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Geschichte (Fach) / Lektüre Craig (Lektion)

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  • Deutscher Bund Der Deutsche Bund war ein Staatenbund[1] in Form eines „beständigen Bundes“, zu dem sich im Jahr 1815 die „souveränen Fürsten und freien Städte Deutschlands“ mit Einschluss des Kaisers von Österreich und der Könige von Preußen, von Dänemark und der Niederlande vereinigt hatten. Der Kaiser von Österreich und der König von Preußen taten dies für ihre „vormals zum Deutschen Reich gehörigen Besitzungen“, weshalb vom Staat Preußen und dem Kaisertum Österreich nur die Teile zum Deutschen Bund gehörten, die bereits zuvor Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gewesen waren.[2] Ferner taten es der König von Dänemark für Holstein und der König der Niederlande für das Großherzogtum Luxemburg. Der Bund wurde am 8. Juni 1815 auf dem Wiener Kongress (1814–1815) ins Leben gerufen, um Bestandteil einer neuen europäischen Friedensordnung zu sein. Die Gründungsurkunde des Bundes, die Deutsche Bundesakte, war Teil der Wiener Kongress-Akte. Ihre Bedeutung war europäischer und nicht nur deutscher Natur. Sie restaurierte nach der Niederlage Napoleons die alten, monarchischen Herrschaftsverhältnisse. Der Deutsche Bund bestand zwischen 1815 und 1866. Er scheiterte an den komplexen gesellschaftspolitischen Verhältnissen und den unterschiedlichen Interessen, denen der Bund ausgesetzt war. Dazu gehören der politische Machtkampf zwischen Preußen und Österreich, die Uneinigkeiten der Staaten über das Vorhaben, dem Bund eine gemeinsame Verfassung zu geben, sowie die Auswirkungen der Revolution von 1848/49. Die Bundesakte wurde zunächst von 38 Bevollmächtigten der künftigen Mitgliedstaaten unterzeichnet, von 34 Fürstentümern und vier freien Städten; der 39. Staat, Hessen-Homburg, wurde erst 1817 aufgenommen.[3] Deren Anzahl sank, trotz der Aufnahme weiterer Mitglieder, durch Vereinigungen infolge von Kauf oder Erbgang bis 1863 auf 35 Staaten. Die Fläche des Deutschen Bundes umfasste im Jahr 1815 rund 630.100 Quadratkilometer mit einer Bevölkerungszahl von etwa 29,2 Millionen Einwohnern, die bis 1865 auf ungefähr 47,7 Millionen Einwohner anwuchs.[4] Der Deutsche Bund wurde infolge des Deutschen Krieges (1866) im Prager Frieden aufgelöst. Ab November 1870[5] gab es mit dem Beitritt der drei süddeutschen Staaten zum Norddeutschen Bund kurzzeitig erneut einen Deutschen Bund,[6] ehe dieser im Zuge der Reichsgründung zum Deutschen Reich wurde.[7] Wappen des Deutschen Bundes mit dem Doppeladler (ab März 1848) Deutscher Bund 1815–1866Der Deutsche Bund innerhalb Europas nach dem Wiener Kongress Grenze des Deutschen Bundes 1815 Preußen Österreich und habsburgischer Besitz Andere Staaten des Deutschen Bundes © 2014 Repetico Impressum Datenschutzerklärung Haftungsausschluss Nutzungsbedingungen / Urheberrecht
  • Goldene Bulle Die Goldene Bulle von 1356 war das wichtigste der „Grundgesetze“ des Heiligen Römischen Reiches und regelte die Modalitäten der Wahl und der Krönung der römisch-deutschen Könige durch die Kurfürsten bis zum Ende des Alten Reiches 1806. Der Name bezieht sich auf das goldene Siegel der Urkunde; er wurde allerdings erst im 15. Jahrhundert gebräuchlich. Karl IV., in dessen Herrschaftszeit das in lateinischer Sprache abgefasste Gesetzeswerk verkündet wurde, nannte sie unser keiserliches rechtbuch. Die ersten 23 Kapitel sind bekannt als Nürnberger Gesetzbuch und wurden in Nürnberg erarbeitet und am 10. Januar 1356 auf dem