er direkten oder indirekten emp. Bezug aufweist.  sie ist KEINE Bedeutungszuweisung zu sprachlichen Zeichen, sondern sie ist eine Handlungsanweisung zur empirischen Anwendung von Begriffen.  Forderung nach Operationalisirung gilt für indirekte und direkte Begriffe (Körpergröße). → d.h. sie müssen in Forschungsoperationen übersetzt werden.  → B: An einer Wand ist eine Messlatte mit cm-Einheit anzubringen;  die Personen deren Körpergrößen gemessen werden solllen, haben sich barfuß und aufrecht an die Wand vor die Messlatte zu stellen; ........ Zusammengefasst: Der Prozess der Operationalisierung bei Begriffen mit indirektem empirischem Bezug besteht maximal in folgendem "Dreischritt":  Auswahl und Begründung von Indikatoren, durch die der empirische Bezug hergestellt werden kann, sowie Formulierung der Korrespondenzregeln für Indikatoren. Dieser Schritt entfällt bei Begriffen mit direktem emp. Bezug (allerdings nur dann, wenn der Sachverhalt nicht nur prinzipiell, sondern auch faktisch der Beobachtung zugänglich ist). Angabe und Begründung der Beobachtungsoperationen, mit denen das Vorliegen der Indikatoren (bzw. der direkt beobachtbaren Sachverhalte) festgestellt werden kann, sowie Angaben und Begründung des notwendigen Differenzierungsgrades der Beobachtungen und die Formulierung und Begründung der "Messvorschriften" für die Durchführung und Protokollierung der Beobachtungen. Das Ergebnis ist ein "Messinstrument" (z.B. ein standardisierter Fragebogen oder ein inhaltsanalytisches Kategorienschema). Formulierung und Begründung von Vorschriften über die Zusammenfassung von Indikator-Einzelwerten zu einem Gesamtwert als "Messresultat"  für den Begriff mit indirektem empirischem Bezug. Dieser Schritt entfällt bei "eindimensionalen" Begriffen.
  • 4.3.1. Der Vorgang der Operationalisierung von Begriffen und von Aussagen Esser unterscheidet auf dem Wege zur Operationalisierung theoretischer Konstrukte vier Einzelschritte: Exploration des Vorstellungsfeldes Konzeptspezifikation Auswahl der Indikatoren Indexbildung zu 1.  Exploration des Vorstellungsfeldes = vorbereitende Erkundung der verschiedenen inhaltlichen Aspekte eines zunächst durch den zu operationalisierenden Begriff nur abstrakt bezeichneten Sachverhalts gemeint.  zu klären, welche "inhaltlichen Dimensionen" damit generell gemeint sind und inwieweit dieser Begriff in relevanten Kontexten (z.B. verschiedenen Theorien) einheitlich oder unterschiedlich verwendet wird Ergebnis = Auflistung der gefundenen unterschiedlich erscheinenden Dimensionen des Konstrukts zu2 Unter Konzeptspezifizierung ist ein weiterer Schritt der semantischen Analyse zu verstehen: die konkretisierende Systematisierung des Gefundenen im Hinblick auf die Perspektive der durchzuführenden emp. Untersuchung.  die verschiedenen einzelnen Bedeutungsaspekte sind inhaltlich nach Homogenitätsgesichtspunkten zu gruppieren, so dass jede Gruppe von Teilaspekten → jeweils einer semantischen Dimension des Begriffs zugeordnet werden kann. :  in Essers Worten: "Formal geschieht dies dadurch, dass man Einzelaspekte eines Konstrukts auf die gedachten allgemeineren gemeinsamen Dimensionen bezieht. Dieses erfolgt üblicherweise über eine "funktionale Abbildung": Jede Einzeldimension wird mit genau einer latenten allgemeineren Dimension des Konstrukts verbunden"  Im Unterschied zu den "latenten allgemeineren Dimensionen" des Begriffs sollten aber die zugeordneten Einzelaspekte so konkret sein, dass sie entweder schon Indikatorcharakter haben oder doch das semantische Feld für die Bestimmung von Indikatoren benennen, etwa die latente Dimension "Kompetenz" mit den dazu angegebenen Einzelaspekten: "Übernahme von Personal- und Sachverantwortung, Recht auf Einstellung und Entlassung von Personal, Vertretung der Organisation nach außen, Generalvollmacht oder Prokura").  