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4 Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter (Fach) / 4.1.3 Psychoanalytische und tiefenpsychologische Entw.konzepte (Lektion)
Entwicklung von Instanzen und Strukturen, Selbst, Selbst- und Objektbeziehungen
Diese Lektion wurde von kristina83 erstellt.
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- Entwicklung von Instanzen Nach Freud basiert die Entw. auf konstitutionellen Elementen, die durch Lebenserfahrung modifiziert werden ES Ich, in der Ich-Entw. unterscheidet folgende Stufen: frühe, mittlere, fortgeschrittene Ich-Entw., am Ende stehen stabile Ich-Grenzen Über-Ich
- Es Das Es ist ontogenetisch am ältesten. Aus dem Es kommen die frühen autoerotischen, oralen Bedürfnisse. Es enthält die ererbten Triebe (Eros und Thanatos) und die verdrängten Vorstellungen.
- Ich Das Ich entwickelt sich aus dem Es und differenziert sich in der analen Phase aus. Zunächst reagiert das Kind intentional, es ergreift alles und steckt es in den Mund. Daraus entwickeln sich das Hand-Ich und das Mund-Ich. Durch erweiterte Ich-Erfarungen werden verschiedene Aspekte des Ich-Erlebens dem eigenen Erleben zugeordnet. Aus der intentionalen Kompetenz entwickelt sich allmählich die interaktionelle Kompetenz. Das Kind kann Reaktionen herbeiführen und entdeckt das Wechselspiel zwischen eigenen und fremden Bedürfnissen. Man unterscheidet bei der Ich-Entwicklung verschiedene Stufen.
- frühe Ich-Entwicklung symbiotische Stufe, impulsive Stufe
- mittlere Ich-Entwicklung selbstschützende Stufe, Konformistenstufe, Stufe des Bewusstseins über sich selbst, Gewissensstufe
- fortgeschrittene Ich-Entwicklung individualistische Stufe, autonome Stufe, integrierte Stufe
- Über-Ich Für Freud ist das Überich das Erbe des Ödipus-Komplexes als Verinnerlichung der elterlichen Verbote. Nach Klein vollzieht sich die Bildung des Überichts bereits in präödipalen Phasen, 1985.
- Entwicklung von Strukturen Die Struktur als Stil, in dem jeder immer wieder sein intra- und interpsychisches Gleichgewicht herstellt, entwickelt sich durch neue Erfahrungen lebenslang aber langsam. Der Eindruck der Konstanz überwiegt.
- Entwicklung des Selbst und von Selbst- und Objektbeziehungen Nach neuerer Auffassung ist das Kind schon von Geburt an objektsuchend. Das Objekt dient zunächst zur Stützung des Selbst. Wichtige Aspekte des Objektes werden dann in die Selbstorganisation integriert. Bei gesunder Entwicklung werden die Funktionen des Objektes vom Selbst übernommen. So entstehen reife Selbstobjektbeziehungen.
- Entwicklung von inneren Objekten Die inneren Objekte bilden sich aus den frühen kindlichen Erfahrungen. Sie sind dabei keine Abbilder der äußeren Bedingungen, sondern eher Fantasien und symbolhafte Repräsentanten. Innere Objekte beeinflussen stark die Gestaltung der späteren Beziehungen.
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- Definition Entwicklung Die Identität ist das Empfinden, in jeder Situation die gleiche Person zu sein. Sie enthält 2 Komponenten: Die Person, für die man sich selbst hält, und die Person, für die einen andere halten.
- Entwicklung der Identität Bereits im Verlauf der ersten 6 Jahre entsteht das Gefühl einer Ganzheit der eigenen Person, aber Identitätsentwicklung ist eine lebenslange Aufgabe. Das Gefühl der eigenen Identität verändert sich während des Lebens und ist dabei gleichzeitig eine psychologische Konstante. Die Identitätsentwicklung führt zur Bildung einer eigenständigen Persönlichkeit, die sich aber auch bestimmten Gruppen zugehörig fühlt. Nach Erikson entwickelt sich Identität aus der Abfolge von psychosozialen Krisen. Für jedes Stadium der Identitätsentwicklung gibt es einen Konflikt, dessen Überwindung zu einer Weiterentwicklung führt, 1973.