Nürnberger Hoftag verkündet. Die Kapitel 24 bis 31 tragen die Bezeichnung Metzer Gesetzbuch und wurden am 25. Dezember 1356 in Metz verkündet. Die Goldene Bulle ist das wichtigste Verfassungsdokument des mittelalterlichen Reiches. Im Jahr 2013 wurde sie zum Weltdokumentenerbe erklärt, mit den entsprechenden Verpflichtungen für Deutschland und Österreich. Die Goldene Bulle dokumentiert, formalisiert und kodifiziert eine sich in Jahrhunderten herausgebildete Praxis und Entwicklung hin zur Territorialisierung. Die Etablierung sowohl der weltlichen als auch der geistlichen Landesherrschaften etwa vom 11. bis zum 14. Jahrhundert und parallel dazu der schleichende Machtverlust des Königs im Zuge der Territorialisierung werden festgeschrieben. Norbert Elias spricht bezüglich dieser langfristigen Entwicklung vom Konflikt zwischen „Zentralgewalt“ und den „zentrifugalen Kräften“ im Zuge der Entwicklung vom feudalen Personenverband zum administrativ-verrechtlichten Staat. Die Privilegien der Kurfürsten, die sich im Laufe der Zeit herausgebildet und quasi gewohnheitsrechtlich verfestigt hatten, werden kodifiziert: Die Kurfürstenterritorien werden ungeteilt an den Erstgeborenen vererbt. Privilegium de non evocando: Untertanen dürfen nur zum kurfürstlichen Gericht geladen werden. Privilegium de non appellando: Untertanen dürfen kein anderes Gericht anrufen. Regalien fallen an Kurfürsten. Durch die weitgehende Souveränität der einzelnen Territorien entstand auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches kein Zentralstaat wie z. B. in England oder Frankreich, der von einem mächtigen monarchischen Hof und damit einem politischen und kulturellen Zentrum aus herrscht. Es gibt keine sprachliche Einheitlichkeit und Normierung, sondern die jeweiligen Territorien behalten ihre Regiolekte und entwickeln sich weitgehend autonom. Die Territorien bauen eigene Universitäten auf, die unabhängig voneinander lehren und eine wichtige Funktion in der Heranziehung von speziellen „Landesbeamten“ haben. Die Territorialisierung schreitet in den folgenden Jahrhunderten fort, im Westfälischen Frieden von 1648 wird die Aufspaltung Deutschlands in unabhängige Territorien besiegelt, die Zentralgewalt verliert noch weiter an Kompetenzen, bis sie im Jahr 1806 auch formal beendet wird. Bis heute ist Deutschland ein Föderalstaat, in dem die Länder erheblichen politischen Einfluss nehmen.
  • 962 2. Februar: Otto I. wird durch Papst Johannes XII. in Rom zum Kaiser gekrönt Otto I. der Große (* 23. November 912; † 7. Mai 973 in Memleben) aus dem Geschlecht der Liudolfinger war ab 936 Herzog von Sachsen und König des Ostfrankenreiches (regnum francorum orientalium), ab 951 König von Italien und ab 962 römisch-deutscher Kaiser. Otto setzte während der ersten Hälfte seiner langen Herrschaftszeit die Unteilbarkeit des Königtums und seine Entscheidungsgewalt bei der Ämtervergabe durch. Damit griff er tief in das bestehende Herrschaftsgefüge des Adels ein. Die schwersten Aufstandsbewegungen gingen von den Mitgliedern der Königsfamilie selbst aus. Ottos Bruder Heinrich und sein Sohn Liudolf erhoben Anspruch auf Teilhabe an der Königsherrschaft. Aus den Aufständen ging Otto als Sieger hervor. Durch seinen Sieg 955 über die Ungarn endeten nicht nur deren Invasionen, sondern auch die Erhebungen der Großen des Reiches gegen den König. Zudem erlangte er damit den Nimbus eines Retters der Christenheit, zumal ihm noch im selben Jahr ein Sieg über die Slawen gelang. In der Folge setzte eine kulturelle Blütezeit ein, die als Ottonische Renaissance bekannt wurde. 