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5 Intra- und interpersonelle ASpekte psychischer und psychisch mitbedingter Stör (Fach) / 5.1.2 Auswirkungen von chronischen Ehekonflikten und Scheidung (Lektion)
Trennung, Scheidung, langfristige Folgen
Diese Lektion wurde von kristina83 erstellt.
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- Trennung und Scheidung (Häufigkeit, nach der Scheidung) In Ballungszentren wird derzeit jede 2te, im bundesweiten Durchschnitt jede 4. bis 5. Ehe geschieden. Die meisten Geschiedenen heiraten wieder, wobei ein erhöhtes Risiko für eine erneute Trennung besteht. Die Kinder müssen unter Umständen mehrfach die belastenden Phasen aus Abschied von der alten Familie, Einelternfamilie und Stieffamilienbildung erleben.
- Phasen der Scheidung Der Trennung geht eine ein- oder mehrmalige Ambivalenzphase voraus. Die Scheidungsphase beginnt, wenn die Anwälte eingeschaltet werden und ist oft durch massive gegenseitige Entwertung der Ehepartner gekennzeichnet. Die Nachscheidungsphase endet mit der psychischen Scheidung nach einer Trauer- und Neuorientierungsphase.
- Auswirkungen auf Partner Geschieden leiden oft unter Selbstwertverlust, Trauer, Aggressivität und Hilflosigkeit - es kommt häufiger zu Substanzmissbrauch, Rückfällen psychischer Erkrankungen - beim "außenstehenden" Elternteil können sich Schuld- und Inkompetenzgefühle entwickeln - hoher subjektiver Druck beim erziehungsberechtigten Teil durch alleinige Zuständigkeit, geringe zeitliche Ressourcen, mangelnde soziale Unterstützung - Morbidität (z.B. Depression, Suizidalität) von allein erziehenden Frauen ist höher als die von verheirateten Müttern
- Auswirkungen auf Kinder Ca. 50% der Kinder haben nach der Scheidung zum nicht sorgeberechtigten Elternteil keinen Kontakt mehr.Die Trennung bringt die Kinder kurz- und langristig aus dem seelischen Gleichgewicht.3/4 erleben die Trennung als krisenhafte Erfahrung. Jungen reagieren zeitnah verstärkt mit antisozialem Verhalten. Mädchen passen sich zunächst vordergründig gut an die Situation an und entwickeln oft erst in der Pubertät Symptome wie verringertes Selbstvertrauen oder Ängste. Häufig kommt es zum Leistungsabfall in der Schule. Erfolgt die Trennung vor dem 10. Lj., scheinen die negativen Folgen besonders stark zu sein, weil sich jüngere Kinder oft die Schuld an den Streitigkeiten geben.
- Langfristige Folgen von Scheidungen Viele Scheidungskinder leiden bis ins Erwachsenenleben unter psychischen Störungen (z.B. erhöhtes Risiko für Substanzmissbrauch, dissoziales Verhalten, Depression).Es kommt bei ihnen öfter zum Schulabbruch und zu Arbeitslosigkeit. Das Erleben der Scheidung erhöht das Risiko, selbst geschieden zu werden. Kinder aus Scheidungsfamilien suchen als Erwachsene häufiger als andere einen Psychotherapeuten auf und leiden oft unter einem starken Konflikt zwischen Bindungssehnsucht und Verlustangst. Langfristig ungünstig wirken vor allem fehlende oder negative Beziehungen zum getrennt lebenden Elternteil. Entscheidender Faktor scheint das Fehlen des nicht sorgeberechtigten Elternteils bei der Erziehung zu sein.
- mögliche positive Folgen von Scheidungen Erfahrungen mit "offenen Einelternfamilien" oder "offenen Mehrelternfamilien" mit gutem Kontakt zum geschiedenen Partner (gemeinsames Sorgerecht) weisen darauf hin, dass das Erleben einer Trennung beim Kind auch zu positiven Entwicklung wie mehr Selbstständigkeit, Kooperationsbereitschaft und Verantwortungsgefühl führen kann. Kindern, deren Eltern vor der Trennung gewalttätig oder heftige verbale Konflikte hatten, geht es nach einer Scheidung meist besser.
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