- Stadien der Identitätsentwicklung nach Erikson 1973- was man mir gibt (Urvertrauen vs. Urmisstrauen) - was ich will (Autonomie vs. Scham, Zweifel) - was ich mir vorstellen kann (Initiative vs. Schuldgefühl) - was ich lerne (Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl) - ich selbst (Identität vs. Identitätsdiffusion) - was ich für andere Menschen bin (Intimität vs. Isolierung) - was ich leiste (Generativität vs. Stagnation) - was ich als sinnhaft empfinde (Integrität vs. Lebensekel)
- Internalisierung Internalisierung meint den Prozess, über den Auffassungen, Werte und Normen anderer Personen in die eigene innere Welt übernommen werden. Dieser Vorgang findet vornehmlich während der primären Sozialisationsphase statt.
- Ich-Funktionen Die bewussten Ich-Funktionen sind Wahrnehmung, Erinnerung, Denken, Lernen und Planen. Unbewusste Ich-Funktionen sind die Abwehr gegenüber dem Es und dem Überich sowie die Bewältigung der Anforderungen aus der Außenwelt.
- Phasen der psychosexuellen Entwicklung Nach Freud wird der Ablauf biologisch energetisiert, die eigentliche Ausgestaltung unterliegt dem Ich. Grundlage der Entwicklung ist, dass die Libido in biolog determinierter Sequenz zur oralen, analen ödipalen und genitalen Befriedigung drängt. Die Partialtriebe werden demnach unter dem Primat der Genitalität vereint. Die Entwicklung verläuft von der infantilen Stufe (polymorph-pervers) bis zur Erwachsenensexualität. Phasen: oral, anal, ödipal, Latenz, Adoleszenz
- orale Phase erstes Lebensjahr Lustgewinn durch Saugen, Lutschen und Beißen; Differenzierung von Ich und Nicht-Ich;Differenzierung von Lust und Unlust. Bei Fixierung dieser Phase können z.B. Essstörungen oder Suchtproblematik resultieren.
- Wie entstehen Probleme bei der psychosexuellen Entwicklung Probleme ergeben sich aus Fixierungen durch exzessive Befriedigung oder extreme Frustration der Triebe.
- Anale Phase 2.&3. Lebensjahr Lustgewinn durch Darmentleerung oder Zurückhaltung des Kots; Entwicklung der Selbststeuerung; spielerischer Umgang mit Geschlechtsidentität. Bei einer Entwicklungsstörung können z.B. Zwang oder Sadismus auftreten.
- Ödipale (phallische) Phase vom 3. - 6. Lebensjahr Lustgewinn durch Reizung des Geschlechtsorgans; Bewältigung des Ödipuskomplexes; eindeutige psychosexuelle Identität. Bei Störung kann sich z.B. die Geschlechtsidentität unzureichend ausbilden.
- Latenzphase vom 6. - 11. Lebensjahr Ausgestaltung des Erreichten; intensiver Erfahrungserwerb; Lernen und Leistung stehen im Vordergrund; Entwicklung sozialer Fähigkeiten. Störungen zeigen sich z.B. in fehlendem Selbstvertrauen oder mangelnder Integration in Gruppen.
- Adoleszenz ab dem 12. Lebensjahr Hinwendung zum eigenen und zum anderen Geschlecht; Objektfindung außerhalb der Familie. Bei Störung können z.B. narzisstischer Rückzug und persistierende Selbstzweifel auftreten.
- Bedeutung der körperlichen Entwicklung Im psychoanalytischen Verständnis bildet die körperl. Entw. den Rahmen der Erfahrungsmöglichkeiten, so dass die psychische Entwicklung körperanalog verläuft.