961 eroberte er das Königreich Italien und dehnte sein Reich nach Norden, Osten und bis nach Süditalien aus, wo er in Konflikt mit Byzanz geriet. Dennoch ließ er sich unter Rückgriff auf die Kaiseridee Karls des Großen 962 von Papst Johannes XII. in Rom zum Kaiser krönen, und schließlich gelang ihm sogar ein Ausgleich mit dem byzantinischen Kaiser und die Verehelichung seines Sohnes Otto II. mit dessen Nichte Theophanu. Im Jahr 968 gründete er ein Erzbistum in Magdeburg, jener Stadt, die wie keine zweite mit seinem Nachleben verbunden ist. Das Erzbistum war für Otto die entscheidende Voraussetzung für die Christianisierung der Slawen. Der Beiname „der Große“ gilt spätestens seit dem mittelalterlichen Geschichtsschreiber Otto von Freising als festes Namensattribut.[1] Schon Widukind von Corvey nannte ihn totius orbis caput, das „Haupt der ganzen Welt“.[2] Otto I. neben Adelheid im Meißner Dom. Das Kaiserpaar, als Stifter des Domes verehrt, im Chor. Der Kaiser mit Krone, Zepter und Reichsapfel, Adelheid mit Krone und hermelingefüttertem Mantel, dargestellt als frommes Ehepaar, das einander zugewandt am Gottesdienst teilni
  • Hölderlin über die Deutschen Friedrich Hölderlin – Hyperion – 1798 "So kam ich unter die Deutschen. Ich forderte nicht viel und war gefaßt, noch weniger zu finden.[...]Barbaren von Alters her, durch Fleiß und Wissenschaft und selbst durch Religion barbarischer geworden, tiefunfähig jedes göttlichen Gefühls, verdorben bis ins Mark [...], in jedem Grad der Übertreibung und der Ärmlichkeit belaidigend für jede gutgeartete Seele, dumpf und harmonielos, wie die Scherben eines weggeworfenen Gefäßes - das, mein Bellarmin, waren meine Tröster.Es ist ein hartes Wort, und dennoch sag' ichs, weil es Wahrheit ist: ich kann kein Volk mir denken, das zerrißner wäre, wie die Deutschen. Handwerker siehst du, aber keine Menschen, Denker, aber keine Menschen, Priester, aber keine Menschen, Herrn und Knechte, Jungen und gesezte Leute, aber keine Menschen - ist das nicht, wie ein Schlachtfeld, wo Hände und Arme und alle Glieder zerstükelt untereinander liegen, indessen das vergoßne Lebensblut im Sande zerrinnt?Ein jeder treibt das Seine, wirst du sagen, und ich sag' es auch. Nur muß er es mit ganzer Seele treiben, muß nicht jede Kraft in sich erstiken, wenn sie nicht gerade sich zu seinem Titel paßt, muß nicht mit dieser kargen Angst, buchstäblich heuchlerisch das, was er heißt, nur seyn, mit Ernst, mit Liebe muß er das seyn, was er ist, so lebt ein Geist in seinem Thun, und ist er in ein Fach gedrükt, wo gar der Geist nicht leben darf, so stoß ers mit Verachtung weg und lerne pflügen! Deine Deutschen aber bleiben gerne beim Nothwendigsten, und darum ist bei ihnen auch so viel Stümperarbeit und so wenig Freies, Ächterfreuliches. Doch das wäre zu verschmerzen, müßten solche Menschen nur nicht fühllos seyn für alles schöne Leben, ruhte nur nicht überall der Fluch der gottverlaßnen Unnatur auf solchem Volke. -Die Tugenden der Alten sei'n nur glänzende Fehler, sagt' einmal, ich weiß nicht mehr, welche böse Zunge; und es sind doch selber ihre Fehler Tugenden, denn da noch lebt' ein kindlicher, ein schöner Geist, und ohne Seele war von allem, was sie thaten, nichts gethan. Die Tugenden der Deutschen aber sind ein glänzend Übel und nichts weiter; denn Nothwerk sind sie nur, aus feiger Angst, mit Sclavenmühe, dem wüsten Herzen abgedrungen, und lassen trostlos jede reine Seele, die von Schönem gern sich nährt, ach! die verwöhnt vom heiligen Zusammenklang