Psychologischer Berater (Fach) / Entwicklungsnorm (Lektion)

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Ein 6 Monate altes Baby greift mit seiner rechten, aber nicht mit der linken Hand nach einem Gegenstand. Im Alter von 6 Monaten kann ein Baby von der motorischen Entwicklung her mit beiden Händen greifen, bevorzugt aber zuerst eine Hand und wechselt irgendwann zur anderen. Ob es Rechts- oder Linkshänder wird, kristallisiert sich erst im Alter von 2, 3 Jahren heraus.

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  • Was ist Entwicklung? Die Ausgestaltung der Anlagen im Laufe des Lebens; die Veränderung des Menschen über den Zeitverlauf; Reifung; schrittweise Entfaltung seiner Anlagen und Gestaltung in der individuellen Art und Weise; dies geschieht in Wechselwirkung mit der Umwelt (Feedback & Erfahrungen, aber auch "Druck" und "Zwänge" von außen, durch Kindheitserfahrungen); Reflexion; möglichst positive Entwicklung; Weiterentwicklung & Verbesserung der eigenen, angelegten Charaktereigenschaften; Abarbeiten negativer Persönlichkeitsanteile; 
  • Was heißt Entwicklung bei einem Säugling? Wie in einem Samenkorn alle Möglichkeiten einer Pflanze enthalten sind, so hat ein Säugling alle speziellen Möglichkeiten eines Menschen. Er hat sie aber noch nicht zur vollen Entfaltung gebracht. Dies geschieht in einem komplexen und faszinierenden Prozeß, in dem innere Faktoren und äußere Faktoren in Wechselwirkung treten in der menschlichen Entwicklung.
  • Was ist Entwicklungspsychologie? Dies ist der Zweig der Psychologie, der sich mit altersbezogenen Veränderungen in den psychologischen Funktionen des Menschen befasst. Derartige Veränderungen sind für die gesamte Lebensspanne von der Zeugung bis zum Tod zu beobachten. Unter diesem Gesichtspunkt versuchen Entwicklungspsychologen herauszufinden, welche Veränderungen stattfinden, wie sie stattfinden und warum sie stattfinden.
  • Psychologische Funktionen sind was? Psychologische Funktionen = die Funktionen werden genauer und differenzierter durch Erfahrungen im Laufe der Entwicklung.
  • Wodurch unterscheiden sich die Entwicklungsstufen? Mädchen unterscheiden sich von Jungen in verschiedenen Kulturen unterscheidet sich die Entwicklung der Kinder als Beispiel: in der westlichen Kultur unterscheidet sich die Entwicklung zu der in hinduistischen, fernöstlichen oder islamischen Gesellschaften um unterscheiden zu können, ob ein Mensch in seiner Entwicklung durchschnittlich, normal, verzögert, besonders schnell oder aber gestört ist, ob er besondere Förderung benötigt, ob es Hinweise auf Entwicklungsstörungen gibt, die therapeutische oder ärztliche Hilfe fordern, benötige ich als Coach einen Maßstab, einen Durchschnittswert -> die Entwicklungsnormen.
  • Anlage - Umwelt - Interaktion Vererbung und Umwelt üben wechselseitig Einfluß aufeinander ein. Vererbung = Potenzial Erfahrung = bestimmt die Potenzialentfaltung und -entwicklung Bsp. lebhafter Säugling greift oft und viel nach Gegenständen. Er wird durch die Eltern vermehrt dazu animiert. Sie freuen sich an ihrem Baby. Es selbst wird dadurch gefördert.
  • Entwicklungsnorm Maßstab & Durchschnittswert, um zu prüfen, wie die Entwicklung eines Einzelnen aussieht. Diese Norm formt sich aus der Beobachtung verschiedener Altersstufen heraus.
  • Anlagen - Umwelt - Debatte Ist die menschliche Entwicklung durch Anlagen/Vererbung festgelegt (Aussehen, Sprachbegabung, Gesundheit, etc.) oder durch die äußeren Einflüsse der Umwelt (Eltern, Kultur, Klima, etc.)?
  • Vererbungstheorie (Nativisten/Nativismus) Die Anlagen eines Menschen sind durch Vererbung bestimmt & somit ist die Entwicklung festgelegt. Die Umwelt hat keinen entscheidenden Einfluß auf die Entwicklung & die späteren Eigenschaften. Entwicklung wird durch ungünstige Situationen nicht nachteilig beeinflusst, aber auch nicht durch Fördermaßnahmen positiv beeinflußt.
