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4 Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter (Fach) / 4.2.2 Epidemiologie psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter (Lektion)

Prävalenz und Inzidenz

Diese Lektion wurde von kristina83 erstellt.

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  • Prävalenz unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht ca. 10-20% aller Ki&Ju haben bis zum 18. Lj. eine behandlungsbedürftige psych Stör. erste Häufigkeitsgipfel: von 6-10 Jahren Jungen konstitutionell eher für Störungen anfälliger als Mädchen (2:1) Es gibt Hinweise, dass sich die Geschlechtsunterschiede in den letzten Jahren etw. reduzieren. Mädchen neigen etwas mehr als früher zu Delinquenz und Jungen etw. mehr zu Depressionen.
  • Prävalenz unter Berücksichtigung des Geschlechts: Jungen Jungen zeigen im ersten Lebensjahrzehnt eine erhöhte Empfänglichkeit für seelische Störungen vor allem bei Ausscheidungsstörungen, geistiger Behinderung, Autismus, Hirnschädigung, Entwicklungsverzögerungen, hyperkinetischem Syndrom und Störungen des Sozialverhaltens.
  • Prävalenz unter Berücksichtigung des Geschlechts: Mädchen Ab der Pubertät treten bei Mädchen häufiger psychische Störungen auf als bei Jungen. Sie leiden vor allem unter Essstörungen, Ängsten und Depressionen. Es gibt Hinweise, dass sich die Geschlechtsunterschiede in den letzten Jahren etwas reduzieren. Mädchen neigen etwas mehr als fürher zu Delinquenz und Jungen etwas mehr zu Depression
  • Inzidenz unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht Inzidenz: Anzahl von Neuerkrankungen Die Inzidenz entwickelt sich bei den einzelnen Störungen unterschiedlich: Die Inzidenz von expansiven Störungen, die eher von Jungen gezeigt werden, steigt bis zum Ende der Pubertät und nimmt dann ab. Die Inzidenz von internalisierenden Störungen wie Angst, Depressionen und Essstörungen, die häufiger Mächen betreffen, wächst in oder nach der Pubertät.
  • Änderung der Störungsgesamtbelastung mit steigendem Alter der Kinder und Jugendlichen Mit zunehmendem Alter steigt die Störungsbelastung, u.a. weil bestimmte Störungen (z.B. Essstörunen) vornehmlich erst im Jugendalter auftreten und weil bestimmte psychische Störungen mit der Herausbildung anderer einher zu gehen scheinen (z.B. Störungen des Sozialverhaltens mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung). Der Anstieg der Störungsgesamtbelastung kann auch darauf zurückgeführt werden, dass die subjektiv erlebte psychische Belastung während der frühen Adoleszenz im Vergleich zur Kindheit deutlich stärker wird. Man geht davon aus, dass die biologischen, psychologischen und sozialen Entwicklungsaufgaben in der Jugend eine besondere Belastung darstellen. Den Mädchen fallen dabei oft die Verarbeitung der körperlichen Veränderungen und die Ablösung von der Mutter schwerer als den Jungen. Dadurch ist ihre Anfälligkeit für psychische Störungen im Vergleich zu männlichen Jugenlichen erhöht.
  • Spontanverlauf wichtiger Krankheitsbilder in unterschiedlichen Altersbereichen Der Spontanverlauf psychischer Störungen hängt unter anderem einerseits von der Diagnose ab und andererseits davon, in welchem Alter die Störung auftritt. Bei kleinen Kindern bilden sich z.B. Phobien, Sprech- und Ausscheidungsströungen relativ gut zurück. Frühe Störungen des Sozialverhaltens haben dagenen eine schlechte Prognose. Bei Jungelichen ist der Spontanverlauf bei Substanzmissbrauch relativ günstig. Andere Störungen des Jugendalters wie Anorexie oder hebephrene Schizophrenie haben dagegen eine eher schlechte Prognose.
  • Persistenz von Störungen Rund 50% der psychischen Störungen von Ki&Ju persistieren über die Dauer von 2-5 Jahren. Über 10 Jahre bleiben ca. 8%, über 17 Jahre etwa 2% der Störungen bestehen. Die Fortdauer hängt auch von der Art der Störung ab. Hohe Persistenzraten zeigen hyperkinetische und dissoziale Störungen. Deutlich weniger anhaltend sind Ausscheidungsstörungen oder Substanzmissbrauch.
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