- Entwicklungslinien In der Konstitution des Kindes sind bestimmte Entw.linien vorgezeichnet z.B. von der infantilen Abhängigkeit zum erwachsenen Liebesleben, vom Säuglingsstadium zum rationellen Esser und von der Reinlichkeitserziehung zur Reinlichkeit.
- Entwicklung von Abwehrmechanismen Die Abwehr entsteht im Ich zur Bewältigung von Triebkonflikten und Ängsten. Wenn die Abwehr überfodert ist, treten Symptome auf. Jeder Mensch bevorzugt ne nach Stand der Persönlichkeitsentwicklung bestimmte Abwehrmechanismen. Man unterscheidet bestimmte Reifegrade der Abwehr:- unreife Abwehr- realitätsnähere- reifere- reife Abwehr: Sublimierung
- Unreife Abwehr psychotische/ wahnbildende Projektion, psychotische Verleugnung, Spaltung, Introjektion, projektive Identifizierung
- realitätsnähere Abwehr nichtpsychotische Projektion, Identifikation
- reifere Abwehr Intellektualisierung, Affektualisierung, Affektisolierung, Ungeschehenmachen, Reaktionsbildung, Rationalisierung, Verschiebung, Wendung gegen das Selbst, Verdrängung
- Mechanismen der Selbstregulation unter Belastung (z.B. Übergangsobjekte) Nach Winnicott, 1984, nutzen Kinder ab dem 4. Mon Übergangsobjekte wie z.B. Kuscheltiere, um sich in belastenden Situationen die Illusion einer Mutter-Kind-Union zu erhalten. In dem Übergangsobjekt werden die guten Erfahrungen mit der Bezugsperson externalisiert. Es ist ein Stellvertreter der abwesenden Person und hilft dem Kind, die Konfrontation mit neuen Situationen und mögliche Frustrationen zu bewältigen. Später werden die Erfahrungen mit der Bezugsperson internalisiert, so dass kein äußeres Übergangsobjekt mehr notwendig ist.
- Bindungstheorie Die Bindungstheorie setzt voraus, dass es im 1. Lj. zu einer biologisch fundierten, engen Beziehung zwischen dem Kind und seiner Bezugsperson kommt. Sie soll sicherstellen, dass das noch unreife Kind Schutz und Betreuung erhält. Die Bindungsforschung basiert auf Verhaltensbeobachtungen und wurde zunächst von der Psychoanalyse kritisiert. In jüngster Zeit gibt es Ansätze zur Überwindung dieser Ablehnung Spangler, Zimmermann, 1995
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- Säuglingsforschung Die moderen Säuglingsforschung basiert auf der Ich- und Objektpsychologie. Sie zeichnet ein Bild vom kompetenten Säugling, der ein aktives, kontaktsuchendes und Interaktion stimulierendes Wesen ist. Dornes, 2001
- Individuationsprozess Nach Jung umschreibt der Individuationsprozess einen psychischen Wandlungsvorgang mit dem Ziel der Selbstwerdung und der Vervollständigung der Person. Die Herstellung der Ganzheit der Persönlichkeit ist ein lebenslanger Prozess. Ziel ist die Befreiung des Selbst aus den falschen Hüllen der Persona und aus der Suggestivgewalt unbewusster Bilder.
- Psychosoziale Entwicklungstheorie Erikson ging davon aus, dass libidinöse Objektbeziehungen eine soziale Interaktion beinhalten, 1959.Wie Freud betonte er psychosexuelle Kräfte, bezog jedoch soziale Faktoren stärker mit ein. In jedem Stadium ist eine spezifische psychosoziale Krise zu bewältigen. psychosoziale Krise der oralen Phase: Urvertrauen vs. Misstrauenanale Phase: Autonomie vs. Scham und Zweifelgenitale Phase: Initiative vs. SchuldgefühleLatenzpahse: Fleiß vs. MinderwertigkeitJugendalter: Identität vs. Rollendiffusionfrühe Erwachsenenalter: Intimität vs. Isolationmittlere Erwachsenenalter: Generativität vs. Stagnationälterer Mensch: Ich-Integrität vs. Verzweiflung/ Lebensekel