  • Verhaltenstheorie (Behavioristen/Behaviorismus) Die Umwelt macht alles aus. Entwicklung & Entfaltungsmöglichkeiten sind nur wenig genetisch festgelegt. Die Entwicklung bedingt sich vor allem durch die Umwelt, das, was von außen während der Entwicklung einwirkt. Der Einfluß bestimmt, ob ein Mensch sein volles Potenzial entfaltet. Der Mensch ist fast beliebig manipulierbar.
  • Zwillingsforschung Eineiige = entwickeln sich scheinbar vollkommen gleich Zweieiige = gleiche Umwelterfahrungen, sind sich dennoch nicht ähnlicher als gewöhnliche Geschwister Interessant sind daher kurz nach der Geburt getrennte, eineiige Zwillinge (dieselbe Genetik, aber unterschiedliche Umwelteinflüsse). Zwischen Behaviorismus und Nativismus gibt es einen Mittelwert und Mittelweg.
  • Senso-motorische Entwicklung Dies ist die Entwicklung des Menschen hinsichtlich seiner Sinne und seiner Bewegungsfähigkeit. Beim Menschen reift das Gehirn erst nach der Geburt aus. Dies ermöglicht eine große Anpassungsfähigkeit an unsere Umwelt. Ein Kind, das in Afrika geboren wird, benötigt als Massai ganz andere Fähigkeiten als ein in Europa geborenes Baby. Daher ist es von großem Vorteil, mit einem Nervensystem zur Welt zu kommen, das diese Anpassung dank seiner Unreife bei der Geburt noch möglich macht. Ein Tier hingegen benötigt dank der natürlichen Feinde von Geburt an bestimmte Fähigkeiten (Schwimmen, Laufen, Klettern). Ihr Nervensystem ist schon bei der Geburt beinahe fertig entwickelt und ermöglicht daher weniger Anpassung an Situationen und Umweltbedingungen.
  • Was kann das Neugeborene? reflektorische Bewegungen ohne Willenskontrolle, ungezielt im Vordergrund steht das Saugen das Neugeborene schläft bis zu 20 Stunden am Tag Körperhaltung wie im Mutterleib: Körperstamm wird kaum bewegt, Arme & Beine gebeugt, Hände in Fauststellung Massenbewegung - Baby greift nach der Hand der Mutter, es bewegen sich unwillkürlich andere Gliedmaße mit Kopf kann von einer Seite zur anderen gedreht werden, kann aber nicht länger gehalten werden Sehen & Hören sind recht weit entwickelt, das Baby reagiert auf Geräusche wie Glockengeläut oder ähnliches. erkennt einfache Gesichtszüge (waagrechter Mund, senkrechte Nase, punktförmige Augen) beruhigen sich durchs An-den-Körper-nehmen das erste Lächeln tritt oft im Schlaf auf ("Engelslächeln"), ab der 7. Woche entwickelt sich das soziale Lächeln, d.h. der Säugling reagiert mit Lächeln, wenn sich ihm jemand freundlich nähert
  • Was kann ein 3 Monate alter Säugling? kann Kopf und Schultern um 45° bis 90° von der Unterlage abheben & länger halten; stützt sich dabei auf Unterarme ab beim Hochziehen aus der Rückenlage hängt der Kopf nur noch geringfügig nach hinten betrachtet zunehmend die Umwelt; seine eigenen Hände & bewegte Objekte, die sich von einer Seite zur anderen bewegen "Freudenzappeln", wenn etwas Angenehmes in Aussicht gestellt wird (wie z.B. das Stillen) - Begeisterungsstürme mit Armen & Beinchen
  • Zeichen für eine gestörte Entwicklung bis zum 3. Monat ständig gestreckte Gliedmaßen ausgeprägte Schlaffheit beständige Assymmetrie der Muskelgrundspannung & der Bewegungen fehlendes Fixieren & Folgen von Objekten mit den Augen fehlende Reaktion auf Geräusche schwaches Saugen fehlendes Lächeln
  • Zeichen für eine gestörte Entwicklung vom 3. bis zum 6. Lebensmonat ausgeprägte Schlaffheit mangelnder Gebrauch beider Hände konstantes Schielen mangelnde Hinwendung zu Geräuschquellen fehlende Reaktion auf Personen