Aufgabe der "Konzeptspezifikation" ist es also, die Brücke zwischen der abstrahierenden Theorieperspektive und dem Gegenstandsbereich, auf den sich die Theorie bezieht, zu schlagen.  zu 3 Auswahl der indikatoren = ganz konkrete Umsetzung der theoretischen Vorstellungen auf emp. beoachtbare Äußerungen.  Auswahl , weil es zu jeder latenten Dimension eines Konstrukts immer eine im Prinzip unendlich große Zahl manifester empirischer Entsprechungen (ein Indikator-Universum" gibt denn latente Dimensionen bezeichnen einen Vorstellungsinhalt, der ähnlich wie nomologische Aussagen- nicht an eine bestimmte historische Epoche und an einen bestimmten Ort gebunden ist. → der sich daher in unterschiedlichen Konstellationen auf unterschiedliche Weise "manifestieren" kann.  "Auswahl" der Indikatoren bedeutet dann für eine konkrete empirische Analyse: Heranziehen der für die Untersuchungssituation amgemessenen beobachtbaren Sachverhalte. Von zentraler Bedeutung für die kulturvergleichende Forschungen: Ein theoretisches Konstrukt wie "sozialer Status" äußert sich z.B. für eine entwickelte Industriegesellschaft nicht in gleicher Weise wie in einem Entwicklungsland oder in einer Kultur von Nomaden.  → selbstverständlich dürfte es daher nicht durch dieselben, sondern müsste durch jeweils kulturell adäquate Indikatoren gemessen werden.  Auswahl der indikatoren entspricht dem Vorgehen bei der "bewussten Auswahl typischer Fälle" → d.h. aber, dass dieser Schritt nicht semantisch umgesetzt werden kann, sondern dass die Zuordnung von Indikatoren zu den jeweiligen Begriffsdimensionen begründet und in Form von Korrespondenzregeln nachprüfbar festgeschrieben werden muss.  zu 4 Indexbildung ist dann erforderlich, wenn zu einer Begriffsdimension mehrere Indikatoren ausgewählt wurden. Diese Strategie wird generell als methodische Regel empfohlen.  Im konzeptuellen Teil der Operationalisierung wird man sich zwar bemühen, die Indikatoren so zu wählen und zu definieren, dass sie semantisch eindeutig einer latenten Dimension  (und nur dieser) zuzuordnen sind.  Ob das aber auch emp. gelungen ist, wird sich erst nach der Erhebung der Daten im Zuge der Auswertung feststellen lassen.  → daher empfehlenswert sich nicht mit nur einem Indikator pro Dimension zu begnügen, sondern Daten zu mehreren äquivalenten emp. Sachverhalten zu erheben.  In der Analysephase  → Selektion der "besten" Indikatoren + ggf. Zusammenfassung zu einem Index. einerseits um Redudanz zu vermeiden: Jeder Indikator zeigt ja von der Operationalisierungsabsicht her die gleiche latente Dimension an, ist also im Prinzip durch den jeweils anderen austauschbar. Andererseits hofft man, durch die indexbildung Messungenauigkeiten auszugleichen: Vorstellung: zwar keiner der indikatoren liefert 100% exakte Messwerte ab, aber auftretende Abweichungen vom "wahren Wert" der angezielten Dimension unsystematisch in unterschiedliche Richtungen weisen, so dass sie sich im Durchschnitt ausgleichen. Operationalisierung von Aussagesystemen (bis jetzt ging es um die Operationalisierung von Begriffen) sei es die Prüfung von Hypothesen oder Theorien, oder sei es die Diagnose eines emp. Gegenstansbereichs B: Zur Illustration sei nochmals auf die Blau/Duncan-Fragestellung zum Zusammenhang von sozialer Herkunft mit der Bildung und dem Berufserfolg zurückgegriffen.                      H-----------→ B ------------→ E                                                                                                        .                    I____________________↑ H= "Soziale Herkunft" B= Bildung E= beruflicher Erfolg  → = beeinflusst/wirkt sich aus auf. Wollen wir diese Minitheorien in Forschungsoperationen umsetzen, so haben wir es im Prozess der Operationalisierung mit drei Aussageebenen zu tun: Erste Ebene: - Kerntheorie bzw. substantielle Theorie: Sie besteht aus einer Menge theoretisch Relevanter und theoretisch definierter Begriffe (Konstrukte, theoretische Begriffe) die über theoretische Postulate (Hypothesen) miteinander verbunden sind. → D.h. die Begriffe werden in einem theoretischen Modell zueinander in Beziehung gesetzt, etwa: "X verursacht Y" oder " Wenn X, dann auch Y" oder "X führt zu Y, wenn gleichzeitig Z vorliegt". Im B: theoretischen Postulate:  " soziale Herkunft (H) beeinflusst die Bildung (B) der Söhne; diese wiederum wirkt sich auf deren späteren beruflichen Erfolg (E) aus."