in edleren Naturen, den Mislaut nicht erträgt, der schreiend ist in all der todten Ordnung dieser Menschen.Ich sage dir: es ist nichts Heiliges, was nicht entheiligt, nicht zum ärmlichen Behelf herabgewürdigt ist bei diesem Volk, und was selbst unter Wilden göttlichrein sich meist erhält, das treiben diese allberechneden Barbaren, wie man so ein Handwerk treibt, und können es nicht anders, denn wo einmal ein menschlich Wesen abgerichtet ist, da dient es seinem Zwek, da sucht es seinen Nuzen, es schwärmt nicht mehr, bewahre Gott! es bleibt gesezt, und wenn es feiert und wenn es liebt und wenn es betet und selber wenn des Frühlings holdes Fest, wenn die Versöhnungszeit der Welt die Sorgen alle löst, und Unschuld zaubert in ein schuldig Herz, wenn von der Sonne warmem Strale berauscht, der Sclave seine Ketten froh vergißt und von der gottbeseelten Luft besänftiget, die Menschenfeinde friedlich, wie die Kinder, sind - wenn selbst die Raupe sich beflügelt und die Biene schwärmt, so bleibt der Deutsche doch in seinem Fach' und kümmert sich nicht viel ums Wetter!Aber du wirst richten, heilige Natur! Denn wenn sie nur bescheiden wären, diese Menschen, zum Geseze sich nicht machten für die Bessern unter ihnen! wenn sie nur nicht lästerten, was sie nicht sind, und möchten sie doch lästern, wenn sie nur das Göttliche nicht höhnten! -Oder ist nicht göttlich, was ihr höhnt und seellos nennt?[...]Es ist auch herzzerreißend, wenn man eure Dichter, eure Künstler sieht, und alle, die den Genius noch achten, die das Schöne lieben und es pflegen. Die Guten! Sie leben in der Welt, wie Fremdlinge im eigenen Hauße, sie sind so recht, wie der Dulder Ulyß, da er in Bettlergestalt an seiner Thüre saß, indes die unverschämten Freier im Saale lärmten und fragten, wer hat uns den Landläufer gebracht?Voll Lieb' und Geist und Hoffnung wachsen seine Musenjünglinge dem deutschen Volk' heran; du siehst sie sieben Jahre später, und sie wandeln, wie die Schatten, still und kalt, sind, wie ein Boden, den der Feind mit Salz besäete, daß er nimmer einen Grashalm treibt; und wenn sie sprechen, wehe dem! der sie versteht, der in der stürmenden Titanenkraft, wie in ihren Proteuskünsten den Verzweiflungskampf nur sieht, den ihr gestörter Geist mit den Barbaren kämpft, mit denen er zu thun hat.Es ist auf Erden alles unvollkommen, ist das alte Lied der Deutschen. Wenn doch einmal diesen Gottverlaßnen einer sagte, daß bei ihnen nur so unvollkommen alles ist, weil sie nichts Reines unverdorben, nichts Heiliges unbetastet lassen mit den plumpen Händen, daß bei ihnen nichts gedeiht, weil sie die Wurzel des Gedeihns, die göttliche Natur nicht achten, daß bei ihnen eigentlich das Leben schaal und sorgenschwer und übervoll von kalter stummer Zwietracht ist, weil sie den Genius verschmähn, der Kraft und Adel in ein menschlich Thun, und Heiterkeit ins Leiden und Lieb' und Brüderschaft den Städten und den Häußern bringt.Und darum fürchten sie auch den Tod so sehr, und leiden, um des Austernlebens willen, alle Schmach, weil Höhers sie nicht kennen, als ihr Machwerk, das sie sich gestoppelt.O Bellarmin! wo ein Volk das Schöne liebt, wo es den Genius in seinen Künstlern ehrt, da weht, wie die Lebensluft, ein allgemeiner Geist, da öffnet sich der scheue Sinn, der Eigendünkel schmilzt, und fromm und groß sind alle Herzen und Helden gebiert die Begeisterung. Die Heimath aller Menschen ist bei solchem Volk' und gerne mag der Fremde sich verweilen. Wo aber so belaidigt wird die göttliche Natur und ihre Künstler, ach! da ist des Lebens beste