19
Arbeits- und Organisationspsychologie (Fach) / Emotionale Intelligenz (Lektion)
EI als personale Ressource
Diese Lektion wurde von Jewelzy erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
Anzeige
- Modelle der Emotionalen Intelligenz - Fähigkeitsmodell (Salovey & Mayer) EI als Schnittstelle von Emotion und Kognition EI setzt sich aus 4 kognitiven Fähigkeiten zusammen Emotionswahrnehmung Emotionsnutzung Emotionswissen Emotionsregulation Facetten stehen miteinander in Zusammenhang und sind hierarchisch angeordnet gemessen durch Leistungstests (z.B. MSCEIT) - Mischmodell (Goleman) sehen EI als Konglomerat zahlreicher Persönlichkeitsdispositionen, mentaler Fähigkeiten und motivationaler Aspekte sehr breite Disposition, die auch nicht-kognitive Kompetenzen einschließt beinhaltet v.a. sozial-erwünschte Aspekte gemessen durch Selbstbeschreibungsverfahren (z.B. WLEIS)
- Selbstbeschreibungsverfahren vs. Leistungstests - Intention L.: Erfassung maximaler Leistung S.: Erfassung typischer Verhaltensweisen - Einsatz L.: Intelligenzmessung S.: Messung von Persönlichkeitsdispositionen - Vorteil L.: geringere Verfälschungstendenzen S.: einfache Durchführung, geringe Kosten und ökonomisch - Nachteil L.: hoher Aufwand in Durchführung und Auswertung S.: selbstwertdienliche Verzerrungen
- Selbstbeschreibungsverfahren der EI Trait Meta Mood Scale (TMMS): Aufmerksamkeit für emotionale Inhalte, Klarheit der Emotionswahrnehmung, Beeinflussbarkeit negativer Emotionen Schutte Self-Report Inventory (SSRI): Emotionswahrnehmung und -bewertung Wong and Low Emotional Intelligence Scale (WLEIS): Beurteilen eigener Emotionen, Beurteilen Emotionen anderer, Nutzen von Emotionen, Regulieren von Emotionen Self-Rated Emotional Intelligence Scale (SREIS): Emotionaswahrnehmung, -nutzung, -verstehen, -regulation Bar-On Emotionaler Qutient Inventory (EQ-i): emotionales Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit, Selbstbild, Selbstaktualisierung, Unabhängigkeit, Empathie etc. Trait Emotional Intelligence Questionnaire (TEIQue): Wohlbefinden, Geselligkeit, Selbstbeherrschung, Emotionalität
- WLEIS Wong and Low Emotional Intelligence Scale - Selbstbeschreibungsverfahren - 4 Dimensionen Beruteilen eigener Emotionen Beruteilen der Emotionen anderer Nutzen von Emotionen Regulierung eigener Emotionen - Bewertung ökonomisch (16 Items) reliables (∝ > .70) und valides Verfahren inkrementelle Validität hinsichtlich berufsbezogener Kriterien 4-Faktoren-Struktur mehrfach bestätigt aber: hohe Korrelationen mit den Big 5
- Vorteile und Probleme von Selbstbeschreibungsverfahren Alltagsnähe große Stichproben erfassen typisches Verhalten und Einschätzungen eigener emotionaler Fähigkeiten Problem: soziale Erwünschtheit Problem: Differenz zw. selbst eingeschätzem und tatsächlichem Verhalten
- MSCEIT Meyer-Salovey-Caruso Test - leistungsbasierte Erfassung von EI - bekanntester Test zur Erfassung emotionaler Intelligenz - basiert auf 4-Fähigkeits-Ansatz - Aufbau 141 Aufgaben 8 Aufgabenbereiche 2 Bereichswerte (erfahrungsbasierte und strategische Emotionale Intelligenz) Gesamtwert
- Aufgabenebenen des MSCEIT Gesichter Bilder Unterstützen Sinneseindrücke Veränderungen komplexe Emotionen Umgang mit eigenen Emotionen Emotionen in Beziehungen
- Bestimmung des Leistungskriteriums beim MSCEIT Konsensusmethode: richtig ist, was die meisten Personen, den den Test machen als richtig empfunden haben Expertenmethode: richtig ist, was Personen, die Erfahrung und Kompetenz in dem jeweiligen Fachgebiet haben, als richtig festgelegt haben Zielbewertungsmethode: Probanden bewerten eine andere Person (= Zielperson= hinsichtlich deren Erleben in einer dargestellten Situation
- Bewertung des MSCEIT - Normen für Erwachsene ab 17 Jahre (N= 3653 -> große Stichprobe) - Reliabilität Split-Half-Reliabilität zufriedenstellend bis sehr gut Retest-Reliabilität: zufriedenstellend bis gut - Validität Faktorielle Validität: bestätigt Diskriminante Validität: höchstens mittlere Korrelation mit Persönlichkeits- und Intelligenzmaßen Kriteriumsvalidität: Belege u.a. für den Personal-Kontext
- Kriteriumsvalidität des MSCEIT: Befunde aus dem Persnoalbereich höhere Bonuszahlungen; bessere interpersonelle Fähigkeiten und Stresstolerant bessere Kundenbetreuung höhere Führungseffektivität positiver Afekt, Prävention von Burnout
- Anzeige
- Kritik an Fähigkeitstests zur Messung von EI - einzige objektive richtige Antwort festlegen - Dissens über die optimale Reaktion in einer Situation
- hohe emotionale Fähigkeiten sind verbunden mit ... - Physischer Gesundheit - Psychischer Gesundheit - Stressmanagement - Umgang mit Kritik - Qualität persönlicher Beziehungen
- EI und arbeitsbezogene Kriterien EI korreliert mit Arbeitszufriedenheit Kundenorientierung Teamfähigkeit Arbeitsleistung
- Emotionsarbeit - = Prozess, Emotionen und deren Ausdruck zugunsten von Organisationszielen zu regulieren - umfasst implizite und explizite Regeln bzgl. Bandbreite, Dauer, Intensität oder Zeil von Emotionen - Schlagwort: deep acting (Ziel = wirkliches Fühlen der geforderten Emotion)
- Ist EI im Management ein Handicap? nein, weil gute Manager beides können Aufmerksamkeit auf Gefühle Emotionen beiseite schieben ⇒ Emotional intelligente Menschen sind sensitiver und nicht sentimentaler!
- Probleme vieler EI - Trainings keine wissenschaftliche Fundierung vage theoretische und empirische Basis der meisten Trainingsprogramme fehlende wissenschaftliche Evaluierung und Validierung methodisch fragwürdige Evaluation: insuffiziente Stichprobengröße, Kontrollgruppen fehlen, kein longitudinales follow-up
- Emotionale Intelligenz oder Kompetenz? --> eher Kompetenz, da man im Trainingskontext von Lernbarkeit einer Fähigkeit ausgeht --> Intelligenz ist per Definition relativ stabil --> üblich wird in diesem Kontext aber trotzdem von Intelligenz gesprochen, da es sich besser vermarkten lässt
- Forschungsstand zur Trainierbarkeit von EI Trainings zeigen zum größten Teil positive Effekte von Trainings
- Grundvoraussetzungen für die Fördeurng emotionaler Kompetenzen - engagiertes und wiederholtes Üben ist notwendig - Trainingsgruppen: max. zehn Personen - Follow up