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Experimentelle Psychologie (Fach) / Choice Reaction (Lektion)
Verschiedene theoretische Grundlagen und klassische Experimente zum Thema Choice Reaction - Wahlreaktion
Diese Lektion wurde von vr6666 erstellt.
- 01 Wahlreaktionszeit - Theoretische Grundlagen - 3 Typen - a) einfache RT - b) Choice Rct.: 2 Reize und 2 mögliche Rkt. - c) Go/No-Go (z.B. NUR drücken WENN lauter ODER leiser Ton), Same-Different (Entscheiden, ob zwei Reize gleich oder verschieden), 2AFC (z.B. Wer war zuerst da? der laute oder der leise Ton)
- 02 Subtraktionsmethode nach Donders Grundlegend: Vergleich von Einfach (Mehrere Reize, nur eine Rkt. möglich)- und Wahlreaktion (Mehrere Reize, mehrere Rkt. möglich) Elementarer Unterschied: Einfach nur bei einem Reiz drücken vs. noch zusätzlich genau das Richtige (Reizunterscheidung und Antwortauswahl) drücken Forschungsanliegen: Subtraktion der RT aus beiden Experimenten - aks Differenz bekommt man die Zeit für den Prozess der Reizunterscheidung und Antwortauswahl Dadurch wird der Zeitbedarf für (nicht direkt beobachtbare) mentale Prozesse messbar. In diesem Zusammenhang wird auch von Reaktionszeiten für "neutrale" Prozesse gesprochen.
- 03 Collins & Quillian (1969): Hierarchische Organisation des semantischen Gedächtnisses Es wird angenommen, daß die Attribute auf der höchstmöglichen hierarchischen Ebene nach dem Prinzip der "kognitiven Verdichtung'' im semantischen Gedächtnis abgespeichert werden.
- 04 Shepard & Metzler (1971): Mentale Rotation Unter Mentaler Rotation versteht man die Fähigkeit zwei- oder dreidimensionale Objekte im Geiste zu drehen. Die Leistungsfähigkeit wird durch den so genannten Mentalen Rotationstest (Kürzel MRT) bestimmt. Die Leistung hängt dabei vom Winkel der Rotation ab und beträgt typisch zwischen ca. 1 sec für kleine Winkel bis hin zu ca. 5 sec für Verdrehungen von 180 Grad. Merke also: Je länger ich drehen muss, desto größer ist die RT. Exp: Typische Tests bestehen aus einer Referenzfigur und einer entweder gleichen oder ungleichen Vergleichsfigur, die unterschiedlich weit in den Raumebenen verdreht sein kann. Die Aufgabe der Probanden besteht dann in der Regel darin, die Vergleichsfigur durch mentales Drehen in die Referenzfigur zu überführen, um eine Entscheidung bezüglich der Gleichheit zu fällen.
- 05 Posner & Mitchel: Same-Different Exp: Darbietung von zwei Buchstaben (A und B), VP muss entscheiden, ob die Buchstaben gleich oder verschieden sind. Zuerst kommt ein Buchstabe, nach 0-1000 ms der Zweite. Gemessen wird RT beim drücken nach der Einblendung des zweiten Buchstabens. Im Originalexp: ISI als UV, RT als AV Ergebnis: RT am kürzesten für "physical same" (A A) und ISI von 0 ms; RT für "name same" (A a) immer etwas länger
- 06 Visuelle Suche (Treisman & Gelade, 1980): Überblick Experiment: VP schaut auf Display. Soll mit Tastendruck (Ja/Nein) entscheiden, ob Zielreiz in Suchmatrix enthalten ist oder nicht. 50% der Durchgänge enthalten idR keinen Zielreiz. Die Anzahl der non-targets (Distraktoren) wird variiert (das sind die Referenz-Stimuli). Das Design ist deshalb zweifaktoriell und mit vollständiger Messwiederholung. AV: RT, Fehler UV: Anzahl Distraktoren
- 07 Visuelle Suche (Treisman & Gelade, 1980): Details Suchfunktion: Ergibt sich aus RT als Fkt. der Distraktorenanzahl und der An/Abwesenheit des targets Suchsituationen: a) Merkmalssuche: Zielreiz hebt sich in nur durch Kombination von EINEM Mekrmal von Distraktoren ab (Farbe ODER Form, zB rotes unter vielen grünen Quadraten finden) b) Konjunktionssuche: Zielreiz nur durch MEHRERE Kombinationen von Merkmalen von Distraktoren unterscheidbar (Farbe UND Form)
- 08 Visuelle Suche (Treisman & Gelade, 1980): Befunde und Auswirkung auf Suchfunktion Zentrale Befunde: a) Merkmalssuche (fast) keinen Zusammenhang zwischen RT und Anzahl der Distraktoren. Außerdem kein Unterschied zwischen positiven und negativen (Target enthalten oder auch nicht) Durchgängen Erklärung: Bei der Suche springt Merkmal direkt ins Auge ("Pop-Out"), es kann seriell gesucht werden -> Suchfunktion sehr flach b) Konjunktionssuche steigt die RT mit Anzahl der Distraktoren. Für positive Durchgänge (Target enthalten) ist die RT kleiner als für negative (kein Target enthalten) Erklärung: Jedes Item muss einzeln abgesucht werden (parallele Suche). RT bei positiven Durchgängen kürzer, da Suche bei Merkmalsentdeckung abgebrochen (self-terminating) wird. Bei negativen Durchgängen wird alles bis zum letzten Item abgesucht. -> Suchfunktion steil Außerdem: Je ähnlicher Zielreiz und Distraktoren, desto länger die RT -> Suchfunktion wird steiler
- 09 Sternberg (1966): Memory scanning AV: RT UV: Listenlänge (1-6 Zeichen lang -> within), Art des Durchgangs (pos./neg. -> within) Exp: VP bekommt sequentelle Liste mit 1-6 Ziffern für über eine Sekunde. Anschließend 2 Sekunden Behaltensintervall und Präsentation einer weiteren Ziffer. VP soll Taste drücken, falls weitere Ziffer in Lernliste enthalten war (Positiv) oder nicht (negativ). Anschließend gesamte Liste in Reihenfolge reproduzieren. Befunde: RT steigt linear mit steigender Listenlänge. RT für positive und negative Durchgänge fast gleich. Es scheint also immer eine vollständige serielle Suche stattzufinden über die gesamte Listenlänge.
- 10 Kompatibilitätseffekte Wenn Reiz- und Reaktionsanordung übereinstimmen (z.B. auf einen linken Reiz mit der linken Taste reagieren, auf einen rechten Reiz mit rechts), sind allgemein kürzere Reaktionszeiten zu beobachten. Wenn auf einen hellen Lichtreiz mit einem kräftigen und auf einen dunklen Reiz mit einem schwachen Tastendruck reagiert werden sollte, wurden kürzere Reaktionszeiten erzielt, als in einer inkompatiblen Anordnung (hell-schwach und dunkel-kräftig) Weiter dazu: Siehe Simon-Effekt
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