Lust hinweg, und jeder andre Stern ist besser, denn die Erde. Wüster immer, öder werden da die Menschen, die doch alle schöngeboren sind; der Knechtsinn wächst, mit ihm der grobe Muth, der Rausch wächst mit den Sorgen, und mit der Üppigkeit der Hunger und die Nahrungsangst; zum Fluche wird der Seegen jedes Jahrs und alle Götter fliehn.Und wehe dem Fremdling, der aus Liebe wandert, und zu solchem Volke kömmt, und dreifach wehe dem, der, so wie ich, von großem Schmerz getrieben, ein Bettler meiner Art, zu solchem Volke kömmt! -Genug! du kennst mich, wirst es gut aufnehmen, Bellarmin! Ich sprach in deinem Nahmen auch, ich sprach für alle, die in diesem Lande sind und leiden, wie ich dort gelitten. Ich wollte nun aus Deutschland wieder fort. Ich suchte unter diesem Volke nichts mehr, ich war genug gekränkt, von unerbittlichen Belaidigungen, wollte nicht, daß meine Seele vollends unter solchen Menschen sich verblute.Aber der himmlische Frühling hielt mich auf; er war die einzige Freude, die mir übrig war, er war ja meine lezte Liebe, wie konnt' ich noch an andre Dinge denken und das Land verlassen, wo auch er war?"
  • 1871 Die deutsche Reichsgründung wurde durch den Beitritt der souveränen süddeutschen Staaten – des Großherzogtums Baden, des Großherzogtums Hessen südlich des Mains (bzw. der Mainlinie) und der Königreiche Württemberg und Bayern – zum Deutschen Bund während des siegreichen Verlaufs des Deutsch-Französischen Krieges vollzogen. Dadurch wurde der föderale deutsche Staat im Jahr 1871 erheblich zum neu geschaffenen Deutschen Reich ausgedehnt.[1][2][3]
  • November '23 Durch den Hitlerputsch (auch Hitler-Ludendorff-Putsch, Bürgerbräu-Putsch) versuchten Adolf Hitler, Erich Ludendorff und weitere Putschisten am 8. und 9. November 1923 in der bayerischen Landeshauptstadt München, die Regierungsmacht an sich zu reißen. Nachdem der 9. November als Gedenktag für die Bewegung am 1. März 1939 von Hitler zum staatlichen Feiertag erklärt worden war, resümierte er in seiner Gedenkrede am 8. November desselben Jahres: „Aus dieser ganzen Not ist unsere Bewegung entstanden, und sie hat daher auch schwere Entschlüsse fassen müssen vom ersten Tage an. Und einer dieser Entschlüsse war der Entschluss zur Revolte vom 8./9. November 1923. Dieser Entschluss ist damals scheinbar misslungen, allein, aus den Opfern ist doch erst recht die Rettung Deutschlands gekommen.“ – Adolf Hitler: Rede vom 8. November 1939 im Bürgerbräukeller[17] 1933 wurde an der Ostseite der Feldherrenhalle ein Ehrenmal mit den Namen der getöteten Putschisten unter der Inschrift „Und Ihr habt doch gesiegt“ angebracht; fortan fanden Aufmärsche und Vereidigungen statt. Vor dem Ehrenmal stand während des Dritten Reiches Tag und Nacht eine SS-Ehrenwache („Doppelposten“). Von allen Vorübergehenden wurde an dieser Stelle eine Ehrenbezeugung in Form des Hitlergrußes erwartet. Wer das nicht wollte, konnte die Residenzstraße an dieser Stelle meiden, durch die kleine Viscardigasse gehen und die Theatinerstraße westlich der Feldherrnhalle benutzen. In Anspielung darauf bezeichneten die Münchner Bürger damals die schmale Gasse an der Rückseite der Feldherrnhalle als Drückebergergassl. 1945 wurde diese Tafel entfernt; seit 1993 erinnert eine andere Tafel an die vier getöteten Polizisten. Im Rahmen der Gedenkfeiern kam es zu zwei Attentatsversuchen auf Hitler: am 9. November 1938 durch den Schweizer Maurice Bavaud beim Gedenkmarsch zur Münchner Feldherrnhalle und am 8. November 1939 durch den Handwerker Georg Elser im Bürgerbräukeller.
