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Arbeits- und Organisationspsychologie (Fach) / 7a (Lektion)
Erwerbslosigkeit
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- Manifeste und latente Funktionen der Erwerbsarbeit Gelderwerb Zeitstruktur Sozialkontakt Kollektive Ziele Status Aktivität
- Vitaminmodell - Welche Möglichkeiten Arbeit mit sich bringt 1. Gelegenheit zur Ausübung von Kontrolle 2. Gelegenheit zum Gebrauch eigener Fertigkeiten 3. Von außen gesetzte Ziele / Anforderungen 4.Vielfalt / Abwechslung 5. Klarheit der Umgebung 6. Verfügbarkeit von Geld 7. Physische Sicherheit 8. Gelegenheit zu zwischenmenschlichem Kontakt 9. Angesehene soziale Stellung Erwerbslosigkeit = Mangel in diesen Umgebungsmerkmalen
- Handlungsrestriktionstheorie Erwerbslosigkeit führt zu Einschränkungen der Handlungsmöglichkeiten eines an sich handlungswilligen Individuums.
- Zentrale Ergebnisse: Erwerbslosigkeit & psych. Gesundheit Erwerbslose haben eine eindeutig schlechtere Befindlichkeit als Wiedereingestellte. Dies gilt nur dann nicht, wenn die Wiedereingestellten "underemployed" oder in "bad jobs" sind. Eindeutig sind die Folgen für die psychische Verfassung, weniger eindeutig für körperliche Beeinträchtigungen.
- Zentrale Ergebnisse: EWL & psych. Gesundheit - Nachweisbare Moderatoreffekte • Beruflicher Status: Bei Personen mit gewerblich-technischen Berufen stärkerer Effekt als bei Angehörigen von Büroberufen • Dauer der Arbeitslosigkeit: zunächst starker Anstieg der psychischen Belastung, Maximum bei 9 Monaten, dann leichte Verbesserung gefolgt von Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Noch unklarer Verlauf bei extrem langer AL-Dauer ( 2.5 Jahre) •Bindung an die Erwerbsarbeit: Starke Bindung für Erwerbstätige positiv, für Arbeitslose negativ (vgl. auch McKee-Ryan et al. für work role centrality) •Geschlecht: Bei Männern stärkerer Effekt als bei Frauen •Keine Moderatoreffekte: Zugehörigkeit zu Minderheit, Bildung, Partnerschaft, Alter, Alter der Studie
- Erwerbslose haben eine schlechtere psychische und körperliche Gesundheit als Erwerbstätige - Selektionshypothese Werden psychisch kranke Personen bevorzugt entlassen?
- Erwerbslose haben eine schlechtere psychische und körperliche Gesundheit als Erwerbstätige - Sozialisationshypothese --> Verursachungseffekt Führt die Erwerbslosigkeit zu psychischen Erkrankungen? Der Verursachungseffekt (Erwerbslosigkeit als Ursache der schlechteren Befindlichkeit) ist stärker als der Selektionseffekt.
- Was beeinflusst die Auswirkungen der Arbeitslosigkeit? Dauer der Arbeitslosigkeit finanzielle Lage soziale Unterstützung vorherige Arbeitssituation Arbeitsplatzunsicherheit
- Arbeitslosigkeit und Alkoholismus, Kriminalität und Suizid (+Beziehungen und Vererbung) • Erwerbslosigkeit und Alkoholismus – verstärkt bereits vorhandene Alkoholismusformen („intensivierender" Effekt) und – geht einher mit Neuentwicklung von Alkoholerkrankungen („ursächlicher" oder „auslösender" Effekt). – auch eine Ausweitung auf andere Suchtstoffe (z. B. Tabletten, „expandierender" Effekt) • Kein ursächlicher Zusammenhang zwischen Erwerbslosigkeit und Kriminalität oder (rechts-) radikalen politischen Tendenzen– vielmehr: politische Radikalisierung in beide Richtungen, kleine Studie mit Jugendlichen • Vermehrte Suizide bei Erwerbslosen sind nicht belegbar • Positive und (!) negative Tendenzen in Partnerbeziehungen verstärken sich (keine repräsentative Studien!). • Bei Söhnen ist elterliche Erwerbslosigkeit ein Prädiktor für deren spätere Erwerbslosigkeit ("soziale Vererbung"), bei Töchtern sind es dagegen sozial-emotionale Defizite in der Familie.
- Top 5 - Was wollen Arbeitgeber? 1. Zuverlässigkeit 2. Pünktlichkeit 3. Komptetenz 4. Anpassungsfähigkeit 5. Kommunikativität
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- Was sind Gründe für die oft beobachtete Verschlechterung der Chance auf Wiedereinstellung? Zunehmende Dauer der Erwerbslosigkeit bewirkt Verschlechterung der Chancen, zu Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden(Erklärung: Annahme, Bewerber/innen wurden schon früher interviewt und potentiell "gute" Bewerber/innen wären schon eingestellt worden)Arbeitgeber bevorzugen Bewerber/innen mit kurzzeitigen Erwerbslosenperioden gegenüber Bewerber/innen mit gegenwärtiger Anstellung (Erklärung: schnelle Verfügbarkeit)
- Förderliche Bedingungen für den Wiedereinstieg • Qualität der Bewerbung ist wichtiger als Quantität. • „Zu häufige" Bewerbungen erhöhen Misserfolgserfahrungen. • Eine nicht zu hohe Arbeitsorientierung scheint mit besserer mentaler Gesundheit einher zu gehen. • Gute kognitive Fähigkeiten und Eigeninitiative korrelieren mit höherer Wiedervermittlungsquote. • Internale Ursachenzuschreibung scheint förderlich für Wiedervermittlung zu sein, wenn sie sich auf veränderliche Merkmale der Person bezieht. • Konzessionsbereitschaft bringt Erwerbslosen (vorerst) einen Job, aber nicht zwingend Verbesserung ihrer Befindlichkeit und langfristige Stabilität.
- Die Rolle der A&O-Psychologie - Individuums- oder gruppenbezogene korrektive Maßnahmen • Möglichst früh ansetzen. • Psychische Labilisierung durch Armut vermeiden. • Psychische Labilisierung durch Misserfolge vermeiden. • Kontakt zu anderen Erwerbslosen fördern. • Emotionale Unterstützung bieten. • „weak ties" erhalten • Die Familie einbeziehen (Unterstützung beim Rollenwechsel!). • Vor Diskriminierung schützen. • Mittlere statt hohe Arbeitsorientierung fördern. • Internale Kontrollüberzeugung fördern, aber keine falschen Kontrollhoffnungen wecken. • Nicht nur externale Ursachenattribuierung fördern sondern auch internale Ursachenattribuierung (auf veränderliche Merkmale). • Auf Qualität der Arbeit achten (Gefahr hoher Konzessionsbereitschaft und Abwärtsspirale, underemployment vermeiden).
- Wie ist die "Erfolgsbilanz" von Interventionsmaßnahmen (und was sind Erfolgskriterien)? Ergebnisse: • Wiedervermittlungsrate ganz unterschiedlicher Programme für unterschiedliche Teilnehmergruppen liegt bei ca. 20% und 30%. • Nach Ende der Maßnahme nimmt erreichte Verbesserung der psychischen Befindlichkeit wieder ab, aber: • Teilnehmer einer Maßnahme zeigten noch Jahre nach Maßnahmenende geringere Depressionswerte und Befindlichkeitsverbesserung im Vergleich zu Erwerbslosen, die nicht an Maßnahme teilgenommen haben. Erklärung: „Stressimpfung"