+ H hat direkten Effekt auf E der Söhne.  Sobald die in den theoretischen Postulaten vorkommenden Begriffe operationalisiert sind (durch Zuordnung direkt erhebbarer empirischer Sachverhalte als Indikatoren, s.o.) lassen sich analog Aussagen für die "Beobachtungsebene" formulieren.       2. Zweite Ebene: - die Ebene der Beobachtungsaussagen: Empirische Untersuchungen liefern zunächst nur Beschreibungen über beobachtbare Eigenschaften von Untersuchungseinheiten (UE)      3. Dritte Ebene: - Verknüpfung der Begriffe von Theorie- und Beobachtungssprache  .       .        durch Korrespondenzregeln. Hypothesen und Theorien (das theoretische Modell, Ebene 1) müssen, um empirisch überprüfbar- bzw. emp kritisierbar- zu sein, mit den Beobachtungsaussagen (Indikatoren, Ebene2) verbunden werden.  → welche elementare Beobachtungsaussage zeigt welchen Zustand eines empirischen Phänomens an, das im theoretischen Modell durch einen Begriff bezeichnet wird.  solche Postulate heißen Korrespondenzrelgel Korrespondenzregeln legen fest, welcher beobachtbare Sachverhalt, als Hinweis (als "Indikator") auf den theoretisch gemeinten Sachverhalt gelten soll/  welcher empirischer Sachverhalt mit dem theoretischen Sachverhalt korrespondiert.  Korrespondenzregeln nehmen die Zuordnung von Indikatoren zu Begirffen vor.  Erst durch solche Herstellung der "Korrespondenz" wird ein empirisch beobachtbarer Sachverhalt zu einem "Indikator für" etwas begrifflich gemeintes. Korrespondenzregeln geben Anweisungen für den Arbeitsschritt Datenerhebung B: Indikator für Beruflichen Erfolg = Antworten von Personen auf Fragen nach berüflichen Tätigkeit + Skala des gesellschaftlichen Prestiges von Berufspositionen gelten.  Zuordnungsregel: Je höher das Prestige der vom Befragten genannten Berufsposition, desto höher ist deren "beruflicher Erfolg" Diese Zuordnung ist ≠ Definition (in dem Sinne, dass die Indikatoren den im theoretischen Modell verwendeten Begriffe vollständig ausmachen → sondern: eine Vermutung, dass Indikatoren in der Weise wirklich mit dem theoretisch definierten Begriff zusammenhängen Nur im Falle definitorischer IOndikatoren sind Begriffe und Indikatoren bedeutungsgleich.  Korrespondenzregeln ( die Hypothesen über die Korrespondenz von Indikatoren und theoretisch definiertem Begriff) gehören damit zwingend zur Gesamttheorie emp zu interpretieren sind aber nicht nur die einzelnen Begriffe → auch die theoretischen Postulate der Kerntheorie ("die Hypothesen")  aus den theo. Postulaten sind unter verwendung von Indikatoren die theorie-implizierten Zusammenhangspostulate für die Beobachtungsebene zu deduzieren; es ist abzuleiten, welche "zusammengesetzten" Beobachtungsaussagen die empirische Untersuchung erbringen sollte, falls die theoretischen Hypothesen zutreffen. Zusammengefasst; Empirisch interpretierte Theorien bestehen aus theoretisch definierten Begriffen und theoretischen Postulaten (Hypothesen über den Zusammenhang der Begriffe) Korrespondenzregeln  Indikatoren theorie-implizierten Beobachtungsaussagen (theoretische Basissätze) siehe skript übersicht! s 190 (digi-angabe) 4.3.2 Gültigkeit - ein Gütekriterium für die Operationalisierung übliche Def: operationale Vorschriften sind gültig, wenn bei Ausführung der vorgeschriebenen Forschungsoperationen das gemessen wird, was gemessen werden soll; d.h. wenn der Transfer von der theoretischen Ebene zum Gegenstandsbereich  gelingt Teilproblem = Frage nach der Indikatoren Gültigkeit Unterscheidung zwischen: semantischer (sprachlogischer) und empirischer Validität zu 1.) semantische Gültigkeit: Blick richtet sich auf die Verknüpfung von Konstrukt und Indikatorbegriffen durch Korrespondenzregeln Das Gültigkeitsproblem entsprichte dem in Kapitel 1.3.  + 2.4.2. bereits angesprochenen "Korrespondenzproblem" Die (sprach-)logische bzw. semantische Gültigkeit einer operationalen vorschrift betrifft die Beziehung zwischen Sätzen, die die Vorschrift beschreiben, und solchen, die die Definition angeben. (...) der besondere Charakter einer idealen Gültigkeitsbeziehung = sehr schwierig zu formulieren Vollkommene Gültigkeit bedeutet, dass die operationale Definition (gemeint ist: emp. Interpretation durch Indikatorbegriffe) denselben Inhaltsbereich hat wir die nominelle  Definition" Frage= Wird die Begriffsdefinition korrekt in operationale Vorschriften übersetzt? + Haben die gewählten Indikatoren den gleichen Bedeutungsgehalt, d.h. sind sie semantisch äquivalent? Es ist nicht immer einfach die bestmöglichen Indikatoren für einen begrifflic bezeichneten Sachverhalt zu finden.  Die Überprüfung der semantischen Gültigkeit operationaler Vorschrift kann zu fünf möglichen Ergebnissen führen: Gegeben sei eine Nominaldefinition von "Arbeitsunzufriedenheit". Dazugehörige Operationalisierung = Fragen zur Arbeitszufriedenheit: Zur jeder Bedeutungsdimension des definierten Begriffs eine präzise Frage gestellt → In diesem Fall ergint eine logiche Prüfung des Bedeutungsumfangs von nominal definiertem Begriff und operationaler Vorschrift, dass der Inhaltsbereich von beiden identisch ist                                                                                                                                    → Vollständige Validität Geg: Nominaldef. von  "arbeitszufiredenheit" + Operationalisierung "ich bin zufrieden mit der Lüftung am Arbeitsplatz" → Arbeitszufriedenheit umfasst aber mehr als nur Zufriedenheit mit der Lüftung                                                                                                     → Operationalisierung zu eng. Der Bedeutungsumfang der Nominaldefinition = weiter als der der Operationalisierung → Nominaldefinition= Element der Operationalisierung geg: Operationalisierung= Aussage "ich lebe gern hier in x-Stadt" → semantischer Vergleich mit der Nominaldefi.  von Arbeitszufriedenheit → Operationalisierung = zu weit → es wird mehr angesprochen als nur der Aspekt "arbeitszufriedenheit". also: diesmal umfass der Bedeutungsumfang der operationalen Vorschrift zu einem die Nominaldefinition, aber darüber hinaus noch weitere Aspekte.→ Operationalisierung = Element der Nominaldefinition. geg: Operationalisierung= "ich schätze meine Freunde und Bekannten hier in x-Stadt"; natürlich auch die Arbeitskollegen angesprochen → Bereich Arbeitszufriedenheit = Berührt , ABER zusätzlich bezieht sich die aussage auf Freunde und andere Bekannte, die für die Herausbildung von "arbeitszufriedenheit" keine Rolle spielen. → die Operationalisierung ist nicht trennscharf, sie vermischt Aspelte allgemeiner Lebenszufriedenheit mit solchen der Arbeitszufriedenheit. → Bedeutungsumfang der operationalen vorschrift umfasst die Nominaldefinition teilweise. Der Bedeutungsumfang der Nominaldefintiion und der der operationalen Vorschrift weisen überhaupt keine Schnittmenge auf. → garkeine semantische Gültigkeit. zu 2.) empirische Validität  es geht darum, ob als Ergebnis der Datenerhebung genau das gemessen worden ist, was durch das Konstrukt bezeichnet wird/  anders ausgedrückt: ob als Ergebnis der Datenerhebung die wahren Werte über die Indikator-Sachverhalte vorliegen. Das Gültigkeitsproblem auf dieser Stufe = Basissatzproblem (Kapitel 1.3, Fußnote 31) Ideal wären Erhebungsstrategien, die den jeweiligen Indikator-Sachverhalt völlig unverfälscht abbilden und ihn zugleich durch den Messvorgang vollkommen unverändert lassen. → in diesem