  • Juni '35 Mit der als deutsch-britisches Flottenabkommen bezeichneten Note vom 18. Juni 1935 gestattete die britische Regierung der deutschen, ihre Marine auf 35 % gemessen an der britischen Stärke auszubauen. Dieses Abkommen, das durch die Methode des diplomatischen Notenaustausches das britische Parlament umging, ersetzte de facto die entsprechenden Bestimmungen des Versailler Vertrages.
  • März '35 Hitler sagt sich von den Rüstungsbeschränkungen des Vertrags von Versailles los.(Entmilitarisierung des linken Rheinufers und eines 50 km breiten Streifens auf dem rechten Ufer, Verbot von Befestigungen und Truppenstationierung (Art.42 und 180); - Beschränkung der Reichswehr auf 100000 Mann, darunter 4000 Offiziere (Art. 160); - Beschränkung der Höchstzahl und der Tonnage für Kriegsschiffe (Art. 181 und 190); - Verbot des Unterhalts von Luftstreitkräften (Art. 198); - Verbot schwerer Waffen
  • Julius Streicher Julius Streicher (* 12. Februar 1885 in Fleinhausen bei Augsburg; † 16. Oktober 1946 in Nürnberg) war ein nationalsozialistischer Politiker. Er war Gründer, Eigentümer und Herausgeber des antisemitischen und pornographischen Hetzblattes Der Stürmer. Der herausgebende Verlag blieb bis Kriegsende in Streichers Eigentum und machte Streicher zum mehrfachen Millionär.[1]Bis 1933Julius Streicher als Angeklagter bei den Nürnberger Prozessen, 1946 Streicher war eines von neun Kindern des Volksschullehrers Friedrich Streicher und dessen Frau Anna (geb. Weiss). Nach Abschluss der achtjährigen Volksschule machte er ebenfalls eine Ausbildung zum Volksschullehrer. Von 1904 bis zu seiner Dienstentlassung 1923 arbeitete er in diesem Beruf. Bereits als Lehrer sei er durch Jähzorn und diktatorisches Gehabe aufgefallen, so der ehemalige Schüler und spätere SPD-Reichstags- und Bundestagsabgeordnete Josef Felder.[2] Im Jahre 1909 ließ Streicher sich nach Nürnberg versetzen, wo er 1913 die Bäckerstochter Kunigunde Roth heiratete. Mit ihr hatte er zwei Söhne, Lothar (* 1915) und Elmar (* 1918). Kunigunde starb 1943 nach 30 Ehejahren. Im Mai 1945 heirateten er und Adele Tappe, die seit Mai 1940 seine Sekretärin gewesen war. Im Ersten Weltkrieg wurde Streicher mehrfach ausgezeichnet und 1917 zum Leutnant der Reserve befördert. Ab Februar 1919 war er Mitglied des Deutschen Schutz- und Trutzbundes, einer antisemitisch-völkischen Organisation. Im Januar 1920 trat er der aus dem Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund hervorgegangenen ebenfalls antisemitischen Deutschsozialistischen Partei (DSP) bei und wurde im April 1920 Mitglied des DSP-Reichsvorstandes. Nach der Auflösung der DSP im Herbst 1922 gründete Streicher am 20. Oktober 1922 in Nürnberg in Anwesenheit Hitlers die Ortsgruppe der NSDAP. 1923 nahm er am Hitler-Ludendorff-Putsch teil. Nachdem er bis dahin bei seinen politischen, so auch bei seinen antisemitischen Betätigungen stets von der Schulbürokratie gedeckt worden war, war er nun unhaltbar geworden und wurde vom Schuldienst suspendiert. Förmlich entlassen wurde er erst 1928. Seit 1923 war er ausschließlich politisch tätig. Streicher war Mitglied des Nürnberger Stadtrates, von 1924 bis 1932 war er auch Abgeordneter des Bayerischen Landtags. Gegen den Nürnberger Oberbürgermeister Hermann Luppe (DDP) führte Streicher einen reichsweit beachteten Prozess, bei dem er sich der Taktik der Diffamierungen und Verleumdungen bediente. Luppe bekam letztendlich recht und konnte bis 1933 sein Amt behaupten.