  • Was kann ein 6 Monate alter Säugling? (7) Arme und Beine sind gestreckt -> allmähliche Vorbereitung auf den aufrechten Gang in Bauchlage Aufstützen auf offene Hände; Brust & Oberbauch sind von der Unterlage angehoben dreht sich alleine von Rücken auf Bauch und umgekehrt Kopfkontrolle in allen Positionen voll entwickelt gezieltes Greifen zwischen allen Fingern & der Handfläche Umwelt wird mit Tastsinn erforscht & auf Essbarkeit überprüft; es wandert alles in den Mund, selbst die eigenen Zehen Hören & Sehen sind weitestgehend ausgereift
  • Ein 9 Monate alter Säugling kann... (6) sitzt frei steht mit Festhalten an einer Erwachsenenhand beginnt zu krabbeln Pinzettengriff bildet sich aus (zwischen Daumen und Zeigefinger) Spielzeug wird absichtlich auf den Boden geworfen (Raumgefühl wird dadurch entwickelt) beschäftigt sich zunehmend mit sich selbst
  • Ein Säugling von 12 Monaten kann... (8) krabbelt viel (teils mit gestreckten Knien) läuft mit Festhalten (an einer Erwachsenenhand) erste freie Gehversuche ahmt gerne nach (z.B. Winken) versteht seinen eigenen Namen & einige einfache Begriffe beginnt zu sprechen ("Mama", "Papa") isst Fingermahlzeiten selbstständig beginnt, mit dem Löffel zu essen
  • Zeichen für eine gestörte Entwicklung bei Einjährigen (7) Unfähigkeit zu sitzen (auffällig ab 9 Monaten) Unfähigkeit zu stehen (auffällig ab 12 Monaten) fehlender Pinzettengriff (auffällig ab 12 Monaten) assymmetrische Bewegungen fehlende Reaktion auf Geräusche zitternde Bewegungen (Tremor) mangelnde Koordination
  • Übersicht über wichtige Fähigkeiten... 6 Wochen; 3 Monate; 5 Monate; 9 Monate; 10 Monate; 12 Monate; 14 Monate; 15 Monate (je 1) ca. 6 Wochen: hebt den Kopf in Bauchlage kurz an ca. 3 Monate: hebt den Kopf in Bauchlage länger an ca. 5 Monate: sitzt mit Unterstützung ca. 9 Monate: steht mit Unterstützung ca. 10 Monate: sitzt frei und krabbelt ca. 12 Monate: läuft mit Festhalten an einer Hand ca. 14 Monate: steht ohne Unterstützung ca. 15 Monate: läuft ohne Hilfe
  • Ein zwei Jahre altes Kind kann... (7) steigt Treppen (zwei Füße pro Stufe) kann rennen ißt "gut" mit dem Löffel trinkt aus dem Becher befolgt einfache Anweisungen gelegentlich tagsüber sauber und trocken der Schlaf findet ab jetzt nun hauptsächlich nachts statt
  • Zeichen für eine gestörte Entwicklung bei Zweijährigen (4) assymmetrische Bewegungen zitternde Bewegungen (Tremor) mangelnde Koordination Unfähigkeit, einfache Aufforderungen oder Verbote zu verstehen (auffällig ab spätestens 18. Monat)
  • Drei Jahre altes Kind kann was? (9) kann sekundenlang auf einem Fuß stehen fährt Dreirad Rechts- bzw. Linkshändigkeit voll ausgebildet kennt einige Kinderlieder zählt evtl. bis Zehn wäscht sich unter Aufsicht die Hände & trocknet sie ab bei Tag sauber& trocken, gelegentlich auch bei Nacht beginnt, mit anderen Kindern zu spielen fragt ständig "Warum?"
  • Entwicklungsstörungen bei Dreijährigen (6) Gleichgewichtsprobleme beim Gehen; nicht auf einem Fuß stehen können; nicht freihändig gehen können; u.v.a. kann nicht sprechen; kann keine Wörter sagen; kann keine Lieder mitsingen ist an Umwelt nicht interessiert; fragt nicht / nur sehr wenig "Warum?" kann einfache Anweisungen nicht ausführen (Hände waschen, einen genau bezeichneten Gegenstand zur Mutter bringen, etc.) macht immer wieder in die Hose; kann Urin und/oder Stuhl nicht halten ab und an ein solches "Malheur" deutet noch nicht auf eine Entwicklungsstörung hin ein Kind muss auch noch nicht zählen können!