Idealfall beschränkte sich das Gültigkeitsproblem allein auf die angemessenheit der Korrespondenzregeln für die Zuordnung der Indikatoren (semantische Gültigkeit)  Diese Situation wäre gegeben, wenn für die Feststellung des Berufsstatus von Personen die Personalakten beim Arbeitgeber eingesehen werden könnten oder wenn die auf Video vorliegende aufzeichnung einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung zu codieren.... Meist ist es jedoch gar nicht möglich/ zu mühsam, nach solchen "idealen" operationalen Vorschriften vorzugehen. B: in welchem ausmaß leihen sich Studenten Bücher aus? → Auswertung der bib.aufzeichnungen nicht mögl., weil Datenschutz → praktikabler Ausweg, die Studierenden selbst zu fragen, wie viele Bücher sie während einer bestimmten Periode ausgeliehen haben. → Ist aber ein solches Vorgehen emp. gültig (d.h. stimmen die Antworten auf die Frage nach der Ausleihhäufigkeit mit der Zahl der tatsächlich ausgeliehenen Bücher überein)?  sprachlogische Gültigkeit (semantische) ist gegeben, wenn wir Ausleihhäufigkeit nominal als Anzahl entliehener Bücher in einer bestimmten Periode definieren + Operationalisierung= die Antwort auf die Frage nach der Anzahl der entliehenen Bücher in dieser Periode vorsehen. emp. Gültigkeit ist nur emp zu überprüfen Stichprobe → an dieser wird festgestellt, ob das operationale Vorgehen (hier: Protokollierung der Antworten auf die Frage nach der Zahl entliehener Bücher) dieselben Ergebnisse bringt wie die ideale operationale Vorschrift 
  • 4.3.2 Gültigkeit - ein Gütekriterium für die Operationalisierung übliche Def: operationale Vorschriften sind gültig, wenn bei Ausführung der vorgeschriebenen Forschungsoperationen das gemessen wird, was gemessen werden soll; d.h. wenn der Transfer von der theoretischen Ebene zum Gegenstandsbereich  gelingtTeilproblem = Frage nach der Indikatoren GültigkeitUnterscheidung zwischen: semantischer (sprachlogischer) und empirischer Validität zu 1.) semantische Gültigkeit: Blick richtet sich auf die Verknüpfung von Konstrukt und Indikatorbegriffen durch Korrespondenzregeln Das Gültigkeitsproblem entsprichte dem in Kapitel 1.3.  + 2.4.2. bereits angesprochenen "Korrespondenzproblem" Die (sprach-)logische bzw. semantische Gültigkeit einer operationalen vorschrift betrifft die Beziehung zwischen Sätzen, die die Vorschrift beschreiben, und solchen, die die Definition angeben. (...) der besondere Charakter einer idealen Gültigkeitsbeziehung = sehr schwierig zu formulieren Vollkommene Gültigkeit bedeutet, dass die operationale Definition (gemeint ist: emp. Interpretation durch Indikatorbegriffe) denselben Inhaltsbereich hat wir die nominelle  Definition" Frage= Wird die Begriffsdefinition korrekt in operationale Vorschriften übersetzt? + Haben die gewählten Indikatoren den gleichen Bedeutungsgehalt, d.h. sind sie semantisch äquivalent? Es ist nicht immer einfach die bestmöglichen Indikatoren für einen begrifflic bezeichneten Sachverhalt zu finden.  Die Überprüfung der semantischen Gültigkeit operationaler Vorschrift kann zu fünf möglichen Ergebnissen führen: Gegeben sei eine Nominaldefinition von "Arbeitsunzufriedenheit". Dazugehörige Operationalisierung = Fragen zur Arbeitszufriedenheit: Zur jeder Bedeutungsdimension des definierten Begriffs eine präzise Frage gestellt → In diesem Fall ergint eine logiche Prüfung des Bedeutungsumfangs von nominal definiertem Begriff und operationaler Vorschrift, dass der Inhaltsbereich von beiden identisch ist                                                                                                                                    → Vollständige Validität Geg: Nominaldef. von  "arbeitszufiredenheit" + Operationalisierung "ich bin zufrieden mit der Lüftung am Arbeitsplatz" → Arbeitszufriedenheit umfasst aber mehr als nur Zufriedenheit mit der Lüftung                                                                                                     → Operationalisierung zu eng. Der Bedeutungsumfang der Nominaldefinition = weiter als der der Operationalisierung → Nominaldefinition= Element der Operationalisierung geg: Operationalisierung= Aussage "ich lebe gern hier in x-Stadt" → semantischer Vergleich mit der Nominaldefi.  