[3]In der Zeit des Nationalsozialismus Als „Alter Kämpfer“ war Streicher von 1932 bis 1945 Mitglied der NSDAP-Fraktion des Reichstags. In der NSDAP war er von 1925 bis 1940 Gauleiter für Mittelfranken, später von Franken. In dieser Eigenschaft gab er sich schon in den 1930er Jahren den Titel „Frankenführer“. In der SA hatte er den Rang eines Obergruppenführers. Streicher stand in innerparteilicher Konkurrenz zu Nürnbergs Oberbürgermeister Willy Liebel, der stets um einen äußerlich korrekten Anschein bemüht war und Distanz zu Streicher hielt. Dieser reklamierte im Gau Franken die unbedingte Führungsrolle in der Partei und im Gau. Streicher ging besonders scharf gegen Juden und bürgerliche Gegner vor und setzte dabei auch frühzeitig und demonstrativ auf äußerlich sichtbare Zeichen des Antisemitismus. Auf seine persönliche Intervention erfolgte so der Abbau des von ihm als „Judenbrunnen“ titulierten Neptunbrunnens 1934. Er erzwang den Abbruch der Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz bereits im August 1938, also schon vor der Reichspogromnacht. Seit März 1933 leitete er das „Zentralkomitee zur Abwehr der jüdischen Greuel- und Boykotthetze“, das die Boykottmaßnahmen gegen jüdische Unternehmen, Rechtsanwälte und Ärzte vom 1. April 1933 koordinierte. Streicher propagierte einen eliminatorischen und ungewöhnlich vulgären Antisemitismus, der ihm Kritik selbst in seiner Partei einbrachte. Die wesentliche Plattform dafür war die von ihm gegründete, ihm gehörende und von ihm herausgegebene Hetzschrift Der Stürmer, die regelmäßig pornographische Gräuelpropaganda über angebliche sexuelle Übergriffe von Juden an nichtjüdischen Frauen und Mädchen kolportierte.[4] Das seit 1923 erscheinende Blatt erreichte 1938 mit einer halben Million Exemplaren seine höchste Auflage. Bekannt war Der Stürmer für seine antisemitischen Judenkarikaturen und seine Verquickung von Antisemitismus mit sexuellen Obsessionen, die ihn zu einem Medium politischer Pornografie machte. Streicher war für seine sexuellen Eskapaden bekannt. Konkurrierende NSDAP-Funktionäre wie Göring verbreiteten, er hätte politische Gefangene vergewaltigt.[5] Seit 1927 zeigte Der Stürmer auf der Titelseite als Motto das aus dem Kontext gelöste Zitat „Die Juden sind unser Unglück“ des Historikers Heinrich von Treitschke. Nach den Pogromen am 9. und 10. November 1938, bei denen allein in Nürnberg elf Menschen ermordet wurden, zwang die Gauleitung die jüdischen Eigentümer, „zugunsten der von dem Beauftragten der Gauleitung noch zu benennenden Erwerber Grundstücke, Häuser und Geschäfte zu erpresserischen Bedingungen (10 % des Wertes) zu verkaufen“.[6] „In Tag- und Nachtarbeit“[6] ging jüdisches Eigentum an Streichers Vertreter und von dort an hohe Parteigenossen. Der Verstoß gegen das Gebot der Entfernung von Juden aus der Wirtschaft ausschließlich durch staatliche Stellen vom 12. November 1938 führte zu einer Untersuchungskommission, die „in ein Wespennest von Korruption“[6] stieß. Dabei störte nicht etwa die Tatsache, dass die Juden im Gau Nürnberg faktisch ausgeraubt und ermordet wurden, sondern dass sich mit Streicher jemand bereicherte, dem dies nach NS-Sicht nicht zustand. Die Kommission ergänzte ihren Bericht mit einer Liste sonstiger Vergehen und Abartigkeiten des Gauleiters, die seine Raffgier, seine exzessive Aggressivität selbst gegenüber führenden Parteigenossen und öffentliches übergriffiges Verhalten gegenüber Frauen thematisierte. Streicher wurde vom obersten Parteigericht zwar nicht bestraft, aber doch durch ein im Februar 1940 tagendes „Gauleiter-Ehrengericht“ aller Ämter enthoben.