von Arbeitszufriedenheit → Operationalisierung = zu weit → es wird mehr angesprochen als nur der Aspekt "arbeitszufriedenheit". also: diesmal umfass der Bedeutungsumfang der operationalen Vorschrift zu einem die Nominaldefinition, aber darüber hinaus noch weitere Aspekte.→ Operationalisierung = Element der Nominaldefinition. geg: Operationalisierung= "ich schätze meine Freunde und Bekannten hier in x-Stadt"; natürlich auch die Arbeitskollegen angesprochen → Bereich Arbeitszufriedenheit = Berührt , ABER zusätzlich bezieht sich die aussage auf Freunde und andere Bekannte, die für die Herausbildung von "arbeitszufriedenheit" keine Rolle spielen. → die Operationalisierung ist nicht trennscharf, sie vermischt Aspelte allgemeiner Lebenszufriedenheit mit solchen der Arbeitszufriedenheit. → Bedeutungsumfang der operationalen vorschrift umfasst die Nominaldefinition teilweise. Der Bedeutungsumfang der Nominaldefintiion und der der operationalen Vorschrift weisen überhaupt keine Schnittmenge auf. → garkeine semantische Gültigkeit. zu 2.) empirische Validität  es geht darum, ob als Ergebnis der Datenerhebung genau das gemessen worden ist, was durch das Konstrukt bezeichnet wird/  anders ausgedrückt: ob als Ergebnis der Datenerhebung die wahren Werte über die Indikator-Sachverhalte vorliegen. Das Gültigkeitsproblem auf dieser Stufe = Basissatzproblem (Kapitel 1.3, Fußnote 31) Ideal wären Erhebungsstrategien, die den jeweiligen Indikator-Sachverhalt völlig unverfälscht abbilden und ihn zugleich durch den Messvorgang vollkommen unverändert lassen. → in diesem Idealfall beschränkte sich das Gültigkeitsproblem allein auf die angemessenheit der Korrespondenzregeln für die Zuordnung der Indikatoren (semantische Gültigkeit)  Diese Situation wäre gegeben, wenn für die Feststellung des Berufsstatus von Personen die Personalakten beim Arbeitgeber eingesehen werden könnten oder wenn die auf Video vorliegende aufzeichnung einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung zu codieren.... Meist ist es jedoch gar nicht möglich/ zu mühsam, nach solchen "idealen" operationalen Vorschriften vorzugehen. B: in welchem ausmaß leihen sich Studenten Bücher aus? → Auswertung der Bib.Aufzeichnungen nicht mögl., weil Datenschutz → praktikabler Ausweg, die Studierenden selbst zu fragen, wie viele Bücher sie während einer bestimmten Periode ausgeliehen haben. → Ist aber ein solches Vorgehen emp. gültig (d.h. stimmen die Antworten auf die Frage nach der Ausleihhäufigkeit mit der Zahl der tatsächlich ausgeliehenen Bücher überein)?  sprachlogische Gültigkeit (semantische) ist gegeben, wenn wir Ausleihhäufigkeit nominal als Anzahl entliehener Bücher in einer bestimmten Periode definieren + Operationalisierung= die Antwort auf die Frage nach der Anzahl der entliehenen Bücher in dieser Periode vorsehen. emp. Gültigkeit ist nur emp zu überprüfen Stichprobe → an dieser wird festgestellt, ob das operationale Vorgehen (hier: Protokollierung der Antworten auf die Frage nach der Zahl entliehener Bücher) dieselben Ergebnisse bringt wie die ideale operationale Vorschrift  (Auswertung der Bibliotheksaufzeichnungen für diejenigen Studierenden, die wir befragt haben → 7 von 8 befragtn StudentInnen über schätzen die Zahl der entliehenen Bücher → das operationale Vorgehen hat also nue eine empirische Gültigkeit. → Regelfall = wir können nicht mir "idealen" Operationalisierungen arbeiten, sondern mit Hilfe indirekt messender Verfahren  → dabei Können zwei Typen von Ursachen für Informationsverzerrung wirksam werden:  solche die im Instrument selbs liegen,  andererseits solche die in der Erhebungssituation  auftreten.  