[7] Zwar hielten auch hohe Parteigenossen ihn für „nicht ganz zurechnungsfähig“,[6] doch genoss er die persönliche Protektion Hitlers. Der Stürmer und der zugehörige Verlag, an denen Streicher gut verdiente, wurden ihm auf Hitlers Anweisung belassen. Streicher wurde verboten, Nürnberg zu betreten. Er wohnte unbehelligt außerhalb der Stadt auf dem Landgut Pleikershof bei Cadolzburg. Auf Anordnung Hitlers durfte Streicher sowohl den Titel „Gauleiter“ weiterhin führen als auch die zugehörige Uniform tragen.Nach 1945 Nach dem Einmarsch von Einheiten der US Army in Bayern wurde Streicher am 23. Mai 1945 an seinem Fluchtort, einem Dorf bei Waidring in den Alpen, festgenommen. Ein Offizier war einem Hinweis aus der Bevölkerung gefolgt, dass sich in einem Haus ein hochrangiger Nationalsozialist verstecke.[8] Bis zu seiner Überstellung nach Nürnberg war Streicher (zusammen mit einer Gruppe von NSDAP-Funktionären und hohen Wehrmachtangehörigen) im Kriegsgefangenenlager Nr. 32 (Camp Ashcan) in Bad Mondorf (Luxemburg). Im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher behauptete Streicher zunächst, vom Genozid an der jüdischen Minderheit nichts gewusst zu haben; er sei lediglich ein „Naturfreund“ gewesen, der nur die „Fremdlinge“ aus dem Land haben wollte. Ihm konnte im Verfahren nachgewiesen werden, dass er durch eine jüdische Zeitung aus der Schweiz, die er im Abonnement bezog, über die Nachrichten über die Menschenvernichtung informiert war. Damit konfrontiert, wechselte er seine Behauptung dahingehend, dass er es nicht geglaubt habe. Auf die im Verfahren vielfach vorgebrachte Frage, wieso er nach Kenntnis dieser Meldungen immer noch im Stürmer ausdrücklich die Vernichtung der Juden forderte, versuchte Streicher, den Gerichtshof glauben zu machen, er habe mit „Vernichtung“ etwas anderes gemeint.[9] Am 1. Oktober 1946 wurde er wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tod durch den Strang verurteilt und am 16. Oktober 1946 hingerichtet. Streicher gehörte zu den 24 im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg Angeklagten.
  • Cranach d.Ältere Lucas Cranach der Ältere (* um 1472 in Kronach, Oberfranken; † 16. Oktober 1553 in Weimar) war einer der bedeutendsten deutschen Maler und Grafiker der Renaissance. Er war ab 1505 Hofmaler am kursächsischen Hof unter Friedrich dem Weisen, Johann dem Beständigen und Johann Friedrich dem Großmütigen. Neben zahlreichen Altarwerken und allegorischen Gemälden fertigten er und seine Werkstatt vor allem auch eine große Zahl an Porträts seiner Dienstherren sowie der Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon. Die Cranach-Werkstatt, die mutmaßlich rund 5000 Gemälde verlassen haben, wurde von seinem gleichnamigen Sohn Lucas Cranach d. J. fortgeführt.1505 bekam er in Wittenberg eine Anstellung als Hofmaler bei Kurfürst Friedrich dem Weisen von Sachsen. Er übernahm die zuvor von Jacopo de’ Barbari geleitete Malerwerkstatt im Wittenberger Schloss, zu deren Aufgaben nicht nur die Ausstattung von Kirchen und Schlössern mit Gemälden, sondern auch Entwürfe von Festdekorationen gehörten. Cranach fertigte zahlreiche Porträts seines Brotherrn, erstmals 1507 für die Nürnberger Dominikanerkirche. Auch beschäftigte er sich bald mit Druckgrafik (Holzschnitte etc.), die er teilweise – ähnlich wie Albrecht Dürer – selbst frei vertrieb.
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  • Dürers "Vier Apostel" Die vier Apostel sind zwei zusammengehörige Gemälde (Diptychon) des Malers Albrecht Dürer aus dem Jahr 1526 und waren dessen letztes großes malerisches Werk.Vier Apostel (Albrecht Duerer).jpg
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