zu 1) Vom Messinstrument verursachte systematische Fehler: mangelnde semantische Gültigkeit ist ein Indikator gewählt, der nicht trennscharf die eigentlich anvisierte Dimension trifft, → Fehler setzt sich in der Datenerhebung fort:  Das Instrumen bildet in den Messwerten nicht die theoretisch gemeinte Dimension ab, sondern was anderen  Das Messinstrument selbst kann (selbst bei semantischer Gültigkeit der Indikatoren) Auslöser von  systematischen Verzerrungen sein: B: bei Fragebögen durch Benutzung  von Fremdwörtern oder Fachausdrücken, durch schwer verständliche oder gar durch suggestive Frageformulierungen, Reihenfolge der Fragen und etc. zu 2) Von der Erhebungssituation ausgehende systematische Fehler  resultieren aus der spezifik der Forschungskontaktsituation  B: Bei teilnehmender Beobachtung sind die Beobachter abhängig von der realen Definition der Situation, in der sie sich als unerkannte Beobachter einpassen müssen →  nur bedingt unbeeinflusste Beobachtung möglich. + Beobachter hat durch Anwesenheit im Feld mehr oder weniger Auswirkungen                                                      → die Daten können niemals vollständig das wiederspiegeln, was wirklich gewesen wäre, wenn kein Beobachter eine im Untersuchungsfeld eingenommen hätte Fall müdliches Interview: Verzerrung durch das Interviewer-Verhalten + durch den Kontext indem das Interview steht: B: Iverviewer stellt die Fragen nicht bei jeder befragten Person in gleicher Weise/ Andere Personen kommen zum Interview hinzu. Verzerrungen begründet durch Reaktionsweise der befragten Person: jmd Antwortet bei unklaren Fragen lieber mit "Ja" als mit "weiß ich nicht". /jmd möchte sich dem Interwiever gegenüber im positivem Licht darstellen. Beurteilung der Prüfung der empirischen Validität nicht leicht möglich. Entsprechend den für die Beurteilung gewählten Strategien unterscheidet man üblicherweise zwischen Inhaltsvalidität Kriteriumsvalidität Konstruktvalidität zu 1) Inhaltsvalidität die Prüfungsfrage: erscheinen die Untersuchungsergebnisse plausibel? wurden alle untersuchungsrelevanten Dimensionen in der Operationalisierung berücksichtigt? sind die gewählten Vorgehensweisen + Resultate mit dem bisherigen "state of the art"  sowie mit dem bisher akzeptierten Wissen kompatibel?  zu 2) Kriteriumsvalidität Test durch den Vergleich mit einem unabhängigen Vergleichswert vorzunehmen → Man benötigt einen zweiten satz empirischer Daten über einen Sachverhalt., der in haltlich mit dem operationalisierten Begriff hinreichend stark zusammenhängt → kann als externes Prüfkriterium verwendet werden. Kriteriums Validität = hoch , wenn →Kriteriumsdaten korrelieren mit den den eigentlich interessierenden Daten hoch. zu 3) Konstruktvalidität  Überlegung: der zu operationalisierende theoretische Begriff (Konstrukt) kann in mehreren  empirisch überprüfbaren Zusammenhangshypothesen verwendet werden.  anders ausgedrückt: er kann als "wenn Komponente" in Hypothesen mit unterschiedlicher "Dann-Komponente" erscheinen → Falls sich empirisch nachweisen lässt, dass die gemessenen abhängigen Variablen (die "Dann Komponenten") hinreichend hoch korrelieren, kann dies als Hinweis auf eine valide Messung des Konstrukts gewertet werden. 
  • 4.4 Annotation aus der Perspektive qualitativ-interpretativer Methoden Operationalisierung und Indikatorenwahl finden im engeren Sinne nicht statt → umfangreichere Ausführungen erürigen sich.  Hinweis: immerwieder geführte Diskussion um den Stellenwert theoretischen Vorwissens, also darum, woher die Begriffe und Aussagen stammen, die als Ergebnis qualitativer Forschung präsentiert werden  Problem: rein induktive emp forschung erkenntnislogisch unmöglich, weil allein die Erfassung und Benennung emp Phänomene immer schon theoriehaltiger Symbolsysteme bedarf. 
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